Katzen gegen Depression - So können Samtpfoten neue Lebensfreude schenken

Katzen sind elegant und haben den Ruf, dass sie keine Besitzer, sondern nur Personal haben. Die Samtpfoten können aber noch viel mehr für den Menschen tun, als "nur" Haustier zu sein. Denn wie wir heute wissen, eignen sich Stubentiger und andere Haustiere sogar als Co-Therapeuten bei Depressionen, aber auch bei Autismus, Alzheimer, Demenz und anderen Erkrankungen.

Frau liegt mit einer Katze auf einem Sofa

Wie wirken Katzen gegen Depressionen und schlechte Stimmung?

Für viele Menschen sind Katzen und Hunde mehr als nur Haustiere. Sie sind Gesprächspartner, Sorgenträger, Freunde oder sogar Ersatz für andere Menschen. Ihre Besitzer sprechen mit ihnen, suchen ihre Nähe, streicheln sie und fühlen sich mit ihnen gemeinsam ein Stück weit geborgener.

Viele internationale Studien haben gezeigt, dass das Zusammenleben mit Hund, Katze und Co. körperlich gesünder und psychisch stabiler macht. Hunde, Stubentiger und andere tierische Mitbewohner sollen sogar das Leben von Menschen verlängern. Wer einen Hund besitzt, muss regelmäßig mit ihm Gassi gehen und reduziert laut Studie so die Gefahr, an Fettleibigkeit und infolgedessen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden. Tiere vermindern Stress und senken so ebenfalls das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Kinder, die mit Katzen, Hunden und anderen Haustieren aufwachsen, lernen Verantwortung zu übernehmen und sollen sogar ein stärkeres Immunsystem haben. Das kann im späteren Leben vor Asthma oder Allergien schützen. Mit ihrem selbstlosen Verhalten können Hund, Mieze und Co. vor allem schwächere Mitglieder unserer Gesellschaft wie Kinder und Senioren unterstützen.

Wie funktioniert die Therapie mit Tieren?

Für ältere Menschen und Kinder ist die Therapie mit Tieren besonders gut geeignet. Depressionen, Schlaganfälle, Herzinfarkt, Alzheimer, Suchtkrankheiten oder motorische und geistige Einschränkungen bei Kindern sind nur einige Einsatzgebiete der tiergestützten Therapie. Dabei können Hunde und Pferde genauso hilfreich sein wie ihre schnurrenden Zeitgenossen. Haustiere haben im Allgemeinen positive Auswirkungen auf Menschen. Egal ob alt, jung, dick, dünn, gehandicapt oder nicht - Haustiere hinterfragen nicht und begegnen jedem mit der gleichen Liebe und Aufmerksamkeit. Sie zeigen ihre Gefühle geradeheraus und helfen kleinen und großen Patienten, sich zu öffnen

Außerdem strahlen Hunde und Katzen oder Tiere allgemein Sicherheit, Wärme und Vertrauen aus. Tiere wie Hunde, Katzen oder Pferde fördern nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Aufmerksamkeit und Konzentration. Während einer Therapie ermöglicht der Therapeut es dem Menschen, so gut es geht, mit dem Tier zu kommunizieren. Das kann bei depressiven Verstimmungen oder Depressionen eine große Hilfe sein. 

Tiere können verschiedenste Symptome lindern und können durch ihr Verhalten und ihren Charakter in der Therapie zu folgenden Erfolgen führen:

  • Verbesserung der geistigen und körperlichen Leistung
  • Verbesserung von psychischen Funktionen
  • Verminderung von Stress
  • Senkung des Blutdrucks
  • Verbesserung von Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Verbesserung der Lernleistung
  • Verbesserung der körperlichen Regeneration nach motorischen Beeinträchtigungen
  • Verbesserung von depressiven Verstimmungen und Depression
  • Steigerung von sozialen Kompetenzen
  • Verminderung von Sprachstörungen

Tiere wie Hunde, Katzen oder Pferde haben viele unterschiedliche positive Auswirkungen auf Menschen und werden deshalb in der Therapie von Depression, Autismus, Alzheimer, Demenz, Suchtkrankheit, Schizophrenie, Burnout, Angsterkrankungen, posttraumatische Belastungsstörungen und vielem mehr eingesetzt.

Auf der Fensterbank liegendes Kind umarmt Katze

Welches Tier erzielt bei welcher Therapie Erfolge?

Grundvoraussetzung für eine Therapie mit Tieren ist die Freiwilligkeit. Zwischen Therapeuten, Patient und Tieren muss die "Chemie" passen. Nur so kann ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden und die Basis für eine erfolgreiche Therapie geschaffen werden. Dazu wird vom Therapeuten ein genauer Therapieplan erstellt. Auch unter den Tieren soll es "Spezialisten" geben. So sind bestimmte Haustiere zur Therapie bestimmter Erkrankungen geeignet.

  • Katzen: Die schnurrenden Stubentiger können vor allem psychisch instabilen Patienten helfen, die kaum im Stande sind, Beziehungen zu ihren Mitmenschen aufzubauen. Sie wirken stresslösend und beruhigend und kommen häufig bei Depressionen, Angsterkrankungen, Autismus oder Sprachstörungen zum Einsatz.
     
  • Hunde: Studien haben gezeigt, dass die bellenden Vierbeiner Kindern mit Konzentrations- und Lernschwierigkeiten positiv unterstützen können. Laut Studien sollen Schüler allein durch die Anwesenheit des Hundes mehr Selbstorganisation entwickeln. Auch auf Kinder mit Bindungsstörungen oder Autismus kann die stressreduzierende Wirkung von Hunden positiv auf die Kommunikation nach außen wirken. Es gibt bereits "Besuchshunde", die mit ihren Besitzern und/oder Therapeuten in Altenheimen eingesetzt werden. Sie fördern die Kommunikation, Fein- und Grobmotorik und helfen den Senioren, agiler zu bleiben. Depressionen oder depressive Verstimmungen kommen in solchen Einrichtungen deutlich seltener vor.
     
  • Pferde: Sie können psychisch instabile Menschen unterstützen. Das therapeutische Reiten erfordert die völlige Aufmerksamkeit des Reiters. Das Pferd zeigt dem Reiter durch sein Verhalten, ob eine Veränderung erfolgen muss oder nicht. Es fungiert als Katalysator und trägt damit unter anderem zur Stärkung des Selbstbewusstseins bei. Auch bei motorischen Beeinträchtigungen werden Pferde zur Entwicklungsförderung eingesetzt.
     
  • Alpakas: Die ehemaligen Andenbewohner sind seit einiger Zeit auch in unseren Breiten gut vertreten. Sie werden in der Therapie häufig bei Depression, Burnout, Angsterkrankungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt. Auch bei Verhaltensauffälligkeiten oder geistigen Behinderungen werden Alpakas oder Lamas als Therapietiere gerne eingesetzt.
Katze schmiegt sich an den Hals eines Mannes

Wann ist eine Katze für die tiergestützte Therapie geeignet?

In der Psychotherapie kommen bereits Katzen als tiergestützte Therapie zu den "herkömmlichen" Maßnahmen zum Einsatz und begleiten ihre Besitzer oft bei Hausbesuchen von Patienten. Vor allem Kinder und ältere Menschen sprechen gut auf die Stubentiger als tierische Therapeuten an. Viele Patienten bauen im Beisein eines Tieres auch Ängste vor einer Therapiesitzung ab. Das kommt beiden Seiten entgegen. Allerdings müssen "fahrende" tierische Therapeuten so einiges gewohnt sein. Fahren sie mit ihrem Besitzer regelmäßig zu Hausbesuchen, müssen sie gerne mit dem Auto fahren. Außerdem sollten sie sich an fremden Orten recht schnell wohl fühlen.

  • Ist das gegeben, hängt es mehr oder weniger nur vom Charakter und Verhalten ab, ob deine Katze das Zeug für die tiergestützte Therapie hat. Dieser sollte sehr sanft sein und die Katzen sollten keine Angst vor Menschen haben und sehr zugänglich sein.
  • Selbstverständlich muss deine Katze für die tiergestützte Therapie auch vollständig gesund sein. Das Tier benötigt die empfohlenen Impfungen und muss entwurmt sein.
  • Bei Langhaarkatzen solltest du das Fell unbedingt entsprechend gut pflegen.
  • Auch solltest du auf das Futter achten, das deine Katze bekommt. Sie sollte nicht gebarft sein. Denn das im Barffutter enthaltene rohe Fleisch könnte Keime enthalten, die sich auf den Menschen übertragen können. Das kann vor allem für ältere Menschen oder allgemein Menschen mit einem schwachen Immunsystem gefährlich sein.

Patienten sollten die Tiere auch nicht unbedingt küssen oder zu heftig mit ihnen schmusen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist deine Katze für die tiergestützte Therapie geeignet und kann so Menschen mit ihrem sanften Schnurren wieder Lebensfreude zurückgeben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.