Aromatherapie: Welcher Duft wofür?

Ätherische Öle sind seit langem ein bekanntes Mittel der Aromatherapie. Schon vor vielen Jahren wusste man über ihre Kraft Bescheid und bis heute kommen sie in zahlreichen Bereichen zur Anwendung. Egal, ob über Inhalation, die Haut oder eine andere Form der Behandlung – schon ein paar Tropfen eines ätherischen Öls wirken auf unseren Körper und Geist. Diese Unkompliziertheit macht die Aromatherapie auch so beliebt. Wir haben uns näher angesehen, welche Pflanzen sich für die Aromatherapie eignen, welcher Duft wofür angewandt werden kann und wie du sie am besten einsetzt.

Utensilien wie Aromalampe und Öle für die Aromatherapie stehen nebeneinander

Aromatherapie: die Lebenskraft der Pflanzen

Du fragst dich bestimmt, warum ätherische Öle sich vor allem bei den Experten großer Beliebtheit erfreuen und wie auch du die Kraft der Pflanzen nutzen kannst? Bei der Aromatherapie sind die reinen Pflanzenelixiere vielseitig einsetzbar. Sie eignen sich hervorragend, um zahlreiche seelische und körperliche Beschwerden zu lindern. Ob zur Beduftung und Reinigung von Haus und Wohnung, dem Einsatz im Garten oder in der Körperpflege: Ätherische Öle machen sich die Lebenskraft der Pflanzen in konzentrierter Form zunutze und sind effektiv wirksam. Auch im Umgang mit Menschen ist die Aromatherapie ein wichtiger Ansatz und ein Hilfsmittel, um positive Energie zu tanken. Denn egal ob man einfache Cremen, Salben oder persönliche Parfumöle anwendet, sie helfen dabei, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen.

Frau riecht an einer Pflanze

Die vielseitige Wirkung von ätherischen Ölen: Welcher Duft wofür?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an naturreinen Ölen auf dem Markt. Auch wenn man auf eine gute Qualität achtet und nur hochwertige Öle kauft, steht einem immer noch eine große Auswahl zur Verfügung. Die Aromatherapie ist in der Lage, das richtige Öl gezielt anzuwenden, sodass damit genau die erwünschte Wirkung auf uns erzielt werden kann. Welche Öle sollte man für welche Anwendungen zu Hause haben? Welche Öle wie wirken und wann sie anzuwenden sind, haben wir uns genauer angesehen.

  • Allroundöle: Sie umfassen ein besonders breites Wirkungsspektrum, da sie ausgewogen zusammengesetzt sind. Daher sind sie universell einsatzbar, wirken stärkend, beruhigend, antiseptisch, desinfizierend und wundheilend, wie beispielsweise Lavendel, Bergamottminze, Teebaum.
     
  • Zitrusdüfte: Sie sind aufheiternd, konzentrationsfördernd, antiseptisch, desinfizierend, immunsystem-stärkend und fiebersenkend wie beispielsweise Zitrone, Grapefruit und Mandarine. Zitrusöle sind photosensitiv, weshalb man sie nicht in der Sonne auf die Haut auftragen sollte.
     
  • Nadelöle: Sie sind ebenfalls antiseptisch, desinfizierend. Außerdem stärken sie das Immunsystem, sind entzündungshemmend, konzentrationsfördernd, durchblutungsfördernd und schleimlösend. Nadelöle sind Tanne, Latschenkiefer, Weißtanne, Fichte und Pinie.
     
  • Blumige Düfte: Sie sind ausgleichend, sinnlich, beruhigend, antiseptisch, hautpflegend wie Rose, Jasmin, Ylang Ylang, Palmarosa, Neroli und römische Kamille.
     
  • Eukalyptusartig, frische Düfte: Sie sind stark schleimlösend, auswurffördernd, antiseptisch, desinfizierend, schmerzstillend, insektenvertreibend, konzentrationsfördernd wie Eucalyptus, Cajeput und Ravintsara.
     
  • Krautige Düfte: antiseptisch, durchblutungsfördernd, kräftigend, stimulierend, schmerzlindernd und wundheilend wie Rosmarin, Thymian und Pfefferminze.
     
  • Holzige und erdige Öle: antiseptisch, hautpflegend, erdend, ausgleichend, zentrierend und angstlösend wie Zedernholz, Sandelholz, Vetiver und Patchouli.
     
  • Harzige, balsamische Düfte: sind beruhigend, zentrierend, entzündungshemmend, schleimlösend, schmerzlindernd und heilend wie Weihrauch, Myrrhe und Benzoe.

Die Tropfen welchen Öles bei konkreten Beschwerden zum Einsatz kommen sollten und welches Öl in der hauseigenen Apotheke keinesfalls fehlen darf, hängt ganz davon ab, welche Wirkung man erzielen möchte. Daher kann man vielleicht einfach fünf bis zehn Öle mit verschiedenen Wirkungen auswählen. Das sollte für die Grundausstattung zur Aromatherapie reichen.

Öle nach Eigenschaft: Welche Öle und Düfte wirken wie?

Ob anregend, aphrodisierend, stimmungserhellend, schlaffördernd, desinfizierend, immunsystemstärkend oder beruhigend, die Pflanzenextrakte sind wahre Alleskönner. Wir haben für dich aufgelistet, welcher Duft wofür in der Aromatherapie zum Einsatz kommt:

  • anregend: Fichtennadel, Mandarine, Minze, Rosmarin, Thymian, Wacholder, Zimt und Zitrone
  • beruhigend: Lavendel, Melisse, Kamille und Anis
  • bessert die Stimmung auf: Lemongras, Neroli, Blutorange, Grapefruit, Iris, Mandarine, Orange und Rose
  • desinfizierend: Teebaum, Nelke und Salbei
  • aphrodisierend: Jasmin, Ingwer, Rose, Patchouli, Safran, Sandelholz, Moschus und Ylang-Ylang
  • konzentrationssteigernd: Eukalyptus, Eisenkraut, Lemongras, Pfefferminze, Rosmarin, Grapefruit, Kampher und Zeder
  • Atemwege befreiend und Husten lindernd: Kiefernnadel, Latschenkiefer, Muskat, Pfefferminze, Thuja, Thymian und Zitrone
  • Immunsystem stärkend: Geranium, Bergamotte, Eukalyptus und Lavendel
  • schmerzstillend: Bergamotte, Geranium, Kamille und Pfefferminze
  • schlaffördernd: Bitterorange, Hopfen, Lavendel und Lindenblüte
Ein ätherisches Öl wird in eine Schüssel mit Orangenscheiben geträufelt

Thymianöl – ein Öl, sieben verschiedene Chemotypen

Etwas ganz Besonderes ist das Thymianöl. Thymian ist eine schon seit den alten Griechen bekannte Arzneipflanze. Seine vielen verschiedenen Sorten unterscheiden sich jedoch sehr stark. Sowohl im Geruch, im Aussehen als auch in der Wirkung gibt es bei den über 300 verschiedenen Thymiansorten große Unterschiede. Eingeteilt werden diese nach den sogenannten Chemotypen. Darunter versteht man die Zusammensetzung der ätherischen Öle.

Die sieben Chemotypen sind:

  • Caravarol
  • 1,8-Cineol
  • Geraniol
  • Linalool
  • Terpineol
  • Thymol
  • trans-Thuyanol-4-terpineol-4

Anwendung: Wie können die Düfte der Aromatherapie verwendet werden?

Heutzutage finden die Duftöle bereits vielerorts Anwendung. Nicht nur auf den Körper haben ein paar Tropfen Öl einen Einfluss. Auch unser Geist und unser Wohlbefinden profitieren davon. Die Einfachheit, mit der sich die Aromatherapie in unseren Alltag integrieren lässt, ist ein großer Vorteil. Wie simpel das in der Praxis wirklich geht, ist nur den wenigsten bewusst:

  • Statt Parfum kann man einfach ein natürliches Pflanzenöl auftragen. Es riecht ebenfalls gut und wirkt ganzheitlich auf Geist und Körper.
  • Auch die Hausapotheke ist ein guter Platz für ätherische Öle.
  • Als Zusatz im Badewasser wirken die Öle ebenfalls sehr intensiv.
  • Öle können zur Massage direkt auf den Körper aufgetragen werden. Achte dabei jedoch darauf, dass deine Haut das Öl verträgt.
  • Auch in der Küche können ätherische Öle unseren Speisen eine ganz besondere Note verleihen.

Was dabei jedoch zu beachten ist, ist die jeweilige Wirkung. Manche Öle sollte man nicht benutzen, wenn an schwanger ist, an bestimmten Krankheiten leidet oder bestimmte Medikamente nehmen muss. Auch bei älteren Menschen oder Kindern ist darauf zu achten, sich für die richtigen Öle zu entscheiden.

Was sind ätherische Öle eigentlich?

Ätherische Öle werden oft auch als Duftöle bezeichnet. Jedoch muss man hier zwischen reinen ätherischen Ölen und chemisch hergestellten Ölen, welche keinen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben, unterscheiden. Bei ätherischen Ölen handelt es sich um leicht verdunstende Öle. Daher kommt auch der Begriff: ätherisch bedeutet übersetzt leicht flüchtig. Jedes Öl hat einen für sich ganz signifikanten Duft. Sie werden rein pflanzlich hergestellt, die meisten über die Destillation mit Wasserdampf. 

Aufgrund ihrer Beschaffenheit gelangen die Öle leicht durch die Zellmembran und so können schon einige Tropfen Öl in geringer Dosierung einen Effekt auf uns haben. Wir nehmen sie sowohl über Nasen- und Bronchienschleimhaut auf, sowie über die Haut selbst. Von dort gelangen sie dann über das Blut in die Organe. Sie haben eine Wirkung auf unser zentrales Nervensystem und können sowohl beruhigend als auch anregend wirken. Beim Umgang mit reinen ätherischen Ölen sollte man daher sehr sorgfältig umgehen. Bei Kleinkindern ist von einigen Ölen (z. B. Eukalyptusöl) dringend abzuraten. Der Duft der Öle weckt in uns oftmals Erinnerungen und Emotionen, welche ebenfalls in der Lage sind, unsere Körperfunktionen zu beeinflussen.

Ursprung der Aromatherapie

Bereits vor vielen Jahren wusste man über die Wirkung ätherischer Öle Bescheid. Bereits in einem 5000 Jahre alten Grab wurde ein Destillationsgerät aus Ton gefunden. Das beweist, dass schon damals ätherische Öle aus Kräutern hergestellt wurden. Zu ihrem heutigen Namen kam die Therapieform durch René-Maurice Gattefossé, denn die erstmalige Nennung des Begriffs Aromatherapie erfolgte als Buchtitel des Chemikers René-Maurice Gattefossé. In diesem hat er 1936 seine Kenntnisse über Pflanzen und deren Essenzen zusammengefasst.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.