Stress bei Katzen – so entspannst du gestresste Stubentiger

Es ist erwiesen, dass das Streicheln von Katzen Stress und Ängste bei Menschen reduziert. Doch was ist, wenn unsere schnurrbärtigen Freunde diejenigen sind, die Angst haben und gestresst sind? Stress bei Katzen äußert sich auf vielfältige Weise. Ihr Leiden kann sich durch Zittern, Verstecken, Verweigern des Katzenklos bis hin zu übermäßigem Miauen, Erbrechen und sogar Aggressionen zeigen. Hier sind einige Tipps und Ratschläge, wie man Symptome von Stress und Angst bei Katzen erkennen und abstellen kann.

Das Thema Stress bei Katzen wird am Beispiel dieser angespannt wirkenden Katze, die misstrauisch unter einer Bettdecke hervorblickt, sehr gut verbildlicht.

Was verursacht Stress bei Katzen?

Es gibt viele Ursachen, die Stress bei Katzen auslösen können. Von Natur aus sind sie sowohl Beutetiere als auch Raubtiere, daher ist Angst eine fest verdrahtete Emotion im Leben dieser Tiere. Die häufigsten Situationen, die Stress auslösen, sind: 

  • Begegnungen mit anderen Tieren, 
  • unbekannte Menschen, 
  • Hunde, 
  • neue Umgebungen oder
  • Besuche beim Tierarzt

Es kann aber auch vorkommen, dass man das Tier aus Gründen beruhigen muss, die nichts mit Angst oder akutem Stress zu tun haben, zum Beispiel, wenn eine Miezekatze spät nachts hyperaktiv wird, während man versucht zu schlafen. Ganz gleich, ob die Ursache Angst oder einfach nur Hyperaktivität ist, nachfolgend stellen wir dir Maßnahmen vor, die Tierhalter ergreifen können, um ihrer Katze beim Entspannen zu helfen.

Wie kann man für seine Katze da sein, ohne sie zu erdrücken?

Der häufigste Fehler ist, dass Tierhalter plötzlich herbeieilen und versuchen, ein hocherregtes oder gestresstes Tier zu streicheln oder ihre nervöse Katze auf den Arm zu nehmen. Das Hauptproblem beim Streicheln und Kuscheln ist, dass es dem Stubentiger keine Möglichkeit zum Entspannen gibt. Es kann Stunden dauern, bis sich Fellnasen von einem erhöhten Erregungszustand, zum Beispiel nach einer Begegnung mit einem Hund, wieder erholen.

Du solltest zwar vermeiden, dein Kätzchen mit Liebe zu erdrücken, aber es ist eine gute Idee, einfach nur physisch da zu sein, besonders wenn du ein anhängliches oder chronisch nervöses Haustier hast. Haustiger können positiv und entspannt auf die Anwesenheit von jemandem reagieren, den sie kennen und dem sie vertrauen. Es kann hilfreich sein, mit ihnen zu sprechen oder ihnen sogar etwas vorzusingen, um sie zu entspannen. Wenn dein Fellfreund deinen Schoß aufsucht, während du in der Nähe sitzt, kannst du davon ausgehen, dass er oder sie auch dort sein möchte. Achte also auf die persönlichen Vorlieben und das Verhalten deines Kätzchens, um es in der Stunde der Not bestmöglich zu unterstützen!

Eine zuvor gestresste Katze liegt am Schoß einer Frau, die für sie da ist

Warum solltest du nicht starren und ab und zu wegschauen?

Starre niemals eine Katze oder einen Hund an, falls sie sich gestresst fühlen oder andere Symptome der Anspannung zeigen! Wenn sie dich anschauen, erwidere auf jeden Fall den Blick, aber schaue gelegentlich auch weg! Auch hier gilt: Mach alles sehr kontrolliert und langsam und vermeide plötzliche Bewegungen! Damit zeigst du dem Tier, dass dein Fokus nicht direkt auf ihm liegt. Du gibst zu erkennen, dass du nicht vorhast, es anzugreifen, und dass du nicht besonders daran interessiert bist, es zu stören.

Welche Rolle spielt das Gähnen für die Mieze?

Indem Menschen vor einer Katze oder auch vor einem Hund entspannt gähnen, demonstrieren sie, dass sie nicht bedrohlich sind.

  • Beobachte die Reaktion deines Haustiers, wenn du dies tust! Es wird sich ganz auf dich konzentrieren und entspannen!
  • Kombiniere dies mit einem langsamen Blinzeln und gelegentlichem Wegschauen! 
  • Es kann auch nicht schaden, beim Gähnen die Augen zu schließen.
  • Versuche außerdem, kein lautes Geräusch zu machen, wie es manche Menschen tun, wenn sie gähnen!

Ist das auf den Rücken rollen hilfreich, um eine unter Stress stehende Hauskatze zu beruhigen?

Wenn eine Hauskatze sich auf den Rücken rollt, ist das keine Einladung für dich, sie zu kitzeln! Das sieht vielleicht so aus, aber lass dich nicht täuschen! Erfahrene Halter wissen, dass sich ihre Katze in Wirklichkeit in einer unterwürfigen Art und Weise verhält. Oft tun sie das, wenn man sich nähert, und es ist ein Zeichen dafür, dass sie einem vertrauen und nicht als Bedrohung ansehen.

Es ist ratsam, wenn Halter dabei versuchen, ihre vierbeinigen Lieblinge nicht zu stark zu bedrängen. Sie muss dich natürlich sehen, sonst schaut das alles ziemlich bescheuert aus. Rolle dich einfach langsam auf den Rücken! Ja, du wirst dir albern vorkommen, aber du zeigst damit, dass du keine Bedrohung bist. Es funktioniert wirklich. Wenn du also darüber hinwegsehen kannst, wie du dabei aussiehst, solltest du es ausprobieren!

Eine entspannte Katze schläft auf dem Rücken liegend.

Wie steht es um eine katzengerechte Versorgung bei dir zuhause?

Eine wirksame Maßnahme gegen Stress, die von Katzenbesitzern jedoch leider manchmal vernachlässigt wird, ist die katzengerechte Versorgung der Grundbedürfnisse. Das hört sich einfach an, aber katzenzentriert bedeutet, das Beste für Katzen zu tun, nicht für dich oder dein Zuhause. Das heißt also, wenn deine Katze in deinem Hauptschlafzimmer lebt und sie sich gerne dort aufhält, aber zu ängstlich ist, um herauszukommen, stell ihr Katzenklo nicht in den Keller und ihr Katzenfutter nicht in die Küche!

Das Platzieren von Katzenutensilien in weit voneinander entfernten oder potenziell furchteinflößenden Räumen kann viele unangenehme Folgen haben, von chronischem Stress über Schreckhaftigkeit bis hin zu aggressivem Verhalten. Also beobachte die Vorlieben und das Verhalten von Stubentigern genau, um zu erkennen, wann sie leiden und welche Ursachen ihnen das Leben schwer machen! Auch wenn wir es nicht lieben, ein Katzenklo im Schlafzimmer zu haben, müssen wir manchmal Opfer für unsere mäuseliebenden Mitbewohner bringen.

Eine Katze sitzt neben ihrem Katzenklo und blickt fragend zu ihrem Halter hinauf.

Hilft leise Musik oder weißes Rauschen gegen Stress bei Katzen?

Ähnlich wie Gerüche reagieren Katzen sehr empfindlich auf Geräusche. Besonders wenn Symptome der Angst oder des Stresses durch laute Geräusche, wie zum Beispiel Baustellen, ein weinendes Baby, Verkehr oder laute Nachbarn, verursacht werden, ist die Beschallung mit alternativen Geräuschen eine gute Lösung.

Es gibt zwar nicht viel Forschung zu Musik oder Geräuschen in Bezug auf die Beruhigung einer Katze, aber man kann es mit sanfter klassischer Musik oder angenehmem "weißen Rauschen" versuchen und beobachten, wie die Katze darauf reagiert. Zumindest kann es die Auswirkungen der beängstigenden Geräusche reduzieren, indem es einen Puffer schafft. Die Kombination dieser Musik oder Geräusche mit einem gemütlichen Raum oder einer "Katzenoase" kann das Gefühl der Ruhe verstärken. Du kannst es ja mal mit der sogenannten "katzenspezifischen Musik" ausprobieren, die von Wissenschaftlern der Universität von Wisconsin im Rahmen einer umfangreichen Studie entwickelt wurde. um diverse Symptome der Angst bei Haustieren zu lindern. 

Eine Katze mit riesigen Kopfhörern über ihren Ohren.

Wann sollte man wegen einer gestressten Katze den Tierarzt anrufen?

Bei manchen besonders ängstlichen Haustigern reichen rezeptfreie Mittel nicht aus, um den Stress zu mindern und sie zu entspannen. Halter erkennen, wann es an der Zeit ist, mit ihrer Katze zum Tierarzt zu gehen, wenn sich das Tier zum Beispiel übermäßig putzt, an den Nägeln kaut oder sich anderweitig verletzt. Tierärzte können Medikamente gegen Katzenangst verschreiben, um Angst und Stress zu reduzieren und stressbedingte Verhaltensweisen zu minimieren.