Mir ist kalt - Was tun?

Die Menschen um dich herum finden es gerade sehr gemütlich, aber du frierst und wünschst dir nichts sehnlicher als eine weitere Kuscheldecke und eine Wärmflasche? Ständiges Frieren und innere Kälte im Körper sind sehr unangenehm und können das Wohlbefinden massiv beeinträchtigen. Was kannst du tun, wenn dir ständig kalt ist? Wir haben uns mögliche Ursachen und Ideen zur Abhilfe für dich angeschaut. 

Frau sitzt mit Decke und Mütze auf dem Sofa

Mir ist kalt – was tun? Ursachen und Möglichkeiten

Wenn dir ständig kalt ist, kann das unterschiedliche Ursachen haben:

  • Frauen frieren leichter als Männer. Gerade in Büros und an anderen Arbeitsplätzen merkt man das, denn die Standardtemperaturen werden leider immer noch tendenziell am männlichen Durchschnittsempfinden ausgerichtet.
  • Sehr schlanke Menschen frieren leichter als kräftiger gebaute. Die Fettschicht im Körper wirkt nämlich als Isolationsschicht. Wenn sie sehr dünn ist, kann der Körper die Wärme nicht so gut halten.
  • Müdigkeit und Kälte hängen eng zusammen. Wenn du überarbeitet, erschöpft oder einfach nur müde bist, frierst du viel schneller.
  • Auch eine Diät oder zu große Essenspausen können dein ständiges Frieren erklären. Der Körper braucht regelmäßig Energie aus der Nahrung, um sich zu wärmen. Wenn du zu unregelmäßig isst, schaltet er dazwischen in eine Art Energiesparmodus. Dabei regelt der Körper auch die Temperatur ein wenig herunter, und das spürst du.
  • Steigendes Alter ist ebenfalls ein Faktor für ständiges Frieren. Vor allem viele Frauen nach den Wechseljahren haben es gerne warm und vertragen Kälte nicht mehr so gut.
  • Auch Nährstoffmangel kann eine Ursache für ständiges Frieren sein.
  • Und manchmal liegt dem Frösteln auch eine Erkrankung zugrunde. Bei Durchblutungsstörungen bekommst du zum Beispiel schneller kalte Füße und kalte Hände. 

Bewegung für mehr Wärme

Wenn dir kalt ist, willst du dich wahrscheinlich am liebsten mit Flauschsocken und Wärmflasche ins Bett verkriechen. Manchmal hilft jedoch das Gegenteil besser: Bewegung, vielleicht sogar an der frischen Luft. Wenn du deinen Körper in die Gänge bringst, sorgen nämlich die Muskeln für mehr Wärme. Wenn sie "arbeiten", wird es warm und das merkst du am ganzen Körper.

Übrigens ist Zittern und Frösteln ein Versuch deines Körpers, die Kälte zu vertreiben. Die kleinen Bewegungen der Muskeln, die beim Zittern geschehen, wärmen dich auf.

Versuche es also mal mit Bewegung: Jogge ein Stück, mache einen strammen Spaziergang oder tanze durch die Wohnung! Hauptsache, du bringst deine Muskeln ordentlich in Schwung.

Frau beim Joggen im Winter

Bei Kälte und Müdigkeit ist Ausruhen angesagt

Auch wenn es erst einmal banal klingt: Wenn du ständig frierst und zusätzlich müde bist, kann das an Überarbeitung und Erschöpfung liegen. In diesem Fall solltest du Wege finden, um wieder zur Ruhe und zu Kräften zu kommen. Wie das gelingen kann, hängt natürlich sehr von deiner persönlichen Situation ab. Vielleicht musst du Aufgaben in der Familie anders verteilen oder einen Babysitter organisieren, um im Familienalltag auch mal zur Ruhe zu kommen. Vielleicht hast du Schlafprobleme, die du gezielt angehen musst. Oder es geht einfach "nur" darum, deinen eigenen Bedürfnissen Aufmerksamkeit zu schenken und dir mehr Zeit für deinen Schlaf zu nehmen. 

Mit Nährstoffen gegen die Kälte

Nährstoffmängel können ein Grund für häufiges Frieren sein. Besonders Eisen- oder Magnesiummangel können diesen Effekt haben. Ein Eisenmangel macht außerdem noch müde und schränkt die Durchblutung der Haut ein. Es kann sich also lohnen, den Eisenspiegel beim Arzt oder in der Apotheke bestimmen zu lassen. Auch den Magnesiumspiegel im Blut kannst du messen lassen. Oder du probierst einfach mal, ob Brausetabletten oder Pulver mit Magnesium das Frieren verbessern.

Mit Kälte gegen das Frieren

Es klingt erst einmal seltsam, aber Kältereize können tatsächlich das ständige Frösteln und Frieren verbessern. Man kann nämlich die Kälteempfindlichkeit trainieren. Mit der Zeit lernt der Körper, Kälte besser wegzustecken. Regelmäßige Wechselduschen, kalte Güsse oder Spaziergänge an der frischen Luft können das Problem mit dem Frieren also verbessern. Allerdings solltest du damit idealerweise schon in der warmen Jahreszeit beginnen und nicht im Winter, wenn dir sowieso schon ständig kalt ist.

Person mit Handschuhen und Wärmflasche

Mit diesen Tipps wird dir sofort wieder wärmer

All die Ursachenforschung nützt dir gerade nichts, weil du JETZT Tipps für mehr Wärme brauchst? Dann probiere es mal mit diesen Tipps:

  • Wenn du kalte Füße oder Hände hast, fühlt sich gleich der ganze Körper kälter an. Deshalb solltest du hier ansetzen. Bei kalten Händen helfen auch im Innenraum Stulpen. Und kalte Füße steckst du in warme Socken, am besten aus Wolle oder Baumwolle.
  • Auch Hals und Nacken tragen viel zum Kälteempfinden bei. Ein Hals- oder Schultertuch kann deshalb schnell dafür sorgen, dass dir wärmer wird.
  • Scharfe Speisen regen die Durchblutung an und sorgen für mehr Wärme im Körper. Greife also ruhig etwas kräftiger zu Pfeffer, Chili und Tabasco!
  • Heiße Getränke wärmen von innen. Besonders wärmend ist Ingwertee, probiere ihn doch mal aus!
  • Manchmal ist die Haut schon so kalt, dass auch Decken und warme Socken nicht mehr helfen. Wenn es dir vor allem um kalte Füße geht, hilft ein warmes Fußbad. Für mehr Wärme im ganzen Körper kannst du ein Vollbad oder zumindest eine warme Dusche nehmen. Wenn du einmal durchgewärmt bist, geht es dir gleich besser.
  • Für Menschen, die ständig frieren, sind aus dem gleichen Grund Saunabesuche besonders erholsam. Hier können sich die Muskeln entspannen, die sich sonst vor Kälte leicht zusammenziehen.
  • In der Traditionellen Chinesischen Medizin und auch beim Ayurveda schreibt man bestimmten Speisen wärmende oder kühlende Eigenschaften zu. Es kann sich lohnen, sich mit diesen Ernährungslehren genauer zu beschäftigen. Probiere einfach mal aus, ob entsprechende Lebensmittel die Temperatur deines Körpers ein wenig ansteigen lassen.

Wegen ständigem Frieren zum Arzt gehen?

Wenn alle Tipps nicht helfen und du zusätzlich auch noch ständig müde bist, solltest du sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Dort können körperliche Ursachen wie ein niedriger Blutdruck, Schilddrüsenunterfunktion oder Durchblutungsstörungen ausgeschlossen werden. Und wenn sich doch eine Ursache für dein Frieren findet, kann man es in vielen Fällen leicht behandeln.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.