Zink bei Erkältung: So unterstützt du die Abwehrkräfte

Erkältungen sind eine lästige Angelegenheit, die man am liebsten so schnell wie möglich loswerden möchte. Etwas beschleunigen kannst du die Angelegenheit unter Umständen mit Zink. Das Spurenelement ist wichtig für ein gesundes Immunsystem und kann dich deshalb bei Infekten unterstützen. Wir sind der Frage nachgegangen, wie du Zink bei Erkältungen einsetzen kannst und welche Wirkung du erwarten darfst.

Erkältetes Paar auf dem Sofa

Studien zu Zink bei Erkältungen – Hilft das wirklich?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Es gibt zwar viele verschiedene Studien zum Thema, aber diese kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Klar ist: Wenn ein Zinkmangel vorliegt, kann auch das Immunsystem beeinträchtigt sein. In diesem Fall ist es sinnvoll, den Mangel an Zink auszugleichen und so die Abwehrkräfte wieder auf ein gesundes Maß zu bringen.

Wenn kein Mangel vorliegt, sind die Ergebnisse der Studien nicht ganz eindeutig. Einige zeigen klare Vorteile von Zink bei Erkältungen, andere sehen nur geringe Effekte. Klar ist: Die Darreichungsform scheint eine Rolle zu spielen. 

Wenn sich eine Wirkung durch die Zinkgabe zeigt, dann verkürzt das Spurenelement die Dauer der Erkältung. Wichtig ist allerdings, dass du mit der Einnahme so schnell wie möglich beginnst. Sobald sich Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen anschleichen, solltest du Zink einnehmen. Dann können die lästigen Symptome unter Umständen schneller verschwinden. Der Schweregrad von Husten, Schnupfen und Co. wird dabei zwar nicht beeinflusst, aber die Erkältung klingt im Durchschnitt einen Tag schneller ab.

Zink-Präparate: Die Art der Einnahme ist wichtig

Besonders gut hilft Zink gegen Erkältung immer dann, wenn es direkt an den Schleimhäuten seine Wirkung entfalten kann. Deshalb sind Lutschtabletten mit Zink optimal, um Erkältungen zu bekämpfen. Das Zink in den Atemwegen bekämpft die Krankheitserreger an Ort und Stelle und regt außerdem das Immunsystem an.

Zinktabletten sind dagegen weniger wirksam, wenn du generell gut mit Zink versorgt bist. Bei einem Zinkmangel ist auch die Gabe in Tablettenform sinnvoll.

Leider sind Lutschtabletten mit Zink nicht so weit verbreitet, du wirst also eventuell etwas suchen müssen, um ein passendes Präparat zu finden. Aber wenn du damit gezielt Erkältungen bekämpfen willst, ist diese Darreichungsform optimal. Häufig werden solche Lutschtabletten (und auch andere Zink-Präparate) in Kombination mit Vitamin C angeboten. Auch Vitamin C kann das Immunsystem stärken und Erkältungen bekämpfen. Die Kombination aus Zink und Vitamin C kann also durchaus sinnvoll bei Erkältungen sein.

Lebensmittel mit hohem Zink-Gehalt

Wer kann von einem Zinkmangel betroffen sein?

Zinkmangel kommt vor allem in Ländern vor, in denen viele Menschen einseitig oder mangelhaft ernährt sind. Bei einer typischen Mischernährung in Mitteleuropa ist ein Zinkmangel sehr selten. Größer ist die Gefahr bei Senioren, weil diese oft einseitiger essen. Außerdem können Menschen mit einer veganen oder vegetarischen Lebensweise leichter von einem Zinkmangel betroffen sein. Zink steckt nämlich vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern oder Milch. Wer auf diese Lebensmittel verzichtet, sollte viele Nüsse und Soja essen. Denn diese versorgen den Körper ebenfalls mit Zink.

Ein Zinkmangel schadet auf Dauer dem Immunsystem und führt deshalb zu einer erhöhten Infektanfälligkeit. Bei Kindern mit einem anhaltenden Zinkmangel kann außerdem das Wachstum gestört sein. Deshalb empfiehlt die WHO in Entwicklungs- und Schwellenländern, Kindern vorsorglich Zink-Präparate zu geben. Diese Maßnahme kann viele Infekte verhindern und damit die Kindersterblichkeit deutlich senken.

Hat Zink Nebenwirkungen?

Zink ist ein Spurenelement, das der Körper braucht und das üblicherweise durch die Nahrung aufgenommen wird. Bei der Einnahme von Zink-Präparaten kann es trotzdem manchmal zu Nebenwirkungen kommen, vor allem wenn die Dosierung zu hoch ist. Einige Patienten berichten zum Beispiel bei der Einnahme hoher Dosen über Übelkeit, Erbrechen, Darmkrämpfe oder Durchfall. Gerade Kinder oder Personen mit empfindlichem Verdauungstrakt sollten deshalb mit einer niedrigen Dosierung beginnen.

Bei Lutschtabletten kann außerdem ein unangenehmer Geschmack im Mund als Nebenwirkung auftreten.

Frau nimmt Lutschtablette gegen Erkältung

Wie viel Zink sollte ich bei Erkältung einnehmen?

Zink kann seine Wirkung gegen Erkältungen erst ab einer gewissen Menge entfalten. Für Erwachsene werden deshalb in der Regel Präparate mit einer Tagesdosis von 75 mg zum Einnehmen empfohlen. Bei Kindern solltest du vorher einen Arzt befragen, um die richtige Dosierung zu finden. Beginne mit der Einnahme spätestens 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome! Wenn die Erkältung abgeklungen ist, kannst du die Einnahme beenden.

Bei einem Zinkmangel können höhere Dosierungen über einen längeren Zeitraum nötig sein. Diese sollten aber bei Bedarf von einem Arzt verschrieben und überwacht werden.

Weitere Tipps für ein starkes Immunsystem

Nicht nur Zink kann einen Einfluss auf die Abwehrkräfte haben. Du kannst noch viel mehr tun, um dein Immunsystem zu unterstützen:

  • Ernähre dich gesund! Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen ist eine der wichtigsten Maßnahmen für ein gutes Immunsystem. Iss vor allem frische Lebensmittel und achte darauf, dass dein Speiseplan möglichst "bunt" ist! Dann steigt die Chance, dass du genügend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu dir nimmst.
  • Besonders wichtig für die Abwehrkräfte ist Vitamin C. Du findest deshalb sehr viele Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem, die sowohl Vitamin C als auch Zink enthalten. Außerdem steckt viel Vitamin C in Zitrusfrüchten, Paprika, Kohl und Beeren. In unseren Breiten ist ein Zinkmangel, wie schon erwähnt, selten. In bestimmten Situationen kann es trotzdem sinnvoll sein, Zink-Präparate einzunehmen, um den Körper zu unterstützen und das Immunsystem zu stärken.
  • Bewegung an der frischen Luft unterstützt ebenfalls die Abwehrkräfte. Idealerweise solltest du täglich wenigstens für einen kurzen Spaziergang nach draußen gehen. Zwei- bis dreimal pro Woche ist dann eine intensivere Bewegungseinheit sinnvoll.
  • Eine weitere wichtige Maßnahme für ein starkes Immunsystem ist genügend Schlaf. Im Schlaf regeneriert sich der Körper und das Immunsystem fährt zu Hochtouren auf. Viren, Bakterien und Krankheitserreger werden in dieser Ruhepause besonders effektiv bekämpft, sodass Erkältungen, Husten und Schnupfen nicht so leicht entstehen. Genügend Schlaf ist deshalb kein Luxus, sondern ganz entscheidend für deine Gesundheit.
  • Wusstest du, dass bei Stress das Immunsystem ein Stück weit heruntergefahren wird? Stress ist für den Körper ein Signal, in Alarmbereitschaft zu gehen. Und in diesem Zustand ist das Immunsystem nicht ganz so wichtig. Kurzfristig ist das kein Problem. Wenn der Stress jedoch zu lange anhält, kann der Körper anfälliger für Infekte und Erkältungen werden. Versuche deshalb, Stress in deinem Leben zu reduzieren! Entspannungsmethoden können dir dabei helfen.
  • Rauchen ist absolutes Gift für die Abwehrkräfte. Falls du Raucher bist, ist das Aufhören deshalb deine wichtigste Maßnahme für das Immunsystem. Wenn dir das im Moment noch nicht ganz gelingt, solltest du zumindest während einer Erkältung auf das Rauchen verzichten, um die Atemwege nicht noch weiter zu schädigen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.