Naturprodukt mit langer Tradition: Hanf als Medizin

Hanf ist ein Naturprodukt und kann die Behandlung von vielen verschiedenen Beschwerden unterstützen. Laut Gesetz sind der Besitz und die Weitergabe von Cannabis in Österreich und Deutschland verboten, sobald THC enthalten ist. Zu medizinischen Zwecken dürfen Ärzte Cannabis-Medikamente bei bestimmten Indikationen verschreiben. Vor allem, wenn sonst nichts mehr hilft, kann Cannabis die Schmerztherapie bei Krebs oder chronischen Schmerzen sehr gut ergänzen. Viele Ärzte, Patientenvertreter und auch die Apothekerkammer setzen sich für eine Freigabe der noch sehr hochpreisigen Cannabis-Medikamente in der Medizin ein. Wir erklären, warum der medizinische Hanf so wertvoll für die menschliche Gesundheit ist.

Stethoskop, Pillen und Hanfblatt

Hanf als Medizin – medizinisches Cannabis in der Geschichte

In Asien kannte man die wertvolle Nutzung der bescheidenen Hanfpflanze schon seit Jahrtausenden. Die genügsame Pflanze lieferte nicht nur Fasern zur Papier-, Stoff und Seilherstellung, die Seeds (Samen) lieferten auch hochwertiges Protein. Mit den Blättern, Blüten und dem Harz behandelte man unterschiedliche Krankheiten wie Schlaflosigkeit, Schmerzen oder Stimmungsschwankungen. Nach Europa gelangte die Kulturpflanze bereits in frühchristlicher Zeit.

  • Hildegard von Bingen verwendete Cannabisblüten gegen Magenschmerzen und Übelkeit.
  • Die erste Gutenberg Bibel soll auf Papier aus einer Hanf-Flachs-Mischung gedruckt worden sein.
  • Der Leibarzt der Queen Victoria, Sir James Reynolds verabreichte es der englischen Königin gegen Regelschmerzen. Er befand indischen Hanf (Cannabis Indica) als eines der das wertvollsten, verfügbaren Medikamente.
Hanfsamen und Hanfblatt

Warum Hanf als Medizin so wirksam ist

Über hundert Wirkstoffe sind in Cannabis indica vorhanden. Die bekanntesten und wichtigsten sind:

  • THC (Tetrahydrocannabinol): hebt die Stimmung, lindert Schmerzen, wirkt auf die Wahrnehmung
  • CBD (Cannabidiol): wirkt antientzündlich, krampflösend, schmerzlindernd und nimmt Ängste

Die Wirkungsweise von Cannabis als Arzneimittel ist deswegen so besonders, da der menschliche Körper selbst ganz ähnliche Stoffe produziert. Endo-Cannabinoide entfalten ihre Wirkung über verschiedene Rezeptoren, an die auch externe Cannabis-Wirkstoffe andocken können. Die Hanfpflanze ist der einzige, externe Lieferant für diese Cannabinoide. Der Rezeptor CB1 hat seinen Sitz im zentralen Nervensystem und auch anderen Organen. Er reguliert Angst, Stress, Unruhe und Schmerzen. Der Rezeptor CB2 befindet sich in den Immunzellen von Lunge und Darm und wirkt gegen Entzündungen.

Frau mit Schmerzen und Tabletten am Nachttisch

Was ist Marihuana?

Marihuana ist sowohl Arzneimittel als auch Droge. Es wird wegen seiner Wahrnehmung erweiternden, entspannenden und beruhigenden Wirkung geschätzt. Marihuana besteht meist aus einer Mischung der getrockneten Blüten mit ihren Blütenständen und manchmal auch Blättern der weiblichen Hanfpflanze. Es wird geraucht, inhaliert oder oral eingenommen. Marihuana hat ein unterschiedlich hohes THC Vorkommen, das verantwortlich für die Wirkung ist. Eine Eigentherapie mit THC, der Besitz oder Konsum von Marihuana ist in Österreich nicht zugelassen.

Medizinisches Cannabis ist jedoch als das Medikament Dronabinol auf Rezept erhältlich. Dronabinol ist die international gültige Bezeichnung für den Wirkstoff THC. In Österreich ist es seit dem Jahr 2000 für die medizinische Verwendung freigegeben. Die Dosierung wird meist individuell auf den Patienten abgestimmt. Jeder Mensch reagiert anders auf den Wirkstoff THC (das gleiche gilt auch für das legale, frei erhältliche CBD) und benötigt daher eine gewisse Eingewöhnungsphase im Umgang mit dem Medikament.

CBD für mehr Gesundheit und Schönheit

Der Wirkstoff CBD steckt in einer anderen Sorte der Cannabis Sativa Pflanze. Diese hat neben einem hohen CBD-Gehalt nur einen sehr geringen oder gar keinen THC-Gehalt. CBD Produkte sind als:

  • CBD Tropfen (fünf bis 20 Prozent CBD-Gehalt)
  • CBD Paste (bei höherer Konzentration)
  • Hautpflegeprodukte und
  • Nahrungsergänzungsmittel

erhältlich. Neben zahlreichen Antioxidantien, die zellerneuernd und regenerativ wirken und freie Radikale im Körper binden können, ist CBD ein wertvoller Lieferant von

  • Vitaminen
  • Terpenen
  • Flavonoiden (sekundären Pflanzenstoffen)
  • Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren 
  • Spurenelementen
  • Mineralstoffen.

Die regelmäßige Einnahme von CBD als Nahrungsergänzungsmittel kann den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen, die Neubildung der Zellmembranen vorantreiben und auch, äußerlich aufgetragen, die Behandlung von entzündlichen Beschwerden (Akne oder Neurodermitis) unterstützen.

Frau kratzt sich am Unterarm

Wichtige Einsatzgebiete von Cannabis in der Medizin

CBD und THC wirken auf die körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren und wirken vor allem bei Schmerzen, die im Nervensystem entstehen. Das kann die Therapie von spastischen oder neuropathischen Schmerzen unterstützen. Neuropathische Schmerzen sind Schmerzen, bei denen die Nervenbahnen nicht nur Überträger, sondern die Ursache von Schmerzreaktionen sind. Cannabis-Präparate können diese oft schon chronischen Nervenschmerzen gut behandeln, da die herkömmliche Therapie mit Schmerzmitteln oft nicht mehr anschlägt.

In der Krebstherapie helfen CBD-Produkte in hoher Dosierung oder medizinisches Cannabis sehr erfolgreich gegen die begleitende Übelkeit während einer Strahlentherapie. Es eignet sich auch hervorragend als unterstützendes Schmerzmittel bei schwerkranken Patienten.

CBD Molekül vor Hanfblättern

Weitere Informationen zum Thema Cannabis und die medizinische Anwendung

Das Naturprodukt Hanf ist kein Allheilmittel, kann aber sehr gut in der Naturheilkunde oder Komplementärmedizin eingesetzt werden. Um sich ein umfassendes Bild über die Wirkung, Anwendung und die unterschiedlichen Einsatzgebiete von CBD und indischem Hanf (indica) zu machen, empfiehlt sich vertiefende Literatur. Die Inntaler Naturprodukte vertreiben zertifizierte CBD Produkte für die Hautpflege oder als Nahrungsergänzungsmittel. Zusätzlich wird auch ausgesuchte Spezialliteratur angeboten.

  • Wer sich schnell über die Wirksamkeit von Cannabis einlesen möchte, ist mit dem Werk des deutschen Arztes und Cannabis-Aktivisten Dr. Franjo Grotenhermen: Hanf als Medizin sehr gut beraten.
  • Als einer der derzeit besten Ratgeber zum Thema medizinisches Cannabis gilt derzeit das Buch Die Behandlung mit Cannabis und THC von Franjo Grotenhermen und Britta Reckendrees. Es behandelt neben medizinischen Aspekten auch Anwendungsgebiete, Dosierung, Nebenwirkung und rechtliche Gebiete wie die Übernahme von Kosten durch die Krankenkassen, Fahrtüchtigkeit oder ärztliche Schweigepflicht. Es ist ein kompakter, kompetenter Ratgeber für alle, die Cannabisprodukte medizinisch verwenden oder verwenden wollen.
  • Der Ethnologe Christian Rätsch gibt in Hanf als Heilmittel einen Überblick über die kulturelle und spirituelle Nutzung von Hanf in unterschiedlichen Kulturen. Das Buch erhält auch eine Fülle von praktischen Anwendungen und Rezepten.

Die Zukunft von Hanf als Medizin

Die gesetzliche Lage rund um das Thema Hanf als Medizin verändert sich aktuell. Das liegt nicht zuletzt an der starken Nachfrage von medizinischem Cannabis von Seiten der Patienten. Da es lange Zeit als Medikament nicht zugelassen wurde und der Besitz und Anbau nach wie vor illegal ist, gibt es momentan noch nicht so viele klinische Studien oder wissenschaftliche Langzeitstudien zu Wirksamkeit, möglichen Nebenwirkungen und dem medizinischen Gebrauch. Auch die Cannabis-Produktion und Versorgung muss erst noch gesetzlich geklärt werden.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.