So kannst du Blasen am Fuß richtig behandeln

Im Sommer locken und Berge und kühle Wälder. Oft werden Ausflüge in die Natur allerdings mit schmerzenden Blasen am Fuß begleitet. Aber auch in neuen oder zu engen High Heels oder Laufschuhen können schnell Blasen entstehen. Wir verraten, wie du Blasen an den Zehen oder an den Fersen richtig und sicher behandelst und geben dir Tipps, wie du sie in Zukunft gut vermeiden kannst. 

Pflaster an der Ferse.

Lange Wege, falsche Schuhe: Wie entstehen Blasen am Fuß?

Wanderfans oder Balltiger kennen das Problem. Der schönste Ausflug oder die schillerndste Ballnacht kann durch Schmerzen an den Füßen getrübt werden, wenn sich an der Ferse eine schmerzhafte Blase bildet. Blasen entstehen durch Reibung. Ursache dafür ist meist ein zu enger Schuh, der an der Hautstelle drückt. Reibt das Material zu sehr, kann sich eine der oberen Hautschichten von den unteren ablösen. Unsere Haut besteht aus drei Schichten (Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut), die wiederum aus mehreren Lagen bestehen. Bei noch nicht eingetragenen, falsch sitzenden oder schlicht zu engen Schuhen kann sich eine Schicht davon lösen.

  • Es entsteht ein kleiner Hohlraum.
  • In diesen Hohlraum kann Flüssigkeit aus dem Gewebe fließen.
  • Die Haut wölbt sich auf.
  • Es kommt zu einer Rötung, Schmerzen oder einem Brennen. 

Prinzipiell ist eine Blase an den Füßen – abgesehen von den Schmerzen – kein großes Problem. Normalerweise kann sich die Haut gut selbst versorgen. Sie sollte nach wenigen Tagen von selbst verschwinden. Reißt sie aber auf oder wird sie nicht sauber genug aufgestochen und versorgt, kann es schnell zu einer Entzündung kommen. Das solltest du auf jeden Fall vermeiden. 

Frau auf Bergtour.

Wie kann ich eine Blase am Fuß am besten behandeln?

Der beste Umgang mit oberflächlichen Blasen am Fuß ist jener, sie in Ruhe zu lassen und vor dem Aufplatzen zu schützen. Das ist bei kleineren Blasen nicht schwer, kann bei größeren Exemplaren aber eine Herausforderung werden.

  • Bei geschlossenen Blasen musst du dir keine großen Sorgen machen. Klebe schnell ein passendes Blasenpflaster darüber und sorge dafür, dass rund um die mit Wasser gefüllte Hautwölbung alles so sauber und steril wie möglich ist.
  • Hast du kein Blasenpflaster bei der Hand, kannst du auch ein dünnes Stück Mullbinde auf die gut gereinigte Stelle der noch intakten Blase legen und sie gut mit Textilband abkleben. Du kannst beim Kleben ruhig sehr großzügig vorgehen.

Ziel ist es immer, die mit Wasser gefüllte Blase unverletzt zu lassen. 

Warum ist Blase aufstechen nicht empfehlenswert?

Wenn die Blase schon beschädigt und das Wasser ausgelaufen ist, solltest du rasch handeln. Verhältnismäßig ist die Wunde, die dadurch entsteht, recht groß. Keime können eindringen und für eine Entzündung sorgen. Zusätzlich trägst du ja meist Schuhe und Socken, wodurch die Wundheilung ohnehin schwieriger wird. Die natürliche Schutzschicht der Haut an dieser Stelle ist defekt und muss sich erst wieder aufbauen. Das Wasser in der Blase schützt die darunterliegende Haut so lange, bis die Schutzbarriere wieder intakt ist. Es unterstützt auch die Regeneration der Wunde. Du solltest Blasen nie ohne echten Grund aufstechen.

Die abgelöste Haut rund um die wunde Stelle hat ebenfalls eine schützende Funktion, auch wenn sie schon in Fetzen hängt. Daher solltest du auch diese Haut nie abschneiden oder gar abreißen.

Aufgeplatzte oder aufgestochene Blasen werden idealerweise so trocken wie möglich gehalten. Du kannst auch getrost auf Cremen oder Vaseline verzichten. Salben oder Cremen machen die Haut nur weicher. Eine weiche Haut ist aber zugleich empfindlicher. Desinfektionsspray oder andere antiseptische Mittel reichen völlig aus. Hast du nichts anderes bei der Hand, kannst du mit hochprozentigem, klarem Alkohol oder auch Salzwasser desinfizieren. Ist die Blase sehr groß, verheilt nicht von selbst oder tritt gelbliche Flüssigkeit aus, dann solltest du aber rasch einen Arzt aufsuchen.

Steril und trocken: So versorgst du eine aufgeplatzte Blase richtig

Desinfiziere deine Hände und alles, womit du hantierst, vor dem Versorgen der Wunde sehr gründlich!

  1. Hautstelle desinfizieren. Das Gebiet um die schmerzende Stelle herum großzügig mit Desinfektionsspray besprühen. Ab jetzt ist dieser Bereich für die Finger tabu und soll nur noch mit sterilen Gegenständen berührt werden.
  2. Blase leeren. Um die Flüssigkeit zu entleeren, nimmt man einen sterilen Tupfer (am besten aus einem Erste-Hilfe-Set) und streicht damit das Wasser Flüssigkeit zur offenen Stelle hin aus. Wenn nötig, diesen Schritt mehrmals wiederholen. 
  3. Wundverband anlegen. Nun erfolgt der Verband – am besten mit einem speziellen Blasenpflaster. Das Pflaster kann je nach Größe und Lage mit zusätzlichem Tape oder einem kleinen Verband befestigt werden. Achte darauf, dass keine neuen Scheuerstellen entstehen.
Blasenpflaster wir auf eine Ferse geklebt.

Pflicht-Accessoire für Berg und Ballsaal: das Blasenpflaster

Blasenpflaster gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen. Sie sind deshalb so praktisch, da sie gleich mehrere Aufgaben erfüllen.

Spezielle Blasenpflaster

  • schützen die Wunde an der Haut mit einer Barriere, ohne sie zu verkleben.
  • sind wasserdicht und sorgen für eine Polsterung an der Ferse. 
  • sind mit antiseptischen Zusätzen versehen, die Entzündungen der Wunde vermeiden. 
  • sorgen für eine feuchte Wundheilung, absorbieren aber trotzdem überschüssige Flüssigkeit. 

Bevor du ein Blasenpflaster aufklebst, solltest du den Bereich rund um die Wunde genau untersuchen. Klebe das Pflaster an noch heile Stellen der Haut! So kann es besser haften und die Wunde am Fuß besser schützen. Lasse das Blasenpflaster so lange auf der verletzten Haut, bis es sich von selbst ablöst – auch nach dem Duschen!

Frau im Schuhladen.

Wie kann ich Blasen künftig vermeiden?

Blasenbildung geht meist rasant und unbemerkt, da wir nicht immer darauf achten, was an unseren Füßen passiert. Mit folgenden Tipps kannst du sie künftig aber vermeiden.

  • Trage neue Schuhe immer ein! Warte mit neuen Bergschuhen nicht bis zur nächsten Wanderung, sondern gehe mit Socken damit schon in der Wohnung herum.
  • Schuhe sollten immer die passende Größe haben. Zwischen längster Zehe und Schuhspitze sollte ein Fingerbreit Platz sein. Bergschuhe dürfen auch ruhig etwas größer sein, da die Füße bei Strapazen anschwellen können. 
  • Socken können ebenfalls sehr viel gegen lästige Blasenbildung tun. Wähle unbedingt Socken in der passenden Größe und greife immer zu atmungsaktivem Material. 
  • Beim Wandern solltest du auf Fußdeo oder Fußpuder in den Schuhen verzichten. Beides kann die Füße austrocknen und für zusätzliche Reibung sorgen. 
  • Klebe schon vor einer Wanderung oder auch wenn du nur neue Schuhe trägst ein Blasenpflaster auf deine Fersen. So kommt es erst gar nicht zur Reibung. 
  • Bei Highheels kannst du Zehen und Fersen ebenfalls vorsorglich vor dem Ausgehen mit reichlich Blasenpflaster bekleben.