Mit ayurvedischen Gewürzen gut durch den Herbst und Winter

Wenn es im Herbst und Winter draußen kalt und ungemütlich ist, sind viele von uns krank. Ob Grippe oder Fieber, die meisten von uns erwischt es früher oder später. Damit das nicht passiert, kann man aus ayurvedischer Sicht sehr gut vorbeugen. Gemäß der ayurvedischen Lehre wird unser Immunsystem nur dann geschwächt, wenn Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht geraten sind. Dies kann durch falsche Lebensführung und durch ungesunde Ernährung geschehen.

Es gibt im Ayurveda keine allgemeingültigen Empfehlungen, sondern hier wird der individuelle körperliche und geistige Konstitutionstyp berücksichtigt, der von den drei Lebenskräften Vata, Pitta und Kapha bestimmt wird. Welcher Doshatyp bei Ihnen vorherrscht, erfahren Sie bei einem Ayurveda-Therapeuten durch eine Konstitutionsbestimmung oder auch durch einen Doshatest in Ayurveda Büchern. Die meisten Menschen sind Mischtypen.

Inhalt:

Viele ayurvedische Gewürze liegen nebeneinander

Welche Gewürze empfiehlt die Ayurveda Lehre im Herbst?

Generell geht in der kalten Jahreszeit nicht darum, seine Speisen mehr zu würzen, sondern seine Gerichte (oder auch Kuchen beispielsweise) mit den für den jeweiligen Typen passenden Gewürzen individuell zu würzen; der eine mag mehr Gewürze, der andere weniger. Es ist in der kalten Jahreszeit daher sinnvoll, einige passende Gewürze zu allen Gerichten herzunehmen.

  • Bitterstoffe, die man in Gewürzen wie Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Safran, Oregano oder auch Rosmarin findet, regen beispielsweise die Speicheldrüsen (auch die Bauchspeicheldrüse) an.
  • Verdauungsbeschwerden im Darm kann man durch herbe Gewürze (Kurkuma, Galgant und Steinsalz) und herbes Gemüse verhindern.
  • Scharfe Gewürze wie Cayenne, Chili, Curry,  Kreuzkümmel, Lorbeer oder Pfeffer steuern zusammen mit herben und bitteren Gewürzen den Stoffwechsel des menschlichen Körpers. Einzelne Gewürze oder Gewürzmischungen können auf die dominierenden Doshas beruhigend und ausgleichend wirken.

Die verschiedenen Gewürze aus der ayurvedischen Lehre schmecken nicht nur köstlich, sie können auch die im Herbst und Winter bei vielen Menschen etwas gedrückte Stimmung aufhellen. Ideal für die kalte Jahreszeit sind folgende Gewürze:

Ingwer

Ingwer ist eines der ältesten und wichtigsten Gewürze in der ayurvedischen Lehre. Die Ingwerknolle ist inzwischen auch in Europa sehr beliebt und  in fast allen Supermärkten erhältlich. Ingwer wirkt verdauungsfördernd, wird gerne bei Erkältungskrankheiten und Übelkeit eingesetzt. Es wirkt antiseptisch, hilft bei entzündlichen Prozessen. Es ist ebenso als natürliches Schmerzmittel bekannt und fördert die Durchblutung. Der Ingwerwurzel wird auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.

Eine Ingwerknolle liegt neben einer Tasse Ingwerwasser und Ingwerpulver

Kardamom

Kardamon wirkt schleimlösend und fördert die Verdauungskräfte (agni). Dieses Gewürz regt Geist und Herz an, unterstützt Klarheit und Freude. Es wirkt entspannend, zugleich anregend, leicht aphrodisierend, entzündungshemmend und stimmungsaufhellend. Hilft bei Erbrechen und saurem Aufstoßen.

Hier liegt getrockneter Kardamom

Zimt

Zimt ist einer der ältesten Gewürze. Es wirkt erhitzend und ist scharf im Geschmack. Zimt ist eine wirksame Pflanze für die Kräftigung, Harmonisierung und Anregung des Kreislaufes und der Durchblutung. Außerdem wirkt Zimt entzündungshemmend und blutreinigend.

Zimt liegt gemahlen neben Zimtschoten

Kurkuma       

Kurkuma ist ein sehr bedeutsames Gewürz und Heilmittel, das in der indischen und ayurvedischen Küche nie fehlen darf. Kurkuma ist ein hervorragendes Mittel gegen Erkältungs­krank­heiten. Es wirkt antiseptisch und antibakteriell. Sehr gut geeignet bei Erkrankungen der Atemwege. Es hat eine entgiftende Wirkung, auch die Blutbildung wird gefördert. Allgemein stärkt Kurkuma und reinigt den Organismus.

Kurkuma liegt neben Pulver von Kurkuma

Gewürznelken

Gewürznelken zählen zu den besten und außergewöhnlichsten Antioxidantien. Antioxidantien schützen unseren Körper vor schädlichen freien Radikalen und sind daher als ein hervorragendes Anti Aging Mittel geeignet. Gewürznelken können Darmparasiten vertreiben und die Magen-Darm-Tätigkeit harmonisieren und regulieren.

In einer kleinen Schaufel sind Gewürznelken

Safran

Safran reguliert die Leber und die Milz und verstärkt das Verdauungsfeuer. Außerdem wirkt Safran entzündungshemmend und schmerzlindernd. Das beliebte Gewürz zählt weiterhin zu einem sehr guten Antioxidantien und schützt daher unseren Körper vor freien Radikalen.

Die Blüten von Safran liegen neben Safranfäden

Asafoetida (Hing/Teufelsdreck)

Mit diesem Gewürz kann man verstopfte Energiekanäle wieder öffnen; außerdem wirkt es antibakteriell, schleimlösend und blutreinigend. Es unterstützt die Darmflora und regt auch das Verdauungsfeuer an.

Asafoetida (Hing, Teufelsdreck) liegt auf einem Brett

Warum ist Ingwerwasser ideal im Herbst und Winter?

Ingwerwasser fördert das Verdauungsfeuer (Agni), regt den Stoffwechsel an und unterstützt die Entgiftung des Körpers. Es wirkt anregend auf den Verdauungstrakt und verhindert dadurch die Ansammlung von schädlichen Ama (Schlacke/Toxine) im Körper. Es stärkt das Immunsystem und hat eine verjüngende Wirkung.

  • 2 Liter Wasser
  • frische Ingwerknolle

Ca. 2 Liter Wasser zum Kochen bringen, Ingwer schälen und in dünne Scheiben (Würfel) schneiden. Die geschnittenen Ingwerscheiben in das kochende Wasser geben, kurz aufkochen und einige Minuten ziehen lassen. Das Ingwerwasser in eine Thermoskanne füllen und das warme Wasser über den Tag verteilt trinken. Je länger Sie das Wasser mit Ingwer kochen, desto schärfer wird es. Bitte wählen Sie die Kochzeit entsprechend Ihrem Geschmack. Die Ingwerscheiben sind auch essbar.

Autorin: Balvinder Sidhu

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.