Herausforderung Wechseljahre – Erschöpfung und Müdigkeit sind keine Seltenheit

Die Wechseljahre (auch Klimakterium oder Menopause genannt) sind eine herausfordernde Zeit im Leben vieler Frauen. Die Hormonumstellung sorgt nicht nur für eine ausbleibende Regelblutung, sondern kann auch viele körperliche und seelische Symptome auslösen. Müdigkeit und Erschöpfung sind für viele Frauen Teil ihrer Menopause und sogar der Jahre danach. Wir haben uns für dich angesehen, was du gegen bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren tun kannst.

Erschöpfte Frau in den Wechseljahren

Wechseljahre: Erschöpfung ist ein häufiges Symptom

Ein Teil der Frauen geht völlig problemlos und ohne Beschwerden durch die Wechseljahre. Andere haben mit körperlichen und seelischen Symptomen zu kämpfen, die teilweise ganz schön belastend sein können. Diese Beschwerden kommen häufiger vor:

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche gehören zu den häufigsten Beschwerden der Wechseljahre. Bis zu 85 Prozent der Frauen berichten davon. Bei manchen treten nur wenige leichte Hitzewallungen auf. Andere haben mehrere schwere Hitzewallungen am Tag und sogar in der Nacht. Nächtliche Hitzewallungen können dich wecken und dadurch zu Schlafproblemen führen. Dies kann ein Grund für die Erschöpfung in den Wechseljahren sein.
  • Schlafschwierigkeiten treten nicht nur durch mögliche Hitzewallungen auf, sondern auch durch die hormonelle Umstellung. Das fehlende Östrogen verkürzt die Tiefschlafphase, sodass viele Frauen nachts aufwachen und nicht mehr einschlafen können. Die schlaflosen Nächte tragen natürlich zur Müdigkeit am Tag bei.
  • Scheidentrockenheit ist ebenfalls ein typisches Symptom des Klimakteriums. Durch den sinkenden Östrogenspiegel nimmt die Dicke der Schleimhäute im Körper ab. In der Scheide kann das zu Problemen beim Sex, aber auch zu Juckreiz oder Brennen führen. Gleitmittel und spezielle Vaginalcremes können das Problem lösen.
  • Ein häufiges Symptom im Klimakterium sind Stimmungsschwankungen, die bis hin zu Depressionen reichen können. Auch hier kann eine Ursache für die Müdigkeit liegen. Zum einen ist Erschöpfung ein typisches Symptom bei Depressionen. Und zum anderen kann die psychische Belastung den Schlaf weiter stören. Wer Stress, Sorgen und eine schlechte Stimmung mit in den Schlaf nimmt, wacht nicht so erholt auf und fühlt sich am Tag müde und erschöpft.
  • Weitere verbreitete Symptome der Menopause sind Gelenk- und Muskelschmerzen, Gewichtszunahme, Hautalterung und Probleme mit dem Gedächtnis. Außerdem steigt nach der Menopause das Risiko für Osteoporose deutlich an.

Sollte man in den Wechseljahren Hormone einnehmen?

Die Umstellung der Hormone ist die Ursache für die Symptome des Klimakteriums. Wäre es da nicht naheliegend, einfach Östrogen und andere Hormone einzunehmen? Tatsächlich war das viele Jahre lang üblich und weit verbreitet. Heute geht man vorsichtiger mit der Hormonersatztherapie um.

Sie ist dann angezeigt, wenn die Beschwerden sehr belastend sind und durch andere Maßnahmen nicht reguliert werden können. Die Gabe von Hormonen kann die Symptome durchaus reduzieren und Probleme wie Erschöpfung, Stimmungsschwankungen oder Hitzewallungen verbessern. Allerdings kann die Hormonersatztherapie unter Umständen das Brustkrebsrisiko erhöhen. Auch Krebs an der Gebärmutterschleimhaut kommt nach einer langfristigen Hormontherapie häufiger vor. Weitere Risiken sind Thrombosen und Embolien.

Deshalb sollte die Gabe von Hormonen bei jeder Frau individuell abgewogen werden, um eine Nutzen-Risiko-Abschätzung zu treffen. Besprich dich in dieser Sache ausführlich mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin! Er oder sie kann dich beraten und mit dir gemeinsam eine Entscheidung treffen.

Nahrungsergänzungsmittel gegen Müdigkeit in der Menopause

Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen kann die Müdigkeit verstärken. Deshalb können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel helfen, dass du dich wieder fitter fühlst. Je nach deiner individuellen Situation kommen unterschiedliche Nährstoffe infrage, zum Beispiel Eisen, Vitamin D oder Vitamin B12. Lass dich am besten untersuchen, um mögliche Mängel festzustellen!

Eine gute Ergänzung für viele Frauen ist Ubiquinol. Dabei handelt es sich um einen engen Verwandten des bekannten Coenzyms Q10. Ubiquinol ist ein vitaminähnlicher Stoff und sorgt in den Zellen für die Energiegewinnung. Bei einem Mangel an Ubiquinol funktionieren die Zellen nicht richtig und es kann unter anderem zu Müdigkeit und Erschöpfung kommen. Ubiquinol als Nahrungsergänzungsmittel wird vom Körper leichter aufgenommen als Coenzym Q10. Es kann die Herzgesundheit unterstützen, die Zellen schützen und die Vitalität des Körpers verbessern. Probiere dieses wertvolle Nahrungsergänzungsmittel doch selbst einmal aus! Gut möglich, dass du dadurch ein wenig leichter durch deinen Wechsel kommst.

Frau mit Yogamatte und Wasserflasche

Schlafhygiene gegen Müdigkeit in den Wechseljahren

Unter dem Begriff Schlafhygiene versteht man eine ganze Reihe von Verhaltensweisen rund um den Schlaf. Auch wenn die Umstellung der Hormone die Ursache für deine Schlafprobleme ist, bist du ihnen nicht machtlos ausgeliefert. Dein Verhalten kann einen großen Unterschied machen und für erholsameren Schlaf sorgen. Diese Punkte sind wichtig:

  • Entwickle ein kleines Abendritual, das dich entspannt und Körper und Geist auf den Schlaf einstimmt! Das kann zum Beispiel eine warme Dusche sein, ein kleiner Spaziergang oder ein wenig Lesezeit in einem entspannenden Buch.
  • Verzichte in der Stunde vor dem Schlafengehen auf Fernsehen, Computer und Smartphone! Das Licht der Bildschirme reduziert nämlich die Produktion des Schlafhormons Melatonin.
  • Sorge für eine angenehme Schlafatmosphäre! Richte dein Schlafzimmer so ein, dass du dich wohlfühlst und die Umgebung deine Entspannung fördert! Lüfte vor dem Schlafengehen noch einmal gründlich durch! Das Zimmer sollte möglichst dunkel und nicht zu warm sein.
  • Manchen Menschen hilft eine Gewichtsdecke, um tiefer und ruhiger zu schlafen. Diese Decken sind deutlich schwerer als gewohnt. Das kann (nach einer kleinen Gewöhnungsphase) beruhigend und schlaffördernd wirken.
  • Gehe möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett und stehe auch zur gleichen Zeit wieder auf! Der Körper gewöhnt sich nach und nach an die Schlafenszeiten und schüttet dann rechtzeitig die passenden Hormone aus, die dich müde machen.

Bewegung hilft gegen Erschöpfung

In der Menopause ist regelmäßige Bewegung besonders wichtig. Sie hilft dir, Schmerzen in Muskeln und Gelenken vorzubeugen und die Muskeln kräftig zu halten. Außerdem kommst du abends besser zur Ruhe, wenn du dich tagsüber ausgepowert hast. Und Bewegung ist auch wichtig, um Stimmungsschwankungen und Depressionen im Zaum zu halten.

Finde deshalb eine regelmäßige Sportart oder Bewegungsform, die dir Spaß macht! Schon diese Maßnahme kann die Erschöpfung und Müdigkeit deutlich verbessern.

entspannt lächelnde Frau

Weitere Tipps gegen Müdigkeit und Erschöpfung in der Menopause

  • Trinkst du genug? Viele Frauen trinken ohnehin zu wenig Wasser. Während des Wechsels kann sich das Problem noch verstärken. Der Flüssigkeitshaushalt deines Körpers ist aber entscheidend dafür, wie vital und fit du dich fühlst. Achte deshalb darauf, täglich mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte zu trinken!
  • Wie du schon weißt, ist die Ursache der Müdigkeit nicht immer körperlich. Auch eine depressive Verstimmung kann dafür verantwortlich sein. Diese sollte unbedingt behandelt werden. Sprich deinen Arzt an, wenn du über längere Zeit Symptome wie Antriebslosigkeit, trübe Stimmung oder Hoffnungslosigkeit bei dir bemerkst!
  • Auch dein Umgang mit Stress kann verantwortlich sein, wenn du übermäßig oft müde bist. Entspannungstechniken wie Meditation, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung können dir helfen, besser mit Stress umzugehen. Das wirkt sich dann auch positiv auf den Schlaf aus.
  • Achte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, damit dein Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt ist! Vor allem Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse und proteinhaltige Lebensmittel sind wichtig für dich.
  • Unter Umständen ist gar nicht das fehlende Östrogen für deine Müdigkeit verantwortlich, sondern es liegt eine andere körperliche Ursache vor. Zum Beispiel kann ein Problem mit der Schilddrüse dafür sorgen, dass du dich sehr müde und schlapp fühlst. Lass dich deshalb körperlich durchchecken, damit solche Ursachen nicht unbemerkt bleiben!

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.