Die Typen des Ayurveda - Kapha, Pitta und Vata

Die Typenlehre des Ayurveda versucht Menschen in drei Kategorien zu unterteilen. Dabei bestimmen drei unterschiedliche Energien den Konstitutionstyp. Während Kapha sich aus den Elementen Erde und Wasser zusammen setzt und das Prinzip der Stabilität repräsentiert setzt sich Pitta aus den Elementen Feuer und Wasser zusammen und repräsentiert das Prinzip der Transformation. Der Typ Vata hingegen bildet sich aus den Elementen Luft und Äther und repräsentiert das Prinzip der Bewegung. Je nach Typ variieren auch die Eigenschaften. Finden Sie hier mehr dazu:

Etwas rund - na und? Der Kapha Typ

Der Ayurveda-Typ Kapha hat eine wunderbare Eigenschaft: Sein Organismus ist in der Lage aus wenig Nahrung viel Gewebe aufzubauen und die gewonnene Energie lange zu speichern. In einer Zeit des Überflusses und der kulinarischen Verlockungen an jeder Ecke ist es daher gerade für Kapha-Typen nicht leicht, ihre Figur zu halten. Sehr viele leiden unter leichtem bis schwerem Übergewicht. Zum Glück wird in der Ayurveda Schönheit und Gesundheit nicht mit Waage und Maßband gemessen, sondern jeder Mensch wird gemäß seinem konstitutionellen Potenzial betrachtet. Kapha-Frauen mit ihren weiblichen Rundungen, den großen, ausdrucksvollen Augen,  ihrer kräftigen Haarmähne, oder Kapha-Männer mit ihren starken Armen, breiten Schultern und vor Potenz und Vitalität strotzendem Körper, wirken trotz ein paar Kilo zu viel oft sehr anziehend und attraktiv. Nicht zuletzt auch wegen ihres liebevollen, fürsorglichen und geduldigen Wesens.

Die Tücken des Kapha Typen

Von Natur aus verfügen Kapha-Typen über einen kräftigen Körperbau, hohe Körperkraft, ein starkes Immunsystem, aber auch über einen trägen Stoffwechsel. Und diesen gilt es anzukurbeln – ganz besonders im Frühjahr. Gemäß der ayurvedischen Lehre ist das Frühjahr von Kapha-Dosha  dominiert. Der Stoffwechsel arbeitet noch langsamer und die Schlackenbildung wird dadurch stärker begünstigt. Typische Frühjahrsbeschwerden wie Verschleimungen, Erkältungen oder Frühjahrsmüdigkeit zeigen deutlich ein zu viel an Kapha.

Am besten bringt man den Stoffwechsel über eine strikte Anti-Kapha-Ernährung gepaart mit einem regelmäßigen, fordernden Sportprogramm und  kurmäßig angewendeten stoffwechselanregenden und gewebereduzierenden ayurvedischen Anwendungen in Schwung. Hierzu eignen sich insbesondere Pinda-sveda und Udvartana. Bei der Pinda-sveda wird mit heißen Kräuterbeuteln und bei der Udvartana mit erwärmtem Kräuterpulver massiert. Durch die erhitzenden Kräuter und Öle sowie die kraftvolle und dynamische Massagetechnik wird eine Reduktion des Fettgewebes, eine spürbare Leichtigkeit und Straffheit des Körpers erzielt.

Ayurveda Typen

Alles tanzt nach meiner Pfeife - der pitta Typ

Wenn eine Pitta-Persönlichkeit einen Raum betritt, dann ist ihr Charisma für jeden sofort spürbar. Pitta-Menschen füllen den Raum mit ihrer starken, dynamischen Ausstrahlung förmlich aus. Im Ayurveda sind Pitta-Typen ausgeprägte Führungspersönlichkeiten, die sich nicht wirklich gern unterordnen, viel lieber haben sie selbst die Kontrolle. Sie sind sehr ehrgeizig, perfektionistisch, haben einen brillanten analytischen Verstand, große Willenskraft und Durchsetzungsvermögen – man sagt nicht umsonst „Wo ein Pitta, da ein Weg!“ Angetrieben werden sie von ihrem inneren Feuer, das die Grundlage ihrer Konstitution bildet. Sie wollen etwas umsetzen, bewegen, transformieren, schließlich ist Pitta das Transformationsprinzip im Körper. Leider schießt so mancher Pitta mit seiner perfektionistischen Energie oftmals übers Ziel hinaus: Wutausbrüche, cholerische Anfälle und sich plötzlich entladende Aggressionen sind die Folge. Mit einem ausgewiesenen Pitta zusammenzuarbeiten oder zusammenzuleben ist nicht gerade immer einfach. Sie haben einen ausgesprochen hohen Anspruch an sich selbst und auch an andere, und die Gabe auch jeden noch so kleinen Fehler oder Makel sofort aufzudecken.

das innere Feuer

Um das innere Feuer in Balance zu halten, braucht es für Pitta-Konstitutionen drei Dinge: eine Pitta-regulierende Ernährung, wirklich anspruchsvolle geistige An- und Herausforderungen und körperliche Bewegung. Sport ist für Pitta-Menschen eine optimale Möglichkeit, um aufgestaute Emotionen oder Stress abzubauen und den Kopf wieder frei zu bekommen. Siegen will Pitta jedoch auch beim Sport, deshalb lieben sie den sportlichen Wettbewerb.

Pitta-Konstitutionen verfügen über ein von Natur aus starkes Verdauungsfeuer und über einen starken Appetit. Wenn Pitta aus der Balance ist, reagieren sie gereizt oder ärgerlich, wenn nicht schnell etwas Essbares zur Verfügung steht. Ideal um Pitta auszugleichen und zu besänftigen sind Salate, Rohkost, knackig gedünstetes Gemüse, alle natürlich süßen Speisen und grünes und bitteres Gemüse- bzw. Blattgemüse.

Buttermilch-Stirngüsse oder kräftige Kopf- und Körpermassagen mit einem Pitta-reduzierenden Öl schaffen vor allem im Sommer und bei akutem Pitta-Überschuss kühlende Erleichterung.

Vata: Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

Nebel, nasskaltes Wetter und kalter Wind läuten im ayurvedischen Jahreskreis die Dominanz von Vata Dosha ein. In dieser Phase des Übergangs zum Herbst und frühen Winter gerät das sensible und seiner Natur nach bewegliche Dosha leicht aus dem Gleichgewicht. Dazu kommen in der „heißen“ Phase vor Weihnachten noch Stress und Hektik, die die Aggravierung von Vata vorantreiben. Vata, ist das am schwersten fassbare der drei Doshas und mit seinen Eigenschaften leicht, trocken, rau, kalt, beweglich und schnell gleicht es dem Wind.

die Eigenheiten des Vata-Typen

Diese Eigenschaften sind es auch, auf die man das Augenmerk richten muss, um Vata in Balance zu halten: Denn Nahrungsmittel bzw. Substanzen sowie Lebensstil- und Verhaltensweisen, mit denselben Qualitäten erhöhen Vata. Kalte, trockene, leichte Nahrungsmittel wie Hirse, Gerste, Rohkost, Knäckebrot oder Salate sollten in der kalten Jahreszeit vom Speiseplan gestrichen werden – vor allem von Vata-Konstitutionen und Menschen mit einer Vata-Disbalance.  Aber auch Stress, Hektik, Schlafmangel, Computerarbeit, Reisen oder Lärm sorgen für einen Vata-Anstieg.

Um einen Ausgleich von Vata zu erreichen, sollten Nahrungsmittel gewählt werden, die gegenteilige Eigenschaften aufweisen, die also schwer, warm, flüssig, saftig und nährend sind. Hierzu eigenen sich ausgezeichnet: Nüsse, Milch, Ghee, Reis, Weizen, Wurzelgemüse, Rote Rüben, wärmende Gewürze wie Zimt, Kreuzkümmel, Ingwer oder Lorbeer, aber auch Geflügel, Eier und ab und zu ein Glas Rotwein. Im Lebensstil- und Verhalten ist unbedingt auf Regelmäßigkeit zu achten, einerseits im Tagesrhythmus und vor allem bei den Mahlzeiten sowie auf genügend Schlaf und Ruhephasen.

Vata wird auch als Lenker des Körpers bezeichnet, denn es hat auch die Aufgabe die beiden anderen, unbeweglichen Dosha Pitta und Kapha zu aktivieren und zu führen. Wenn Vata im konstitutionellen Gleichgewicht ist, sind es die beiden anderen üblicherweise auch. Und um nicht völlig aus dem Gleichgewicht zu kommen, ist es besonders wichtig auf ein ausgeglichenes Vata Dosha zu achten.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.