Schuldgefühle loswerden – Tipps für den Umgang mit einem schlechten Gewissen

Schuld ist etwas, das wir alle an dem einen oder anderen Punkt im Leben gefühlt haben, nicht selten schon als Kind. Wenn du jemals etwas gesagt oder getan hast, um jemand anderen zu verletzen und dann emotionalen Schmerz erfahren hast, dann ist das Schuld. Sicherlich ist es angemessen, sich schuldig zu fühlen, nachdem man ein Verhalten gezeigt hat, das Reue verdient. Es ist aber auch wichtig, zu wissen, wie du mit deinen Schuldgefühlen umgehen kannst. In diesem Artikel werden wir darüber sprechen, wie man Schuldgefühle loswerden kann und Tipps geben, die du anwenden kannst, wenn sich deine Gedanken nur noch um deine Schuldgefühle drehen.

Eine Frau mit einem traurigen Gesicht sitzt auf einem Sofa. Vielleicht überlegt sie sich, wie sie ihre Schuldgefühle loswerden kann.

Warum wollen und müssen Menschen Schuldgefühle loswerden?

Wie finden wir die Balance zwischen dem Akzeptieren von Schuldgefühlen, wenn sie gerechtfertigt sind und dem Überwinden oder Loslassen, wenn ein schlechtes Gewissen nicht gerechtfertigt ist?

Ein gesundes Schuldgefühl ist eine gute Sache, denn es erinnert einen daran, dass ein Fehler gemacht wurde. Natürlich bedeutet es auch, dass man leidet. Dies hilft jedoch dabei, sein Verhalten zu korrigieren. Dann gibt es da leider auch noch ungesunde Schuldgefühle. Es ist wichtig zu erkennen, mit welcher Art von Schuld man es zu tun hat, wenn man Schuldgefühle loswerden möchte. Eine verhältnismäßige Schuld ist ein gesundes Gefühl, das gleichwertig und relativ zur aktuellen Situation ist. Unverhältnismäßige Schuld ist ungesund, weil sie einen veranlasst, mit den Gedanken zu lange bei einer bestimmten Situationen zu verharren. Hier sind Tipps, die dir helfen sollen, ein gesundes Maß an Schuld aufrechtzuerhalten. 

Eine Frau fasst sich mit beiden Händen über ihr Herz.

1. Bestrafe dich nicht selbst

Selbst wenn das, was du getan hast, wirklich schlecht war, ist es nicht hilfreich, sich selbst zu bestrafen. Das sollte man schon als Kind lernen. Jeder tut etwas, das er irgendwann bereut und das Beste ist, aus seinen Fehlern zu lernen und sie nicht zu wiederholen. 

Halte dich nicht mit deinem Fehler auf und denke, je mehr du dein schlechtes Gewissen pflegst, desto schneller kannst du deine missliche Situation überwinden! Deine Schuldgefühle können dazu führen, dass du dich deines Glücks nicht würdig fühlst, also sabotiere nicht dein eigenes Wohlergehen als Strafe! Das wird weder einen Fehler wiedergutmachen, noch wird es dir helfen, deine Schuldgefühle zu überwinden. Bitte einfach um Vergebung und ziehe weiter!

Eine Männerhand, in der eine Frauenhand liegt, die ein kleines rotes Herz auf der Handfläche hält.

2. Sich selbst verzeihen

Zusätzlich dazu, andere Menschen um Vergebung zu bitten, musst du auch dich selbst um Vergebung bitten! Die Fähigkeit, nach Schuldgefühlen Selbstvergebung zu erreichen, ist entscheidend für das Selbstwertgefühl, das ein wichtiger Bestandteil der Freude am Leben und an Beziehungen ist. Es ist wichtig zu erkennen, dass man sich selbst verzeihen kann, während man noch weiß, dass man Schuld an etwas hat, so wie man auch jemand anderem vergeben würde, selbst wenn man wüsste, dass er etwas falsch gemacht hat. 

Du kannst deine Taten bedauern, aber sei mit dir selbst mitfühlend und akzeptiere, dass es in Ordnung ist, manchmal Fehler zu machen! Vielleicht hast du unter den gegebenen Umständen dein Bestes getan, sei nicht so hart zu dir selbst, dass du dir die Vergebung versagst!

Eine Frau macht einen Spaziergang am Strand. Sie wirkt nachdenklich und scheint gerade eine Erkenntnis zu haben, vielleicht bezüglich ihrer Schuldgefühle.

3. Akzeptiere, dass du Unrecht hattest

Wenn du etwas getan hast, das falsch oder verletzend war, wirst du die Verantwortung dafür übernehmen und vielleicht auch etwas leiden müssen. Akzeptiere jedoch, dass du die Vergangenheit nicht ändern kannst! Es ist entscheidend, den Prozess des Verstehens zu durchlaufen und zu erkennen, warum man Unrecht hatte – dann muss man es loslassen. Je mehr du dich auf die Tatsache konzentrierst, dass du etwas falsch gemacht hast, desto mehr wird es dich belasten und in dein ganzes Leben eingreifen. Du begehst praktisch emotionale Erpressung gegen dich selbst. 

Eine Frau sitzt auf einer Düne am Strand, der Kopf ist nach unten gesenkt, ihr Ausdruck wirkt traurig und ratlos.

4. Schuld ist ein situatives Gefühl 

Entweder vergeht die Zeit oder man merkt einfach, dass man sich nicht so schlecht fühlen sollte und fühlt sich am Ende weniger schuldig. Wenn du in der Lage bist, das Problem zu erkennen und früher statt später zu handeln, wirst du dich besser fühlen und deine Schuld wird sich erleichtern. Aber wenn du kein kompensierendes Verhalten an den Tag legst, bleiben die schlechten Gefühle bestehen und können zu Ängsten, Depressionen oder sogar zur Suizidalität führen. Akzeptiere deine Fehler, überlege dir, wie du es wieder gutmachen kannst und schreite zum nächsten Lebensabschnitt weiter!

Eine Frau umarmt sich selber und lächelt dabei, ihre Augen sind geschlossen.

5. Du musst nicht perfekt sein

Niemand ist perfekt. Selbst Menschen, von denen man glaubt, dass sie ein perfektes Leben führen, machen Fehler. Das Ziel, in irgendeinem Teil deines Lebens perfekt zu sein, wird nie ganz nach Plan verlaufen, was die meisten von uns schon als Kinder erfahren. Der Schlüssel zur Erkenntnis, dass es keine Perfektion gibt, liegt darin, zu akzeptieren, dass man ein Teil der Menschheit ist und dass auch alle anderen um einen herum nur ihr Bestes versuchen, ihren Weg durchs Leben zu finden. Nobody is perfect!

Eine Frau in einem schwarzen Abendkleid steht auf den letzten Sprossen einer Leiter, welche durch die Wolkendecke ragt.

6. Konzentriere dich auf das Jetzt

Hör auf, darüber nachzudenken, was hätte sein können und konzentriere dich auf das, was ist! Vergiss nicht, dass keine Menge an Grübeln die Vergangenheit ändern kann, so dass du deine Angst nur noch vergrößerst, indem du Situationen in deinem Kopf immer wieder durchgehst und das Internet zum Thema Ratgeber Schuldgefühle durchforstest! 

Konzentriere dich stattdessen auf den gegenwärtigen Augenblick und lebe aufmerksam und achtsam! Du hast die Kontrolle darüber, wie du dich jetzt gerade verhältst und fühlst und es hat keinen Sinn, noch mehr Verzweiflung in dein Leben zu bringen.

Eine Frau steht fragend vor einer Schiefertafel. Über ihr ist eine ausgeglichene Waage.

7. Sei achtsam

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Achtsamkeit dir helfen kann, mit dem Thema Schuldgefühle umzugehen und sie zu überwinden. Erstens: Wenn du Achtsamkeit praktizierst, lebst du im Augenblick. Das bedeutet, dass du nicht über dein Bedauern nachdenkst oder über etwas, das in der Vergangenheit geschehen ist. Du konzentrierst dich nur auf die Dinge, die in diesem Augenblick vor dir liegen. Zweitens kannst du dir, wenn nötig, während du Achtsamkeit übst, etwas Zeit nehmen, um dir Fragen zu stellen und deine Antworten zu analysieren, um dir deine eigenen Schuldgefühle bewusst zu machen. Eine Frage könnte zum Beispiel lauten: Was kann ich jeden Tag tun, um mir zu zeigen, dass ich es wert bin, glücklich zu sein und um dabei zu helfen, eine neue Grundlage echten Vertrauens aufzubauen? Sich seiner Gefühle bewusst zu werden, ist der erste Schritt zu einem achtsamen und wirksamen Umgang mit ihnen.

Ein kleiner Brief liegt mit einer roten Rose auf einem Holztisch.

8. Loslassen ist deine Entscheidung

Am Ende musst du dich einfach entschuldigen und loslassenSobald du nicht mehr mit den Folgen einer schlechten Entscheidung konfrontiert bist, kannst du aufhören, dich mit ihnen zu beschäftigen. Mach dir nicht selbst das Leben schwer und übertreibe es nicht, wenn du versuchst, es der Person recht zu machen, die du verletzt oder verraten hast! Ihre Vergebung liegt in ihren eigenen Händen. Erkenne die negativen Folgen des Festhaltens an der Vergangenheit und lasse sie einfach los!

Ein kleines rotes Plüschherz mit der Aufschrift LOVE.

Fazit – wie du aufhören kannst, dich ständig schuldig zu fühlen

Hör auf, dich da reinzusteigern. Du musst dich hinterfragen, ob deine Selbstbestrafung zu dem Verbrechen passt! Das tut sie wahrscheinlich nicht.

Du bist nicht was du machst: Du bist für deine Taten verantwortlich aber sie machen dich nicht zu einem schlechten Menschen. 

Selbstmitleid. Wenn du dir selbst vergibst, benimmst du dich besser. Wenn du denkst, dass du ein schlechter Mensch bist, benimmst du dich schlechter.

Frag dich: Was kann ich daraus lernen? Wenn du dich selbst quälst, macht dich das nicht zu einem besseren Menschen – das Lernen aus deiner Erfahrung hingegen schon. Du wirst wieder Mist bauen. Es wird passieren. Aber du musst dich nicht wieder von Schuldgefühlen quälen lassen. Lerne, deine Grenzen zu akzeptieren und du wirst ein glücklicherer Mensch werden! Vergib dir selbst, repariere den Schaden und mach weiter! Du bist kein schlechter Mensch aber du tust manchmal schlechte Dinge. Weißt du, was das aus dir macht? Einen Menschen.