Ausgeglichen und angstfrei: der richtige Umgang mit Ängsten und damit einhergehenden Suchterkrankungen

Viele Deutsche leiden unter Angststörungen. Die Auslöser sind dabei vielfältig und reichen von kleinen Abweichungen im Alltag bis hin zu Flugangst, Platzangst oder Höhenangst. Wenn die Angst den Patienten daran hindert, am Alltag teilzuhaben, ist eine Therapie der richtige Weg. Nicht wenige Menschen flüchten sich stattdessen in eine Sucht. Dieses Vorgehen ist nicht hilfreich und sollte kurzfristig mit einer passenden Therapie beendet werden.

Zwei Personen halten eine Alkoholflasche in der Hand

Der Zusammenhang zwischen Angst und Sucht

Unter dem Begriff „Sucht“ verstehen Experten die krankhafte Abhängigkeit von einem Stoff oder einer Verhaltensweise. Ein besonders eindeutiges Indiz für eine Sucht ist, nicht aufhören zu können. Dabei geht es selbstverständlich nicht um „das eine oder andere Bierchen“ zu Feierabend, sondern um einen regelmäßigen Konsum mit Toleranzentwicklung. Toleranz bedeutet, dass ein Konsument immer mehr seines Suchtmittels benötigt, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Tritt dieses Symptom auf, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Sucht.

Sucht und Angststörungen treten oft gemeinsam auf und bedingen sich gegenseitig. Es ist nicht grundsätzlich zu sagen, welche Störung zuerst auftritt. Patienten geraten schnell in einen Teufelskreis, da das Suchtmittel die Angstzustände kurzfristig lindert und im Gegenzug immer mehr vom Suchtmittel eingenommen werden muss. Sobald die Wirkung nachlässt, treten die typischen Symptome der Angststörung wieder auf – und werden erneut mit dem Suchtmittel bekämpft. Am häufigsten werden Menschen vom Rauchen und vom Alkohol abhängig. Ursächlich dafür ist, dass beide Mittel in Deutschland legal verkauft werden und relativ einfach zu erhältlich sind. Gerade beim Alkohol ist für jeden Geschmack etwas dabei, sodass die Hemmschwelle, zu trinken, relativ niedrig ist. Schnell befinden Patienten sich in einer Abwärtsspirale, aus der sie nicht aus eigener Kraft wieder herausfinden.

Stühe bilden einen Sesselkreis

Eine kombinierte Therapie hilft bei der Lösung der Probleme

Für Patienten, die sowohl unter Angststörungen als auch unter Sucht leiden, ist es essentiell, beide Probleme parallel anzugehen. Sonst ist eine hohe Rückfallquote zu erwarten. Grundsätzlich unterscheiden Experten zwischen ambulanten und stationären Therapieangeboten für Angst- und Suchtpatienten.

  1. Stationäre Therapie
    In speziellen Fachkliniken können sich Patienten stationär behandeln lassen. Besonders bekannt ist die Betty-Ford-Klinik, in der Patienten ein breit gefächertes Angebot an Therapiemöglichkeiten erwartet. Die Therapie erfolgt in einem geschützten Rahmen, sodass alle Patienten frei von ihren Sorgen, Ängsten und Problemen berichten können. Sie kennen ihre Therapeuten, die alle fachlich ausgebildet sind, sodass eine Vertrauensbasis entsteht. Diese ist extrem wertvoll für die Therapie.
     
  2. Ambulante Therapie
    Im Bereich der ambulanten Therapie gibt es verschiedene Ansätze. Einerseits haben Erkrankte die Möglichkeit, bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten eine Therapie zu machen. Auch die Treffen verschiedener Suchtgruppen, beispielsweise der Anonymen Alkoholiker, ist für viele Patienten sinnvoll. In jedem Fall bedeutet eine ambulante Therapie, dass der Mensch nicht aus seinem gewohnten Umfeld gerissen wird. Für Eltern mit kleineren Kindern ist diese Herangehensweise sinnvoll, um für die Kinder ein möglichst natürliches Familienleben möglich zu machen. Wichtig ist lediglich, dass Patienten alle Therapiemaßnahmen regelmäßig wahrnehmen, um den gewünschten Behandlungserfolg zu erzielen.

Verschiedene Therapieansätze sind möglich

Unabhängig davon, ob eine Therapie ambulant oder stationär durchgeführt wird, ist es unabdingbar, dass der Patient ein vertrautes Verhältnis zu seinem Therapeuten aufbaut. Ein Alkohol- oder Drogenentzug ist überdies der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung. In verschiedenen Einzel- und Gruppentherapien erörtert der Patient dann die Ursachen seiner Angst und erarbeitet, gemeinsam mit dem Therapeuten, Mittel und Wege, mit den Angstauslösern umzugehen. Folgende Therapieansätze zeigen bei der Behandlung von Angstpatienten in Kombination mit Sucht Erfolge:

  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Medikamentöse Therapie (Achtung: erneute Suchtgefahr, darf nur unter strenger Kontrolle durchgeführt werden!)
  • Psychotherapie/Psychoanalyse

Während die Verhaltenstherapie daran arbeitet, dass Angstauslöser nicht mehr als solche gesehen werden, geht die Psychoanalyse tiefer. Im späten 19. Jahrhundert von Sigmund Freud begründet, suchen Psychoanalytiker nach den Gründen und Auslösern für ein bestimmtes Verhalten. Das Ziel ist, den Patienten klarzumachen, woher eine Angst kommt, um ihr den Schrecken zu nehmen. Indem der Erkrankte seine Erkrankung versteht und weiß, was sie ursprünglich ausgelöst hat, kann sie verschwinden.

Jeder Patient muss im Gespräch mit seinem Therapeuten herausfinden, welcher Therapieansatz der richtige ist. Die Wege, um mit Angst- und Suchterkrankungen umzugehen, sind vielfältig.

Ein Dessert ist mit Himbeeren angerichtet

Die Folgen der Sucht und ihre Lösung

Die Alkoholabhängigkeit, wie jede andere Sucht auch, hat erhebliche Folgen auf den Körper. Alkohol schädigt fast alle Organe des menschlichen Körpers, allen voran die Leber. Es kann zu schwerwiegenden Erkrankungen kommen, die nicht immer heilbar sind. Eine der schwerwiegendsten Komplikationen ist die Leberzirrhose, die ultimativ zum Tod führen kann. Zudem schädigt ein erhöhter Alkoholkonsum die Nerven. Es gibt verschiedene Medikamente, die die Symptome dieser Nervenschädigungen lindern. Typische Symptome sind Gleichgewichtsstörungen und ein Verlust des Tastsinns. Patienten sind im täglichen Leben stark eingeschränkt, sodass eine ärztliche Abklärung und entsprechende Medikamente unerlässlich sind, um die Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Haut, vor allem im Gesicht der Patienten, leidet stark unter dem hohen Alkoholkonsum. Es kommt zu Unreinheiten, wie Pickeln, Mitessern und vergrößerten Poren. Die Haut wird zudem trockener und rau. Viele Patienten leiden unter „Rosacea“. Bei dieser Erkrankung erweitern sich die Blutgefäße, es kommt zu starken Rötungen, die lokal begrenzt sind.

Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Wege, die Hautprobleme nach dem Alkoholentzug wieder in den Griff zu bekommen. Dazu gehört einerseits eine gute Pflege, die die Haut von Unreinheiten befreit und ihr die fehlende Feuchtigkeit zurückgibt. Außerdem gilt es, viel Wasser zu trinken, um den Körper von innen zu hydrieren. Die richtige Ernährung ist der dritte wichtige Pfeiler, um die Haut wieder strahlen zu lassen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung bietet zudem den Vorteil, mehr Energie zu geben. Im Umgang mit der Angststörung ist dies ebenfalls förderlich.