Einzelgänger oder einsamer Single: Warum bin ich alleine?

Du bist schon lange Single? Fühlst du dich deswegen einsam und traurig? Du hast noch nicht den passenden Deckel gefunden und wunderst dich, woran es liegt? Hast du zusätzlich auch nur wenig soziale Kontakte, weil du nur schwer auf andere Menschen zugehen kannst? Stellst du dir manchmal die Frage: Warum bin ich alleine? Wir verraten dir, warum Phasen des Alleinseins wichtig sind. Noch dazu geben wir dir wertvolle Tipps, die dir helfen sollen, nicht in das Loch der Einsamkeit zu stürzen.

Ein junges Mädchen sitzt gedankenversunken auf der Couch und schaut zum Fenster

Warum bin ich alleine: Liegt das Gefühl von Einsamkeit an einer fehlenden Beziehung?

Dass du dich einsam fühlst, kann verschiedene Ursachen haben und muss nicht zwangsläufig damit zusammenhängen, dass du keinen Partner an deiner Seite hast. Natürlich ist eine Beziehung etwas Schönes und auch Erfüllendes. Ein Mann oder oder eine Frau an deiner Seite kann jedoch nicht all deine seelischen Probleme lösen.

Bevor du eine Partnerschaft eingehst, solltest du mit dir selbst im Reinen sein und dich selbst von ganzem Herzen lieben. Dafür musst du dich mit deiner Persönlichkeit, deiner Vergangenheit, deinem Umfeld und deinen Emotionen auseinandersetzen. Glücklich sein kannst du nur, wenn du es mit dir aushältst, ohne dabei innere Leere zu empfinden.

Projiziere nicht zu viel in einen anderen Mann oder eine andere Frau hinein! Eine romantische Liebesbeziehung ist nicht alles auf der Welt. Viele versuchen, fehlende Liebe aus ihrer Kindheit mit einem Partner zu stillen. Das wird aber auf Dauer nicht funktionieren, da du schnell abhängig von deinem Gegenüber wirst.

Du solltest nie dein Selbstwertgefühl aus deinem Partner schöpfen. Im Alleinsein erfüllt zu sein ist eine wahre Gabe, da es dafür sorgt, dass unsere Lebensfreude aus unserem Inneren kommt, ohne dass uns irgendjemand glücklich machen muss.

Welche Ursachen für Einsamkeit gibt es?

Finde heraus, warum du dich alleine fühlst! Liegt es wirklich daran, dass du wie ein Einsiedler lebst oder hast du ausreichend Kontakte? Wie ist dein Verhältnis zu deiner Familie und deinen Freunden? Sich alleine zu fühlen, heißt nicht gleich, dass man wirklich alleine ist und niemanden physisch bei sich hat. Auch Menschen mit vielen Freunden, einer liebevollen Familie und einer augenscheinlich glücklichen Beziehung können sich einsam fühlen. Wir zeigen dir, welche Gründe für Einsamkeit und innere Leere verantwortlich sein können:

  • Alter: Je älter man wird, desto mehr Erfahrungen macht man mit Verlust. Die meisten Menschen haben Angst davor, allein zu sterben.
  • Krankheit: Wenn man schwer erkrankt, nehmen die Gedanken an den Tod zu. Man ist hilflos und hadert mit seinem Schicksal.
  • Lebenseinschneidende Ereignisse: Trennungen, Tod eines Angehörigen oder ein Umzug in ein fremdes Land.
  • Geringes Selbstwertgefühl: Wenn du dich selbst nicht liebst und akzeptierst, wirst du auch nicht glauben können, dass andere dich so hinnehmen, wie du bist.
  • Angst vor Zurückweisung: Sie geht einher mit einem geringen Selbstwertgefühl. Ob auf romantische oder freundschaftliche Art: Wer auf andere Menschen zugeht, riskiert es nun mal, abgewiesen zu werden.
  • Schlechte Erfahrungen mit anderen Menschen: Traumatische Kindheitserlebnisse, wie Mobbing oder Gewalterfahrungen, können dazu beitragen, dass man seinen Mitmenschen nicht mehr vertrauen kann.

Wer ist häufig von Einsamkeit betroffen?

Von Einsamkeit sind häufig Senioren betroffen. Besonders wenn der Ehepartner verstorben ist und die Kinder schon ausgezogen sind, kommt es oft vor, dass sich Zurückgebliebene zuhause abschotten. Der Schmerz der Verlustes ist so groß, dass eine innere Leere entsteht, die sich schwer füllen lässt. Die Folgen sind, dass Betroffene sich nicht mehr unter Menschen begeben und ihre Hobbys vernachlässigen. So vereinsamen sie immer mehr.

In heutiger Zeit fühlen sich auch jüngere Menschen zunehmend einsam. In der Pandemie sind Themen wie Isolation und Einsamkeit so präsent, wie noch nie. In den letzten zwei Jahren mussten wir mit eingeschränkten sozialen Kontakten leben und lernen, wie es ist, wochen- und monatelang fast nur für sich zu sein. Für viele war das eine enorm herausfordernde Zeit, die Narben hinterlassen hat.

Die schwierigsten Lebensphasen liefern uns aber die wichtigsten Erkenntnisse. Unser Bedürfnis nach Gesellschaft, Liebe und sozialer Anerkennung ist nicht das einzige, was uns ausmacht. Jeder von uns ist ein Individualist, der sich tief im Inneren selbst verwirklichen möchte. Wir sehnen uns nach Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Freiheit. Wären wir ständig in Gesellschaft anderer Menschen, würde diese Seite unserer Persönlichkeit unterdrückt werden. Insofern ist es wichtig, zu lernen, wie man sich selbst genügt und alleine glücklich ist.

Eine älterer Mann sitzt auf einem Sessel und blickt aus dem Fenster

Warum ist es wichtig, die Phasen der Einsamkeit zu erkennen und welche gibt es?

In einer gewissen Intensität musste jeder von uns Einsamkeit am eigenen Leibe erfahren. Wir alle haben Tage, in denen wir uns alleingelassen, weniger geliebt und nicht wertgeschätzt fühlen. Sobald das Gefühl von Einsamkeit das ganze Fühlen, Denken und Handeln einnimmt, verblassen Glücksgefühle immer mehr. Der Alltag wird zu einer Qual. Doch so weit muss es gar nicht kommen. Wenn du frühzeitig erkennst, wie sehr und warum du dich alleine fühlst, kannst du reagieren und dich aus der inneren Leere befreien. Es gibt die folgenden grundlegenden Phasen von Einsamkeit: 

  • Momentane, vorübergehende Einsamkeit: Sie hält nur kurze Zeit und ist meistens eine Reaktion auf äußere Umstände wie einen Umzug, einen Krankenhausaufenthalt, Arbeitslosigkeit oder den Auszug der Kinder. Solche Ereignisse können dafür sorgen, dass wir uns von unseren vertrauten Menschen abgegrenzt fühlen. Diese Phase ist nicht wirklich schädlich, da es nun mal eine gewisse Zeit braucht, bis man Neues akzeptieren kann. Eine Veränderung im Leben ist immer von wechselnden Gefühlszuständen begleitet. 
  • Andauernde Einsamkeit führt dazu, dass man sich immer weniger bemüht, soziale Kontakte zu halten oder aufzunehmen. Mehrere Wochen nach einer Lebensveränderung fühlt man sich immer noch alleine. So fällt es zunehmend schwer, mit anderen Menschen zu interagieren. In dieser Phase verlieren viele Betroffene die Freude an ihrer Arbeit sowie ihren Hobbys und können auch nicht mehr befreit lachen.
  • Chronische Einsamkeit: Sie kann Jahre andauern.  Alle unsere sozialen Fähigkeiten scheinen vergessen zu sein. Das Umfeld kann nur noch wenig mit einem anfangen. Wir hingegen fühlen uns abgelehnt, ungeliebt und unglücklich. Das Vertrauen in eigene Fähigkeiten ist kaum noch vorhanden. Wir ziehen uns immer mehr zurück, kapseln uns ab und sind anderen gegenüber abweisend.

Der erste und wichtigste Schritt aus der Einsamkeit ist, diesen Zustand zu erkennen. Versuche zu reflektieren, warum du alleine bist! Wie lange geht es dir schon so? Was sind mögliche Gründe? Was könnte dir helfen? Einsicht ebnet dir den Weg zur Besserung.

Eine Frau liegt niedergeschlagen auf der Couch

Welche Folgen hat chronische Einsamkeit?

Einsamkeit verursacht Stress. Dadurch belastet sie die Seele, den Körper und das allgemeine Wohlbefinden. In vielen Fällen entsteht ein Teufelskreis. Betroffene schämen sich für ihre fehlenden Kontakte und ziehen sich immer mehr von ihrem Sozialleben zurück. Das erhöht ihren Leidensdruck und beeinträchtigt ihre Lebensqualität.

Das Fehlen von sozialen Beziehungen über einen längeren Zeitraum hinweg wird von Experten inzwischen als genauso schädlich angesehen, wie z. B. übermäßiger Alkoholkonsum, Nikotin, schlechte Ernährung und Bewegungsmangel. Chronische Einsamkeit kann folgenschwere Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Begünstigt werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Schlaganfälle, Depressionen, Angststörungen und Schlafprobleme.

Laut wissenschaftlichen Studien ist die erwartete Lebensdauer von einsamen Menschen geringer als jene von nicht einsamen. Einsamkeit als ständiger Begleiter kann zu starken Depressionen führen. Selbst das Erledigen einfacher Alltagsaufgaben ist dadurch erschwert. In solchen Fällen sollte man sich dringend fremde Hilfe suchen. Wenn du unsicher sein solltest, ob du an einer Depression leidest, wäre es sinnvoll, dich von einem Fachmann beraten zu lassen.

Eine Frau und ein Mann unterhalten sich ausgelassen auf einer Terrasse

Was hilft gegen Alleinsein?

Unsere Tipps unterstützen dich dabei, deine Einsamkeit Schritt für Schritt zu überwinden.

  • Betrachte deine Lage mal aus einer objektiven Perspektive! Bist du wirklich alleine oder ist es ein Gefühl in dir? Versuche, wahrzunehmen, wo die Wurzeln deiner Emotionen stecken! Hast du dich in deiner Kindheit von deinen Eltern vernachlässigt gefühlt? Wurdest du von deinem Ex-Partner nicht wertgeschätzt? Sprich mit deinem Vertrauenskreis über alles, was dich belastet! 
  • Behandle dich selbst fürsorglich! Sei wie ein guter Freund zu dir! Achte auf dein Wohl und tue dir etwas Gutes! Sei nicht abschätzig zu dir selbst! Du bist es wert, verwöhnt zu werden.
  • Erwarte nicht zu viel von deinem Umfeld! Vor allem wenn es um die Partnersuche geht: Erwarte nicht, dass ein Mensch all deine Bedürfnisse befriedigt!
  • Arbeite an deinem Selbstwertgefühl! Erlaube dir so zu sein, wie du bist! Akzeptiere deine Macken und stell dich deinen Ängsten! Stehe gleichzeitig zu deinen Wünschen und Bedürfnissen!
  • Versuche, Kontakte zu knüpfen! Geh auf deine Mitmenschen zu! Erwarte auch hier nicht zu viel! Anfangs reicht es, wenn du einer Verkäuferin ein freundliches Lächeln schenkst. Mit der Zeit kannst du ein Gespräch mit einem Fremden anfangen. Übung, Übung, Übung ist angesagt. Du musst nur mutig sein und dich immer wieder aufs Neue überwinden. Irgendwann wird sich dein offener Umgang mit anderen natürlich anfühlen.
  • Nutze soziale Medien! Wenn es dir schwerfällt, rauszugehen, um jemanden kennenzulernen, kannst du auch im Internet Kontakte knüpfen. Virtuelle Interaktionen können echte soziale Beziehungen aber niemals ersetzen. Wenn du jemanden kennengelernt hast, solltet ihr euch auch persönlich treffen.
  • Suche dir ein neues Hobby! Bei vielen Freizeitbeschäftigungen kommt man unter Leute und knüpft Freundschaften. Wie wäre es mit einem Verein? Yoga, Schwimmen, Tanzen etc. machen Spaß. Mach dich mit Gleichgesinnten bekannt!
  • Finde eine Person, mit der du über deine Situation sprechen kannst! Ob Eltern, Geschwister, Freunde oder ein Therapeut: Vertraue dich jemandem an! Du wirst erkennen, wie gut es sich anfühlt, gehört und verstanden zu werden. Daraufhin wird es dir leichter fallen, an deiner Situation aktiv etwas zu verändern.