Wie funktioniert die EMS-Methode und wie kann ich mit EMS Training abnehmen?

Nach dem Sommer verlieren so manche die Motivation, die für den Sommer antrainierte Bikinifigur weiterhin zu erhalten. Zusätzlich fehlt oft die Zeit, um durch regelmäßigen Sport, gezieltes Training und bewusste Ernährung den Körper rechtzeitig in Form zu bringen. Für die perfekte Figur ist neben dem Abnehmen auch der Muskelaufbau wichtig. Dieser erfolgt meist durch Krafttraining im Fitnessstudio. Um die Muskulatur effektiv aufzubauen, braucht es jedoch Disziplin und mehrmals die Woche Zeit für ein Workout. Wer diese Zeit nicht aufbringen kann, versucht sich oftmals am EMS Training.

Inhalt:

Eine Frau hat eine vom Abnehmen zu weite Jeans an

Was ist EMS Training?

EMS (Elektrische Muskel Stimulanz) steht für Elektrostimulationstraining und ist eine Form des Trainings, welche Strom zur Stimulation der Muskulatur einsetzt. Gearbeitet wird mit Elektroimpulsen im niederfrequenten Bereich. Was auf den ersten Blick vielleicht gefährlich klingen mag, ist in Wahrheit ein natürlicher Vorgang. Für jede Bewegung benötigen Muskeln Reize. Im Normalfall kommen diese aus den Nervenfasern. Das EMS Training ahmt diesen Effekt (der Impuls kommt durch die Elektroden und nicht durch das Gehirn) nach und verstärkt ihn. Dadurch soll es möglich sein, die gesamte Tiefenmuskulatur und die Wirbelsäule zu stärken. Die Trainingseinheiten der gelenksschonenden Methode sind relativ kurz (zwischen 15 und 20 Minuten), aber trotzdem sehr effektiv.

Vor allem Menschen mit Rückenproblemen oder Bandscheibenvorfällen sollen von dem neuartigen Krafttraining profitieren. In Kombination mit einem Stoffwechselprogramm oder einer sehr komplexen Ernährungsempfehlung können wirksame Ergebnisse erzielt werden.

Wie funktioniert EMS?

Beim EMS Training wird die natürliche Kontraktion durch einen elektrischen Impuls verstärkt. Dafür benötigt es einen speziellen Anzug. Dieser besteht meist aus Weste, Hüftgurt sowie Manschetten für Arme und Beine. Der Anzug ist mit Elektroden versehen und feucht, damit er den Strom besser leitet. Der Anzug wird mit der Station verbunden. Danach beginnt das eigentliche Workout.

Wichtig ist, dass einem in jeder Trainingseinheit ein Trainer mit Erfahrung zur Verfügung steht. Er gibt nicht nur die Übungen vor sondern regelt gleichzeitig die Stärke der Impulse. Er muss genau einschätzen können, wie schnell die körperlichen Grenzen erreicht sind um unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden.

Beim eigentlichen Training gibt der Trainer je nach der zu trainierenden Muskelgruppe isometrische und dynamische Übungen vor. Während dieser wird die jeweilige Muskulatur angespannt. Erst dann erfolgt der elektrische Impuls. Die ohnehin schon angespannten Muskeln werden dabei noch intensiver trainiert und die Anstrengung erhöht. Der Stromimpuls erfolgt in regelmäßigen Intervallen und dauern meist vier Sekunden. Der Trainer steht dabei am Gerät und regelt die Stärke des Stroms. Dazu muss er die Fitness des Trainierenden genau kennen. In guten Studios führen die Trainer daher immer ein persönliches und individuelles Gespräch mit dem Kunden. Denn nur mit der richtigen Intensität gilt das Training als gesund und hat einen positiven Effekt auf den Körper.  Bei einer zu starken Belastung kann der Körper mit Schwindel, Übelkeit und hohen Creatin-Kinase Werten reagieren. 

Durch den Reizstrom hat das Training eine sehr hohe Intensität und ist damit auch für Menschen geeignet, denen nur wenig Zeit für ihre Fitness bleibt. Prinzipiell dauert eine Trainingseinheit 17 Minuten. Einsteigern wird maximal ein Training in der Woche empfohlen. Fortgeschrittene setzen oft auf eine zweite Einheit. Wie bei jedem anderen Sport ist es auch beim EMS wichtig auf Qualität zu setzen und beim Trainieren nicht zu übertreiben. 

Ein Mann und eine Frau machen EMS Training

Was bringt das EMS Training?

Das Thema EMS Training ist grade in Allermunde und gilt als Geheimrezept zur schnellen Top-Figur. Verlockend ist vor allem, dass sowohl der ganze Körper als auch einzelne Muskeln in kurzer Zeit besser definiert werden können. Bei normalem Krafttraining wäre ein besonders intensives Workout über einen längeren Zeitraum nötig, um ähnliche Ergebnisse zu erzielen. Außerdem reicht die elektrische Muskelstimulation eine Tiefe, die bei der klassischen Körperarbeit nicht möglich ist. 

Zudem soll das EMS Training mit einer erhöhten Stoffwechselaktivität einhergehen, welche auch noch nach dem Training weiter andauern kann. Dadurch sollen viele Kalorien verbrannt werden. Auch die durch elektronische Muskelstimulation aufgebauten Muskeln sorgen für einen erhöhten Umsatz und unterstützen so beim Abnehmen. 

Vorteile von EMS Training:

  • kurze Trainingseinheiten (17 Minuten)
  • Training in einem Intervall von einer Woche ist ausreichend um einen Effekt zu erzielen
  • durch großflächige Elektroden können ganze Muskelgruppen gleichzeitig trainiert werden
  • wenige Übungen trainieren den ganzen Körper
  • Muskelaufbau erfolgt schnell
  • kann sich positiv auf Rückenschmerzen auswirken
  • schnelles Abnehmen durch aktiveren Stoffwechsel
  • Training benötigt wenig Platz und das Gerät ist mobil

Wichtig ist jedoch zu beachten, das EMS keineswegs ein Ersatz für ein normales Trainingsprogramm. Ein zusätzliches Krafttraining im Fitnessstudio oder eine Runde Ausdauertraining am Rad oder beim Joggen sind für ein gesundes und nachhaltiges Abnehmen ebenso wichtig. Was beim EMS Training nämlich vernachlässigt wird, ist die Koordination und die Kondition. Nur ein ganzheitliches Training im Zusammenspiel mit einer ausgewogenen Ernährung führt zum idealen Erfolg. Auch Spitzensportler setzen EMS ergänzend zu ihrem eigentlichen Trainingsplan ein. 

Anwendungsgebiete für das Training mit Elektroimpulsen

Die EMS-Methode wird von Physiotherapeuten, Ärzte, Rehaeinrichtungen, Fitnesstrainer und Leistungssportler erfolgreich verwendet. Sie ist eine beliebte Möglichkeit, die Rückenmuskulatur zu stärken.

  • In der Therapie wird die Trainingsmethode zur Kraftsteigerung sowie zum Muskelaufbau angewandt. So ist es leichter möglich, die Muskulatur nach Operationen oder Verletzungen wieder aufzubauen. Zusätzlich kann das EMS Training helfen, den Muskelabbau zu verhindern, was eine wichtige Rolle bei der Genesung spielt.
     
  • Um Rückenschmerzen zu bekämpfen, können sowohl statische als auch dynamische Übungen eingesetzt werden. Die relativ einfachen Übungen sorgen für ein stabiles Muskelkorsett. Der elektrische Reiz dringt bis in die tiefliegenden Muskelschichten vor, wodurch es zur gelenkschonenden Stärkung kommt.
     
  • Fitnesstraining: Elektromuskelstimulation kann von Personal Trainern an fast jedem Ort durchgeführt werden. Das dafür benötigte Gerät ist mobil und der Platzaufwand ist gering. Es kann daher überall mit hingenommen werden. Häufige Trainingsziele von Kunden sind: Muskelaufbau, Umfangs- und Gewichtsreduktion, bessere Ausdauer und Schmerzreduktion. Außerdem sind weitere Zusatzprogramme, die an den jeweiligen Kunden angepasst sind, möglich. Zu diesen zählen beispielsweise Stoffwechseltraining zur Figurformung und Entspannung bei Rückenpatienten.
     
  • Leistungssport: Durch die Trainingsmethode mit elektrischen Impulsen sollen Athleten und Leistungssportler sehr effizient ihre Schnellkraft verbessern. Daher wird sie auch auch in Leistungszentren und Olympiastützpunkten verwendet. Sogar beim Militär, bei der Polizei und bei der Feuerwehr kommt sie zum Einsatz.
Ein Mann und eine Frau machen EMS Training am Boden

Ist der Muskelaufbau mittels Stromimpulsen gesund?

Prinzipiell ist die Methode nicht gesünder oder ungesünder als ein herkömmliches Krafttraining, solange sie in normalen Ausmaßen betrieben wird. Aus diesem Grund sollte das Training auch immer in einem professionellen Studio erfolgen. Hier weiß man auch genau, wer für das EMS geeignet ist. Personen mit Herzschrittmachern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Thromboserisiko oder Schwangere sind für die intensive Trainingsform nicht geeignet. Für jeden anderen ist kein medizinisches Risiko bekannt. Immerhin stammt EMS ursprünglich aus der Physiotherapie und wird nach wie vor noch eingesetzt. Hier soll die Methode nicht beim Abnehmen helfen, sondern nach einem Unfall (in der Genesungsphase ohne Bewegung wird Muskulatur abgebaut) einzelne Muskeln wieder gezielt aufbauen. Da dabei die Gelenke nur einer geringen Belastung ausgesetzt sind kann mit der Therapie auch schon kurz nach der Operation begonnen werden. 

Außerdem sorgen die einfachen Übungen und die Stimulation der Muskulatur für ein stabiles Rückenkorsett. Dies wiederum kann sich positiv auf Rückenprobleme auswirken. So kann die elektrische Muskelstimulation unterschiedlichen Zielen dienen:

  • Reduktion von Körperumfang: Frauen verlieren den meisten Umfang an Taille, Hüfte, Oberschenkel und straffen Brust und Arme. Bei Männern verringert sich ebenfalls am meisten der Umfang der Taille.
  • Gewichtsreduktion
  • Muskelaufbau
  • Schmerzreduktion
  • bessere Ausdauer

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.