Glutenunverträglichkeit: Symptome erkennen und behandeln

Sieht man sich Supermarktregale oder Speisekarten in Restaurants genauer an, stolpert man früher oder später über den Begriff: Gluten. Was ist das Schlimme an Gluten und warum sind manche Menschen darauf allergisch? Was sind Symptome für Glutenunsensivität? Was ist der Unterschied zwischen Zöliakie und Glutenunverträglichkeit und wie sieht das Leben für Betroffene damit aus? Wir haben uns schlau gemacht und erklären, worauf Du achten musst, wenn Dein Körper mit dem Klebereiweiß Gluten nicht zurechtkommt.

Weizenfeld

Glutenunverträglichkeit: Symptome und Unterschiede

Menschen, die an Zöliakie, einer Weizenallergie oder einer Glutensensitivität leiden, haben eines gemeinsam: Ihr Körper kann das in der Nahrung enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht verdauen. Ein chronisch entzündeter Darm kann die Folge sein. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch ausgesprochen schädlich für die Gesundheit. Im Darm werden wichtige Vital-, Nähr- und Mineralstoffe von der Nahrung in den Blutkreislauf aufgenommen. Funktioniert das nicht, kann es zu unangenehmen Mangelerscheinungen oder Folgeerkrankungen kommen.

Folgende Symptome können bei einer Glutenunverträglichkeit auftreten:

  • Bauchschmerzen und Blähungen
  • Durchfall, Verstopfung, Erbrechen
  • Hautveränderungen
  • Fettstuhl
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Müdigkeit, Reizbarkeit, depressive Verstimmung
  • Blutarmut
  • Gewichtsverlust
Frau mit Bauchschmerzen

Welche Ausformungen der Unverträglichkeit gibt es?

Je nach Ursache treten die Symptome schneller, länger und schwerer auf. Auch die Reaktion auf das unerwünschte Gluten kann schneller oder langsamer eintreten. Im Groben kann man die Symptome drei verschiedenen Ursachen zuschreiben:

  • Zöliakie: Nur etwa ein Prozent der Menschheit leidet an dieser Autoimmunerkrankung. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Zöliakie tritt meist im Kindheitsalter auf, sehr selten bei Erwachsenen. Bei einer unerkannten oder unbehandelten Zöliakie kann es zu Wachstumsstörungen und Mangelerscheinungen kommen. Die Darmgesundheit kann auf Dauer beeinträchtigt werden. Die Reaktion auf das Gluten kann verzögert sein und Wochen bis Jahre dauern.
     
  • Weizenallergie: Diese Allergie beschränkt sich auf Gluten, das in Weizenprodukten enthalten ist. Anderes Gluten aus Roggen oder Dinkel wird in der Regel ganz gut vom Körper vertragen. Eine Therapie kann durch Desensibilisierung oder eine weizenfreie Diät geschehen. Anzeichen einer allergischen Reaktion treten sofort nach Kontakt mit Weizengluten auf.
     
  • Glutensensitivität. Menschen die sensibel auf Glutenprodukte reagieren, verspüren meist wenige Stunden nach dem Genuss glutenhaltiger Nahrungsmittel die typischen Symptome. Es kommt aber zu keiner chronischen Erkrankung im Darmbereich. Bei einer Diät werden glutenhaltige Lebensmittel eingeschränkt genossen, aber nicht völlig darauf verzichtet.
Kind mit medizinischer Puppe

Was ist Gluten?

Gluten ist ein Gemisch aus Eiweißen, das in den Körnern diverser Getreidearten vorkommt. Es besteht aus den Eiweißbausteinen Prolamin und Glutenin. Erst wenn diese Eiweißbausteine auf Feuchtigkeit treffen, entsteht daraus Gluten. Da es in Verbindung mit Wasser klebende Eigenschaften hat, wird es als Klebereiweiß bezeichnet. Es macht unsere Backwaren flauschig, luftig und sorgt für einen klebrigen Teig. Die Unverträglichkeiten werden durch das Glutamin ausgelöst.

Gluten kommt vor in:

  • Weizen
  • Dinkel
  • Gerste
  • Roggen
  • Hafer
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Emmer
  • Triticale

Bei einer glutenfreien Ernährung wird auf die Getreidesorten und ihre Produkte verzichtet. Das betrifft auch Nudeln, Pizza, Kuchen, Bier und Brot, das aus diesen Körnern hergestellt wird.  

Frau vor Weizenbrot

Was passiert im Körper bei einer Glutenunverträglichkeit?

Wichtig ist es, zu unterscheiden, um welche Form der Unverträglichkeit es sich handelt:

  • Zöliakie: In einem gesunden Körper ist das Enzym Transglutaminase für das Aufspalten der Gluteneiweiße im Dünndarm zuständig. Bei Menschen, die an Zöliakie leiden, bilden sich Antikörper gegen das Enzym und das Gluten. Es wird als schädlich eingestuft. Durch diese falsche Immunreaktion kommt es zu einer entzündeten Darmschleimhaut. Dadurch können die Darmzotten wichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen. Zöliakie gilt bisher als nicht heilbar. Die Symptome und Beschwerden der Krankheit können nur durch eine strenge Diät, die Umstellung auf eine dauerhaft glutenfreie Ernährung, gelindert werden. Das ist theoretisch möglich, aber in der Praxis, im sozialen Leben, sehr schwer umsetzbar. Gluten kann auch durch Kontaktübertragung mit anderen Lebensmitteln in der Nahrung landen. Je nach Schwere und Ausformung der Unverträglichkeit, können schon sehr geringe Mengen die typischen, unangenehmen Symptome auslösen.
     
  • Weizenallergie: Verschiedene im Weizen enthaltene Proteine können allergen wirken. Durch den Kontakt dieser mit der Darmschleimhaut kann hier die allergische Reaktion ausgelöst werden. Aber auch durch den Staub von Weizenmehl kann durch die Atmung eine Allergie ausgelöst werden.
     
  • Glutensensitivität: Bei dieser Form können Gluten oder Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) Auslöser der Beschwerden sein, die Ursachen sind noch nicht ganz erforscht. Bei dieser Form der Unverträglichkeit werden keine Antikörper produziert und die Darmzotten auch nicht beschädigt.
Das Wort Enzyme aus Holzbuchstaben

Wie kann ein Enzym das Leben von Betroffenen erleichtern?

Vor einigen Jahren wurde das Enzym AN-PEP entdeckt, das die Beschwerden einer Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Glutensensivität nicht heilen, den Abbau von Gluten im Darm aber unterstützen kann. Es kann bei einer Glutensensitivität in Kapselform eingenommen werden. NutriCoach Gluten von NICApur® enthält neben AN-PEP auch Vitamin B2 zur Unterstützung der Darmschleimhäute. Das Präparat kann bei einem Restaurantbesuch oder einer privaten Essenseinladung direkt zum Konsum von glutenhältigen Nahrungsmitteln eingenommen werden. Es ersetzt keine glutenfreie Ernährung, kann aber zur Lebensqualität und einem Genuss ohne Reue beitragen. Dieses Präparat ist nicht für Zöliakie-Patienten gedacht.

Symbol Gluten

Welche Lebensmittel darf ich bei Glutenunverträglichkeit essen?

Die gute Nachricht ist: Glutenfreie Kost ist gleichzeitig sehr gesund, da vor allem unverarbeitete, frische Zutaten dafür verwendet werden. Allerdings muss sehr viel davon zuhause selbst gekocht werden. Ohne Bedenken darfst Du dafür folgende Nahrungsmittel verwenden:

  • Alternative Getreidesorten wie Buchweizen, Hirse, Amaranth, Maisgries, Reismehl, Johannisbrotmehl, Traubenkernmehl oder Quinoa
  • Beilagen wie Mais, Kartoffeln, Reis
  • Hülsenfrüchte: Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen
  • frische Obst- und Gemüsesorten
  • alle naturbelassenen Milchprodukte und Mischprodukte und Käsesorten (Emmentaler, Gouda, Edamer, Parmesan, Mozzarella, Schafkäse)
  • frischer Fisch und Meeresfrüchte und frisches Fleisch
  • Bohnenkaffee, reiner Kakao, Wasser, Tee ohne Zusätze, reine Säfte und Sirup, Wein, Sekt, Wodka
Glutenfreies Getreide

Glutenunverträglichkeit: Symptome richtig erkennen

Bei einer Glutenunverträglichkeit kann es manchmal schwierig sein, die Symptome richtig zuzuordnen. Oft werden die Beschwerden mit anderen Erkrankungen wie Reizdarm verwechselt. Wirkliche Sicherheit gibt eine Untersuchung im Labor. Eine eindeutige Diagnose kann nur durch eine ausführliche Anamnese, einer Untersuchung von Blut und Darmgewebe erfolgen. Das geschieht vor Beginn einer Ernährungsumstellung.

Wird eine Zöliakie nicht behandelt, kann es zu einer Unterversorgung von Vitaminen wie Vitamin-D, Vitamin-B12 und Vitamin-K, Zink, Folsäure und Eisen kommen. Mit einer glutenfreien Diät und helfenden Zusatzmaßnahmen, wie dem Einnehmen von unterstützenden Enzymen, kannst Du mit einer Glutenunverträglichkeit aber ein ganz normales Leben führen.