Von Rom bis Ägypten: Geschichte des Augen-Make-ups

Er ist Sinnbild des Geheimnisvollen, des Erotischen und des Verführerischen – der Augenaufschlag. Die Augen sind das Tor zur Seele und ein Blick sagt oft mehr als tausend Worte. Um den Augen mehr Ausdruck zu verleihen, kann gekonnt und spielerisch Make-up verwendet werden. Grund genug also, dich auf eine kurze Reise über die Geschichte des Augen-Make-ups mitzunehmen.

Eine Frau trägt dezentes Augen-Make-up

Lange Geschichte des Augen-Make-ups: die Zeitreise beginnt

Die Augen einer Frau waren schon immer ein ganz besonderer Anziehungspunkt. Frauen von heute, aber auch von früher, verschönern sich die Augen mit Make-up oder künstlichen Wimpern Tag für Tag und lassen auch den Augenbrauen als Umrandung für die Augen die nötige Aufmerksamkeit durch Schminken zukommen, um den perfekten Augenaufschlag zu zaubern.

Die Kosmetikindustrie macht sich das schon lange zu Nutze. Sie profitiert von der In-Szene-Setzung des weiblichen Verführungsmittels. Auch die Schönheitschirurgie hat sich den Augen bereits gewidmet und hilft mit Augenlidstraffungen gegen Schlupflider und damit oft einhergehender Gesichtsfeldeinschränkung.

Wie und wann begann aber nun die Geschichte des Augen-Make-ups? Alten Überlieferungen zufolge vermutlich früher, als du vielleicht denkst, denn den Unterschied zwischen Männern und Frauen erkennt man bereits bei Höhlenmalereien anhand unterschiedlicher Gesichtsdarstellungen.

Wie Frauen ihre Augen im Alten Ägypten, in Rom oder im Mittelalter schminkten und welche Absicht dahinter lag, möchten wir die hier kurz vorstellen.

Altes Ägypten: dunkles Augen-Make-up nicht nur um der Schönheit willen

Die Augen nahmen bei den Ägyptern einen wichtigen Stellenwert ein. So ist es kein Zufall, dass das Auge bei den Hieroglyphen für Schönheit steht.

Charakteristisch ist der lange, schwarze Lidstrich, der bis zu den Schläfen entlanggezogen wurde. Den Inbegriff für Anmut verkörperte wohl Kleopatra. Sie soll nicht nur in Esels- und Stutenmilch gebadet haben, sondern auch ihre Augen mit grüner und blauer Farbe verschönert haben. Sie wickelte sogar – vielleicht gerade ihres perfekten Wimpernaufschlages wegen – die mächtigsten Männer mit Leichtigkeit um den Finger.

Ursprünglich hatte die dekorative Verschönerung wohl aber einen medizinischen und hygienischen Grund. Auch Männer trugen sich regelmäßig Make-up auf, um vor der Sonne und Insekten besser geschützt zu sein.

Man sieht das Augen-Make-up eines Ägypters

Schminke für die Augen in Griechenland und Rom

Bei den Römern und Griechen hat man sich wahrscheinlich ein Beispiel an den Ägyptern genommen. Auch sie bemalten sich ihre Augen mit Kohle und Ruß, um ihnen einen besseren Ausdruck zu verleihen. Als Wimperntusche wurde gebrannter Kork verwendet.

Mittelalter: noble Blässe statt Dekoration

Legte man bei den Römern und Griechen viel Wert auf eindrucksvolle Augen, verbot nun im Mittelalter die Religion alles, was mit körperlicher Dekoration zu tun hatte. Geschminkte Augen wurden gar als "Teufelswerk" angesehen. Das Schönheitsideal wandelte sich passend zu dieser Zeit in blasse, ovale Gesichter. Nur wem man die noble Blässe im Gesicht ansehen konnte, der galt auch als attraktiv. Um eine derart helle Gesichtsfarbe zu erlangen, nahmen viele Adelige die gesundheitsschädigenden Folgen mancher Gesichtscremes in Kauf – Hauptsache weiß.

Generell hielt man von Hygiene im Mittelalter sehr wenig, in den Badestuben war es damals wahrscheinlicher, Elixiere mit Duftstoffen anstatt Wasser und Seife vorzufinden. Krankheiten konnten somit ohne größere Probleme ihren Streifzug durch Europa vollziehen.

Renaissance, Barock und Rokoko

Andere Kulturen als Vorbild nehmend, kam es nun auch in Europa wieder mehr in Mode, sich dekorativ das Gesicht zu schminken. Auch das Waschen nahm langsam aber sicher Einzug in den europäischen Kulturkreis. Zudem wurden erste Pflegecremes aus Pottwalfett zusammengemischt.

19. Jahrhundert

1873 entwickelte der Opernsänger und Fabrikant Ludwig Leichner erste Kosmetikprodukte ohne Bleizusatz für Darsteller der Oper. Auch der Name "Make-up" ist anscheinend auf ihn zurückzuführen. Pierre-Francois-Pascal Guerlain lieferte mit einer anderen Entwicklung einen wichtigen Beitrag für die Kosmetikindustrie: Er kreierte mit Pyrommee das erste Augen-Make-up. Trotz eines großartigen Erfolges verwendeten zu dieser Zeit hauptsächlich zwei Berufsgruppen Make-up: Prostituierte und Schauspielerinnen.

Augen-Make-up vom 20. Jahrhundert bis heute

Mit der schrittweisen Emanzipation der Frauen war es ihnen nun auch möglich, ihr eigenes Geld zu verdienen. Eine große Wende der Gesellschaft wurde sichtbar. Nun war auch die "Frau von Nebenan" an Kosmetikprodukten interessiert und es war ihr, auf Grund ihrer Berufsausübung, auch möglich, welche zu kaufen.

Den weiteren Verlauf kennt man. Heute sind Kosmetikprodukte nicht mehr wegzudenken. Frauen lieben es, die eigenen Vorzüge in Szene zu setzen – vor allem die Augen, die wichtiger Bestandteil unserer zwischenmenschlichen Kommunikation sind. Deshalb: Schau mir in die Augen, Kleines!

Frauen lieben es, die eigenen Vorzüge in Szene zu setzen - vor allem die Augen