Fit durch heiß und kalt duschen: Wechselduschen richtig machen

Wechselduschen können ein einfaches Mittel sein, um Erkältungen zu vermeiden, den Kreislauf ordentlich in Schwung zu bringen und die Entgiftung anzuregen. Dazu brauchst du gar nichts als anfangs ein wenig Disziplin und Durchhaltevermögen. Wechselduschen richtig machen ist sehr einfach. Regelmäßig angewendet können sie zu mehr Wohlbefinden, strafferer Haut, einem stabilen Immunsystem und besserem Schlaf führen. Wir erklären, wie du am besten damit anfängst. 

Frau bei einer Wechseldusche

Wechselduschen richtig machen: Mit Kalt-Warm fit durch den Winter

Duschen ist nicht nur ein Akt der Reinigung, es entspannt auch und spült mit dem Schmutz die Anspannung und negative Energien aus dem Alltag ab. Beim Duschen kannst du aber gleichzeitig etwas für dein Immunsystem tun. Die Abwechslung von Kalt und Warm ist ein Ritual, das schon seit Jahrtausenden von den Menschen für die Gesundheit benutzt wird. Spätestens seit dem Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp, der die positiven Effekte von kaltem und warmem Wasser als Kur konzipiert und salonfähig gemacht hatte, ist die Wirkung von Wechselduschen ins Allgemeinwissen übergegangen.

Da jeder Mensch ein unterschiedliches Temperaturempfinden hat, ist es gar nicht so wichtig, welche Temperatur oder Dauer für die kalte oder heiße Dusche gewählt wird. Prinzipiell gilt die Devise: Je wärmer oder kälter, desto besser. Das ist aber eine Gewöhnungssache und individuell verschieden. Beim heißen Wasser pass aber auf, dass du dich nicht verbrühst! Wichtig ist zudem, dass du folgende Regeln beachtest:

  • Beginne immer bei den Füßen und nie am Kopf mit der kalten Dusche! Das ist sonst zu anstrengend für den Körper. 
  • Bewege den Strahl mit dem kalten Wasser immer zum Herzen hin und nicht vom Herzen weg!
  • Starte immer mit dem warmen Wasser und beende deine Dusche mit der kalten Dusche! Egal, wie viele Runden du machen möchtest.
Beine einer Frau bei einer Wechseldusche

Von außen nach innen: Anleitung für die tägliche Wechseldusche

Das Wichtigste bei Wechselduschen ist die Regelmäßigkeit. Eine spürbare Verbesserung deiner Gesundheit und deines Wohlbefindens ist erst nach drei bis vier Wochen zu bemerken. Du solltest die Anwendung auch mindestens alle zwei Tage vornehmen. Idealerweise wird die Kneipp-Kur für daheim in der Früh nach dem Aufstehen praktiziert. So wirst du fit für den Tag. Als Alternativen bieten sich warm-kalte Duschen nach der Arbeit oder nach dem Sport an.

Ein Tipp: Wenn du im Sommer mit der kalten Dusche im Morgenritual beginnst, gewöhnst du dich bis zum Winter daran. Die meisten Menschen, die sich regelmäßige kalt-warm duschen, wollen nach einer gewissen Zeit nicht mehr darauf verzichten.

Und so geht es:

  1. Stelle dich ganz normal unter die Dusche und wasche dich mit Seife oder Duschgel!
  2. Bist du fertig damit, kannst du mit der kalten Dusche beginnen.
  3. Starte an den Füßen und arbeite dich langsam hoch! Dusche zuerst das rechte Bein von unten nach oben mit kaltem Wasser ab und gehe mit dem Strahl wieder nach unten! Dann wechsle auf die linke Seite. Erst wenn du dich dazu bereit fühlst, dusche den oberen Bereich des Körpers kalt ab!
  4. Wechsle danach wieder zu warmem Wasser! Dusche am Anfang doppelt so lange warm wie kalt! Als Richtwert kannst du etwa 40 Sekunden warm und dann 20 Sekunden kalt duschen. Mit der Zeit kannst du die kalte Dusche dann gleich lang anwenden, wie die heiße Dusche. Je größer der Temperaturunterschied, desto intensiver die Wirkung.
  5. Beende die Dusche mit dem kalten Strahl und trockne dich sofort ab! Am Abend solltest du anschließend gleich ins Bett, da das kalte Wasser die Bildung von Melatonin anregt. Morgens solltest du dich sofort anziehen, damit du nicht auskühlst. 

Booster für das Immunsystem: Was kann eine Wechseldusche bewirken?

Kalt duschen kann sehr viele Vorteile für die Gesundheit und Schönheit haben. Die Haut trocknet weniger schnell aus, da die natürliche, schützende Fettschicht darauf nicht so schnell zerstört wird. Das macht den Körper auch weniger anfällig für Infektionen durch Bakterien oder Krankheitserreger, die durch die Haut eindringen können. Kalt zu duschen ist aber vor allem im Winter eine Herausforderung. Das Kneipp-Prinzip beim Duschen bietet alle Vorteile einer kalten Dusche und liefert zusätzlich die positiven Effekte, die der Wechsel der Temperatur auf deinen Körper hat.

Die möglichen Vorteile für die psychische und physische Gesundheit sind zahlreich:

  • Belebung der Zirkulation: Warmes Wasser weitet die Gefäße, die sich bei Kontakt mit kaltem Wasser sofort wieder zusammenziehen. Das wirkt wie ein Work-out für unser größtes Organ, die Haut. Dadurch wird die Durchblutung angekurbelt und der Kreislauf kommt leichter in Schwung. Bei Kreislaufproblemen kann regelmäßiges Wechselduschen den Kreislauf trainieren und stabilisieren. Es unterstützt auch bei Muskelkater zur Regeneration.
  • Entgiftung: Abwechselnd kalt und warm zu duschen, regt die Tätigkeit der Lymphe an, wodurch Entgiftungsprozesse im Körper besser in Gang kommen. Dadurch kann es auch zu Glücksgefühlen kommen. Je höher der Unterschied zwischen dem heißen und kalten Wasser, desto intensiver die Wirkung. Das entspannt und erfrischt nach einem anstrengenden Tag oder macht dich fit und fröhlich in der Früh.
  • Fettverbrennung: Kalt duschen wirkt auf braunes Fett im Körper, das sonst nicht so schnell aktiviert wird. Diese Fettzellen verbrauchen dann Energie, wodurch das Abnehmen erleichtert wird. 
  • Immunsystem: Wird die Durchblutung angeregt, werden auch die Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich besser mit Feuchtigkeit und Immunzellen versorgt. Dadurch können Viren, Bakterien und andere Erreger weniger leicht hier eindringen. Das kann vor Erkältungen und Schnupfen schützen. 
Frau auf der Badewanne im Handtuch

Wann können Wechselduschen angewendet werden?

Richtiges und regelmäßiges Wechselduschen kann sinnvoll sein bei

  • chronischen Erkältungen,
  • Einschlafproblemen,
  • Immunschwäche,
  • Kreislaufschwäche,
  • niedrigem Blutdruck,
  • Spannungskopfschmerzen
  • körperlicher und geistiger Erschöpfung.

Wann sollte ich nicht kalt-warm duschen?

Beim Wechselduschen gilt das Gleiche wie für die Sauna. Es kann dein Immunsystem auf Dauer stabilisieren, aber nur, wenn du gesund und fit bist. Auch Schwangere können problemlos kalt-warm duschen, wenn sie das gewohnt sind und keine Komplikationen in der Schwangerschaft heben. Das kann sich sogar positiv auf die Straffung des strapazierten Bindegewebes auswirken. Auf eine Wechseldusche verzichten solltest du:

  • wenn du eine problematische Schwangerschaft hast,
  • wenn du unter Herz-Kreislaufproblemen leidest,
  •  oder wenn du Fieber hast.

Es ist zwar möglich, eine beginnende Erkältung mit gezielten Wechselduschen abzufangen, aber du solltest hier kein Risiko eingehen. Bei einem bereits geschwächtem Immunsystem kann die wechselnde Temperatur deinen Körper überfordern.