Locken-Trend für wenig Geld: Dauerwelle selber machen

Minilocken und krauses Haar liegen als Frisur wie in den 80ern wieder im Trend. Die Dauerwelle ist nach so vielen Jahren zurück und kann jetzt viel schonender für Haare und Kopfhaut sogar zu Hause gemacht werden. Sie spart dir aufwendige Anwendungen mit dem Lockenstab oder mit Lockenwicklern. Eine Dauerwelle zaubert Locken in glattes Haar oder bringt Ordnung in wilde Locken. Wer den Trend zum 80er-Revival aufgreifen möchte, braucht dazu relativ wenig Equipment. Wir verraten, wie du dir zu Hause eine Dauerwelle selber machen kannst. 

Zwei Freundinnen mit Lockenwicklern für Dauerwelle

Mit Chemie zu dauerhaften Locken: Was ist eine Dauerwelle?

Eine Dauerwelle eignet sich für kurzes oder mittellanges Haar, bei Männern oder Frauen. Wie der Name schon sagt, ist eine Dauerwelle etwas, das gezielt Locken in dein Haar bringt, die dann auch länger halten. Bei einem Lockenstab oder Nasswicklern wird das Haar mit Hitze oder durch gezieltes Legen für einen Abend in lockig gemacht.

Eine Dauerwelle ändert die chemische Struktur im Haar und hält daher auch drei bis sechs Monate. Das Haar bekommt durch verschiedene chemische Verbindungen Struktur. Je nach erblicher Anlage hast du daher gelocktes oder glattes Haar. Schwefelbrücken sorgen dafür, dass die einzelnen Keratinstränge miteinander verbunden werden. Die Wärme kommt durch die chemische Reaktion zustande. Um das Haar umzuformen, ist es notwendig, diese Brücken aufzubrechen, sodass das Haar weich und formbar wird. Anschließend gilt es, die neue Form zu fixieren, indem die Schwefelverbindungen wieder verknüpft werden. Dazu sind chemische Dauerwell-Präparate notwendig.

Nach welchem Prinzip funktioniert die Dauerwelle?

Bei einer Dauerwelle passiert Folgendes:

  • Lösen: Mit einem Reduktionsmittel (zum Beispiel mit Thiol) werden die Schwefelbrücken geöffnet. 
  • Formen: Lockenwickler legen die Haare in die gewünschte neue Form.
  • Fixieren: Eine Fixierflüssigkeit verknüpft die Schwefelbrücken wieder, sodass das Haar in der neuen Form stabilisiert wird.

Welche Arten gibt es bei der Dauerwelle?

Es gibt zwei Arten von Dauerwellen:

  • Saure Welle. Bei dieser Art von Dauerwelle werden besonders starke Chemikalien in das Haar gebracht. So kann man sehr glattes, kräftiges oder widerspenstiges Haar formen. Allerdings solltest du diese Art von Dauerwelle von einem Friseur machen lassen, da die Chemikalien deine Haare angreifen und die Dosierung viel Erfahrung braucht. 
  • Kalte Welle. Diese Dauerwelle öffnet die Schuppenschicht deiner Haare nicht ganz so sehr. Dafür muss sie etwas länger einwirken. Diese Art der Dauerwelle eignet sich für feines, beanspruchtes oder empfindliches Haar und kann auch leichter zu Hause durchgeführt werden.

Welche Art von Locken am Ende bei der Dauerwelle herauskommen, entscheidet die Art der Wickler. Nach der Anwendung sind die Haare dauerhaft gewellt.

Frau mit kurzen Locken

Für wen eignet sich eine Dauerwelle?

Eine Dauerwelle sorgt für eine Frisur mit Locken, mehr Volumen und kann Ordnung in wild gelocktes Haar bringen. Auch Männer greifen inzwischen gerne zu einer Dauerwelle, um ihre Frisur lockig und voluminös erscheinen zu lassen.

Generell ist die Dauerwelle ein Trend unter den Frisuren, der Frauen mit mittellangen, etwas über die Schulter reichenden, Haaren besonders gut steht. Sehr lange (über 30 Zentimeter) und kräftige Haare eignen sich hingegen nicht für eine Dauerwelle, da sich die Locken dann leicht aushängen und strähnig wirken können. Gefärbte Haare können auch durch eine Dauerwelle gelockt werden. Hier sollten weniger als zwei Wochen zwischen Färben und der Dauerwelle liegen. Sehr stark blondiertes Haar sollte nicht künstlich in Wellen gelegt werden. Die Haare sind hier zu sehr angegriffen.

Gesund für die Haare ist eine Dauerwelle nicht. Die chemischen Substanzen greifen die Haarstruktur an, die dadurch ebenfalls auf Dauer geschädigt wird. Die Techniken der Dauerwelle haben sich inzwischen verändert. So kann der Look heutzutage typgerecht abgestimmt und verfeinert werden. Der springende Pluspunkt der Locken-Frisur ist jedoch heute wie damals derselbe: Von kurz bis lang, von blond bis rothaarig – Locken können fast alle Frauen tragen, da sie so ziemlich jedem Typ stehen. 

Frau mit Lockenwicklern von hinten.

Dauerwelle ohne Friseur: was brauche ich dafür?

Die Kosten für eine selbst gemachte Dauerwelle liegen meist unter 50 Euro. Das ist um einiges weniger als beim Friseur. Du kannst dir die benötigten Produkte extra oder als Set kaufen.

Für deine DIY Welle zu Hause brauchst du:

  • Lockenwickler in der gewünschten Größe.
  • Wellenlotion (Tipp: Mit einem Schaum geht das Auftragen leichter)
  • Fixierlotion
  • Schutzhandschuhe
  • Conditioner oder eine Pflege-Kur
  • Handtuch, Friseurumhang (Tipp: Du kannst statt dem Handtuch auch ein altes T-Shirt verwenden.)
  • Fettcreme zum Schützen der Hautpartien am Haaransatz

Ein nützlicher Tipp ist es, nicht allein zu arbeiten. Wer es nicht gewohnt ist, sich hinten Lockenwickler zu drehen, der sollte sich Hilfe holen. Eine Person, die dir dabei helfen kann, hinten die Wickler zu legen, ist ideal. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Dauerwelle daheim

Nach dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du deine Dauerwelle drehen:

  1. Wasche deine Haare und trockne sie nur leicht mit dem Handtuch ab! Kämme sie durch! Binde dir den Friseurumhang um und creme Gesicht, Nacken und den Haaransatz gut mit Fettcreme ein!
  2. Nun wickele das Haar Strähne für Strähne um die Lockenwickler! Fange mit den feinen Strähnen rund um dein Gesicht an! Beginne mit dem Deckhaar und arbeite dich geordnet Strähne für Strähne nach unten! Rolle die Strähne nach oben hin auf! Auch die Spitzen sollten eingerollt und mit dem Gummi des Lockenwicklers fixiert sein. Achte darauf, dass du die Strähnen nicht zu fest am Hinterkopf befestigst, um die Kopfhaut nicht zu strapazieren.
  3. Jetzt kommt die Wellenlotion oder der Wellenschaum dran. Trage sie gut auf die Wickler auf, sodass die Haare gut bedeckt sind! Halte dich genau an die Beschreibung und gehe sparsam mit der Lotion um! Die Wärme entwickelt sich durch die Lotion. 
  4. Lasse die Wellenlotion 15 bis 20 Minuten einwirken!
  5. Spüle die Lotion von den eingewickelten Haaren ab! Die Wickler sollten noch am Kopf bleiben.
  6. Trage zwei Drittel der Fixierlotion auf die Wickler auf! Warte zehn Minuten, löse die Wickler und wasche deine Haare mit dem Rest der Fixierlotion! Spüle sie gründlich aus!
  7. Eine Pflege-Kur beruhigt deine Haare und spendet Feuchtigkeit. Lasse die Kur ruhig etwas länger als 20 Minuten einwirken!

Damit die Locken länger halten, sollte die frische Dauerwelle frühestens nach zwei Tagen gewaschen werden. Auch die regelmäßige Reinigung sollte nur alle zwei bis drei Tage passieren. Zu häufiges Waschen schadet der Locken-Frisur. Der Vorteil einer Dauerwelle: Das Haar fettet nicht mehr so schnell nach.

Worauf muss ich bei einer Dauerwelle für zu Hause achten?

Für schöne Locken braucht es Chemie, die die Haut reizen kann, gehe daher sehr vorsichtig mit den Präparaten um! Halte dich genau an die Mengenangaben und die Zeit zum Einwirken in den Beschreibungen!

  • Thioglykolsäure, die in der Wellenlotion enthalten ist, kann auch über die Haut aufgenommen werden. Auf keinen Fall sollten Augen oder Schleimhäute damit in Berührung kommen. Ist das doch der Fall, spüle sie sofort gründlich ab und kontaktiere einen Arzt, wenn es Beschwerden gibt!
  • Wasche deine Haare erst zwei bis drei Tage nach der Anwendung! So schonst du die Struktur und vermeidest, dass deine Haare austrocknen.
  • Dauergewellte Haare trocknet man am besten an der Luft und knetet sie mit etwas Stylingschaum, speziell für Locken, mit Stylingcreme oder Gel, um die Locken besser herauszuarbeiten. Föhnhitze oder ein Lockenstab strapaziert das Haar. Es gibt allerdings Pflege–/Stylingprodukte auf dem Markt (spezielle Schaumfestiger oder Sprühlotionen), die das Haar vor Hitze schützen sollen.
  • Im Sommerurlaub Pflegeprodukte mit UV–Filtern verwenden.