Ganzheitlicher Schutz und Pflege aus der Natur: Ölbad bei Neurodermitis

Die Haut ist die Schutzhülle unseres Körpers und Ausdruck unserer persönlichen Identität. Deshalb träumen wir alle von ihrem gesunden und strahlenden Erscheinungsbild, denn die Haut ist nicht nur Ausdruck unserer äußeren, sondern auch der inneren Schönheit.

Trockene Haut

Ayurveda und Neurodermitis: Störung der Doshas als Auslöser?

Im Ayurveda unterscheiden wir die drei Hauptdoshas: Pitha, das Feuerelement, Vatha steht für Luft und Kapha für Struktur und Stabilität, die alle Einfluss auf die Haut haben. Gesteuert wird die Hautfunktion aber von einem der Pitha-Subdoshas, dem Bhrajaka Pitha (die anderen heißen: Sadhaka Pitha, Ranjaka Pitha und Alochaka Pitha). Das Bhrajaka-Pitha „wohnt“ in der Haut und gibt ihr Farbe, Glanz und Struktur. Darüber hinaus sorgt es über das Schwitzen für eine konstante Körpertemperatur.

Die Gesunderhaltung dieses wichtigen Organs ist in unserer Zeit eine schwierige Aufgabe, denn es ist jeden Tag einer Vielzahl von negativen Einflüssen interner und externer Natur ausgesetzt. Unsere hoch verdichtete Arbeitswelt und Belastungen im privaten Umfeld erzeugen inneren Druck und gehen häufig einher mit ungünstigen Ernährungsgewohnheiten (Fast food), falsche Kombination der Mahlzeiten, z. B. durch verschiedene Eiweiße in einer Mahlzeit wie Milcheiweiß (Tsaziki) mit Fleisch, oder Milchkaffee nach einem Essen, das Fleisch oder Fisch enthält, Orangensaft auf nüchternen Magen etc..

Mit Beginn des nasskalten Wetters im Herbst und im Winter muss sie Höchstleistungen vollbringen, denn unsere empfindliche Körperhülle reagiert negativ auf kühle Temperaturen draußen und trockene Heizungsluft drinnen.

Störungen der Hautfunktion: Ein Alarmzeichen des Körpers

Neurodermitis ist heute eine weit verbreitete Störung der Hautfunktion, die auf ein Ungleichgewicht aller drei Hauptdoshas hinweist. Es liegt eine chronische Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen vor. Das zeigt sich in Symptomen wie starker Rötung (Pitha), Trockenheit (Vatha), sowie Juckreiz und Nässen (Kapha). Bei Kälte draußen und der trocken-warmen Heizungsluft in geschlossenen Räumen reagieren Menschen, die davon betroffen sind, besonders sensibel.

Alle genannten Symptome können Reaktionen des Körpers auf einen unregelmäßigen Lebensstil, falsche Essgewohnheiten, falsche Schlafmuster und exzessiven Stress sein. Bei Kindern sind diese Symptome vor allem dann zu beobachten, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft oder während der Stillphase ungünstigen Lebensumständen oder Gewohnheiten unterlagen.

Frau im Vollbad

Welchen Ansatz verfolgt Ayurveda bei Neurodermitis?

Der ayurvedische Ansatz für einen gesunden Hautzustand liegt darin, ein ausgeglichenes Pitha-Dosha zu erreichen.

Möglich ist das über verschiedene Ernährungs- und Verhaltensweisen im täglichen Leben:

  • Vermeide salzige, saure und säurebildende Speisen! Auch alkoholische, koffeinhaltige und kohlensäurehaltige Getränke wirken sich ungünstig aus. Ebenso sollte man auf den Konsum von Fleisch, fleischhaltigen Produkten, Fisch und Meeresfrüchten sowie von sauren Milchprodukten verzichten.
     
  • Reduziere konservierte Lebensmittel, Fast food und stark industriell verarbeitete Nahrungsmittel!
     
  • Milchprodukte in Kombination mit sauren, salzigen und scharfen Speisen wirken sich ebenfalls ungünstig aus.
     
  • Meide direkte Sonneneinstrahlung, starke Hitze, Chemikalien, Dampfbäder und übermäßig anstrengende sportliche Betätigung, die zu starker Ermüdung führt!
     
  • Halte Gefühle wie Eifersucht, Habgier, Härte gegen sich selbst und andere, Konkurrenzdenken, usw. unter Kontrolle!

Darüber hinaus bringe Pitha-Dosha ins Gleichgewicht, indem du folgende Maßnahmen in deinen Alltag einbaust:

  • Trinke mindestens zwei Liter Wasser täglich, um deine Haut ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen und den pH-Wert zu erhalten!
     
  • Iss basische Lebensmittel, um den säurebildenden Lebensmitteln entgegenzuwirken, z. B. Verwende GHEE (das ist geklärte Butter, die entweder als Fertigprodukt gekauft oder noch besser selbst hergestellt werden kann). Butter bei leichter Wärmezufuhr schmelzen lassen und den Schaum (Eiweiß) abschöpfen oder mit einem Tuch abtupfen und dann in ein sauberes Schraubglas füllen und verschließen.
     
  • Bewahre ein kühles und ruhiges Gemüt mit Entspannungstechniken wie Meditation und Yoga.
     
  • Körpertherapien unter Anwendung ölhaltiger Texturen und Lepana, einer Creme zur Pflege von zu Entzündungen neigender Haut, bringen großen Erfolg. Lepana enthält zum Beispiel Kurkuma, ayurvedischen Flieder und Triphala (ayurvedische 3-Frucht-Mischung).
     
  • Zu empfehlen ist auch ein Stirnguss mit medizinierter Buttermilch, um Pittha zu beruhigen.
     
  • Eine Beruhigung der Haut erreichst du mit Milchbädern bzw. –güssen im Ayurveda-Zentrum, die kühlende Kräutermischungen enthalten.
     
  • Eine Darmreinigung wirkt entgiftend und stärkt dein Verdauungs- und Stoffwechselsystem.

Wie unterstützt ein Ölbad die Hautpflege bei Neurodermitis?

Menschen mit Neurodermitis leiden unter trockener Haut und starkem Juckreiz. Durch Kratzen werden die Symptome der auftretenden Ekzeme noch mehr verschlimmert, da durch die mechanische Reizung die Haut verletzt werden kann. Das öffnet Erregern Tür und Tor. Bei Neurodermitis treten daher oft Begleiterscheinungen auf, die sogar die Augen betreffen können.

Betroffene müssen daher auch in der beschwerdefreien Zeit darauf achten, dass die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Das lindert den Juckreiz und sorgt für Schutz. Ein medizinisches Ölbad hat den Vorteil, dass sehr große Flächen der Haut gepflegt werden können. Allerdings sollten Ölbäder nur sehr gezielt unter fachkundiger Anleitung durch einen Ayurveda-Arzt eingesetzt werden. Die Wahl des Öles für den jeweiligen Körpertyp ist dabei entscheidend.

Ayurveda Öl, Statue und Kerzen als Stilleben für Ayurveda-Behandlungen

Hautpflege, Ölbäder und Co: Was tun bei einem Neurodermitis-Schub?

Eine gute und sanfte Alternative bei akuten Neurodermitis-Schüben kann eine intensive Ayurveda-Kur sein. Im Ayurveda werden auch die Psyche und die Ernährung in einer Ayurveda-Kur mit einbezogen. Bei der Pflege von Neurodermitis Haut gibt es eine Faustregel:

  • Feucht auf feucht.
  • Fetthaltig auf trocken.

Während eines akuten Schubs, wenn die Haut offen ist und nässt, braucht sie demnach eine Pflege auf Wasserbasis. Wasser hat einen kühlenden, trocknenden Effekt und lindert den Juckreiz. Sobald die Schutzbarriere wieder intakt ist, sorgt eine fettreiche Wasser-in-Öl-Emulsion (wenig Wasser in viel Öl) dafür, dass sie wieder weich und geschmeidig wird.

Die Öle bilden einen Film auf der Haut, damit die Feuchtigkeit nicht verdunstet. Solche Salben sind auch bei Kälte im Winter hilfreich. Medizinische Ölbäder unterstützen und lindern in beiden Fällen. Sie sind insbesondere dann hilfreich, wenn größere Hautpartien betroffen sind. Zudem bedeckt der Ölfilm auch jene Hautstellen, die mit der Hand nur schwer erreicht werden.

Frau kratzt sich am Oberarm.

Welche Pflanzenöle helfen bei Neurodermitis?

Öle wirken generell rasch gegen Juckreiz, der schnell zu einer unangenehmen Angewohnheit werden und sich in einem Tick manifestieren kann. Ölbehandlungen sind ein wichtiges Werkzeug der indischen Heilslehre, egal ob innerlich oder äußerlich angewendet. Es muss aber nicht immer darin gebadet werden.

  • Ein medizinisches Ölbad mit Avocado-, Argan-, Soja-, Borretschsamen- oder Hanföl wirkt beruhigend, rückfettend und antientzündlich bei gereizter, trockener und schuppiger Haut. Omega-6-Fettsäuren in Traubenkernöl oder Nachtkerzensamenöl unterstützen die Barrierefunktion der Haut und wirken antimikrobiell. 
  • Antientzündliche und antiallergische Inhaltsstoffe in ätherischen Ölen werden über die Nase oder die Haut aufgenommen und sind bereits nach zehn bis 60 Minuten im Blut messbar. Da sie die Haut reizen können, mischt man für ein Ölbad oder die Hautpflege 0,05 ml ätherisches Öl (Rose, Sandelholz, Lavendel) mit 10 ml fettem Pflanzenöl.
  • Kati Basti ist ein ayurvedisches, lokales Ölbad im Teigring. Hier wird ein Teigring direkt auf die betroffene Stelle gelegt und mit warmem Pflanzenöl gefüllt. Durch die lange Einwirkzeit kann das Öl tief in die Hautstruktur eindringen und seine Wirkung vor Ort entfalten.

Das Ayurveda-Zentrum Deutschland im Kunzmann’s Hotel in Bad Bocklet, unter der Leitung der Gesundheitsökonomin Ebba-Karina Sander, bietet erstklassiges Wellness verbunden mit authentischem Ayurveda. Ausgebildete indische Ärzte und Therapeuten sorgen für eine individuell angepasste Kur nach den Prinzipien des Ayurveda. Unterschiedliche Pakete bieten ein ganzheitliches Programm für alle Indikationen an. Eine entspannende Ayurveda-Intensivkur kann Ersthilfe bei einem Neurodermitis-Schub leisten oder ganzheitlich als Vorbeugung dienen.

Bei einer Kur werden wertvolle Öle in Pflege und Nahrung gezielt eingesetzt und auch der gesamte Energiehaushalt wird wieder in Balance gebracht. Die Haut wird von innen und von außen in ihrem Eigenschutz unterstützt. Entspannung ist ein wesentlicher Teil davon. Bei erwachsenen Neurodermitis-Patienten können die Beschwerden bei zunehmender Belastung durch die Arbeit oder einem ungesunden Lebensstil schlimmer werden.

Fette Öle wie Arganöl, Hanföl oder ätherische Öle wie Lavendelöl unterstützen die ayurvedische Therapie bei Neurodermitis.

Was hilft außer Ölbad: Worauf müssen Neurodermitis-Patienten im Alltag achten?

Die häufigsten Beschwerden bei Neurodermitis in akuten Phasen sind:

  • Atopische Ekzeme der Haut. Die Symptome sind Rötungen, Schwellungen, Bläschenbildungen, Schuppen oder eine nässende Haut.
  • Trockene Haut macht noch empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen.
  • Juckreiz. Kratzen verschlimmert die Hautschäden und damit wiederum den Juckreiz. Dieser Kreislauf muss unterbunden werden. Öle wirken hier sehr schnell auch in akuten Situationen.
  • Allergien. Atopiker leiden auch oft unter allergischen Reaktionen, die durch Nahrungsmittel, Milben oder Pollen ausgelöst werden.
  • Infektionen. Bei Neurodermitis-Patienten ist nicht nur die schützende Barriere der Haut gestört, manche Medikamente wie Kortisonpräparate oder Salben mit Kortison können auch die Immunabwehr schwächen. Es kann zu noch mehr Entzündungen als Begleiterscheinung kommen.

Ausgelöst werden diese Reaktionen durch Trigger. Äußere Verursacher können Wärme, Schweiß, trockene Zimmerluft, reizende Waschmittel oder Hautpflegeprodukte oder wenig atmungsaktive, synthetische Kleidung sein. Innerlich wirkende Trigger für die Entzündungen sind Lebensmittelzusatzstoffe, Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten und vor allem psychischer Stress oder emotionale Belastungen.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter
Ebba-Karina Sander von Ayurveda4u

Sander Ebba-Karina

Ebba-Karina Sander ist Geschäftsführerin des Ayurveda-Gesundheitszentrum Deutschland. 2014 holte sie gemeinsam mit Wolfgang Back die alternative Heilmethode Ayurveda nach Deutschland.