Aspirin, Homöopathie oder Ingwer: Was hilft gegen Reiseübelkeit?

Wahrscheinlich kennst du das auch: Du sitzt mit einem guten Roman in der Hand auf dem Beifahrersitz eures Autos, während ihr gerade in den Urlaub fahrt und plötzlich meldet sich dein Magen. Nach einem leicht flauen Gefühl wird dir unvermittelt schlecht, so dass ihr kurz anhalten müsst. Übelkeit kann nicht nur durch das Lesen im bewegten Fahrzeug verursacht werden, sondern hat unterschiedliche Ursachen. In diesem Artikel verraten wir dir, welche das sind und was du gegen Reiseübelkeit tun kannst.

Junge hält sich bei Autofahrt die Hand vor den Mund.

Welche Ursachen kann Reiseübelkeit haben?

Reisekrankheit kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Dazu zählen vor allem 

  • Stress und Nervosität
  • und die Störung unserer Gleichgewichtsorgane.

Nicht erst während der Fahrt im Auto, im Bus oder in der Bahn, im Flugzeug oder auf dem Schiff erleben wir Stress. Bereits die Vorbereitungen auf den Urlaub, das Packen und Planen können für erheblich mehr Stress und Unruhe im Alltag sorgen. Natürlich ist auch die Reise an sich oft mit Komplikationen verbunden. Der bekannte Spruch "Stress schlägt auf den Magen" hat dabei durchaus etwas Wahres an sich. Denn Stress entsteht genauso wie das Gefühl von Übelkeit in unserem Gehirn. Er ist eine ganz natürliche Reaktion unseres Körpers auf Angst und führt meist nicht zum Erbrechen, sondern eben nur zu dem flauen Gefühl.

Dieses Gefühl von Übelkeit entsteht im sogenannten Brechzentrum unseres Gehirns. Das Brechzentrum steht im engen Kontakt mit unserem Kleinhirn, unserem Magen-Darm-Trakt und unseren Gleichgewichtsorganen. Wenn wir im Auto, Flugzeug oder Schiff sitzen, nimmt unser Gleichgewichtssinn unterschiedliche ruckelnde oder schwankende Bewegungen wahr, obwohl wir uns eigentlich im Ruhemodus befinden. Diese entgegengesetzten Sinneseindrücke sind für unser Gehirn sehr alarmierend und können dazu führen, dass es das Brechzentrum aktiviert. In der Fachsprache wird dieser Vorgang als Kinetose bezeichnet.

Reiseapotheke.

Was kannst du gegen Reiseübelkeit tun?

Die klassischen Symptome der Reisekrankheit sind Blässe, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und manchmal sogar Erbrechen. Gerade Kinder und Frauen bis 50 sind oft davon betroffen. Ganz egal, wie genau sie sich äußert, angenehm ist Reiseübelkeit nie. Besonders wenn du schon öfter mit Reiseübelkeit zu kämpfen hattest, solltest du ihr bereits vor Reiseantritt vorbeugen.

Das klappt mit den unterschiedlichen Mitteln und Wegen. Unser Tipp: Mach dir eine eigene "Reiseapotheke", so kannst du viel Ärger vermeiden. Darin müssen nicht nur klassische Medikamente gegen Übelkeit und Schmerzen sein. Herkömmliche Medikamente gegen Reisekrankheit setzen oft auf den Wirkstoff Histamin. Dieser Wirkstoff kann dich sehr müde machen, weshalb du dich auf keinen Fall hinters Steuer setzen solltest.

Einfache Hausmittel, Homöopathie und Entspannungstechniken sind bei einer leichten Form von Reisekrankheit oft genauso geeignet, haben weniger Nebenwirkungen und können auch für Kinder verwendet werden. 

Wenn deine Reiseübelkeit vor allem durch Stress entsteht, hilft es oft schon, Geist und Körper zu beruhigen. Atemübungen aus dem Yoga oder meditieren kannst du überall, am besten machst du diese Übungen auch schon vor deiner Reise. Auch Bewegung an der frischen Luft hilft gegen die Übelkeit und beim Entspannen. Ein kurzer Spaziergang ist außerdem ein guter Ausgleich zum langen Sitzen.

Glückliche Frau bei Fahrt in den Urlaub.

Welche Hausmittel helfen bei Reiseübelkeit?

Generell kannst du alle Hausmittel verwenden, die beruhigend auf deine Nerven oder deinen Magen-Darm-Trakt wirken, seien sie homöopathisch oder rein pflanzlich. Dazu zählen 

  • CBD-Tropfen: CBD wirkt beruhigend auf deinen Geist und kann so deine Nervosität reduzieren.
  • Ingwer: Ingwer ist ein bewährtes Mittel gegen Übelkeit. Dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe hat er eine antiemetische Wirkung. Gleichzeitig wirkt er verdauungsfördernd und beruhigend auf deinen Magen. Aber Vorsicht: Frischer Ingwer wird nicht von allen Menschen gleich gut vertragen! Unser Tipp: Du kannst ihn als Tee trinken oder auch in kleinen Stücken roh kauen. In Reformhäusern bekommst du auch gezuckerte Ingwerstücke, die nicht ganz so scharf schmecken und auch von Kindern gerne gegessen werden.
  • Kräutertees (Pfefferminze, Kamille, Anis, Fenchel, Kümmel): Auch viele Kräutertees haben eine beruhigende und ausgleichende Wirkung auf deinen Magen. Vorbereitet in einer Thermoskanne kannst du sie während der Fahrt genießen. 
  • homöopathische Mittel

Auch Homöopathie kann zur Behandlung oder zum Vorbeugen von Reiseübelkeit sehr hilfreich sein. Gerade bei Kindern sind die süßen Globuli eine gute Alternative zu herkömmlichen Mitteln gegen Übelkeit. Klassische Mittel gegen anhaltende Reiseübelkeit in der Homöopathie sind Nux Vomica, die “Brechnuss”, Cocculus und Petroleum Globuli. Vorbeugend kann aber auch Okoubaka oder Pulsatilla als homöopathisches Mittel genommen werden. Wenn du mehr über die Verwendung von Homöopathie gegen Reisekrankheit wissen willst, lass dich am besten von einem fachkundigen Arzt beraten. Er kann dir auch sagen, welches homöopathische Mittel am besten für dich oder dein Kind geeignet ist. Bei starken und lange auftretenden Beschwerden mit Erbrechen kann es ratsam sein, andere Medikamente zu nehmen. In diesem Fall solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen und dir die geeigneten Medikamente verschreiben lassen.

Tipps für die Fahrt: Was hilft noch gegen Reisekrankheit?

Das beste Mittel gegen Reisekrankheit im Auto ist, selbst zu fahren. Wenn du selbst fährst, ist dein Auge immer auf die Fahrbahn fixiert und dein Gleichgewichtssinn gerät nicht so schnell durcheinander. Kinder mit Reiseübelkeit können auf dem Beifahrersitz sitzen. Ein wichtiger Tipp: Falls es doch zum Erbrechen kommt, unbedingt eine Plastiktüte griffbereit haben!

Lesen und den Blick nach unten richten solltest du besser vermeiden. Auch schweres und fettiges Essen während der Fahrt kann die Übelkeit schlimmer machen. Kaugummi mit Pfefferminzgeschmack kann gegen die Übelkeit aber helfen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.