Ist bei Vollmond schlechter Schlaf vorprogrammiert?

Menschen haben schon lange bemerkt, dass bei Vollmond schlechter Schlaf eine typische Begleiterscheinung ist. Sind Schlafstörungen durch helles Mondlicht in der Nacht also ein echtes Phänomen oder spielt uns unser Verstand einen Streich? Für die meisten Menschen scheint es schwer zu glauben, dass der Mond unseren Schlaf beeinflussen oder gar Schlafstörungen verursachen könnte. Hier ist, was die Wissenschaft sagt.

Eine Frau plagt bei Vollmond schlechter Schlaf, sie sitzt nachdenklich auf einer Klippe und blickt zum Mond.

Warum gehen Vollmond, schlechter Schlaf und Schlaflosigkeit so oft einher?

Wenn du bis jetzt zu viel Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen als Ursache für deinen schlechten Schlaf ausgemacht hast, kannst du deine Aufmerksamkeit nun auf den Mond richten. Denn Vollmond, schlechter Schlaf oder gar schlaflose Nächte könnten nach Ansicht von Wissenschaftlern durchaus zusammenhängen.

Schlaf-Studien mit zahlreichen Probanden haben gezeigt, dass eine häufige Erklärung für Schlaflosigkeit darin besteht, dass unsere innere biologische Uhr mit den Mondphasen verbunden ist. Viele von uns stellen fest, dass wir in Vollmondnächten viele Minuten oder gar Stunden mehr brauchen, um einzuschlafen, und dass die Qualität unseres Schlafes oft schlechter ist als in anderen Nächten. Das liegt an einer Verringerung des Hormons Melatonin, dem Hormon, das uns beim Schlafen hilft. Wenn dies bei dir der Fall ist, nennen Wissenschaftler es "lunar rhythmic" und es bedeutet, dass dein Körper um die Mondphasen herum funktioniert.

Eine Frau liegt nachts wach und schaut durch das Dachfenster zum Mondlicht auf.

Nimmt der Mond Einfluss auf dich?

Bestimmte Menschen sind empfindlicher als andere für die Auswirkungen der Mondphasen, sei es der Vollmond, ein Neumond oder ein abnehmender Mond. Um herauszufinden, ob man für mondbedingte Schlafstörungen anfällig ist, sollte man ein Schlaftagebuch in der Nähe des Bettes führen, damit man seine Schlafmuster verfolgen kann! Dies wird dir helfen festzustellen, ob du von lunaren Energien beeinflusst wirst oder nicht. Dinge, die du notieren und im Auge behalten solltest:

  • Die Zeit, zu der du einschläfst.
  • Die Dauer deines Schlafs.
  • Die Gefühle, die du in deinen Träumen hast.
  • Die Art deiner Träume: sind sie beängstigend, stressig, bist du verliebt, et cetera? Dies kann ein ausgezeichneter Indikator sein.
Eine Frau hat aufgrund von Vollmond Schlafprobleme und blickt neidisch auf Ihren selig schlafenden Partner im Bett.

Studien: Hat der Vollmond unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen?

Eine 2015 durchgeführte Studie mit 205 Probanden ergab, dass eine Vollmondnacht den Schlaf bei Männern und Frauen unterschiedlich beeinflussen kann. Viele Frauen schlafen weniger und haben weniger REM-Schlaf, wenn die Vollmondphase nahe ist, während Männer im Rahmen eines Vollmonds mehr REM-Schlaf haben.

Im Jahr 2016 untersuchte eine Gruppe von Forschern die Schlafzyklen von Kindern in 12 Ländern. Sie fanden heraus, dass die Kinder während der Vollmondphase ein Prozent weniger schliefen. Allerdings fanden sie keinen Zusammenhang zwischen dieser Veränderung im Schlaf und einem signifikanten Unterschied im Verhalten während dieser Zeit. 

Obwohl viele Studien auf einen Zusammenhang zwischen Schlaf und Mondzyklen hinweisen, ist dies nicht bei allen der Fall. Eine Studie aus dem Jahr 2015 mit 2.125 Probanden fand keinen Zusammenhang zwischen dem Vollmond und Veränderungen im Schlafverhalten.

Silhouetten von Schafen vor einem leuchtenden Vollmond.

Was beeinflusst unseren Schlaf in Vollmond-Nächten?

Die endgültige Antwort ist, dass es zwar so aussieht, als hätte der Mond definitiv einen Einfluss auf deinen Schlaf, aber wir wissen immer noch nicht, warum. Auch die Schwerkraft ist keine gute Erklärung. Während die Anziehungskraft des Mondes die Gezeiten im Ozean anhebt, wirkt sie sich nicht auf Flüsse oder Seen aus, weil diese zu klein sind. Es ist naheliegend, dass auch der menschliche Körper zu klein ist, um von der Schwerkraft des Mondes beeinflusst zu werden. 

Die wahrscheinlichste Antwort ist, dass wir uns auf einem bestimmten Planeten entwickelt haben, der bestimmte astronomische Zyklen hat. Wir haben einen Tag und eine Nacht, Vollmond und Nicht-Vollmond, usw. Da sich unser zirkadianes System unter diesen spezifischen Umständen entwickelt hat, ist es vernünftig anzunehmen, dass wir uns an diese Umstände angepasst haben. Wenn du unter Vollmond-Schlaflosigkeit leidest, solltest du wissen, dass du nicht alleine bist! Dies ist ein Phänomen, das von Wissenschaftlern erforscht und bestätigt wurde – zumindest in begrenztem Maße. Wir brauchen immer noch spezifischere Forschung, um die Ergebnisse dieser Studie zu bestätigen, aber nach derzeitigem Status scheint es, dass ein Vollmond definitiv Schlaflosigkeit verursachen kann.

Wie kann ich nachts bei Mondlicht besser schlafen?

Falls du dich nun fragst, wie du bei Vollmond besser schlafen kannst, wird dich die Antwort wahrscheinlich überraschen. Denn Menschen müssen irgendwie akzeptieren, dass sie bei Vollmond nicht so gut schlafen wie in anderen Mondphasen. Das ist eine Eigenschaft, die man nicht einfach ändern kann. Die Forschung sagt, es könnte sich herausstellen, dass der Mond auch Macht über andere Aspekte unseres Verhaltens hat. Es könnte also auch sein, dass die Mondphasen neben dem Schlaf auch Auswirkungen auf das Gefühl, die Stimmung und die kognitive Leistung von Menschen haben.

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.