Die Heilkraft der Zwiebel - wie gesund ist die Heilpflanze?

Fast jeder hat sie zu Hause. Beim Kochen verleiht sie den Speisen das besondere Etwas, doch auch als Heilmittel ist sie in der volkstümlichen Medizin sehr beliebt: die Zwiebel. Was die Heilpflanze alles kann, wie die Zwiebel wirkt und welche Eigenschaften sich in der kleinen Knolle verstecken, verraten wir dir hier.

Gesunde Zwiebel werden geschnitten

Ursprung der Zwiebel

Die Zwiebel (Allium cepa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Ihre Geschichte reicht über 5000 Jahre zurück. Schon im alten China war die Knolle als Heil- und Gemüsepflanze beliebt. Von dort aus verbreitete sie sich nach Indien und weiter nach Ägypten. In Indien war sie anfänglich jedoch verpönt. In Folge dessen war die Zwiebel lange Zeit nur Nahrungsmittel der niedrigen "Kasten-Stände". Erst später, durch arabische Einflüsse, fand sie ihren fixen Platz in der indischen Küche. Bei den alten Ägyptern wurden Pyramiden-Arbeiter mit übermäßig vielen Zwiebeln versorgt, einerseits wegen ihres Zuckergehalts, andererseits zur Erhaltung ihrer Gesundheit wegen ihrer antiseptischen Wirkung. Die Arbeiter blieben oder wurden durch das Essen des rohen Gemüses so gesund und leistungsstark gehalten. Die Römer brachten die Zwiebel schließlich nach Zentraleuropa, wo sie rasch Verbreitung fand.

Zwiebel entgiften und helfen beim Abnehmen

Dass einem beim Schneiden von rohen Zwiebeln schnell mal die Augen tränen, dürfte wohl jedem bekannt sein. Das liegt an einer schwefelhaltigen Verbindung, die erst beim Zerschneiden mit einem anderen Inhaltsstoff reagiert. Tränen braucht man aber auf Grund dieser Informationen nicht mehr zu vergießen: auch im Körper wird die Produktion bestimmter Hormone in der Hirnanhangsdrüse angeregt, die wiederum Fettpölsterchen schwinden lassen. Zudem ein Tipp: schneide die Zwiebel in kaltem Wasser und mit einem scharfen Messer!

Doch nicht nur das, auch wer seinen Körper entgiften will, sollte auf den Verzehr der scharfen Knolle nicht verzichten. Die Inhaltsstoffe der Zwiebel schützen vor freien Radikalen, können Reparaturmechanismen für Schäden der DNA in die Wege leiten und außerdem fördern sie die Ausleitung von Schwermetallen.

Inhaltsstoffe der Heilpflanze:

Die Zwiebel gilt als sehr nahrhaftes, gesundes und vitaminreiches Gemüse. Sie enthält bis zu zehn Prozent Zucker oder anders ausgedrückt: 40kcal/100g. Außerdem besteht sie zum Großteil aus Wasser, Eiweiß, Rohfasern und Mineralstoffe und nicht zu vergessen den Vitaminen A, B, E und P und einem besonders hohen Gehalt an Vitamin C. Auch ätherische Öle, die für den würzigen Duft verantwortlich sind, gehören zu den gesunden Inhaltsstoffen. 

Anwendung der Zwiebel als beliebtes Hausmittel

Im Mittelalter diente die Zwiebel aufgrund ihrer desinfizierenden Wirkung vor allem als Schutz gegen die Pest und Cholera. Auch heute noch ist sie in der volkstümlichen Medizin sehr beliebt. Es sind vor allem die sekundären Pflanzenstoffe, wie Flavonoide, die die Zwiebel als Hausmittel beliebt machen. Zu unterscheiden sind des Weiteren die verschiedenen Arten der Zwiebel. Rote Zwiebel gelten als gesünder als ihre gelben oder weißen Verwandten.

Wo liegen die gesundheitlichen Vorteile der roten Zwiebel?

Rote Zwiebeln unterstützen den Körper bei der Krebsprophylaxe. Schon bei drei roten Zwiebeln pro Woche - aufgeteilt auf mehrere Portionen - macht sich eine positive Wirkung bemerkbar. Grund dafür ist die Vielzahl an Antioxidantien, die bei roten Zwiebeln doppelt so hoch ist wie bei gelben oder weißen. Zu den wichtigsten Antioxidantien gehören das Flavonoid Quercetin und das Polyphenol Anthocyanin. Ihre Aufgabe ist die Blockade von freien Radikalen, die durch die Oxidation von Fettsäuren entstehen. Antioxidantien versuchen schon durch das Vermeiden einer Oxidation einen wichtigen Beitrag gegen das Entstehen von Krebszellen zu leisten. Auch chronische Entzündungsprozesse können auf diese Art und Weise reduziert werden.

Rote Zwiebeln liegen auf einem Schneidebrett

Auswahl an Hausmitteln bei Erkältungen 

Besonders zum Lindern von typischen Beschwerden von Erkältungen haben sich die gesunden Zwiebeln bewährt. 

  • Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen: Diese beliebte und auch wirksame Methode wird oft bei schmerzenden Ohren und Mittelohrentzündungen angewendet. Einfach eine in kleine Würfel geschnittene Zwiebel erwärmen und in zwei Baumwolltüchern zu kleinen Päckchen binden. Die Päckchen dann zum Beispiel mit einem alten Stirnband - Vorsicht: es nimmt den Geruch an! - an den Ohren fixieren und bis zu zwei Stunden dort lassen, damit sie ihre Wirkung gegen die Entzündung entfalten können.
     
  • Zwiebelsaft bei Hustenreiz: Bei Husten presst du am besten eine Zwiebel aus und mischst diese mit etwas Honig. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, aber das Rezept einfach und dadurch haben sich schon sehr gute Erfolge erzielen lassen. 
     
  • Zwiebelsäckchen bei Halsweh: Genauso gut wie gegen Ohrenschmerzen helfen Zwiebelsäckchen auch gegen Halsschmerzen. Die Päckchen einfach auf den Hals legen und gut befestigen und wieder für bis zu zwei Stunden einziehen lassen.
Zwiebeln liegen neben Zwiebelsaft für Husten

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.