Meine Augenbrauen fallen aus – Was tun bei Haarverlust im Gesicht?

Volle, buschige und natürlich wirkende Augenbrauen sind schon länger wieder in Mode. Anders als in 90-er Jahren, wo die Augenbrauen bewusst auf einen ganz dünnen Strich reduziert oder gar komplett entfernt wurden, gibt es aktuell jede Menge Make-up-Utensilien für dichte Augenbrauen zu kaufen. Abgesehen von Modetrends haben unsere Augenbrauen auch wichtige Aufgaben. Warum manchen Frauen die Augenbrauen ausfallen und was dagegen hilft, verraten wir in folgendem Beitrag.

Junges Mädchen mit dichten Augenbrauen.

Warum fallen Augenbrauen aus? Ursachen für den Haarverlust

Eine häufige Ursache für fehlende Augenbrauen sind Modesünden, aber auch gesundheitliche Gründe können ursächlich sein:

  • Zu häufiges Zupfen, Versengen, und Entfernen mit Wachs oder Enthaarungscremen kann dazu führen, dass die Haare zwar nicht ausfallen, aber zumindest nicht mehr nachwachsen. Zu viel Fasson zerstört die Struktur der Haarwurzel auf Dauer. Da hilft nur noch Nachzeichnen oder Permanent Make Up.
     
  • Das Ausfallen der Kopfhaare, Wimpern und Augenbrauen kann auch eine Nebenwirkung einer Chemotherapie sein. Seltener hat die Einnahme von Antidepressiva diese Nebenwirkungen.
     
  • Ein weiterer Grund für den Augenbrauenverlust kann Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) sein. Es ist die häufigste Ursache für Haarverlust, bei dem in weiterer Folge alle Körperhaare (alopecia areata universalis) betroffen sein können. Vor allem Frauen leiden sehr unter dem Verlust von Wimpern und Brauen. Kreisrunder Haarausfall kann erworben oder vererbt sein. Ausgefallene Kopfhaare lassen sich schließlich mit einer Perücke kaschieren.
     
  • Neben chronischen Krankheiten, hormonellen Störungen, Umwelteinflüssen oder Stress, kann auch das Alter eine Rolle bei Haarausfall spielen. Je älter wir werden, desto weniger Haare haben wir nicht nur am Kopf. Die Ganzkörperbehaarung wird dünner und betrifft schließlich auch die Augenbrauen.
     
  • Fallen die Haare im Gesicht in den Wechseljahren aus, kann das eine Störung im hormonellen Gleichgewicht sein. Dagegen lässt sich etwas tun.
     
  • Auch bei Problemen mit der Schilddrüse (Hashimoto-Syndrom) kann Haarverlust im Gesicht ein Symptom sein.

Hormonell oder erblich bedingte Ursachen für Haarausfall

Augenbrauenausfall kann, wie bereits erwähnt, sehr viele Ursachen haben. Die meisten davon sind erblich bedingt oder hormonell begründet:

  • hormonelle Veränderungen (in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren),
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse,
  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus),
  • Hauterkrankungen und Allergien, Pilzinfektionen,
  • Vergiftungen, Vitaminmangel- und Nährstoffmangelerscheinungen (Essstörungen),
  • Stress oder psychische Spannungen (Trichotillomanie ist das zwanghafte Ausreißen der Augenbrauenhaare),
  • Nebenwirkungen von Medikamenten oder einer Chemotherapie, Vergiftungen
  • Kontaktallergien gegen bestimmte Kosmetika, Shampoo, Cremes oder die Brille,

Wann sollte man wegen ausfallenden Brauen zum Arzt?

Nicht jeder Augenbrauenausfall muss von einem Arzt behandelt werden. Ein paar Augenbrauenhaare zu verlieren, ist im Prinzip nicht weiter schlimm und in einem gewissen Rahmen normal.

Sollte der Augenbrauenverlust jedoch über längere Zeit andauern, Begleiterscheinungen haben (Wimpernausfall, Schuppen, oder Hautrötungen) und sich eventuell sogar kahle Stellen an den Brauenbogen zeigen, solltest Du etwas unternehmen.

Das Wort Hormone auf Holzwürfeln geschrieben.

Wie findet man die Ursachen heraus?

Um die Ursache für Augenbrauenausfall zu finden, braucht es aber eine gründliche Untersuchung. Das kann unter anderem durch eine Haaranalyse erfolgen, aber nicht nur die Beschaffenheit der Haare selbst, auch die Lebensgewohnheiten ihrer Träger sollten genau beleuchtet werden, bevor ein Resultat festgestellt werden kann.

Was tun, wenn die Augenbrauen ausfallen? In drei Schritten zu dichteren, gesunden Augenbrauen

Folgende drei Schritte können hilfreich und aufschlussreich beim Ausfall der Augenbrauen sein:

  • Analyse: Mithilfe einer mikroskopischen Haaranalyse, einem Trichogramm, werden einzelne Haare und die Kopfhaut genau untersucht. Hier wird der Zustand der Haare festgestellt und wie viele davon sich in welchen Phasen befinden.
  • Diagnose: In einem persönlichen Gespräch beschäftigt man sich mit der genetischen Veranlagung und den persönlichen Lebensgewohnheiten. Hier wird festgestellt, wie weit der Haarausfall fortgeschritten ist und welche Behandlung in Frage kommt.
  • Behandlung: Produkte natürlicher Herkunft, die den Haarboden nähren, die Haarwurzel verjüngen und das hormonelle Gleichgewicht der Kopfhaut verbessern können, können hier gute Ergebnisse bringen, damit Du ohne operativen Eingriff oder chemische Wirkstoffe die natürliche Schönheit Deiner Haarpracht wieder erlangen kannst.

Ist die Struktur einer Haarwurzel völlig zerstört, kann man nichts mehr gegen den Ausfall tun. Hier hilft nur noch eine Transplantation oder das Anbringen von Permanent Make Up.

Warum Haaranalyse und Beratung bei Haarausfall sinnvoll ist

Dein Haar erzählt sehr viel über Dich, Deine Veranlagungen und Deine Gewohnheiten. Weißt Du über die Gründe Deines chronischen oder akuten Haarausfalls Bescheid, kannst Du gezielter und langfristiger etwas dagegen unternehmen.

Die Verbesserung Deines Haarwuchses umfasst aber meistens mehrere Ebenen. Bewusste Entspannung, eine ausgewogene Ernährung und das Weglassen von zu viel Genussmitteln oder unnötigen Medikamenten sollten sich positiv auf Deine Gesundheit und die Behandlung Deines Haarausfalls auswirken. Schon wenig Bewegung oder Sport, kurbelt die Durchblutung und den Sauerstofftransport in Deinem Körper an, was nicht zuletzt den Haarwurzeln zugutekommt.

Haare sind für eine Haaranalyse in einem Behälter

Welche Aufgabe haben Augenbrauen überhaupt?

Die Gesichtsbehaarung über den Augen und Wimpern hat zwei wesentliche Aufgaben:

  • Die Behaarung der Brauen schützt Augen vor Schweiß, Schmutz, Nässe, Staub und Fremdkörpern. Sie ist auch eine wichtige Barriere gegen Zugluft und kalten Wind, der die Augen austrocknen könnte.
  • Die Augenbrauen werden von dem Augenbrauenrunzler (Musculus corrugator cilli) und den Augenbrauenheber (Musculus frontalis) gesteuert. Diese Mimik drückt unterschiedliche Gemütszustände wie Überraschung, Furcht oder Bedenken aus. Es sind sehr wichtige Mittel der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Sehr hohe, dünne Augenbrauen sollten dem meist männlichen Betrachter bei Frauen angenehme Überraschung und Interesse vermitteln. Deswegen hatten die Frauen in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts eine so unnatürliche, hoch geschwungene Fasson der Brauen. Der mittlerweile moderne, volle Wuchs, soll dem Gesicht ein jugendliches, frisches Aussehen verleihen.

Augenbrauen Make Up

Was unterscheidet Augenbrauen von den Haaren am Kopf?

Haare durchlaufen am gesamten Körper drei Phasen.

  • In der Wachstumsphase (Anagene Phase) bildet sich ein Haarfollikel. Die Schichten wachsen und bilden ein Haar, das an Länge zunimmt. Augenbrauen wachsen in dieser Phase ungefähr 1,1 Millimeter pro Woche. Diese Geschwindigkeit und auch die Dauer der Wachstumsphase können jedoch von Mensch zu Mensch stark variieren. Die meisten Haare befinden sich in der Wachstumsphase.
  • In der Übergangsphase (Katagene Phase) stellen die Schichten des Haarfollikels ihr Wachstum ein. Die Zellen teilen sich nicht mehr. Die Haarwurzel wird nicht mehr richtig versorgt und verhornt schließlich. Dabei wird sie vom Haarfollikel abgestoßen und das Haar fällt aus. Augenbrauen wachsen um die 10 Monate, bevor sie ausfallen.
  • In der Ruhephase (Telogene Phase) bildet sich neues Bindegewebe, in dem Haarfollikel und Haarwurzel eingebettet sind. Dieses Bindegewebe nennt man Haarpapille. In der neuen Haarpapille entsteht dann ein neuer Haarfollikel, der in die Wachstumsphase übergeht.

Pro Tag verlieren wir bis zu 100 Haare. Das klingt viel, ist es aber nicht. Im Durchschnitt haben Menschen bis zu über 5 Millionen Haare am gesamten Körper. Wachsen in der Ruhephase keine Haare mehr nach, spricht man von Haarausfall. Das ist eigentlich falsch, da die Haare ganz normal ausfallen aber einfach nicht mehr nachwachsen. Wie lange Haare wachsen, bevor sie ausfallen, hängt von ihrer spezifischen Lage am Körper ab. Am Kopf oder am Bart können Haare länger wachsen, als um die Augen, wo sie nur die Sehkraft behindern würden. Pflanzt man Haarfollikel aus dem Kopf im Augenbrauenbereich ein, müssen die Haare mit der Schere abgeschnitten werden, da sie sonst jahrelang weiter wachsen können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.

Der Experte dahinter
Stefan und Sabine Kamp von SRS HairSpecialist

Kamp Stefan und Sabine

Stefan und Sabine Kamp sind SRS Haar- und Kopfhaut Spezialisten. Ihr Spezialgebiet ist die Beratung und Analyse bei Haarausfall.