Weißer Tee: Wirkung und Genuss

Weißer Tee gilt als der König unter den chinesischen Teesorten. Neben seinem feinen Geschmack ist er besonders wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung bekannt. Wir verraten Dir, warum Weißer Tee Wirkung auf unser Wohlbefinden hat und warum es sich lohnt, diesen feinen Tee öfter zu trinken.

Blätter von weißem Tee liegen neben einer Tasse

Welche Wirkung hat weißer Tee auf Deinen Körper?

Weißer Tee gilt in China bereits seit Jahrtausenden als eine der besten und edelsten Teesorten. Vor allem in der Song-Dynastie, 1000 n. Chr. erfreute er sich größter Beliebtheit am kaiserlichen Hof. Weil er so selten und fein im Geschmack war, war er ausschließlich dem Kaiser und seinem Hofstaat vorbehalten. Das exquisite Getränk wird in China neben seinem feinen Geschmack vor allem wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung geschätzt. Weißer Tee kann eine positive Wirkung auf

  • Deine Immunsystem und Deine allgemeine Gesundheit,
  • Deine Haut- und Haargesundheit,
  • und Deine Verdauungs- und Stoffwechselprozesse

haben. Er kann antibakteriell, antimykotisch und antiviral wirken und Dich somit vor äußeren Erregern und Erkältungen schützen. Zudem kann er antioxidativ und entzündungshemmend sein und Dich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewahren. Die Catechine können den Blutdruck senken und dazu beitragen, die Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Körper zu verbessern, deshalb kann er auch gegen Migräne helfen.

Welche Inhaltsstoffe machen weißen Tee gesund?

Von den traditionell chinesischen Teesorten Schwarzer Tee, Grüner Tee, Gelber Tee, Weißer Tee, Puh-Er-Tee, Oolong Tee ist der weiße am wenigsten verarbeitet und hat deshalb auch die höchste Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe, die in der Camellia Sinensis Pflanze stecken.

Die höchste Qualität unter den Weißteesorten hat der sogenannte Silbernadeltee aus Fuding, das in der chinesischen Provinz Fujian liegt. Für ihn werden ausschließlich Blütenknospen verwendet. Als zweitbeste Sorte gilt der Pai Mu Tan, übersetzt bedeutet es weiße Pfingstrose. Er schmeckt blumiger und aromatischer als der feine Silbernadeltee, dafür variiert die Qualität sehr stark. Je mehr zarte Blätter und Knospen im Pai Mu Tan sind, desto hochwertiger ist er. 

Allen Sorten gemeinsam ist die schonende, traditionelle Herstellung, die den weißen Tee zum naturbelassensten chinesischen Tee macht. Durch das langsame Welken und Trocknen an der frischen Luft bleiben viele gute Inhaltsstoffe enthalten. Dazu zählen

  • Mineralstoffe (Kalzium, Kalium, Eisen, Zink und Flourid),
  • Antioxidantien,
  • Aminosäuren,
  • Polyphenole (Catechine),
  • sowie anregende Teeine (koffeinhaltige Wirkstoffe im Tee).

Wie wirken die Polyphenole im Tee?

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe. Sie wirken nicht nur gegen freie Radikale, sondern können Dir auch beim Abnehmen helfen. Die wichtigsten Polyphenole im weißen Tee sind die sogenannten Catechine. Sie sind ein wahres Wundermittel der Natur. Die natürlichen Gerbstoffe können stark entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Sie können Dein Immunsystem stärken und Dich vor Krankheiten schützen.

Welche Wirkung hat das Koffein in Weißtee-Sorten?

Es ist ein Mythos, dass weißer Tee wenig Koffein enthält. Da er so schonend verarbeitet wird hat er im trockenen Zustand sogar einen höheren Koffeingehalt als Kaffee. Allerdings wirkt das Koffein hier viel milder und verträglicher auf unseren Körper als das im Kaffee. Gerade Menschen, die viel Kaffee trinken, nehmen die anregende Wirkung oft nicht so gut wahr. Schwangere sollten auch diesen Tee lieber in Maßen genießen.

Eine Frau hält eine Tasse mit zubereitetem weißen Tee

Bei welchen Beschwerden und welchen Anliegen kann Weißer Tee Wirkung zeigen?

Die gesunde Wirkung dieser speziellen Sorte ist in China seit langem bekannt.

  • In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird er bei bestimmten Formen von Migräne, bei Masern, zum Erholen von schweren Krankheiten und sogar in der Krebsprävention und -therapie eingesetzt.
  • Die Tee-Wirkung soll sich auch äußerlich in schönen Haaren und strahlender, glatter Haut zeigen. Das liegt vor allem an den Antioxidantien und Polyphenolen, die freie Radikale binden, welche oft für die Hautirritationen verantwortlich sind.
  • Auch für das Anti-Aging ist er geeignet. Die enthaltenen Aminosäuren können die Produktion von Kollagen und Elastan anregen. Beide Stoffe sind wichtig für eine glatte und jugendliche Haut.
  • Weißer Tee kann Dir auch beim Abnehmen helfen. Er wirkt wie grüner Tee anregend auf Deine Verdauung und soll sogar die Fettreserven schneller zum Schmelzen bringen.

Teezubereitung wie ein Profi: was gibt es zu beachten?

Zhang Dafu, ein erfahrener Teemeister der Qing-Dynastie, wusste bereits:

„Die Qualität einer guten Tasse Tee hängt zu zwanzig Prozent vom Tee selbst ab und zu achtzig Prozent vom verwendeten Wasser“. Neben einem qualitativ hochwertigen Tee solltest Du also auch auf die Qualität des Wassers achten, das Du zum Aufkochen verwendest. Für die Zubereitung sollte das Wasser möglichst weich, frisch und reich an Sauerstoff und Mineralien sein. Bei hartem und stark kalkhaltigem Leitungswasser kann ein einfacher Wasserfilter helfen, den Geschmack Deines Tees zu verbessern. 

Ebenso wichtig für den Geschmack ist die richtige Temperatur des Wassers und die Ziehzeit. Optimal für hochwertigen weißen Tee ist 70 Grad Celsius heißes Wasser und eine Ziehzeit von 3 Minuten. Bei weniger guten Sorten kannst Du auch 80 Grad Celsius heißes Wasser verwenden und den Tee 3 bis 5 Minuten ziehen lassen. Auch mehrere Aufgüsse mit kürzerer Ziehzeit sind möglich.

Ein aromatische Tee-Sorte, wie die weiße Pfingstrose, kannst Du auch mit einem kalten Aufguss im Sommer genießen. Dann natürlich mit längerer Ziehzeit.

Die Pflanzen für weißen Tee werden geerntet

Wie wird weißer Tee hergestellt?

Weißer Tee wird genauso wie grüner Tee und schwarzer Tee aus der echten Teepflanze (camellia sinensis) gewonnen. Im Gegensatz zu den anderen Teesorten werden für weißen Tee aber nur junge Blätter und Blütenknospen verwendet. Zu der Bezeichnung weiß kam es durch den Flaum an den geschlossenen Knospen, der silber-weißlich schimmert. Weißer Tee zeichnet sich durch ein mildes, leicht blumiges Aroma aus. Dabei kann der Geschmack je nach Qualität und Anbaugebiet sowie Erntezeit unterschiedlich sein.

Weißer Tee wird im Vergleich zu grünem und schwarzem Tee besonders schonend verarbeitet. Er hat den geringsten Oxidationsgrad, dass heißt, er trocknet nur ganz kurz unter dem Sonnenlicht, sodass die Blätter sich nicht wie beim schwarzen Tee dunkel färben. Sie bleiben grün und haben je nach Sorte einen leicht silbernen oder weißlichen Schimmer. Die traditionelle Herstellung funktioniert folgendermaßen:  

  1. Junge Blätter und Blütenknospen werden von Hand gepflückt. 
  2. Die Ernte wird aussortiert und für wenige Stunden belüftet.
  3. Danach kommen die Knospen und Blätter in Körbe oder Welkmatten und werden bei hoher Luftfeuchtigkeit gewelkt. Beim Welken verliert die Pflanze nur wenig Flüssigkeit.
  4. Deswegen wird der Tee noch zweimal für wenige Minuten bei hohen Temperaturen getrocknet.
  5. Abschließend wird der fertige Tee abgepackt.

Natürlich kann die Ernte und Produktion auch maschinell gemacht werden. Das hat aber leider eine schlechte Wirkung auf die Qualität und gesundheitsfördernden Stoffe im Tee. Wenn Du von seinen positiven Wirkungen profitieren möchtest, solltest Du darauf achten, ein hochwertiges Produkt am besten in Bio-Qualität zu kaufen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.