Gesund altern: Vorsorge ein Leben lang

Auch im Alter noch agil und gesund zu sein und das Leben genießen zu können, das wünscht sich wohl jeder. Den meisten ist auch bewusst, dass unser täglicher Lebenswandel entscheidend dazu beiträgt, wie fit wir sind und später sein werden. Prävention spielt dabei eine wichtige Rolle und zwar in jedem Alter.

Eine ältere Frau liegt glücklich auf einem Holzboden

… „Forever young, I want to be forever young…” – die deutsche Synthie-Pop Gruppe Alphaville hat den Wunsch nach ewiger Jugend in den 80ern musikalisch auf den Punkt gebracht. Dank der modernen Medizin und einem allgemein größeren Bewusstsein für gesunde Ernährung und Fitness ist unsere Lebenserwartung immer mehr gestiegen. Dennoch lässt sich der natürliche Alterungsprozess nun mal nicht vollständig aufhalten.

Ganz automatisch verlieren unsere Zellen mit der Zeit ihre Regenerationsfähigkeit, unser Körper wird weniger leistungsfähig und verschiedene äußere Einflüsse und Belastungen sorgen für bestimmte Beschwerden. Allerdings lässt sich in vielen Fällen durch vorbeugende Maßnahmen entgegensteuern. Einerseits können wir selbst darauf achten, lange Zeit gesund zu bleiben. Andererseits ist ein frühes Erkennen von Krankheiten und Einschränkungen wichtig, um negative Folgen möglichst gut verhindern zu können.   

Altern als schleichender Prozess

Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Erholung – diese drei Faktoren sind wohl die wichtigsten, die wir selbst beeinflussen können, um unsere Gesundheit so lang wie möglich zu erhalten. Nur fällt es uns im Alltag nicht immer so leicht, dies konsequent zu verfolgen. Stress, süße Verführungen oder der innere Schweinehund kommen dann einer guten Work-Life-Balance, einem ausgewogenen Speisplan oder der regelmäßigen Fitnesseinheit in die Quere.

Die Auswirkungen eines ungesunden Lebensstils zeigen sich meist nicht direkt. Unser Organismus kann zunächst einiges wegstecken. Erste Beschwerden zeigen sich dann erst, wenn wir es wirklich stark übertreiben oder über einen längeren Zeitraum nicht auf uns achten.

Viele Folgen, wie etwa die Schädigung unserer Zellen durch freie Radikale. laufen dabei zunächst unbemerkt ab. Auch Übergewicht, Bluthochdruck oder Verdauungsbeschwerden können sich erst über die Jahre entwickeln. Durch den schleichenden Prozess fällt uns dies dann oft erst spät negativ auf, etwa wenn dadurch unser Alltag eingeschränkt wird oder sich Schmerzen zeigen. Hinzu kommt, dass sich dann verschiedene negative Auswirkungen summieren und zu ernsthaften Erkrankungen führen können.

Gesund leben, gesund altern

Indem wir also unser gesamtes Leben lang so gut wie möglich auf unseren Körper achten, sorgen wir für Gesundheit auch im Alter. Wir sollten uns also bewusst sein, dass wir mit unserem Lebenswandel jeden Tag positiv in unsere Zukunft investieren können.

Dabei ist es nie zu spät, um sich für eine gesunde Lebensweise zu entscheiden. Jede ausgewogene Mahlzeit, jeder Spaziergang, jede Erholungspause können wir dabei auf unserem Gesundheitskonto gutschreiben. Manche Beschwerden lassen sich durch rechtzeitiges Eingreifen zudem wirksam bekämpfen. Rückenschmerzen sind ein gutes Beispiel dafür. Sie zählen als typische Zivilisationskrankheit und sind in vielen Fällen lediglich eine Folge mangelnder Bewegung. Oftmals bedingt durch die Arbeit verbringen wir einen Großteil unserer Zeit heute sitzend. Sorgen wir für den notwendigen Ausgleich, durch regelmäßigen Sport oder auch einfach tägliche Spaziergänge, verschwinden die Beschwerden dann meist wieder.

Mit einer Ernährungsumstellung können zudem Beschwerden wie Bluthochdruck oder Probleme mit der Verdauung wirkungsvoll bekämpft werden. Bestehen Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Diabetes oder kämpft man mit Übergewicht, kann eine Erkrankung ebenfalls noch abgewendet werden. Auch hier ist die Wahl der richtigen Lebensmittel und ausreichend Bewegung im Alltag entscheidend.  

Eine ältere Frau kocht

Natürlichen Alterserscheinungen entgegenwirken

Auch bei einem noch so gesunden Lebensstil werden sich ab einem bestimmten Alter gewisse Einschränkungen bemerkbar machen. Die Haut verliert an Spannkraft, unser Hormonhaushalt ändert sich und mit ihm unter anderem die Fortpflanzungsfähigkeit, die Knochendichte nimmt ab, das Immunsystem wird weniger leistungsfähig und die Sinneswahrnehmung wird schlechter. Diese natürlichen Prozesse lassen sich nur bedingt beeinflussen. Je mehr der einzelnen Faktoren zusammenkommen, umso stärker wird die Gesundheit strapaziert.

Einer alternden Haut können wir in gewissem Umfang mit schützenden und nährenden Cremes entgegenwirken. Einerseits hilft pflegende Kosmetik, andererseits können wir auch mit vitalstoffreichen Lebensmitteln für einen gesunden Teint sorgen. Verschiedene Vitamine können dabei die aggressiven freien Radikale neutralisieren und so die Zellen vor Beschädigungen schützen. Andere Stoffe helfen dabei, die Spannkraft und Feuchtigkeitsregulierung der Haut möglichst lange zu erhalten.

Ab einem bestimmten Alter lässt bei vielen Menschen auch die Sehkraft nach. Die typische Weitsichtigkeit im Alter ist die Folge einer verminderten Anpassungsfähigkeit der Augenlinse. Sie spielt beim Vorgang des Sehens eine zentrale Rolle. Im Laufe der Jahre verliert die Linse ihre Elastizität. Vor allem in die Nähe kann unser Auge dann nicht mehr so gut fokussieren. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A beziehungsweise Multicarotin ist für die Augengesundheit von zentraler Bedeutung. Mit einer gesunden Ernährung können wir so also aktiv für gutes Sehen auch im Alter sorgen.

Unsere Bänder, Sehnen und Gelenke sind im Laufe unseres Lebens großen Belastungen ausgesetzt und können uns im Alter ebenfalls mit verschiedensten Beschwerden plagen. Auch hier können wir mit unserer Lebensweise für den Erhalt unserer Mobilität entscheidend beitragen. Vor allem die Vermeidung von starker oder einseitiger Belastung ist hier wichtig. Eine schlechte Körperhaltung, stetige einseitige Bewegungen oder auch Übergewicht sind hier oft die Ursachen für Gelenkbeschwerden oder auch Arthrose.

Alte Menschen machen sich zum Laufen bereit

Durch regelmäßige Bewegung und Sport können wir nicht nur unser Herz-Kreislauf-System stärken, sondern auch dem Abbau der Muskeln entgegenwirken. Sie sind wichtig, um unser Skelett zu stützen oder auch die Gelenke zu entlasten. In gewissem Umfang kann ein trainierter Körper so verschiedene altersbedingte Schwächen noch ausgleichen. 

Auch unser Gehirn ist vom Alterungsprozess betroffen. Die Nervenleitgeschwindigkeit nimmt ab und viele haben mit Gedächtnisschwierigkeiten zu kämpfen. Nicht immer ist Demenz die Ursache dafür. Um unser Gehirn möglichst lange fit zu halten, hilft auch hier Bewegung – und zwar in Form von Gehirnjogging. Je mehr unsere grauen Zellen gefordert werden, umso länger lässt sich ihre Leistungsfähigkeit erhalten.

Welche medizinische Vorsorge ist sinnvoll?

In unserem Gesundheitssystem spielt die Vorsorge eine wichtige Rolle. Je früher eine Krankheit entdeckt wird, umso umfangreicher sind die Möglichkeiten zum Gegensteuern und umso größer die Chancen auf Heilung oder Besserung. Niemand geht wohl gerne freiwillig zum Arzt, vor allem wenn man sich eigentlich gesund fühlt. Dennoch sollten ab einem bestimmten Alter verschiedene Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. Die Kosten dafür werden größtenteils von den Krankenkassen getragen.

Bereits jetzt kann Krebsvorsorge sehr wichtig sein. Die Kassen übernehmen ab 35 Jahren die Kosten für ein zweijährliches Hautkrebs-Screening, sowie für die regelmäßige Brustkrebsprävention bei Frauen. An der Haut zeigt sich der Alterungsprozess oft als erstes. Krebs kann dabei eine der negativen Folgen einer zu starken Sonneneinstrahlung sein oder auch durch eine starke Schädigung der Zellen durch andere freie Radikale. Bei der Untersuchung wird die Haut vor allem auf Veränderungen bei Leberflecken oder Muttermalen geprüft.  

Ebenfalls alle zwei Jahre sollte nun zudem ein allgemeiner Gesundheits-Check beim Arzt durchgeführt werden. Dabei werden die Blutwerte und der Urin untersucht, sowie der Blutdruck kontrolliert. Diese Vorsorge dient unter anderem der Früherkennung von Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Männer sollten ab einem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr zur Prostata- und Genitaluntersuchung gehen. Auch die Lymphknoten werden bei einer Tastuntersuchung auf Veränderungen überprüft. Ab 55 Jahren beginnt die Darmkrebsvorsorge für Männer und Frauen. Diese Krebsart zählt zu den Zweithäufigsten, dementsprechend wichtig wird die Früherkennung eingestuft. Zwischen 50 und 69 Jahren wird bei Frauen zudem eine zweijährliche Brustuntersuchung durch eine Mammografie als Vorsorgeleistung von den Kassen übernommen. Brustkrebs ist bei Frauen mit Abstand die häufigste Krebsart.    

Bei dieser Aufzählung zeigt sich bereits, dass die Krebsvorsorge den wichtigsten Punkt der gesetzlichen Präventionsmaßnahmen darstellt. Für die Früherkennung werden neben den hier genannten wichtigsten Untersuchungen noch zahlreiche weitere Erkrankungen berücksichtigt. Durch einen gesunden Lebenswandel und das Wahrnehmen der verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen können wir selbst am besten zum Erhalt unserer Gesundheit beitragen.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.