Abstinent leben? Es geht auch glücklich ohne Alkohol

Alkohol gehört für viele Menschen zum gesellschaftlichen Leben einfach dazu. Das ist problematisch, denn es macht die Sache für Menschen schwierig, die alkoholfrei leben wollen oder müssen. Dabei gibt es viele gute Gründe, auf Alkohol zu verzichten. Wir haben Tipps für dich gesammelt, die es dir leichter machen können, abstinent zu leben.

Eine Hand hält ein Schild mit dem Symbol für "Kein Alkohol" hoch.

Abstinent leben? Gute Gründe für ein Leben ohne Alkohol

Es gibt viele gute und sehr unterschiedliche Gründe, keinen Alkohol zu trinken:

  • Alkohol ist ein starkes Suchtmittel. Wer ein Alkoholproblem hat oder hatte, sollte dauerhaft auf Alkohol verzichten.
  • Immer mehr Menschen mögen einfach das Gefühl nicht, betrunken oder auch nur angetrunken zu sein. Gerade wenn du immer wieder zu Exzessen neigst, die du anschließend bereust, kann ein Verzicht die bessere Lösung sein.
  • Manche haben in ihrem Umfeld gesehen, welche verheerenden Auswirkungen Alkoholmissbrauch haben kann, und wollen deshalb alkoholfrei leben.
  • Alkohol belastet den Körper, stört den Schlaf und nimmt uns Energie und Leistungsfähigkeit. Alleine das sind schon gute Gründe, um auf Alkohol zu verzichten. Vor allem Sportlern ist dieser Punkt sehr wichtig.
  • Darüber hinaus können durch regelmäßigen Alkoholkonsum auch schwerwiegende Krankheiten entstehen. Leberkrebs und Leberzirrhose sind die bekanntesten. Aber auch Gehirnschäden, Herzmuskelprobleme, Bauchspeicheldrüsenentzündungen und andere gefährliche Krankheiten können durch zu viel Alkohol entstehen.
  • Wenn es in der Vergangenheit Probleme mit Alkohol am Steuer gab, ist manchmal eine MPU mit Abstinenznachweis erforderlich.
  • Wer chronische Krankheiten hat und dauerhaft bestimmte Medikamente einnehmen muss, sollte ebenfalls keinen oder nur wenig Alkohol trinken.
  • Außerdem sollten natürlich Frauen auf Alkohol verzichten, wenn sie schwanger sind oder werden wollen und wenn sie stillen.

Immer mehr Menschen verzichten vollständig auf Alkohol. Trotzdem ist es noch immer nicht leicht, abstinent zu leben. Wir geben dir Tipps, wie es leichter gelingt.

Drei Freunde stoßen mit alkoholfreien Cocktails an.

Finde leckere alkoholfreie Alternativen

Wenn du auf Alkohol verzichtest, bedeutet das nicht, dass du nur noch Mineralwasser und Apfelsaftschorle trinken kannst. Je leckerer die Alternativen sind, umso leichter fällt es dir, etwas Alkoholfreies zu trinken. Es lohnt sich, ein wenig herumzuprobieren:

  • Viele Hersteller bieten inzwischen Wein, Bier, Sekt und sogar Gin ohne Alkohol an. Viele Sorgen können mit den alkoholhaltigen Varianten durchaus mithalten. Aber Vorsicht: Solche alkoholfreien Getränke können meist trotzdem noch kleinste Mengen Alkohol enthalten. Wenn du aufgrund eines Alkoholproblems oder einer bestimmten Erkrankung abstinent lebst, kann schon diese kleine Menge zu viel sein.
  • Alkoholfreie Cocktails sind vielseitig und lecker. Und sie bedienen eine wichtige Funktion von alkoholhaltigen Getränken: Sie stellen etwas Besonderes dar, mit dem du einen Anlass feiern oder es dir einfach gut gehen lassen kannst.
  • Zu Hause kannst du mit Sirup experimentieren. Es gibt inzwischen eine riesige Auswahl unterschiedlicher Produkte, mit denen du sehr vielseitige und leckere Getränke herstellen kannst, indem du einfach Mineralwasser zugibst.
  • Viele Restaurants und Bars haben ungewöhnlichere Säfte, die du durchprobieren kannst. Quitte, Rhabarber, Schwarze Johannisbeere, Litschi oder Mango: Finde deine liebsten Sorten!
  • Auch bei Tee und Kaffee gibt es eine große Vielfalt und ganz unterschiedliche Geschmackswelten.

Du siehst: Auch beim Alkoholverzicht kannst du eine riesige Auswahl an Getränken entdecken.

Lass dich nicht überreden

Eigentlich hast du dir vorgenommen, heute nichts zu trinken. Aber dann wollten deine Freunde mit dir anstoßen und du wolltest kein Spielverderber sein. Vielleicht hat sich auch jemand lustig gemacht oder dich richtig gedrängt, dir etwas einzuschenken. Dieses Verhalten der Umgebung kann ein echtes Problem sein.

Die einzige Chance dagegen: Lerne, entschieden Nein zu sagen! Mach dir klar, warum dir die Abstinenz wichtig ist, und gib dann nicht nach! Suche dir möglichst einen Verbündeten im Freundeskreis! Vielleicht kannst du auch in einer ruhigen Minute mit deinen Kumpels sprechen und ihnen sagen, wie ernst es dir damit ist.

Falls es in deinem Umfeld Menschen gibt, die dich trotzdem immer wieder zum Alkoholkonsum überreden wollen, solltest du auf Abstand gehen. Zumindest für eine Weile hilft es dir, deinen Werten treu zu bleiben. Wenn du gefestigter bist, könnt ihr vielleicht wieder zusammenfinden.

Eine Frau lehnt ein Glas Alkohol ab.

Finde andere Wege, dich zu entspannen oder zu belohnen

Für viele Menschen ist Alkoholkonsum ein Weg zur Entspannung. Das ist jedoch gefährlich. Gerade dann, wenn mit dem Alkohol bestimmte Gefühle ausgelöst oder betäubt werden sollen, ist der Weg zur Sucht nicht mehr weit. Finde deshalb andere Wege, um mit Ängsten und Sorgen umzugehen, dich zu entspannen oder zu belohnen!

Dazu musst du zunächst herausfinden, in welchen Situationen du besonders viel trinkst. Ist es, wenn du Stress hast? Oder wenn du Gefühle betäuben willst? Wenn dich alles überfordert? Oder wenn du traurig bist? Vielleicht auch, wenn du dich für etwas belohnen willst oder dein Tag besonders hart war?

Wenn du die Situationen und Mechanismen durchschaut hast, die dich zum Alkoholkonsum verleiten, kannst du Alternativen finden.

Entspannung funktioniert zum Beispiel gut mit Sport, Meditation oder einer heißen Badewanne. Zur Belohnung kannst du dir genauso gut einen alkoholfreien Cocktail, eine ungestörte Lesestunde oder etwas Leckeres zu essen gönnen. Das schadet deiner Gesundheit wahrscheinlich deutlich weniger.

Suche dir rechtzeitig Hilfe!

Möglicherweise nimmst du dir Abstinenz vor und merkst dann, dass das nicht so einfach funktioniert. Wenn das der Fall ist, brauchst du vielleicht Hilfe. Du kannst dich zum Beispiel an deinen Hausarzt, einen Psychotherapeuten, die Suchtberatung oder die Anonymen Alkoholiker wenden. Vielleicht fragst du dich schon, ob du Unterstützung brauchst? Diese Anzeichen können dafür sprechen:

  1. Du hältst die Abstinenz trotz großer Bemühungen nur wenige Wochen, Tage oder vielleicht sogar Stunden durch.
  2. Du hast schon mehrere Versuche unternommen, deinen Alkoholkonsum zu reduzieren, aber es klappt einfach nicht.
  3. Du kommst ohne den Alkohol mit bestimmten Gefühlen oder Problemen nicht zurecht und weiß nicht, wie du mit ihnen umgehen sollst.
  4. Du entwickelst körperliche oder seelische Symptome, wenn du nicht trinkst. Das können zum Beispiel Schmerzen, Zittern, Nervosität, Kreislaufprobleme, Krämpfe oder Halluzinationen sein. Solche Entzugserscheinungen können gefährlich sein und sollten medizinisch begleitet werden.

Ja, es kostet sicher Überwindung, dir Hilfe zu suchen. Aber mach dir klar: Du bist bei Weitem nicht die einzige Person mit diesem Problem. Wenn dir der Verzicht gelingt, kannst du zu einer ganz neuen Lebensqualität zurückfinden. Die Gesundheit von Körper und Geist werden es dir danken. Außerdem kannst du ein echtes Vorbild sein, wenn es dir gelingt, auch ohne den Konsum von Alkohol glücklich zu sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.