Trotz Schuppenflechte Haare färben – so geht es

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung sind von Psoriasis (Schuppenflechte) betroffen. Die vererbte Autoimmunkrankheit ist bis jetzt nicht heilbar und tritt in Schüben auf. Eine Behandlung kann nur Symptome wie Juckreiz und Co. mildern. Von Psoriasis Betroffene können nur lernen, die Trigger, die diese Psoriasis-Schübe auslösen, herauszufinden und mit einem gesunden Lebensstil zu vermeiden. Trotzdem müssen sie nicht mit ergrautem Haar leben und können auch (bedingt) ihre Haare in ihrer Wunschfarbe färben. Allerdings sollten hier ein paar Dinge beachtet werden. 

Frau beim Friseur beim Haare färben

Trotz Schuppenflechte Haare färben – warum ein Friseurbesuch besser ist als DIY

Menschen, die unter Schuppenflechte leiden, gehen oft nicht so gerne zum Friseur. Bei Psoriasis, einer erblich bedingten Autoimmunkrankheit, erneuert sich die oberste Hautschicht im Extremfall bis zu siebenmal schneller. Das sorgt für sogenannte Plaques, weiß-silbrige Schuppen auf bestimmten Stellen der Haut. Meistens ist davon die Kopfhaut betroffen. Viele genieren sich mit ihrem schuppigen, entzündeten Kopf im Salon und machen sich ihre Haare lieber selbst zu Hause. Genau das ist aber ein Fehler.

Anders als oft empfohlen, können auch Menschen mit Psoriasis ihre Haare färben. Allerdings ist es keine gute Idee, das selbst zu machen. Professionelle Friseurinnen und Friseure lernen den Umgang mit Krankheiten der Kopfhaut während ihrer Ausbildung. Sie sind daran gewöhnt, mit den von Schuppenflechte betroffenen Kundinnen und Kunden diskret und respektvoll während der Behandlung umzugehen. Wichtig ist es aber, den Salon schon vor dem Besuch über die Psoriasis und die gewünschte Farbe zu informieren. Profis können schon vorher an einer Stelle der Haut (am besten auf der Kopfhaut selbst) einen Allergietest machen. So kann die gewünschte Farbe auf ihre Verträglichkeit hin geprüft werden. 

Fünf Regeln für das Färben der Haare mit Schuppenflechte

Viele Experten raten ganz allgemein vom Haare färben und dem Verwenden von Stylingprodukten an der Kopfhaut bei von Psoriasis Betroffenen ab. Damit gehen sie auf Nummer Sicher. Chemische Farben oder eine Dauerwelle bedeuten immer eine Herausforderung für die Kopfhaut. Egal, ob mit oder ohne Schuppenflechte. Wenn du bestimmte Regeln beachtest, deinen Körper genau beobachtest und vorsichtig mit ihm umgehst, kannst du dir aber dennoch eine Haarfarbe gönnen. Allerdings solltest du dabei mindestens fünf Regeln beachten:

  • Profi. Lasse deine Haare nur von einer Friseurin oder einem Friseur färben! Bei Schuppenflechte lohnen sich keine Experimente an der Kopfhaut. 
  • Test. Mache vor dem Friseurbesuch einen Patch Test! Zwei Farbstoffe lösen besonders intensiv Allergien bei Kontakt aus: PPD (Para-Phenylendiamin) und PTD (Para-Toluylendiamin). Die meisten PPD oder PTD-Allergien entwickeln sich schon durch den erstmaligen Kontakt mit bestimmten Produkten. Dazu gehören dunkel gefärbte Textilien, Leder, Schuhe, Lacke, Schwarzgummi, manche Kunststoffe, Henna-Körperfarben sowie Tinte und Druckertinte.
  • Balance. Lasse die Haare nur dann einfärben, wenn du deine Kopfhaut gut im Griff hast und gerade unter keinem akuten Schub leidest!
  • Mix. Manche Inhaltsstoffe von Behandlungen gegen Psoriasis in Cremen, Spülungen oder Shampoos können mit dem Haarfärbemittel reagieren. Das kann die Farbe beeinträchtigen und für ein unschönes Ergebnis sorgen. Überwiegend sind nur Verfärbungen, aber es können auch allergische Reaktionen auftreten. Kläre das unbedingt vorher mit deinem Arzt ab!
  • Sanft. Pflege deine Kopfhaut und dein Haar nach dem Umfärben noch sorgfältiger als zuvor. Besprich mit deiner Friseurin oder deinem Friseur ein ideales Shampoo, das die Kopfhaut feucht hält und nicht unnötig reizt. Verzichte auf kratzende Bürsten oder Kämme und sattle lieber auf Naturprodukte aus Holz oder Horn um!
Frau kratzt sich am Kopf wegen Schuppenflechte

Warum ist Naturhaarfarbe bei Schuppenflechte so wichtig?

Künstliche Haarfarben verwenden besonders gerne Ammoniak. Dadurch soll die Farbe länger halten und intensiver leuchten. Auch das Farbspektrum der Wunschfarbe kann durch chemische oder künstliche Produkte um einiges erweitert werden. Wer unter Psoriasis leidet, sollte auf jeden Fall zu natürlichen Haarfarben greifen. Jede mechanische oder chemische Belastung kann eine Schuppenflechte verschlimmern. Leidest du aktuell unter einem Psoriasis-Schub, ist die natürliche Barriere deiner Haut ohnehin schon schwach und unerwünschte Stoffe und Chemikalien in einem chemischen Haarfärbemittel können leichter in sie eindringen. Deswegen solltest du nicht zum Friseur, wenn du offene Stellen durch die Schuppenflechte hast. Besonders schonend ist das Kolorieren mit der Folientechnik. So kommt die Kopfhaut so wenig wie möglich mit der Farbe in Berührung.

Pflanzliche Haarfärbemittel mit nicht allergenen Inhaltsstoffen können ohne Probleme verwendet werden. Lasse aber nur reine Naturprodukte an deinen Kopf! Mit dem Label „Bio“ gehst du hier auf Nummer Sicher. „Natürlich“ allein ist zu wenig. Zu natürlichen Pflanzenfarben gehören:

  • Henna (außer dunkelbraunes oder schwarzes Henna),
  • Walnussschalen,
  • Kurkuma,
  • Johannisbeeren,
  • Baumrinden,
  • Rhabarberwurzel,
  • Hibiskus
  • und Kaffee.

Wer rot oder rotbraun werden möchte, ist mit Henna gut beraten. Allerdings ist nicht jedes Henna unbedenklich. Schwarzes oder dunkelbraunes Henna kann einen PPD-Gehalt aufweisen. Alternativ kannst du Produkte mit Blutholz, Brasilholz, Färberkrapp oder Ginster zum Färben benutzen. Du kannst auch bei deinem Shampoo zu pflanzlichen und naturbelassenen Produkten greifen.

  • Eine Frau hält eine rote Blüte vor ihr Gesicht
  • Frau liegt mit ihren Haaren auf Kaffeebohnen
  • Schwarze Johannisbeeren rollen aus einer Schüssel
Pflanzliche Haarfarben aus Hibiskus, Kaffee oder Johannisbeeren eignen sich für das Haare färben bei Schuppenflechte.

Trigger erkennen: was kann Schuppenflechte Schübe auslösen?

Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine entzündliche, chronische Erkrankung. Sie ist aber nicht ansteckend. Ein Friseurbesuch ist kein Problem. Die Symptome sind starker Juckreiz, rote Flecken, die typischen Schuppen darauf (am ganzen Körper und häufig auf der Kopfhaut). Psoriasis tritt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auf. Sie kommt meist in Schüben (Flares) und kann auch durch äußere Umstände (Trigger) begünstigt werden. Dazu gehören:

  • Sonnenbrand
  • Tätowierungen oder Piercings,
  • Hautverletzungen (Kratzen durch den starken Juckreiz),
  • zu heißes Duschen,
  • Entzündungen der Haut, 
  • übermäßiger Genuss von Alkohol und Nikotin,
  • Stress oder Schlafmangel.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Schübe auslösen. Die Trigger sind oft individuell.

Daher: Schütze deinen Kopf mit einem Hut oder Sonnencreme vor der Sonne! Vermeide alles, was deinen Körper austrocknet und trinke sehr viel! Wichtig ist es vor allem, die Behandlung der Symptome auch in Zeiten ohne Schübe fortzusetzen.

Cremen, Lotionen oder Shampoos mit Harnstoff (Urea) oder Salicylsäure können der Kopfhaut mehr Feuchtigkeit spenden und so den Juckreiz lindern. Shampoo mit Kortison solltest du aber nur nach Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und auf keinen Fall zu lange verwenden. Es gibt aber sehr viele pflanzliche Alternativen in Shampoos, die den Juckreiz und die Symptome auf sanfte Art in Schach halten können. Das ist wichtig, da Kratzen die Beschwerden verschlimmert.

Frau mit Sonnenhut.

Entspannung und Natur: Psoriasis am Kopf vermeiden

Um Psoriasis etwas zu lindern, kannst du im Alltag ein paar Verhaltensregeln beachten:

  • Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A und Vitamin D3 kann den Eigenschutz unterstützen.
  • Ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Genussmittel sind ebenfalls ein wichtiger Punkt.
  • Sportarten wie Wandern oder Joggen versorgen deinen Geist und Körper mit frischer Luft und Entspannung.
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Qigong oder autogenes Training können dir ebenfalls dabei helfen, die Schübe der Psoriasis in den Griff zu bekommen und dich fit für den nächsten Friseurbesuch machen.