Haare färben mit Henna: Anleitung und Tipps für die Pflanzenhaarfarbe

Wenn du deine Haare auf natürliche Weise färben und gleichzeitig pflegen möchtest, kannst du naturreines Hennapulver verwenden. Diese Pflanzenhaarfarbe ist eine tolle Alternative für alle, die sich mehr Glanz wünschen oder ihre Haare einen Tick dunkler färben möchten. So kannst du deine Haare mit Henna färben und nahezu die gleichen Effekte erzielen wie mit herkömmlichen Haarfarben, jedoch ohne deine Haarpracht zu schädigen.

Frauen mit unterschiedlichen Haarfarben

Vorteile: Warum ist Haare färben mit Henna so schonend für die Haare?

Das Hauptargument für Henna-Haarfärbungen ist, dass die Pflanzen-Haarfarbe sehr schonend für Haut und Haare ist. Feines Haar gewinnt dadurch automatisch an Volumen und die natürliche Haarfarbe lässt das Haar glänzen. Im Gegensatz zu chemischen Haarfarben, die das Haar von innen färben, legt sich Henna wie eine Schutzschicht um die Haarstruktur.

Die Töne, die durch Henna entstehen, hängen daher auch von deiner natürlichen Haarfarbe ab. Das bedeutet, dass die Färbung mit Henna immer ein einzigartiges Ergebnis hervorruft und du sie so oft du willst wiederholen kannst, um für neue Farben zu sorgen. Obwohl Henna permanent ist, wird es über die Zeit verblassen. Die Haaransätze und Farbübergänge durch das natürliche Wachstum fallen also nicht stark auf, sondern sind fließend. 

Bei einer Frau werden die Haare mit Henna gefärbt

Anleitung: Haare färben mit Henna, Tipps & Tricks

Mithilfe dieser Anleitung sollte es dir gelingen, rotes, blondes, schwarzes oder graues Haar zu färben und ein tolles Ergebnis zu erzielen. Die Farbe kann in den folgenden Tagen noch etwas dunkler werden, also warte am besten noch etwas ab, bevor du eine Farbkorrektur vornimmst. 

  1. Vorbereitung: Henna färbt nicht nur Haare, sondern auch Handtücher, Badteppiche und deinen Lieblingspulli. Also: Alles in Sicherheit bringen, was nicht die Farbe wechseln soll!
  2. Probesträhne: Henna entfaltet je nach Haarstruktur unterschiedliche Wirkungen, daher solltest du zunächst eine einzelne Strähne färben.
  3. Faktor Zeit: Wer eine pflanzliche Haarfarbe verwendet, muss schnell sein. Erstens macht die Wärme das Farbergebnis intensiver, zweitens neigt abkühlender Hennabrei leicht zum Bröckeln und lässt sich entsprechend schlechter im Haar verteilen.
  4. Schutz: Damit die Haut an Stirn, Schläfen und Nacken nicht mitgefärbt wirbt, solltest du kurz vor der Anwendung eine dünne Schicht Vaseline oder eine sehr fette Tagescreme auftragen.
  5. Auftragen: Benutze beim Auftragen der Haarfarbe am Ansatz am besten einen Pinsel. Anschließend die Masse in die Längen und Spitzen einmassieren. Das funktioniert am besten mit den Fingern, die du aber mit Handschuhen schützen solltest.
  6. Farbintensität: Henna-Rot ist relativ hell. Wer sich einen intensiveren Farbton wünscht, kann das Pulver mit kochendem Schwarztee bzw. Rotwein aufgießen.
  7. Farbtöne mischen: Du magst weder reines Rot noch Braun? Kein Problem, denn die verschiedenen Hennapulver kannst du nach Belieben zusammenmischen.
  8. Einwirkzeit: Idealerweise wickelst du dir nach dem Auftragen eine Frischhaltefolie um den Kopf und deckst das Ganze noch zusätzlich mit einem Handtuch ab. Je länger du die Farbe anschließend einwirken lässt, desto intensiver wird das Farbergebnis.
  9. Haare waschen: Dann geht es ans Auswaschen. Spüle die Haarfarbe so lange aus, bis das Wasser wieder klar ist. Wichtig: Verwende dabei kein Shampoo, denn deine Pflanzenhaarfarbe muss sich erst festigen! Gib deshalb auch keine Spülung auf die Haare, denn die Fette der Haarspülung könnten die Pigmente ebenso ablösen!
Rotes Haar und Hennapuder

Wie funktioniert Henna als Haarfärbemittel?

Henna Haarfärbemittel färben das Haar dauerhaft. Die Farbe lässt sich nicht auswaschen, sie muss rauswachsen. Das Pulver wird zum Färben mit heißem Wasser vermengt, zu einer Masse verrührt und noch warm ins Haar eingearbeitet. Um einen anhaltenden Effekt zu erzielen, muss der Brei bis zu zwei Stunden oder länger einwirken. Je länger die Einwirkzeit, desto intensiver das Ergebnis. In dieser Zeit reagiert Henna mit den Proteinen der Haare – den Keratinen. 

Können Pflanzenhaarfarben wie Henna graue Haare abdecken?

Wenn sich die ersten grauen Haare am Kopf zeigen oder man mit der eigenen Naturhaarfarbe unzufrieden ist, kann Färben den Look wieder auffrischen. Statt Kopfhaut und Haar mit chemischen Farben zu belasten, greifen viele Frauen zu natürlichen Färbemitteln aus Henna. Meist sind die grauen Haare auch sehr trocken, da die Kopfhaut im Laufe der Zeit immer weniger Talg produziert, was eine fehlende Geschmeidigkeit verursacht. Eine Extraportion Pflege ist daher gefragt und dafür sind Hennafarben bestens geeignet.

Aber wie sieht es mit der Abdeckung von grauen Haaren mit natürlichen Haarfarben aus? Grundsätzlich ja, aber generell gilt: Pflanzenhaarfarben wirken auf jedem Haar anders und können auch auf grauem Haar unterschiedliche Schattierungen aufweisen. Wer also ein paar leicht grau erkennbare Strähnen im Haar behalten möchte, für den ist eine Pflanzenfarbe die beste Lösung.

Graue Haare mit Henna Haarfarbe am Ansatz

Der Unterschied zwischen Chemie und Pflanzenfarbe

Chemische Haarfarben, wie Blond-, Schwarz- und Brauntöne, öffnen durch die enthaltenen Wasserstoffperoxide das Haar gewaltsam. Sie verändern im molekularen Zustand komplett das „Innenleben” der Haare und lagern körperfremde, künstliche Pigmente ein. Diese müssen rauswachsen. Das Haar ist innen wie außen ausgelaugt, was mit jeder neuen chemischen Haarfärbung noch schlimmer wird. Somit bedarf es ständiger „Reparatur” durch vielversprechende, meist ebenfalls künstliche Hilfsmittel, die etwa Silikon enthalten. Zudem entsteht schnell wieder ein unschöner Haaransatz, der bald nach einer Ansatzfärbung schreit.

Pflanzenhaarfarbe hingegen besteht aus gemahlenen, farbintensiven Pflanzenbestandteilen und diese Pigmente legen sich sanft um die Schuppenschichten herum. Dadurch wird das Haar vom Ansatz bis zur Spitze geschlossen, es speichert mehr Feuchtigkeit und wird zusehends glänzender. Mit der Zeit wäscht sich langsam die oberste Pigmentschicht ab. Jedoch bleibt ein Teil am Haar haften und wird mit jeder neuen Pflanzenfärbung neu gefestigt. Färbt man nicht mehr, verliert sich die Farbe mit jedem Haarewaschen und Sonnenstrahl immer mehr.

Haaransätze sind fließend und wachsen nicht so sichtbar heraus wie bei der chemischen Haarfarbe. Pflanzenfarbe pflegt, stößt aber beim Färben auch an ihre Grenzen: Sie kann nicht heller oder auch nicht extrem schwarz färben. Ein Blond ist mehr ein beige-goldiges „Erwärmen”, ein dunkler oder schwarzer Ton eher ein Vertiefen der eigentlichen Haarfarbe. Auch bei einem sehr starken Grau-Anteil sind oftmals verschiedene helle Schattierungen noch erkennbar.

Verschiedene Hennafarben als Puder und als Brei

Nur reines Hennapulver verwenden

Mitunter bestehen sogenannte Henna-Haarfärbemittel nicht nur aus reinem Naturprodukt. Damit die Naturhaarfarbe wirklich unschädlich für deine Mähne ist, solltest du daher beim Kauf des Pulvers genau aufpassen. Das reine Pulver schadet deinem Haar nicht. Um den Färbeprozess zu beschleunigen oder einen intensiveren Farbton zu erzeugen, geben jedoch einige Hersteller andere Chemikalien dazu. Achte deshalb genau auf die Inhaltsstoffe auf der Packung und lass am besten die Finger von Produkten, in denen Phenylendiamine (PPD) enthalten sind. Diese können gesundheitsschädigend sein und dein Haar strapazieren und stumpf machen.

Vorsicht bei künstlich hergestelltem Henna

Mittlerweile lässt sich Henna auch künstlich produzieren. Dieser nachgebildete Farbstoff ist jedoch in kosmetischen Produkten verboten. In seiner traditionellen, pflanzlichen Zubereitungsart ist der Hennafarbstoff aber unbedenklich und nicht gesundheitsschädigend. Das wurde auch vom wissenschaftlichen Expertenkomitee für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission 2013 bestätigt. Das gilt aber ausdrücklich nur für reines, natürliches Henna-Pulver, wie es als Haarfärbemittel verwendet wird.