Schwarzkümmelöl – Wirkung und Anwendungsgebiete für das "Wunderöl"

Schwarzkümmelöl gilt seit tausenden Jahren in vielen Gebieten der Erde als Würz- und Heilmittel. Seine Inhaltsstoffe sollen nicht nur antibakteriell und entzündungshemmend sein, sondern auch eine wichtige Rolle für unser Immunsystem spielen. Kein Wunder, dass in Zeiten einer weltweiten Virus-Pandemie dieses Öl im wahrsten Sinn in aller Munde ist. Wir verraten dir, welche Wirkung Schwarzkümmelöl hat und wie es angewendet werden kann.

Blüte einer Schwarzkümmel

Schwarzkümmelöl: Wirkung mit Geschichte

Nofretete und sogar Tutanchamun schworen auf die Kraft des Schwarzkümmels (Nigella Sativa). In der Grabkammer des Pharaos wurde sogar ein Fläschchen mit dem kostbaren Gewürzöl entdeckt, das bis heute im Ägyptischen Museum in Kairo zu sehen ist. Vor tausenden Jahren war es im alten Ägypten nur Pharaonen und der adeligen Oberschicht vorbehalten.

  • Im arabischen, afrikanischen und im chinesischen Raum ist das Schwarzkümmelöl schon seit etwa dreitausend Jahren bekannt.
  • Sogar Hippokrates, der griechische Arzt und Vater der heutigen westlichen Medizin, setzte im 4. Jahrhundert vor Christus das Schwarzkümmelöl bei psychischen Beschwerden ein.
  • In der Traditionellen Chinesischen Medizin hingegen wurde der Schwarzkümmel eher bei Verstopfung der Blutgefäße oder zur Unterdrückung von Husten eingesetzt, aber auch beispielsweise zur Verzögerung des Krebswachstums.
  • In der Naturheilkunde des Nahen Ostens wird das Schwarzkümmelöl hauptsächlich bei entzündlichen Gelenksbeschwerden oder Allergien verwendet.

Bei uns in der westlichen Welt ist Schwarzkümmel noch nicht so weit verbreitet. Ein echter Fauxpas – soll doch der Echte Schwarzkümmel allgemein zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Gerade jetzt, wo die ganze Welt gegen eine Pandemie kämpft, gehört ein gestärktes Immunsystem zu den unverzichtbaren Dingen im Leben. Das macht die vielfältige Wirkung von Schwarzkümmelöl in der Corona-Krise ganz besonders wichtig. "Schwarzkümmel hilft gegen alle Krankheiten – außer den Tod." Zu dieser Erkenntnis soll sogar der Prophet Muhammad vor 1300 Jahren gekommen sein.

Welche Wirkung von Schwarzkümmel wurde in Studien bestätigt?

Man sagt dem Öl eine entzündungshemmende, antibakterielle und antiallergische Wirkung nach. Die blutdrucksenkende Wirkung belegen bereits viele Studien.

So beschreibt Huseini et al 2013 in einer randomisierten Doppel-Blind-Studie einen blutdrucksenkenden Effekt des Schwarzkümmels. Dabei sanken bei der Gruppe, die täglich je 2,5 ml Schwarzkümmelöl einnahmen, sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck sehr eindrucksvoll. Angenehmer Nebeneffekt bei den Teilnehmern der Studie: Ihr Gewicht sank während der Behandlung um 2 %.

2014 gab es eine ähnliche Studie mit Schwarzkümmelöl und Honig. Bei einer Gruppe mit erhöhten Cholesterinwerten wurde nach der Einnahme von Schwarzkümmelölsamen und Honig über sechs Monate eine Senkung des Cholesterinwerts von 6,2 % festgestellt. Dabei stieg das "gute" Cholesterin HDL gleichzeitig um 8 %. Die Triglyceride sanken dagegen um 13,3 %, das "schlechte" LDL-Cholesterin sank um 6,7 % während der Einnahme von Schwarzkümmel. Dazu sanken diastolischer und systolischer Blutdruck zwischen 3,9 und 5,5 %. Einzige "Nebenwirkung" für die Teilnehmer der Studie: Sie nahmen dazu noch 2 % an Gewicht ab, während sich der Körperfettanteil während der Behandlung um 4,5 % reduzierte.

Schwarzkümmelöl ist in einer Schüssel neben Samen des Schwarzkümmels

Durch welche Inhaltsstoffe wirkt das Öl des Schwarzkümmels?

Das echte Schwarzkümmelöl wird aus den Samen mohnähnlicher Kapseln der Nigella Sativa gewonnen und enthält ganz besonders viele ungesättigte Fettsäuren. Das Schwarzkümmelöl selbst schmeckt leicht scharf und ein wenig würzig. Nur wenn hundert Prozent Nigella Sativa drauf steht, handelt es sich um das reine Öl mit der altbewährten Wirkung.

  • Hauptbestandteil sind ungesättigte Fettsäuren. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählt die Linolsäure, eine essenzielle Fettsäure, die unser Körper über die Gamma Linolensäure in Botenstoffe umwandeln kann. Diese Botenstoffe sind an der Immunabwehr und an der Entzündungshemmung beteiligt.
  • Dazu sind die Omega-6-Fettsäuren zum Aufbau von Zellstrukturen und Zellmembranen notwendig. Das hilft besonders unserer Haut. Denn Schwarzkümmelöl wird gerne als Anti-Aging-Mittel gegen trockene und alternde Haut verwendet.
  • Neben den ungesättigten Fettsäuren ist das Schwarzkümmelöl außerdem vollbepackt mit Mineralstoffen wie Zink, Selen, Magnesium, Aminosäuren und Vitaminen. Dazu soll es noch antioxidativ und antimykotisch wirken. Diese Vielfalt an Inhaltsstoffen soll der Grund sein, warum es bei so vielen Beschwerden Wirkung zeigen soll.
Als Haarkur verleiht Schwarzkümmelöl Glanz und Kraft.

Bei welchen Beschwerden kann Nigella Sativa noch wirken?

Neben einer Senkung von Blutdruck und Cholesterinwerten, die bereits in einigen Studien belegt wurden, soll das Öl der Nigella Sativa auch bei Behandlungen von Allergien helfen, vor allem als Nasenspray bei allergischer Rhinitis.

  • Auch bei Asthma soll es laut einer Studie Wirkung gezeigt haben.
  • Äußerlich angewendet wurden bereits Erfolge bei Neurodermitis und Akne erzielt.
  • Weil im Öl außerdem die (Pro)Vitamine Beta-Carotin, Biotin und Folsäure enthalten sind, wirkt es sich neben der Haut auch noch auf die Schönheit deines Haares aus. Als Haarkur benutzt, kann es dein Haar kräftigen und ihm einen unwiderstehlichen Glanz verleihen. Für diesen Effekt massierst du einfach ein paar Tropfen des Öls in deine Haarspitzen ein, lässt sie kurz einwirken und spülst dein Haar anschließend mit warmem Wasser ab.

Wie sieht die Anwendung von Schwarzkümmel aus?

Schwarzkümmel kann gemahlen aber auch ganz über verschiedenste Speisen gestreut werden. Mischt man den pulverisierten Schwarzkümmel mit Wasser, entsteht eine schleimige Substanz ähnlich der, als wenn man Chia-Samen in Wasser auflöst. Dieses Gel kann getrunken werden, aber auch als Eier-Ersatz bei Mehlspeisen verwendet werden.

Sehr verbreitet ist die Anwendung von Schwarzkümmelöl. Zur Stärkung des Immunsystems kannst du täglich ungefähr eine Stunde vor dem Frühstück einen bis zwei Teelöffel des Öls einnehmen. Wer den intensiven Geschmack des Schwarzkümmels nicht mag, kann das Öl auch mit ein wenig Honig mischen. Gerne wird das Schwarzkümmelöl auch mit einem frisch gepressten Saft getrunken. So schmeckt man seine Schärfe kaum. Auch Inhalationen mit dem Öl sollen hilfreich bei beispielsweise einer Allergie sein. Dafür gieße zwei Liter kochendes Wasser in eine große Schüssel und gib einige Tropfen Öl dazu! Dann lege ein Handtuch über deinen Kopf und inhaliere für etwa zehn Minuten! Achte jedoch darauf, dass du dich bei der Anwendung nicht verbrühst! Bei Neurodermitis oder anderen Hautproblemen wie Akne kannst du das Schwarzkümmelöl auch lokal auftragen. Allerdings solltest du das fette Öl immer verdünnt und sehr sparsam auftragen. 

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Wirkung und Nebenwirkung: Auf die Qualität des Öls kommt es an

Idealerweise wird das Öl kaltgepresst, damit auch noch alle Inhaltstoffe am Ende enthalten sind. Hochwertige Bio-Öle wie das Schwarzkümmelöl Bio von Dr. Eberhardt sind vollbepackt mit besten Inhaltsstoffen und frei von Pestiziden oder anderen Zusatzstoffen.

Achtung: Schwarzkümmelöl kann für Katzen gefährlich werden. Die kleinen Stubentiger können die enthaltenen Terpene nicht über die Leber ausscheiden. Deshalb ist das Öl für Katzen giftig. Hund hingegen vertragen das Öl allgemein gut.

Auch wenn das Schwarzkümmelöl kein ätherisches, sondern ein fettes Öl (Neutral Öl) ist, möchten wir nochmals in Erinnerung rufen: Grundsätzlich sollte man bei der Anwendung ätherischer Öle unbedingt die Angaben des Herstellers kontrollieren. Wichtig ist, dass nicht alle ätherischen Öle bei Babys oder Kleinkindern angewendet werden dürfen. Denn bei direktem Hautkontakt können gefährliche Allergien auftreten. Während einer Schwangerschaft solltest du übrigens grundsätzlich auf die Anwendung solcher Öle verzichten, da diese als Nebenwirkung wehenfördernd sein können.

Egal ob Mensch oder Tier: Vor der Anwendung von ätherischen Ölen solltest du immer Rücksprache mit einem erfahrenen Aromatherapeuten, dem Hersteller, einem Arzt oder Apotheker halten, sodass du bei entsprechenden Beschwerden immer die richtige Behandlung erfährst. Außerdem kannst du nur dann sicher sein, dass eine Wirkung ganz ohne lästige Nebenwirkungen erfolgt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.