Ägyptisches Schwarzkümmelöl: Wirkung aus dem Nahen Osten

Im Nahen Osten sind die positiven Eigenschaften von Schwarzkümmelöl schon seit Langem bekannt. Schon der Prophet Mohammed sprach über die wohltuende Wirkung von Schwarzkümmel. Nun findet die Pflanze, die auch unter dem Namen Nigella Sativa bekannt ist, auch langsam den Weg zu uns. Aber wie wirken die Inhaltsstoffe von Schwarzkümmel tatsächlich auf unseren Körper und welche Nebenwirkungen konnten in Studien festgestellt werden?

Eine Schwarzkümmelkapsel ist auf einem Schwarz-Weiß-Bild

Wofür wird Schwarzkümmel verwendet und welche Wirkung hat Schwarzkümmelöl?

Da Schwarzkümmel in unserem Raum noch nicht allzu bekannt ist, können die Samen optisch leicht mit Sesam verwechselt werden. Der echte Schwarzkümmel kann bis zu 60 Zentimeter hoch werden. An seiner Spitze endet er mit weißen Blütenhüllenblätter, welche sich am Ende bläulich oder auch grünlich verfärben können. Daraus entwickeln sich schließlich die Kapseln in denen sich schließlich die ölhaltigen Samen bilden.

Sowohl das Schwarzkümmelöl als auch der schwarze Samen sollen über Eigenschaften verfügen, die sich positiv auf unsere Gesundheit sowie auf unser Erscheinungsbild auswirken. Daher kommt das Öl nicht nur in der Küche, sondern auch in Beautyprodukten zur Anwendung.

Woraus besteht Schwarzkümmelöl?

Der Grund, warum dem Schwarzkümmelöl eine solch intensive Wirkung nachgesagt wird, ist auf die Vielzahl der Inhaltsstoffe zurückzuführen, die darin enthalten sind. Zum Großteil besteht Schwarzkümmelöl zu einem hohen Anteil aus ungesättigten Fettsäuren und ätherischen Ölen. Letztere wiederum bestehen nahezu zur Hälfte aus Thymochinson, welches in großen Mengen toxisch wirken kann. Kleineren Mengen hingegen wird eine positive Wirkung auf den Blutzuckerhaushalt nachgesagt. 

Ungesättigte Fettsäuren, wie Gamma-Linolensäure, Eicosadiensäure und Dihamolinsäure, sind ebenso im Schwarzkümmelöl enthalten. Diese braucht der Körper um Hormone zu bilden, welche sich wiederum auf den gesundheitlichen und auch den optischen Zustand eines Menschen auswirken. Da wir ebendiese Fettsäuren nicht selbst herstellen können, sind wir auf die Einnahme mittels Nahrungsmittel angewiesen. Auch unser Stoffwechsel wird von ihnen beeinflusst und somit auch gesundheitliche Aspekte wie der Herz-Kreislauf. 

Außerdem besteht Schwarzkümmelöl ebenfalls zu dreißig Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Ebenso enthalten sind essentielle Aminosäuren, bei welchen sich eine regelmäßige Einnahme positiv auswirkt.

Weitere Inhaltsstoffe, die im Schwarzkümmelöl enthalten sind, sind:

  • Biotin: gut für Stoffwechsel, Haar, Haut und Nägel
  • Beta Karotin oder Provitamin A da es im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, positive Wirkung auf Haut, Haare, Immunsystem und Augen
  • Folsäure: wirkt auf den Zellstoffwechsel und die Bildung von Blutkörperchen
  • Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6: für Nervenfunktionen, Gehirnfunktionen, Stoffwechsel und zum Erhalt der Leistungsfähigkeit
  • Vitamin C: hat einen positiven Effekt auf die Abwehrkräfte und erhöht somit das Immunsystem, optimiert die Eisenverwertung des Körpers und fördert die Produktion von körpereigenen Kollagen
  • Vitamin E: Fließeigenschaften des Bluts
  • Magnesium: Muskel, Nerven und Energiestoffwechsel
  • Selen: Schutz der Zellen und fördert den Entgiftungsprozess = anti-oxitativ
  • Aminosäuren: Bausteine für Eiweiß, Bildung von Hormonen und Enzymen

All diese Wirkstoffe sind im Schwarzkümmel enthalten. Aus diesem Grund nimmt man ihn im Nahen Osten auch als Heilpflanze mit besonders intensiver Wirkung wahr. 

Pyramiden im Sonnenuntergang

Welche Wirkung hat Schwarzkümmelöl nun tatsächlich?

Viele der Wirkungen von Schwarzkümmel sind bereits durch wissenschaftliche Studien belegt, andere werden hingegen erst erforscht. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass Schwarzkümmel sowohl in der äußerlichen Anwendung als auch in der oralen Einnahme verwendet werden kann. Bei der Einnahme ist die Wirkung jedoch intensiver.

Insgesamt geht man beim Schwarzkümmel davon aus, dass er eine positive Wirkung auf folgende Beschwerden hat:

  • Asthma
  • Blähungen und Verdauungsbeschwerden
  • Harnwegserkrankungen
  • Hautprobleme (wie Schuppenflechte, trockene Haut oder Ekzeme)
  • Fußpilz
  • Bluthochdruck, Blutfettwerten
  • Rheuma
  • Allergien
  • Schnupfen
  • Atemwegserkrankungen
  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Regelschmerzen
  • Haarausfall
  • Schlafstörungen
  • Diabetes mellitus (oder auch Typ-2-Diabetes)
  • ADHS
Getreidehalm vor einem Feld im Sonnenuntergang

Als natürliches Hilfsmittel wirkt Schwarzkümmel auf verschiedene Weisen:

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • entkrampfend
  • antibakteriell
  • antifungal (das bedeutet einen Pilz abtötend)
  • blutdrucksenkend
  • anti-oxidativ

Der Einsatz von echten Schwarzkümmel soll somit bei verschiedensten Beschwerden auf unterschiedliche Weisen wirken. Diese Wirkungen sind in der ägyptischen Tradition schon seit tausenden von Jahren bekannt. Deswegen wird Nigella Sativa dort besonders oft eingesetzt im Kampf gegen Krankheiten und allergische Reaktionen. 

Die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren haben einen großen Einfluss auf den Hormonhaushalt des Körpers und helfen, diesen zu regeln. Die Aktivität der Botenstoffe wird erhöht wodurch sich die Zellatmung verbessert. Dadurch sollen Krankheiten vorgebeugt und im Idealfall auch Beschwerden gelindert werden.

Bei Bluthochdruck wird durch fette Öle nicht nur der Blutdruck gesenkt. Zusätzlich werden auch noch die Arterien entlastet und überschüssige Flüssigkeiten abgebaut. Das heißt, der Körper wird gleichzeitig auch entgiftet. 

Schwarzkümmelöl bei Asthma und Hautproblemen

Ebenso wie das aus dem Schwarzkümmel gewonnene Öl bei Allergien helfen soll, kann es auch bei Asthma unterstützen. Asthma-Anfälle sind nichts anderes als eine Überreaktion des Immunsystems. Dabei werden Inhalationsallergien ausgelöst. Das Öl kurbelt die Produktion des Hormons Prostaglandine an. Dieses hemmt den Botenstoff Histamin, der allergische Reaktionen auslöst.

Auch auf unser äußerliches Erscheinungsbild kann sich Schwarzkümmel positiv auswirken. Haut und Haare profitieren sowohl von einer innerlichen als auch einer direkten, äußerlichen Anwendung des Öls. 

  • Das Haar wird gekräftigt, erhält neue Stabilität, Glanz und Geschmeidigkeit. Auch die Haarzellen werden erneuert und das enthaltene Biotin vermindert das Entstehen von Spliss und die Folsäure beschleunigt das Wachstum der Haare. Das Haar wirkt wieder fülliger, geschmeidiger und gesünder. 
  • Auch unserer Haut kommt die Verwendung von Schwarzkümmelöl entgegen. Es soll nicht nur Schmerzen lindern. Auch bei trockener Haut oder den Anzeichen erster Falten helfen die enthaltenen Hautvitamine, welche wichtige Inhaltsstoffe sind. Dabei kann das Öl pur auf die betroffene Stellen aufgetragen werden oder auch ein paar Tropfen der täglichen Hautpflege beigemengt werden. 

Schwarzkümmelöl ist jedoch nicht nur uns Menschen vorbehalten. Auch bei Pferden oder Hunden kommt es immer wieder zum Einsatz, beispielsweise bei Atemwegserkrankungen, welche durch Staub oder Milben ausgelöst werden. Aber auch bei Zecken und anderen Parasiten kann das Öl helfen.

Schwarzkümmelöl: Nebenwirkungen sind möglich

Wichtig ist Schwarzkümmelöl nicht auf leeren Magen einzunehmen, da sich so die Wahrscheinlichkeit auf eintretende Nebenwirkungen erhöht. Das Öl kann die Magenschleimhaut reizen. Deswegen ist es auch ratsam, zuerst mit kleineren Mengen zu beginnen und die Dosen langsam zu erhöhen. Vor allem zu Beginn der Einnahme des Öls kann es zu vermehrten Aufstoßen kommen. Ebenfalls sind Kontaktallergien auf das Öl möglich. Auch eine Überdosierung sollte tunlichst vermieden werden, da diese schlecht für Leber und Nieren ist. Außerdem ist es wichtig auf die Qualität des Öls zu achten. Nur kaltgepresstes Öl sollte verwendet werden, da anderenfalls Terpene enthalten sein können, die eine schädliche Wirkung auf unseren Körper haben.

Worauf ist beim Schwarzkümmelölkauf zu achten?

Das Öl sollte aus biologischem Anbau kommen und kaltgepresst sein. Besonders zu empfehlen ist syrisches oder ägyptisches Schwarzkümmelöl, wobei besonders die Sorte Kara Siva erwähnenswert ist. Ebenfalls wichtig ist, dass es sich um reines Öl handelt diesem keine anderen Öle beigemischt sind.

Erhältlich ist das Schwarzkümmelöl in zwei Formen. Als fettiges Öl und als ätherisches Öl. Letzteres entsteht durch Dampfdestillation der Samen. Beide Öle sind wohltuend, ebenso wie die Samen selbst, welche als Gewürz verwendet werden können. Wer den Geschmack von Schwarzkümmelöl nicht mag, aber auf die darin enthaltenen natürlichen Mittel nicht verzichten mag, kann auf Schwarzkümmelöl Kapseln zurückgreifen.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.