Aus zwei mach drei: Wie kann sich die Beziehung nach der Geburt verändern?

Das erste Baby ist ein wunderbares und ebenso herausforderndes Erlebnis für eine Partnerschaft. Denn zwischen die Zweierbeziehung drängt sich plötzlich ein kleiner Säugling und nimmt seine Mutter ganz in Beschlag. Dabei ist es sehr wichtig, nicht nur für das Kind, sondern auch weiterhin für die eigenen Bedürfnisse zu sorgen und dafür, dass die Partnerschaft nicht zu kurz kommt. Wie das gelingen kann, erfährst du in diesem Artikel.

Baby wird von von einem Mann und einer Frau auf jeweils eine Wange geküsst

Warum kann die Geburt des ersten Kindes die Beziehung verändern?

Was sich bereits in der Schwangerschaft andeutet, wird mit der Geburt des ersten Kindes Realität. Aus dem Liebespaar werden Eltern. Das Leben der Eltern ist ab jetzt ein ganz anderes als zuvor. Von nun an gibt es ein kleines schutzloses Wesen, dem alle Liebe von Mutter und Vater zukommt und dessen wohlbehüteter Weg vom Kind zum Jugendlichen bis zum selbständigen Erwachsenen ab jetzt oberste Priorität hat. Gerade für frischgebackene Eltern kann der gewohnte Alltag dabei schnell aus den Fugen geraten.

Ein schreiendes Baby und schlaflose Nächte können ganz schön an den Nerven zehren. Während einer der Partner sich meist auf das Geldverdienen konzentriert, übernimmt der andere Partner den Fulltime-Job zuhause. Auch das kann zu Problemen führen, die den Eltern davor nicht bewusst waren. Es gibt also viele Faktoren, die eine glückliche Beziehung auf die harte Probe stellen. Umso wichtiger ist es auch, die Beziehung zueinander weiter zu pflegen, um die Unzufriedenheit eines Partners oder eine Ehekrise zu vermeiden.

Mutter mit Kind.

Konfliktpotential Eifersucht: Was könnt ihr dagegen tun?

Ein weit unterschätztes Problem für die Beziehung von Eltern ist das Thema Eifersucht. Das betrifft sowohl den Mann als auch die Frau. Da die Bindung zwischen Mutter und Kind gerade in den ersten Jahren sehr intensiv ist und viele Mütter ganz in ihrer neuen Rolle aufgehen und ihr Leben vollkommen nach ihrem Kind ausrichten, bleibt oft nicht so viel Zeit und Aufmerksamkeit für den Partner oder die Partnerin übrig. Es ist nicht ungewöhnlich, dass beim Vater deshalb Eifersuchtsgefühle gegenüber dem Kind entstehen.

Auch bei der Frau, die die meiste Zeit zuhause verbringt, kann schnell Eifersucht aufkommen, wenn der Partner seinem Alltag weiter nachgehen kann. Hier können auch imaginierte Rivalinnen oder Rivalen eine Rolle spielen. Diese Angst ist leider nicht ganz unbegründet, denn manchmal führen Schwierigkeiten, sich auf die neue Situation einzustellen, gerade dazu, dass ein Partner sein Glück oder die fehlende Zuneigung bei jemand anderem sucht. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, dass du von Grund auf ehrlich zu dir selbst und deinem Partner bist. Redet über eure Gefühle, eure Beziehung zueinander und zu eurem Kind, auch wenn es nicht immer ganz leichtfällt! Mit einem offenen und ehrlichen Umgang könnt ihr Krisensituationen eindämmen und von Grund auf aus dem Weg schaffen.

Haushalt und Kind versus Berufsalltag: Wie könnt ihr für Abwechslung sorgen?

Die klassische Rollenverteilung von Hausfrau und Mann, der zur Arbeit geht, um die Familie zu ernähren, gehört mittlerweile überhaupt nicht mehr dazu und macht auch nicht jede Frau und Mutter glücklich. Auch hier ist es wichtig, sich gemeinsam darüber auszutauschen, wer von den Eltern in "Mutterzeit" geht. Oft sind es Frauen, die das erste halbe Jahr zuhause bleiben, das Baby säugen und nebenbei noch versuchen, den Haushalt und andere wichtige Dinge zu organisieren, damit das Leben für die Familie reibungslos verläuft. Das heißt aber nicht, dass die Frau komplett auf Beruf und Karriere verzichten muss. Der Mann kann genauso in Elternzeit gehen.

Auch hier ist es extrem wichtig, sich über die eigenen Bedürfnisse und Wünsche für die Zukunft im Klaren zu sein. Sprecht am besten schon zu Beginn der Schwangerschaft mit eurem Partner darüber, wie ihr die Rollen verteilen wollt und wer sich wann Zeit für die Arbeit nimmt! Auch die Hausarbeit muss nicht automatisch von der Person übernommen werden, die zuhause bleibt. Auch hier gilt es, die Arbeitsteilung sinnvoll zu gestalten und ein offenes Gespräch zu führen.

Unser Tipp: Wenn du merkst, dass dir Kind und Haushalt und die anderen Arbeiten zu viel werden, hol dir Hilfe, bevor dich die Situation komplett überfordert. Mama, Freunde und Freundinnen können dich mit Babysitten unterstützen. Sprecht vielleicht auch gemeinsam darüber, ob ihr euch zum Beispiel einmal die Woche eine Putzfrau leisten wollt, so dass ihr im Alltag etwas Entlastung findet!

Unausgeschlafen und gereizt: Warum ist es jetzt besonders wichtig, nachsichtig zu sein?

Gerade die ersten Wochen mit Baby sind für junge Mütter und Väter eine enorm belastende Zeit, die sich auch negativ auf die Paarbeziehung auswirken kann. Während die Schlafqualität bei Frauen oft schon während der Schwangerschaft abnehmen kann, erwarten nach der Geburt beide Eltern mitunter schlaflose Nächte oder zumindest eine gestörte Nachtruhe. Das kann auf Dauer ganz schön an die Substanz gehen. Unser Tipp: Tut auch hier etwas Gutes für eure Partnerschaft, indem ihr euch gegenseitig abwechselt, denn arbeiten müsst ihr beide am nächsten Tag!

Die belastende Situation kann gerade in Kombination mit Schlafmangel zu einer explosiven Stimmung und Konflikten führen, die rational betrachtet sehr klein sind. Auch hier ist es wichtig, die eigenen Gefühle zurückzustellen und sich nicht persönlich angegriffen zu fühlen, sondern dem Partner Liebe und Nachsicht entgegenzubringen, um Beziehungsprobleme zu vermeiden.

Glückliches Paar.

Zeit zu dritt und zu zweit: Wie könntet ihr eure Beziehung nach der Geburt noch stärken?

Trotz all der Probleme besteht alleine durch die Geburt des gemeinsamen Kindes ein Band zwischen beiden Partnern, das die Beziehung auf eine neue Ebene setzt. Um Beziehungsprobleme zu vermeiden, ist es wichtig, das gemeinsame Leben sowohl in der Familie als auch in der Partnerschaft genießen zu können. Durch gemeinsame Erlebnisse und Rituale könnt ihr diese Bindung zusätzlich stärken.

Dabei sind es gerade die einfachen Dinge, die zählen, wie das gemeinsame Frühstück oder Abendessen, der Sonntagsspaziergang oder der gemeinsame Spieleabend mit Freunden, der auch als Familie noch möglich und wichtig ist. Auch gemeinsame Hobbys können trotz Kind fortgesetzt werden und stärken die Paarbeziehung. 

Ein heikles Thema ist die Sexualität, die direkt nach der Geburt erst einmal stagniert. Durch die Schwangerschaft verändert sich der weibliche Körper manchmal sehr stark und für eine frischgebackene Mama sind die sexuellen Bedürfnisse des Partners meist zweitrangig. Auch hier ist es sehr wichtig, dem Partner oder der Partnerin Zeit zu geben, sich in der neuen Situation einzufinden und die neue Rolle mit der alten in Einklang zu bringen. Führt am besten auch hier offene Gespräche über unerfüllte sexuelle Bedürfnisse, wenn diese zu stark werden! So könnt ihr Konflikte vermeiden.

Um sich wieder sexuell und emotional anzunähern, ist es sehr wichtig, dass ihr euch trotz Elternschaft noch Zeit zu zweit gönnt und das heißt eben auch, dass ihr mal ohne Kind oder Kinder unterwegs oder zuhause seid. Wobei unser Tipp ist, das Haus lieber zu verlassen, wenn das Kind durch eine Vertrauensperson gut versorgt ist, denn so können beide Elternteile meist besser entspannen, als wenn sie in der gewohnten Umgebung bleiben. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem Tag Urlaub vom anstrengenden Alltag? In einem Wellnesshotel könnt ihr Körper und Geist entspannen, angenehme Massagen, warme Bäder und gutes Essen genießen und eurer Liebe zueinander Raum geben. Mann kann seiner Partnerin natürlich auch mit einem selbst gekochten Essen bei romantischem Kerzenschein eine Freude bereiten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dem (Ehe-)partner eine Freude zu bereiten und sich wieder näher zu kommen. Wichtig ist nur, dass ihr euch die Zeit dafür auch nehmt.