Verhütung in den Wechseljahren: Sorgenfrei den zweiten Frühling genießen

Die Wechseljahre sind eine Zeit des Umbruchs. Neben den oft gefürchteten hormonellen Veränderungen hat die zweite Lebenshälfte aber auch viele positive Seiten. Die Kinder sind meist schon aus dem Haus, der Job ist sicher und du stehst mit beiden Beinen im Leben. Die gewonnene Zeit bietet dir die Chance, dich neu zu entdecken und sexuell auszuleben. Aber bitte mit Verhütung! Wir verraten dir, warum es auch im Klimakterium möglich ist, schwanger zu werden und wie du es mit Verhütung in den Wechseljahren verhindern kannst.

Attraktive ältere Frau in heißer Pose.

Warum ist Verhütung in den Wechseljahren wichtig?

Die Wechseljahre bringen einige Veränderungen mit sich. Der weibliche Körper stellt sich darauf ein, keine Kinder mehr zu bekommen. Die körpereigene Produktion der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen wird deshalb fast völlig heruntergefahren. Das heißt jedoch nicht, dass Frauen ab 40 ständig Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen haben und keine Lust mehr an ihrer Sexualität empfinden. Sex im fortgeschrittenen Alter kann sogar viel lustvoller und erfüllender sein als in jungen Jahren. Durch ihre Erfahrung weiß die Frau genau, was ihr gefällt. Auch unrealistische Schönheitsideale treten in den Hintergrund und sorgen dafür, dass sie sich hemmungslos ausleben kann.

Die hormonellen Veränderungen in der zweiten Lebenshälfte sind jedoch ein Prozess, der weder zeitlich genau bestimmbar ist noch direkt wahrgenommen werden muss. Manche Frauen spüren die berüchtigten Wechseljahresbeschwerden überhaupt nicht und auch das längerfristige Ausbleiben der Periode ist kein eindeutiges Indiz. Wann genau die Wechseljahre beginnen und wann sie wirklich abgeschlossen sind, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Auch wenn der Körper die weibliche Hormonproduktion stark herunterfährt und die Regelblutung sich verändert oder ausbleibt, kann es noch zu einem spontanen Eisprung kommen. Eine Schwangerschaft über 40 ist durchaus möglich, aber auch an ein hohes Risiko für Mutter und Kind gebunden. Um nicht ungewollt schwanger zu werden, ist es deshalb wichtig, auch in dieser Umbruchsphase zu verhüten.

Die Wechseljahre: Was passiert mit deinem Körper?

Die Wechseljahre beschreiben den gesamten Zeitraum der Hormonumstellung vor und nach der letzten Regelblutung (Menopause). Sie werden auch als Klimakterium bezeichnet. Grob lassen sie sich in drei Phasen aufteilen: 

  • Perimenopause
  • Menopause 
  • Postmenopause

Mit der Perimenopause beginnt die hormonelle Veränderung. Das Geschlechtshormon Progesteron nimmt allmählich ab und die Zahl der fruchtbaren Eizellen sinkt. Die Zyklusdauer verkürzt sich und die Regelblutung kann stärker oder leichter ausfallen als gewohnt. Bei den meisten Frauen beginnt diese Phase in den 40ern, sie kann aber auch schon mit Mitte 30 einsetzen. In den letzten Jahren der Perimenopause nimmt auch das Hormon Östrogen immer mehr ab. Durch das Hormonchaos kann es zu den gefürchteten Symptomen, wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen, kommen.

Vier bis zehn Jahre später kommt es zur Menopause. Die Menopause beschreibt den Tag der letzten Regelblutung. Das Durchschnittsalter liegt bei 51bis 52 Jahren. Wenn eine Frau mindestens ein Jahr lang in Folge keine Periode hatte, wird diese Zeit rückwirkend als Menopause bezeichnet.  

Mit der Postmenopause ist die hormonelle Veränderung abgeschlossen. Die Regelblutung bleibt vollständig und endgültig aus und es gibt keinen Eisprung mehr. Der Körper produziert die weiblichen Geschlechtshormone nur noch in homöopathischen Dosen aus dem Fettgewebe und nicht aus den Eierstöcken. Erst jetzt ist es für Frauen vollkommen unmöglich, schwanger zu werden.

Damenbinde mit roter Feder und Wecker als Symbol für die Periode

Wie lange solltest du verhüten?

Wie lange du verhüten musst, um nicht ungewollt (erneut) schwanger zu werden, lässt sich leider nicht generalisieren. Die Wechseljahre alleine schützen dich nicht vor einer Schwangerschaft. Während der gesamten Perimenopause und der Menopause kann es noch zu einem Eisprung kommen. Schwangerschaften über 50 sind zwar selten, aber nicht unmöglich. Die eigentliche Dauer der Hormonumstellung kann von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein und zwischen 10 und 20 Jahren betragen.

Als einfache Faustregel gilt: Bei einem natürlichen und regelmäßigen Zyklus bist du bis zur letzten Periode noch fruchtbar. Wenn deine Blutung stoppt solange du unter 50 bist, solltest du für mindestens zwei Jahre noch verhüten. Bei über 50 ein Jahr. Dann hast du die Menopause mit hoher Wahrscheinlichkeit erreicht und befindest dich auf der sicheren Seite. 

Bei einem unnatürlichen Zyklus ist es ratsam, sich bis zu drei Jahre nach der letzten Blutung zu schützen. Dein Zyklus ist unnatürlich, wenn du bis zur Menopause hormonell verhütest oder Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden einnimmst. Bei wechselnden Geschlechtspartnern solltest du, auch wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist, weiterhin Kondome verwenden, um dich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.

Unterschiedliche Verhütungsmittel für die Wechseljahre

Welches Verhütungsmittel ist jetzt angesagt?

Im Klimakterium ändert sich in Sachen Verhütung nicht viel für dich. Du hast dieselben Möglichkeiten, wie zuvor und kannst das Verhütungsmittel wählen, das dir am besten passt. Selbst eine Sterilisation ist prinzipiell noch möglich. In dem Fall sinkt das Risiko, schwanger zu werden, auf null. Neben der Sterilisation kannst du zwischen hormonellen und mechanischen Verhütungsmethoden sowie natürlicher Verhütung wählen. Alle haben Vor- und Nachteile.

Bei der hormonellen Verhütung raten viele Ärzte zu einer Hormonspirale statt der Antibabypille. Die Hormondosis der Pille beeinflusst unseren Körper und kann viele unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Die Pille kann zu einem erhöhten Risiko für Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zu unregelmäßigen Blutungen führen, die zusätzlich Verwirrung stiften. Die leichte Hormonzufuhr durch die Hormonspirale oder die Minipille bietet eine gute Alternative zur Pille. Gerade hormonelle Verhütungsmethoden mit Gestagen haben auch einen positiven Effekt: Sie können die Symptome der Wechseljahresbeschwerden lindern. Nicht umsonst gehen die Meinungen zum Thema Verhütung mit Hormonen stark auseinander.

Nicht hormonelle Spiralen, wie die Kupferspirale oder Kupferkette und Goldspirale, bieten einen langfristigen und zuverlässigen Schutz auch in den Wechseljahren. Sie werden direkt in den Gebärmutterhals eingesetzt. Diese Methode ist zwar kostspieliger, dafür schützt sie dich ohne jegliche Planung vor einer Schwangerschaft. 

Natürlich gibt es auch noch die nicht temporären Barrieremethoden zum Verhüten. Kondom oder Femidom gehen immer und schützen dich zusätzlich vor Krankheiten. Auch ein Diaphragma oder eine Portiokappe sind gut geeignet, solange du sie vor dem Sex einsetzt.

Frauenhand mit Thermometer und Fruchtbarkeitskalender.

Verhütung in den Wechseljahren: Wie sinnvoll sind natürliche Verhütungsmethoden? 

Auch natürliche Verhütungsmethoden sind im Klimakterium möglich. Solange dein Zyklus noch regelmäßig ist, kannst du dich mit der Kombination von Temperaturmethode und Billings-Methode gut schützen. Dafür überprüfst du jeden Morgen zur selben Zeit deine Temperatur und deinen Zervixschleim. Anhand der Daten kannst du deine fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmen. Diese Methode eignet sich aber wirklich nur, solange dein Zyklus noch relativ regelmäßig ist und ein Eisprung stattfindet.

Auf keinen Fall solltest du in den Wechseljahren mit einem Hormoncomputer verhüten. Durch das wortwörtliche Hormonchaos können starke Schwankungen im Hormonspiegel vorkommen, die deine Ergebnis verfälschen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.