Sind bei der Pille Nebenwirkungen unausweichlich?

Die Pille ist in westlichen Industrienationen das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Besonders bei jungen Frauen ist die Einnahme des hormonellen Kontrazeptiva sehr beliebt. Dabei werden vor allem die Vorteile der Antibabypille in den Mittelpunkt gerückt: schönere Haut, einfache Anwendung und verringerte Regelschmerzen. Die Frage, ob die Pille Nebenwirkungen für unseren Körper verursachen kann, bleibt hingegen eher im Hintergrund. Unerwünschte Begleiterscheinungen sind jedoch keine Seltenheit. Welche Nebenwirkungen sind möglich und was kann man selbst zur Gesundheit beitragen? Erfahren Sie hier mehr über folgende Themen:

Eine Frau fragt sich, ob die Pille Nebenwirkungen hat

Antibaby-Pille: Nebenwirkungen und Risiko oft unbedacht

Der Boom der Antibabypille zur Verhütung einer Schwangerschaft hat auch 50 Jahre nach ihrer Markteinführung nicht nachgelassen. Vier von zehn Frauen zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr entscheiden sich in Österreich für die orale Verhütungsmethode und nehmen regelmäßig die Pille. Die Vorteile liegen auf der Hand: Beim Geschlechtsverkehr muss nicht an Verhütung gedacht werden und die Antibabypille ist einfach anzuwenden. Zusätzlich werden mit neueren Pillengenerationen auch positive Effekte wie die Verringerung von Akne, unreiner Haut und eine schwächere Blutungsstärke angeführt.

Die Hormone des oralen Kontrazeptiva sind den weiblichen Geschlechtshormonen sehr ähnlich. Durch die Einnahme des hormonellen Verhütungsmittels soll die monatliche Reifung der Eizelle und somit der Eisprung verhindert werden. Am Markt sind unterschiedliche Präparate erhältlich, die zwar ähnliche Hormone enthalten, sich jedoch in ihrer Dosierung unterscheiden. Die meisten davon gehören zur Gruppe der „Kombinationspillen“. Diese enthalten die Hormone Östrogen und Gestagen. Neben den erwünschten positiven Wirkungen - wie eben die Verhütung einer Schwangerschaft - gibt es jedoch auch eine ganze Reihe negativer, wie etwa auch ein erhöhtes Risiko einer Thrombose. Frauen, die die Pille nehmen, reagieren dabei ganz individuell auf die verschiedenen Präparate. Ein Pillenpräparat, das von vielen Frauen eingenommen und gut vertragen wird, kann trotzdem zu unerwünschten Effekten bei anderen führen.

Eine Frau lächelt und hat schöne Haut

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Spannungsgefühle im Brustbereich
  • Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Unregelmäßige Blutungen
  • Vor allem am Anfang und bei Pillenwechsel: Zwischenblutungen
  • erhöhtes Tromboserisiko

Vor allem die ersten am Markt erhältlichen Antibabypillen enthielten eine große Menge an Hormonen. Dies führte dazu, dass Frauen vermehrt über Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen oder Appetitsteigerung klagten. Heutzutage setzt man vermehrt auf sogenannte „Mikropillen“. Diese enthalten eine viel geringere Dosis als die ältere Generation. Gewichtszunahmen als unerwünscht Nebenwirkung sind daher im Vergleich zu früher deutlich zurückgegangen, können jedoch auftreten.

Eine weitere mögliche Nebenwirkung kann eine verringerte sexuelle Lust sein. Die sexuelle Unlust wird jedoch nicht von allen Frauen bemerkt, da die Pilleneinnahme häufig schon im frühen Teenageralter startet. Zu diesem Zeitpunkt ist die Libido noch nicht vollständig ausgereift.

Weiters ist durch die Antibabypille über lange Zeit oftmals ein Vitalstoffmangel zu beobachten. Der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen – besonders Folsäure und Vitamin B6 – kann durch die Einnahme des oralen Medikamentes deutlich erhöht sein. Diese sind aber für die Blutbildung, einen gesunden Proteinstoffwechsel und Immunfunktion sehr wichtig.

Hat man durch die Anwendung der Pille ein höheres Risiko einer Thrombose? Ja, hat man. Vor allem die in den Pillen enthaltenen Gestagene erhöhen das Thromboserisiko. Raucht die Frau zusätzlich, so ist das Risiko besonders hoch und sie stark gefährdet. Hier sollte das Absetzen der Pille in Betracht gezogen werden.

Eine Frau hat eine der Pille Nebenwirkungen (Kopfschmerzen und Übelkeit)

Was kann ich tun?

Sind Nebenwirkungen zu beobachten, dann empfiehlt sich auf alle Fälle ein Besuch beim Frauenarzt. Dieser kann feststellen, ob die beschriebenen Symptome durch die hormonelle Verhütung auftreten und steht gerne auch für weitere Informationen zur Verfügung. Der Wechsel auf ein anderes Pillenprodukt oder das Absetzen, also der Umstieg auf andere Verhütungsmittel, kann hilfreich sein.

Als gesunder Ausgleich und Versorgung des Körpers mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffe können Nahrungsergänzungen in Betracht gezogen werden. Empfehlenswert ist eine Mikronährstoff-Kombination aus Vitamin B6, Vitamin B12, Folsäure sowie den Mineralstoffen Magnesium und Zink. Der erhöhte Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen durch die Antibabypille kann z. B. mithilfe einer abgestimmten Nahrungsergänzung optimal gedeckt werden. Zusätzlich kann das psychische Wohlbefinden der Pillennehmerinnen gefördert werden.

Vorteile einer gezielten Nährstoffergänzung bei Pillenverwendung:

  • Der erhöhte Mikronährstoffbedarf durch die Pilleneinnahme kann gedeckt werden
  • Vitamin B2, B6 und B12 sind wesentlich für den Energiestoffwechsel und eine normale Nervenfunktion
  • Folsäure und Vitamin B6 unterstützen die psychischen Funktionen
  • Magnesium hat wichtige Funktionen im Nervenstoffwechsel, unterstützt die normale Funktion der Psyche und trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüden bei
  • Zink trägt zum Erhalt normaler Haut, Haare und Nägel bei und ist für das Immunsystem wichtig

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.