Sonnenbrand: Was tun, wenn die Urlaubsstimmung getrübt wird?

Jeder kennt es: die heißen Temperaturen locken ins Schwimmbad, an den See oder ans Meer. Endlich wieder schön braun werden und viel Sonne tanken. Auf die Verwendung von Sonnencreme, Kopfbedeckung oder gar die Nützung von Schattenplätzchen wird gern verzichtet. Schließlich soll die Haut die größtmögliche Portion an Farbe bekommen. Doch zu Hause muss man mit Entsetzen feststellen, statt schöner Sommerbräune ist Knallrot angesagt. Schon ist er da, der Sonnenbrand. Was tun? Wie bei Sonnenbrand Lavendel helfen kann und welche Hausmittel helfen können erfährst du hier.

Ein Mann liegt in der Sonne am Strand

Was sind die Ursachen für Sonnenbrand?

Laut einer amerikanischen Studie bekommt jeder sechste Erwachsene pro Jahr mindestens einen Sonnenbrand. Dabei reicht die Schwere des Sonnenbrandes von einer leichten Rötung bestimmter Hautpartien bis zu Verbrennungen vierten Grades. Schuld an der lästigen Nebenwirkung der Sonne ist die UV-Strahlung, genauer gesagt sind es kurzwellige UVB-Strahlen. Wird die Haut einer zu hohen Bestrahlungsdosis ausgesetzt, entstehen durch die vermehrte Aussendung von Botenstoffen wie Histamin und Serotonin und der Erweiterung der Blutgefäße Rötungen und Schwellungen auf der Haut, welche zu Juckreiz und Brennen führen können.

Neben den UVB-Strahlen sendet die Sonne jedoch auch noch UVA-Licht und UVC-Strahlen auf die Erde. Im Gegensatz zu der kurzwelligen UVB-Strahlung kann UVA-Licht auch problemlos Fensterscheiben durchdringen und die Wirkung von UVB verstärken. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und sind maßgeblich am sonneninduzierten Hautalterungsprozess beteiligt. UVC-Strahlen sind die energiereichsten und somit auch die gefährlichsten Anteile am UV-Licht. Zum Glück gelangen diese gefährlichen Strahlen dank der Ozonschicht nicht auf die Erdoberfläche, sondern werden herausgefiltert.

Eine Grafik zeigt den Weg der UV-Strahlung

Wie vermeidet man einen Sonnenbrand?

Um sich vor Sonnenbrand zu schützen und in weiterer Folge auch Hautkrebs vorzubeugen, ist es unerlässlich, regelmäßig den passenden Sonnenschutz zu verwenden und sich, je nach Hauttyp, nicht länger als 20 Minuten in der prallen Sonne aufzuhalten. Auch Nase, Ohren, Fußrücken und Schultern nicht vergessen, diese Regionen sind besonders empfänglich für einen Sonnenbrand. Nach der Abkühlung im Wasser solltest du dich unbedingt nochmals einschmieren. Textilien bieten einen zusätzlichen Schutz vor der Sonne. Hier solltest du vor allem auch den Kopf bedecken. Besonders gefährlich ist die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr. In dieser Zeit sollte man sich ein schönes Plätzchen im Schatten suchen.

Weiters ist es wichtig, die Eigenschutzzeit seines Hauttyps zu kennen:

  • hellblonde Haare, sehr helle Haut, Eigenschutzzeit 5 - 10 min.
  • blonde bis dunkelblonde Haare, helle Haut, Eigenschutzzeit 10 - 20 min.
  • braune Haare, hellbraune Haut, Eigenschutzzeit 20 - 30 min.
  • schwarze Haare, braune Haut, Eigenschutzzeit 40 min.
Ein Mann hat Sonnenbrand, was tun?

Was hilft gegen die Schmerzen und was wirkt kühlend?

Hat dich der Sonnenbrand trotzdem erwischt und hast du Rötungen im Gesicht und am Körper? Dann solltest du zuerst die betroffenen Hautstellen kühlen:

Wichtig ist auch, den Grad der Verbrennung zu erkennen:

  • Grad Eins: nur die oberste Hautschicht ist betroffen, die Haut ist gerötet und geschwollen
  • Grad Zwei: es bilden sich zusätzlich Blasen
  • Grad Drei: die Haut ist völlig zerstört und regeneriert sich nicht mehr

Wenn die Haut Blasen wirft, unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Lavendel blüht auf einem Feld

Lavendel gegen Sonnenbrand

Auch ätherische Öle können helfen, die Schmerzen bei einer Verbrennung durch die Sonne zu lindern. Hier ist vor allem Lavendel durch seine beruhigenden und pflegenden Eigenschaften zu empfehlen. Einige Tropfen Lavendelöl und einen Tropfen Pfefferminzöl in der Hand mit Aloe Vera Gel oder Body Lotion vermischen und mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen auftragen. Bereits bei den Ägyptern war Lavendel als Heilpflanze bekannt und das Öl des Lavendels fand umfassende Anwendung. Lavandula angustifolia, also echter Lavendel, bringt seine pflegenden Stoffe ohne Fette auf Haut, Wunden, Verbrennungen und Stiche. Lavendelöl, vor allem das des echten Lavendels, hat zugleich eine belebende, aufbauende und erfrischende Wirkung auf den Körper und wird nicht nur in der Provence, wo Lavendelblüten während der Zeit der Blüte ganze Felder zieren, gerne verwendet, sondern erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit.

Aloe Vera - der ideale erste Hilfe im Sommer

Ein weiterer "Pflanzendoktor" und schnelle Hilfe bei Sonnenbrand ist Aloe Vera. Die Eigenschaften der mehr als 250 wissenschaftlich nachgewiesenen Vitalstoffe der Aloe Vera unterstützen die Verbesserung der Wunden und lindern die Schmerzen bei einem Sonnenbrand. Gute Aloe Vera Creme Produkte erkennt man daran, dass der Hauptbestandteil das reine Aloe Vera Blattgel ist. Wer eine Pflanze zu Hause hat, schneidet einfach ein Blatt ab und gibt den enthaltenen hervorquellenden Saft zur Linderung des Sonnenbrands direkt auf die Haut. Ein fertiges Gel wirkt aber genauso gut. Man bewahrt es am besten im Kühlschrank auf, dann ist der Cool-Effekt noch größer.

Aloe Vera wächst üppig

Weitere Hausmittel bei sonnengeschädigter Haut

Neben Lavendelöl und Aloe Vera ist Kamillentee ebenfalls ein perfektes Mittel, um dem Sonnenbrand den Kampf anzusagen. Einfach Umschläge aus kaltem Kamillentee auf die betreffenden Hautstellen legen. Aber Achtung: die Blüten der Kamille dürfen aufgrund ihrer Reizwirkung nicht am Auge angewandt werden, deshalb nicht bei Sonnenbrand im Gesicht einsetzen.

Ein weiteres bewährtes Hausmittel bei Sonnenbrand und allergischem Juckreiz: ein Molkebad. Das Milcheiweiß hinterlässt einen dünnen Film auf der Haut, dieser stärkt den Selbstschutz der Haut vor UV-Strahlung, verhindert das Austrocknen und spendet Feuchtigkeit.

Auch Apfelessig ist für seine beruhigende Wirkung bekannt. Ein bis zwei Esslöffel Apfelessig mit einem halben Liter kühlem Wasser verrühren. Damit mehrmals am Tag die gerötete Haut benetzen und die Lösung ordentlich einziehen lassen. Der Apfelessig kühlt und beruhigt die gereizte Haut.

Bei einem schweren Sonnenbrand hilft ein Bad mit Haferflocken, deren Wirkstoffe die Entzündung der Haut mildern: 3 Tassen davon in 1 Liter Wasser aufkochen, dann in eine Wanne mit kühlem Wasser gießen. 15 Minuten darin baden.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Wird aus rot auch braun?

Dass die Haut braun wird, haben wir vor allem den Melanozyten zu verdanken, welche in der obersten Schicht der Haut zu finden sind. Je mehr die Haut der Sonne ausgesetzt ist, desto mehr Melanin wird ausgeschüttet und desto brauner wird die Haut. Bei einem Sonnenbrand durch zu langes Baden in der Sonne wird zwar die anfängliche Röte bei den meisten Menschen braun, aber die Haut bleibt nicht lange am Körper. Meist beginnt sich die verbrannte Haut sehr bald abzuschälen und am Ende ist man dann genauso weiß wie zuvor.

Egal ob ätherische Öle wie Lavendel, Quark oder Cremes, bei einem Sonnenbrand ist auf jeden Fall schnelles Handeln angesagt. Um schwerwiegendere Folgen wie Hautkrebs zu vermeiden ist es jedoch unerlässlich, die Haut und vor allem das Gesicht gleich im Vorhinein vor Verbrennungen zu schützen. So kann der Urlaub oder der entspannte Tag am See ohne Schmerzen genossen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.