Flieder, Hibiskus, Efeu und Co: das sind giftige Pflanzen für Hunde

Wer einen Hund als Haustier hat, weiß, dass Glasscherben, Streu gegen Eis und Schnee oder gar Giftköder eine Gefahr für das Tier darstellen. Mit etwas Umsicht kann man den Kontakt dazu vermeiden. Schwieriger wird es bei giftigen Pflanzen, die im Garten, beim Spazierengehen oder auch als Begrünung im Haus zu finden sind. Wir verraten, was giftige Pflanzen für Hunde sind, wie du den Kontakt vermeidest und was du im Notfall tun kannst. 

Frau mit zwei Hunden im Zimmer mit giftiger Pflanze Gummibaum

Hibiskus, Flieder und Efeu: Wie mindere ich die Gefahr durch giftige Pflanzen für Hunde?

Wunderschön duftende und blühende Blumen wie Hibiskus, Efeu, Oleander oder der Weihnachtsstern können für Vierbeiner eine Gefahr darstellen und zu bösem Durchfall, Reizungen oder gar einer schlimmen Vergiftung führen. Besonders Welpen sind davon betroffen. Für Katzen und Hunde gefährliche Pflanzen sind oft auch für den Menschen bedenklich. Anders als ihre vierbeinigen Lieblinge knabbern die Besitzer aber nicht an giftigen Pflanzen herum oder essen sie gar. Um deinen Vierbeiner vor Pflanzen, die giftig sind, zu schützen, solltest du drei Grundregeln beachten:

  • Wissen: Informiere dich darüber, welche giftigen Pflanzen in deinem Garten oder auf deinen üblichen Gassirunden wachsen!
  • Konzentration. Bleibe immer achtsam und lasse deinen Vierbeiner nie unbeaufsichtigt durch das Gebüsch streunen!
  • Erziehung. Gewöhne deinem Hund von klein auf das Kauen an allen Gegenständen und Pflanzen ab! Das kostet Disziplin, bringt aber sehr viel für die Sicherheit deines Lieblings.

Für viele von uns mag es unnatürlich scheinen, dass Hunde oder auch Katzen nicht instinktiv von Pflanzen, die giftig sind, die Pfoten lassen. Die Vorfahren unserer Lieblinge, die Wölfe, verfügen vielleicht noch über Instinkte, die sie vom Fressen von giftigen Pflanzen abhalten. Unsere Haustiere sind jedoch seit Jahrtausenden domestiziert und an den Menschen gewöhnt. Dadurch haben sie viele Instinkte verloren, wie im Übrigen auch wir Menschen. Dazu kommt, dass Zimmerpflanzen oder auch Pflanzen, Sträucher und Bäume für Parks oft aus tropischen Ländern importiert wurden. Sie sind unseren Hunden völlig unbekannt und können daher gefährlich werden. 

Blüten von Flieder in einem Korb

Welche Pflanzen im Garten sind gefährlich oder giftig für Hunde?

Die meisten Zierpflanzen, die im Frühling Parks und Gärten behübschen, sind giftig für deinen Hund. Dazu gehören:

  • Krokus,
  • Maiglöckchen,
  • Tulpe,
  • Hibiskus,
  • Hyazinthe und Narzisse,
  • Primel,
  • Blaustern und
  • Schlüsselblumen.

Verzichte in deinem Garten darauf, diese Zwiebelpflanzen einzusetzen, wenn du deinen Hund nicht zu 100 Prozent davon fernhalten kannst. Beim Gassigehen solltest du deinen Hund in Parks ohnehin nicht von der Leine lassen. Das Umpflügen von Blumenbeeten durch Hunde ist nicht nur eine Unart, sondern eben nicht ungefährlich.

Schwieriger wird es bei Sträuchern und Gehölz, durch das die Tiere gerne streichen.

  • Hier solltest du bei Eibe, Geranie, Goldregen und Glyzinie vorsichtig sein.
  • Flieder ist für Hunde giftig. Der bittere Geschmack hält sie vielleicht vom Fressen der Blüten ab, beim Spielen mit kleinen Zweigen aus Flieder, kann es aber zur Giftaufnahme durch das Maul kommen. Bei empfindlichen Hunden und Katzen kann der Kontakt mit Flieder zu Hautekzemen führen.
  • Beim Stöckchen werfen solltest du auch keine Holunderzweige verwenden, da sie ebenfalls giftig für Tiere sind.
  • Auch Hortensie, Engelstrompete, Oleander, Efeu, Eberesche und Stechpalme können bei deinem Hund zu Vergiftungen führen.
  • Hibiskus ist zwar nicht in erster Linie giftig für Tiere, durch die enthaltenen Saponine und Säuren kann es aber zu Reizungen der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt kommen.

Ganz besondere Vorsicht ist bei einem Ausflug in einen Weingarten zu walten. Weintrauben sind extrem gefährlich für Hunde und auch Katzen. Kirschlorbeer und Buchsbaum sind beliebte Heckenpflanzen. Leider ist fast alles an diesen Pflanzen giftig und einer Gefahr für dein Haustier. Die Kletterpflanze Efeu ist ebenfalls nicht ungefährlich. Die giftigen Beeren des Efeus können Durchfall, Erbrechen und Übelkeit durch Reizungen der Schleimhaut des Verdauungstraktes auslösen. Diese solltest du mit freiem Auge erkennen und einen großen Bogen um sie machen. 

Beeren des Efeus

Welche giftigen Zimmerpflanzen können meinem Hund schaden?

Bei giftigen Zimmerpflanzen ist es für die Besitzer etwas leichter, Hunde davon fernzuhalten. Du kannst bedenkliche Pflanzen einfach hoch auf ein Regal oder in eine Blumenampel stellen oder sie in Räumen positionieren, wo dein Haustier nicht hineindarf. Sei aber vorsichtig bei Schnittblumen wie Flieder, Tulpen, Krokusse oder Hibiskus auf Tischen! Werden Narzissen in einer Blumenvase aufbewahrt, werden die Giftstoffe an das Wasser abgegeben. Dieses muss sorgfältig entsorgt und nach dem Umkippen sofort aufgewischt werden, da es für Tiere tödlich ist.

Bei Katzen ist die Situation etwas komplizierter, da sie gut und gerne klettern und so leicht an Pflanzen, die giftig sind, in der Wohnung herankommen. Hier ist es einfach klüger, auf giftige Arten völlig zu verzichten, da sich Katzen auch nicht so leicht trainieren lassen wie Hunde. Beliebte Zimmerpflanzen, die für Tiere giftig sind:

  • Oleander,
  • Philodendron,
  • der Gummibaum und
  • viele Arten von Ficus,
  • alle Arten von Orchideen,
  • Amaryllis,
  • Christusdorn,
  • Zimmerfarn,
  • Azalee
  • und auch der Weihnachtsstern
Welpe schnuppert in Blumentopf hinein

Wie erkenne ich eine Vergiftung durch Pflanzen?

Die häufigste Aufnahmeart ist über das Maul. Das passiert zum Beispiel, wenn dein Vierbeiner an den Blättern, Blüten oder der Wurzel der Pflanze knabbert. Bei einigen Pflanzen reicht schon der Hautkontakt, um das Gift zu übertragen. Das ist zum Beispiel beim Riesen-Bärenklau so. In besonders seltenen Fällen kann auch das Einatmen des Gifts zu Symptomen führen. Die Vergiftung ist bei diesen Aufnahmearten aber nicht so stark und gefährlich wie bei der Aufnahme über das Maul. Die häufigsten Anzeichen einer Vergiftung sind Erbrechen und Durchfall. Weitere Symptome können:

  • Apathie,
  • Lähmungserscheinungen,
  • Bauchschmerzen
  • oder Appetitlosigkeit sein.

Ist die Vergiftung schon sehr fortgeschritten und wurde nicht behandelt, kann es zu Organausfällen oder zum Atemstillstand kommen.

Erste Hilfe und Tierkohle: Was tun bei einer Vergiftung?

Hast du auch nur den geringsten Verdacht, dass dein Liebling eine giftige Pflanze gefressen haben könnte, solltest du sofort zum Tierarzt.

  • Spüle die gereizte Hautstelle mit Wasser und gibt deinem Tier Wasser zu trinken!
  • Ist das Gift noch nicht im Blutkreislauf angelangt, können Aktivkohletabletten entgiftend wirken. Jeder Tierhalter sollte für den Notfall Aktivkohle zu Hause haben.
  • Bei einer Vergiftung ist es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren.

Geht es deinem Hund schon sehr schlecht, kannst du ihn in eine stabile Seitenlage betten, bis der Tierarzt kommt. Ein Tierarzt kann mit bestimmten Medikamenten oder Infusionen den Mageninhalt entleeren. Nimm die restlichen Teile der Pflanze mit dem Gift mit oder fotografiere sie!

Hund im Lavendel

Welche Pflanzen im Haus und Garten sind für Hund und Katze ungiftig?

Die meisten Vierbeine erledigen ihren Spaziergang an der Leine, was die Gefahr von Gift durch Pflanzen um einiges verringert. Eine Alternative zu Hibiskus, Flieder, Efeu und Tulpen im Garten sind Gänseblümchen, Funkien, Lavendel, Zier-Salbei, Rosen, Sonnenblumen, Margeriten, Ringelblumen, Bartnelken, Tagetes oder Vergissmeinnicht. Sie sind für Vierbeiner ungiftig und können, in Maßen, auch bedenkenlos verzehrt werden.

Ein kluges Kautraining schon bei Welpen schützt aber nicht nur das Tier, sondern auch geliebte Gegenstände der Menschen wie Schuhe, Taschen, Polster oder Kinderspielzeug vor Verwüstung.

Eine Alternative zu giftigen Zimmerpflanzen, die Katzen und Hunden auch beim Verspeisen nicht schaden, sind die Banane, Geldbaum, Schwertfarn, Kentiapalme, die wundervoll gemusterte Calathea oder Zyperngras. Zyperngras wird vor allem von Katzen heiß geliebt. Dafür werden alle anderen Pflanzen in Ruhe gelassen. 

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.