So meisterst du schlechte Stimmung, Unwohlsein und Müdigkeit vor der Periode

Sehr viele Frauen leiden jeden Monat wieder unter den gleichen Symptomen kurz nach dem Eisprung. Hormone bewirken das Auftreten von Stimmungsschwankungen, unreiner Haut, Wassereinlagerungen, Heißhunger und Müdigkeit in den Tagen vor der Regelblutung. Obwohl die Ursachen des PMS (Prämenstruelles Syndrom) noch gar nicht so genau erforscht sind, gibt es trotzdem einiges, was du tun kannst.

Frau liegt zusammengerollt am Bett.

Gründe, warum Frauen schlechte Laune und Müdigkeit vor der Periode verspüren

Etwa drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden regelmäßig unter PMS-Beschwerden. Bei etwa sechs Prozent davon sind die Symptome so schlimm, dass sie gar nicht mehr arbeiten können. Prämenstruelles Syndrom (PMS) hat unterschiedliche Gründe, die Schwere der Anzeichen kann auch mit der Physiognomie der Frau zusammenhängen. Sie beginnen mit dem Tag des Eisprungs und verschwinden meist mit dem Einsetzen der Regelblutung Wissenschaftlich sind die Ursachen noch nicht so klar definiert. Ziemlich sicher hängen die Beschwerden aber mit den weiblichen Hormonen zusammen.

Nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel. Östrogen wird auch das Wohlfühlhormon genannt und sorgt für Ausgeglichenheit, Harmonie und Entspannung. Zugleich steigt in dieser Zeit auch der Spiegel des Gelbkörperhormons Progesteron. Manche Frauen reagieren sehr empfindlich auf die Abbauprodukte von Progesteron. Dieses hormonelle Ungleichgewicht kann auch auf andere Botenstoffe einwirken, wie etwa dem Glückshormon Serotonin. Dazu können äußerliche Umstände wie Sorgen, Stress oder Medikamente wie die Anti-Baby-Pille oder blutverdünnende Mittel (Aspirin) führen. Frauen über 30 sind öfter und stärker von PMS Symptomen betroffen. Nach den Wechseljahren, wenn die Periode ausbleibt, verschwinden die Beschwerden aber ganz. 

Junge Frau mit Kalender.

Prämenstruelles Syndrom (PMS): Was sind typische Anzeichen und Symptome?

Schmerzen während der Periode, die durch das Ablösen und Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut entstehen, sind eigentlich klassische Menstruationsschmerzen. Sie werden aber oft zum PMS gezählt, da die Abgrenzung der Symptome schwierig ist und die Beschwerden oft ineinander übergreifen. Sie betreffen die Psyche und den Körper. 

Körperliche Anzeichen von PMS können sein:

  • Unterleibsschmerzen,
  • geschwollene Brüste oder Beine
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall oder Verstopfung,
  • Kreislaufprobleme, Schwindel,
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche,
  • Rückenschmerzen
  • unreine Haut, Pickel,
  • Heißhunger oder gar kein Appetit. 

Manche Frauen berichten auch vom Auftreten einer Gewichtszunahme vor der Periode. Diese beruht weniger auf einer gesteigerten Nahrungsaufnahme als auf einer Einlagerung von Wasser in das Gewebe. Brustspannen und Brustschmerzen vor der Periode sind ebenfalls mögliche Anzeichen von PMS. 

Psychische Symptome von PMS sind:

  • plötzliche Wutanfälle,
  • depressive Verstimmungen,
  • Interessenslosigkeit, Antriebsschwäche,
  • innere Unruhe,
  • Konzentrationsschwierigkeiten,
  • Schlafstörungen, Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf,
  • Hyperaktivität.

In Summe wurden um die 150 verschiedenen Symptome zu dieser Zeit im Zyklus festgestellt. Die meisten Frauen betreffen aber nur einige wenige davon. Das reicht aber, um die seelische und körperliche Fitness in diesen Tagen zu belasten, was auch zu verstärkter Müdigkeit führen kann. 

Fit und ohne Beschwerden durch den monatlichen Zyklus

Die Behandlung von PMS-Beschwerden kann auf mehreren Ebenen erfolgen. Prämenstruelles Syndrom ist im medizinischen Sinne keine Krankheit und kann daher im klassischen Sinne auch nicht geheilt werden. Das heißt aber nicht, dass die Probleme deswegen kleiner sind und weniger ernst genommen werden dürften. Nach wie vor wird nicht sehr gerne über diese Art von Problemen gesprochen und viele Frauen müssen mehr oder weniger alleine durch diese Phase gehen.

Wie bei einer Grippe oder Erkältung können hier nur die Symptome gelindert oder abgefangen werden. Das geht aber sehr gut. Allerdings brauchen manche Methoden, wie etwa der Einsatz von bestimmten pflanzlichen Wirkstoffen, einige Wochen, um ihre Wirkung entfalten zu können. Ist die Regel erst vorüber, sind viele Frauen erleichtert und haben überhaupt keine Lust mehr, darüber nachzudenken. Bei anderen hilft es aber, sich über die Ursachen der Beschwerden bewusst zu werden. Wie bei vielen Symptomen, die psychosomatische Ursachen haben, kann sich viel über den Kopf abspielen. 

Was kann das PMS verstärken?

Folgende Faktoren können die Symptome verstärken und sollten daher zumindest kurz vor Eintreten der Menstruation bedacht werden.

Dazu gehören:

  • Genuss von Alkohol: Wein, Bier und Co. können in das hormonelle Gleichgewicht eingreifen und Regelschmerzen verschlimmern. 
  • Kaffeetrinken: Koffein verengt kurzzeitig die Gefäße im Gehirn, was vielleicht gegen Kopfschmerzen helfen kann, die durch die Periode bedingten Krämpfe im Unterleib aber verstärkt. Zu viel Kaffee macht auch gereizt und hibbelig und entwässert. 
  • Junk Food: Schlechte Fette, Zucker und Salz wirken sich auf unsere Stimmung aus und können Symptome wie schlechte Laune oder depressive Verstimmung verstärken. Eine sinnvolle Alternative ist der Griff zu Nüssen, Kräutertee und frischem Obst.
  • Blutverdünnende Medikamente (wie zum Beispiel Aspirin) verstärken die Monatsblutung. 
  • Vollkornprodukte, Bohnen, Kohl, Zwiebel, Äpfel oder Süßstoff in Kaugummi oder Light-Getränken können Beschwerden wie Blähungen verstärken. Greife lieber zu grünem Tee, Gurken, Tomaten, Sellerie, Melonen, Spargel, Knoblauch, Salat und Zitronensaft.

Natürliche Helferlein während und vor der Menstruation

Eine ausgewogene, hochwertige Ernährung unterstützt deinen Körper gezielt in der schwierigen Phase deines Zyklus. Es gibt auch natürliche Mittel, die gut bei PMS-Beschwerden helfen können. 

  • Magnesium kann gut bei Krämpfen unterstützen, sollte aber schon vorher regelmäßig eingenommen werden, da der Körper einige Wochen braucht, um die Magnesiumspeicher aufzufüllen.
  • Vitamin B sorgt für starke Zellen.
  • Vitamin D ist das einzige Vitamin, das der Körper selbst mithilfe von Sonnenlicht herstellen kann, allerdings nur, wenn du keinen Sonnenschutzfaktor über 15 benutzt. Im Winter können Vitamin-D-Reserven mithilfe von Präparaten aufgefüllt werden. 
  • Kalzium in Milchprodukten unterstützt bei depressiven Verstimmungen, Ödeme und Spannungen in den Brüsten. Auch Bananen oder Nüsse und Hülsenfrüchte spenden Kalzium.
  • Eisen sorgt für die Sauerstoffbindung im Blut und kann so Kopfschmerzen und Müdigkeit vorbeugen. Eisen kommt in Roter Bete, Spinat und rotem Fleisch vor. Vitamin C (Orangen, rote Paprika, Kiwi) ist wichtig für die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. 
  • Ashwagandha wird im Ayurveda gegen hormonelle Beschwerden, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen verwendet. Es sorgt für guten Schlaf, gute Laune und fördert tagsüber die Konzentration. 5HTP wird aus der Afrikanischen Schwarzbohne gewonnen und ist ein ganz leichtes und gut verträgliches, natürliches Antidepressivum, das die Bildung von Serotonin unterstützt. Es hilft auch bei Heißhunger und Lust auf Süßigkeiten. 
  • Teemischungen aus Rotklee, Schafgarbe, Frauenmantel und Hopfen sorgen nicht nur für angenehme Entspannung, sie lindern auch die Beschwerden. Fertige Mischungen werden inzwischen schon im Supermarkt angeboten.
  • Schafgarbe neben einer Tasse Tee
  • Frauenmantel neben einer Tasse Tee
  • Wurzeln und Pulver der Ashwagandha
Ashwagandha, Frauenmantel und Schafgarbe helfen dir gut über Schmerzen in der Periode.

Sport und Entspannung gegen Müdigkeit vor der Periode

Bewegung kurbelt deinen Kreislauf an und sorgt dafür, dass das eingelagerte Wasser schneller abtransportiert wird. Die erhöhte Durchblutung löst Krämpfe und kann dadurch Schmerzen im Unterbauch und Rücken abbauen. Ideal ist Ausdauertraining wie Walken, Radfahren, Joggen oder Schwimmen. Durch die sportliche Aktivität werden vermehrt Endorphine im Gehirn ausgeschüttet. Das hilft gegen schlechte Stimmung. Bei Yoga oder Meditationsübungen lernst du gezielte Entspannung, was Stress reduzieren und dir über die Tage mit PMS hinweghelfen kann. 

Frau beim Yoga gegen Müdigkeit vor Periode

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.