Wie kannst du als Anfänger am besten Yoga lernen?

Du möchtest gerne Yoga lernen, um besser mit Stress umgehen zu können und deinem Körper und Geist etwas Gutes zu tun? In diesem Artikel kannst du erfahren, wie du als Anfänger den für dich passenden Stil findest, welche Ausrüstung du benötigst, worauf du bei den Yoga-Übungen besonders achten musst und was dich bei einem Kurs erwartet. So bist du gut vorbereitet, wenn du zum ersten Mal deine Yogamatte auf dem Boden ausrollst.

Eine Frau macht eine Yogaübung

Auch beim Yoga lernen führen viele Wege zum Ziel: Wie finde ich den für mich passenden Stil?

Das Interesse an Yoga wächst und so wirst du als Anfänger heute mit zahlreichen Informationen konfrontiert. Die riesige Auswahl an Videos, Büchern, DVDs, Yogastilen und Yogastudios kann sehr verwirrend wirken. Überlege dir deshalb genau, warum du Yoga lernen willst, und formuliere die Antwort in einem kurzen, klaren Satz!

Jetzt ist es wichtig, dass du verschiedene Stile ausprobierst. Mit der Zeit wirst du entdecken, wo deine Vorlieben liegen und du kannst dich für eine oder mehrere Yoga-Arten entscheiden. Pass dabei aber auf, dass dein Gefühl dich nicht in die Irre führt!

  • Wenn du ein sehr aktiver, aber auch unruhiger Mensch bist, solltest du vielleicht gerade nicht das sportliche Power Yoga, sondern eher eine ruhige Form wie das Hatha Yoga oder Yin Yoga wählen.
  • Wenn du dagegen zur Antriebslosigkeit oder gar zu Depressionen neigst, bist du bei einem dynamischen Stil vermutlich besser aufgehoben, als bei einem meditativen.

Allein lernen: Tipps für deine Yoga-Übungen zuhause

Ein großer Vorteil von Yoga-Übungen ist, dass sie sich ohne großen Aufwand an fast jedem beliebigen Ort durchführen lassen. Die folgenden Tipps solltest du allerdings beachten:

  • Zu Anfang lohnt es sich meist noch nicht, in eine spezielle Ausrüstung zu investieren. Du brauchst aber auf jeden Fall eine rutschfeste Matte, die du auf den Boden legen kannst. Sehr nützlich ist außerdem eine Decke, die du zusammenrollen oder mehrfach falten kannst, um dich darauf zu setzen oder sie als Unterstützung unter deine Knie oder deine Hüften zu legen.
     
  • Bei deinen Yoga-Übungen solltest du bequeme, dehnfähige Kleidung tragen, die weder zu eng noch zu weit ist, damit du deine Arme und Beine frei bewegen kannst. Zu empfehlen sind eine Gymnastikhose, ein T-Shirt oder Sweatshirt und eventuell Socken für die Phasen der Entspannung.
     
  • Damit dein Magen beim Kopfstand oder beim Liegen auf dem Boden leer ist, solltest du zwei Stunden vor den Yoga-Übungen nichts essen und auch keinen Kaffee oder Alkohol trinken.
     
  • Als Anfänger trainierst du am besten an zwei Tagen in der Woche für 20 bis 45 Minuten und machst danach jeweils für zwei bis drei Tage Pause. 
     
  • Falls du nur einmal pro Woche in ein Yogastudio gehst, kannst du noch einmal allein zuhause üben. Suche dir dafür in deinem Haus eine ruhige Stelle, in der du ausreichend Platz für die Yoga-Übungen hast, und schalte während des Workouts dein Handy aus!
     
  • Videos oder Online-Lehrgänge können dir beim Lernen helfen. Oft sind die Yoga- Übungen, die dort gezeigt werden, allerdings sehr anspruchsvoll und eignen sich nicht für Einsteiger. Versuche am Anfang lieber, dir leichte Übungen korrekt einzuprägen, anstatt schwierige Bewegungen der Hände, Füße, Arme oder Beine fehlerhaft auszuführen!
     
  • Höre auf deinen Körper! Wenn du merkst, dass dir eine Übung gerade nicht guttut, solltest du diese erst einmal nicht durchführen. Schmerzen in der Schulter, im Rücken oder in den Beinen sind auf jeden Fall ein deutliches Warnsignal.
Frau macht Yoga im Wohnzimmer

Asanas unter Anleitung: Warum mit einem Yoga-Lehrer üben?

Als Anfänger solltest du nicht ausschließlich allein in deinem Haus üben. Fehler bei einer Übung können, wenn sie nicht entdeckt werden, deiner Gesundheit langfristig schaden. In einem Yogastudio wirst du von erfahrenen Lehrern angeleitet und korrigiert. Gute Studios bieten auch Hilfsmittel wie Matte, Gurt, Block und Decke kostenlos an. Als Einsteiger besuchst du am besten etwa sechs Monate lang einen sogenannten Basic-Kurs, in dem viel Zeit auf die Grundlagen verwendet wird. Suche dir nach Möglichkeit einen Platz in der letzten Reihe, wo du einen guten Überblick hast und auch einmal Pause machen kannst, wenn das Programm für dich zu anstrengend ist.

Eine gute Unterrichtsstunde besteht in der Regel aus den folgenden Elementen in genau dieser Reihenfolge:

  • Anfangsentspannung / Meditation, um den Geist zur Ruhe zu bringen
  • Übungen zum richtigen atmen (Pranayama), um das Prana (die Lebensenergie) zu erhöhen
  • Übungen, um den Körper aufzuwärmen und beweglich zu machen
  • Körper-Übungen (Asanas), bei denen du eine bestimmte Position der Hände, Arme oder der Beine eine Zeit lang halten musst
  • Tiefenentspannung (Yoga Nidra), bei der du auf dem Boden liegst und den ganzen Körper von Kopf bis Fuß systematisch entspannst

Natürlich kannst du auch einen Trainer nur für dich engagieren. Der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland veröffentlicht die Adressen von qualifizierten Yogalehrern, die nach den Richtlinien der YA (Yoga Alliance), des BYV (Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen) oder des BDY (Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland) ausgebildet wurden.

Gruppe im Yogastudio

Tage der Entspannung: ein Yoga-Seminar belegen

Ein wunderbarer Ort zum Lernen ist die Europäische Akademie für Ayurveda in Birstein, die regelmäßig Kurse in Meditation, Yoga und indischer Heilkunde anbietet. In der großen Bibliothek kannst du außerdem selbständig dein Wissen über das Thema Yoga erweitern. Die herrliche Natur am südlichen Vogelsberg und moderne Übungsräume in einem liebevoll restaurierten alten Forsthaus bilden den richtigen Hintergrund für einen entspannten Aufenthalt. Dazu lädt eine weitläufige Dachterrasse mit herrlicher Aussicht zu Yoga-Übungen unter freiem Himmel ein. Für die Übernachtung stehen gemütliche Einzel- und Doppelzimmer zur Verfügung.

Bei der Ausbildung von Yogalehrern legt die Akademie großen Wert auf die Einbeziehung der ayurvedischen Gesundheitslehre. Denn auch wenn bei den Yoga-Übungen der Körper eingesetzt wird, so dienen sie letztlich doch alle dazu, innere Ruhe zu erlangen. Bei diesem Streben nach Selbsterfahrung wird manchmal das körperliche Wohlbefinden vernachlässigt. Ayurveda lehrt uns, die körperliche Kraft und Lebensenergie zu stärken und diese Vitalität im Alltag zu leben.