Wie Hormone wie Endorphine Sport zur Lust werden lassen

Bewegung hält nicht nur Körper und Geist in Schuss, sie macht neben fit auch glücklich. Beim Sport schütten wir Botenstoffe aus, die uns Schmerzen vergessen lassen, Stress reduzieren und auch als Glückshormone bekannt sind. Wir verraten, ab wann du diese Hormone produzierst und was sie in deinem Gehirn anstellen. 

Frau im Sportdress.

Wirkung der Endorphine: Sport als körpereigener Drogenproduzent?

Regelmäßiges Training ist für viele Menschen viel mehr als reine Wartung der eigenen Fitness und Gesundheit. Es ist Flucht aus dem Alltag, eine Möglichkeit, Freunde zu treffen und liefert kleine oder auch große Erfolgserlebnisse.

Sport macht aber auch noch aus anderen Gründen Spaß. Nach etwa 20 Minuten Ausdauersport oder schon ganz wenigen Minuten von Hochleistungssport werden im Körper Hormone gegen den Schmerz und auch Glückshormone ausgeschüttet. Prominent darunter sind Endorphine, die eine Art körpereigenen Droge sind und Schmerzen betäuben können. Das Wort Endorphine setzt sich aus endogen („von außen kommend") und Morphin („starkes Schmerzmittel") zusammen. Im Blut führen sie zu einer Art Rausch und wir fühlen uns unbeschwert. Sie lassen Marathonläufer bis zum Schluss durchhalten oder Spitzensportler alte und neue Verletzungen vergessen, und zu Höchstleistungen auflaufen. Endorphine docken an denselben Rezeptoren wie Opiate an, die hochwirksame Schmerzstiller sind. Daneben haben sie aber noch andere Wirkungen:

Weitere Effekte können sein:

  • verbesserter Schlaf
  • Senkung von Stress
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Bildung von Sexualhormonen
  • Regulierung vom Hungergefühl

Noch gibt es aber keine Studie, die die Glücksgefühle beim Sport rein auf die Endorphine zurückführen. Sie werden ins Blut ausgeschüttet und lindern Schmerzen. Das Glück selbst aber entsteht im Gehirn. 

Frau auf einer Kletterwand.

Glücklich durch Bewegung: Was passiert bei Sport im Körper?

Beim Sport wie Laufen werden nach etwa einer halben Stunde auch andere Prozesse in Gang gesetzt. Endocannabinoide haben eine Wirkung wie leichte Drogen im Gehirn. Diese ebenfalls körpereigenen Cannabinoide lassen Ängste verschwinden und sorgen für Wohlbefinden und ein angenehmes Gefühl während dem Training. Andere wichtige Botenstoffe, die bei Bewegung und Sport in Fahrt kommen, sind Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin. Sie haben eine ähnliche Wirkung wie Endorphine und sorgen für Glücksgefühle. Sie werden auch beim Sex, beim Kuscheln, bei gutem Essen, Lachen und durch die Sonne stimuliert.

Die Wirkung dieser Glückshormone ist aber nicht nur auf Zeit während des Trainings beschränkt. Wer regelmäßig trainiert, kann die Ausschüttung von Serotonin, Dopamin und Co. im Körper und im Gehirn auf viele Regionen erweitern und die Menge erhöhen. Das sorgt auf Dauer für eine nachhaltige Steigerung von Konzentration, Glück und Zufriedenheit. Gleichzeitig wird bei Bewegung auch das Stresshormon Cortisol besser und auch langfristig durch die vermehrte Bildung von Serotonin abgebaut. 

Liebespaar in der Sonne.

Gute Laune durch Sport: Eine Frage des Rhythmus

Sport macht aber noch aus einer Menge anderer Gründe glücklich. Endorphine stillen den Schmerz zumindest für die Dauer der Ausübung des Sports und die Glückshormone Dopamin, Serotonin und Adrenalin sowie die körpereigenen Cannabinoide sorgen für gute Stimmung. Es gibt aber noch eine geheime Zutat, die dich beim Training glücklich macht. Neben der Tatsache, dass du dir beim Sport Quality Time ausschließlich für dich selbst nimmst, kommt auch noch der Faktor Rhythmus dazu.

Wie beim Tanzen beruhigt dich gleichbleibende Bewegung. Monotone Hand-, Lauf oder sogar Augenbewegungen kanalisieren Energie und können beinahe eine Art Trance bewirken. In der Traumatherapie wird dieses Verhalten Jakation („umherwerfen") genannt. Schon leichtes Schaukeln in einer Hängematte hat eine beruhigende Wirkung auf uns.

Machen gesunde Menschen gleichförmige Bewegungen mit dem eigenen Körper, können sie in den Zustand des „Flow" kommen. Flow bedeutet nichts anderes, als dass man völlig in der gerade ausgeführten Tätigkeit aufgeht, ohne andere Gedanken und Gefühle zu haben. Flow umfasst neben diesem Fokus auch die Freude, die durch ein harmonisches Zusammenwirken von Körper und Geist entsteht. 

Tanzpaar

Ein Mix aus Hormonen: Das Gesamtpaket macht es aus

Durch Sport fühlen wir und nicht nur auf Dauer glücklicher und zufriedener. Der Mensch ist von Natur aus für Bewegung vorgesehen. Da die meisten von uns einer sitzenden Tätigkeit nachgehen und Stunden vor dem Bildschirm verbringen, sorgt Sport für neue Bilder im Kopf und lässt auch die Fähigkeit zum Fokussieren und zur Konzentration ansteigen. Sport verbrennt nicht nur überschüssige Kalorien, er kann auch die Neigung zum Stressessen reduzieren und bietet eine kleine Auszeit von digitalen Geräten.

Ganz genau ist die Rolle von Glückshormonen bei Bewegung noch nicht erforscht. Tatsache bleibt aber, dass das Gesamtpaket auf Dauer viel zu unserer geistigen und körperlichen Fitness beiträgt. 

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.