Kann man sein Selbstvertrauen durch Sport stärken?

Jeder hat diese Tage, an denen er sich irgendwie niedergeschlagen fühlt und sein Selbstwertgefühl eine große Streicheleinheit braucht. Das Letzte, woran viele an solchen Tagen denken, ist Sport. Doch hättest du gedacht, dass du, dein Kind und eigentlich jeder in deinem Umfeld Selbstvertrauen durch Sport aufbauen und seine Laune nahezu unmittelbar verbessern kann?

Hinter einem Mann im Sportgewand sind muskulöse Arme gezeichnet

Wie also kann man sein Selbstvertrauen durch Sport verbessern?

Nein, wir sprechen nicht nur von den physischen Veränderungen, die du an deinem Körper siehst und die dich sagen lassen: "Verdammt, ich sehe gut aus." Ein regelmäßiges Trainingsprogramm, welcher Sport auch immer dir zusagen mag, kann einen großen Einfluss auf die eigene mentale Gesundheit und damit auf das Selbstvertrauen haben. Auch dein Kind kann sein Selbstvertrauen durch Sport stärken.

Beim Training geht es darum, sich Ziele zu setzen und zu erreichen. Der Erfolg, eine Trainingsroutine zu erstellen und daran festzuhalten, gibt einem ein Gefühl der Erfüllung. Wenn du deine Trainingsziele erreichst, hast du mehr emotionales Durchhaltevermögen, um deine persönlichen Ziele im Leben in Angriff zu nehmen, bis du das Gefühl hast, dass es nichts gibt, was du nicht tun kannst!

Manchmal sind Probleme mit dem Selbstwertgefühl mit der Körperwahrnehmung verbunden. Sportliches Training hilft in diesen Fällen, Selbstbewusstsein aufzubauen, indem es das eigene Körperbild verbessert. Wenn man trainiert, wird der Körper gestärkt und gestrafft. Nimmt man diese Ergebnisse erst mal wahr, kann dies das Selbstbewusstsein erheblich stärken und einem helfen, sich besser damit zu fühlen, wie man aussieht. Das ist insbesondere im Hinblick auf Kinder und Jugendliche wichtig.

Ein Kind mit mehreren Medaillen um den Hals macht Liegestütze und lächelt dabei.

Wie kann körperliche Aktivität das Selbstvertrauen von Kindern und Teenagern stärken?

Nehmen wir das Thema Geschicklichkeit. Körperliche Aktivität hilft deinem Kind, altersgemäße Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Springen und Hand-Augen-Koordination zu entwickeln und zu stärken. Wenn dein Kind die Möglichkeit hat, dies schon in jungen Jahren zu erlernen und anzuwenden, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass es sich schämt oder nicht mitmacht, wenn es an der Zeit ist, sie mit Gleichaltrigen zu üben.

Kinder sollten die Möglichkeit haben, schon in jungen Jahren zu lernen, dass es sich gut anfühlt und Freude macht, herumzulaufen oder Sport zu treiben. Dann ist es auch wahrscheinlicher, dass Kinder aus eigenem Vergnügen aktiv sind, als dass sie sich von Eltern oder Lehrern zum Sport zwingen oder überreden lassen müssen.

Warum fördert Sport Resilienz und mentale Stärke bei Kindern?

In jungen Jahren ist nahezu jede Sportart für dein Kind eine gute Möglichkeit, um das Selbstbewusstsein durch eine bessere mentale Stärke zu steigern. Wenn kleine Kinder die Möglichkeit haben, vom Fahrrad, Roller, Skateboard oder den Skiern zu fallen, haben sie nicht nur eine kürzere Fallstrecke. Es ist auch eine gute Lektion in Sachen Erfolg, denn so gewöhnt sich dein Kind daran, zu fallen und es erneut zu versuchen.

Jüngere Kinder sind eher enthusiastisch oder daran interessiert, etwas Neues auszuprobieren. Der zunehmende soziale Druck in der Pubertät führt jedoch häufig dazu, dass sich viele Kinder der (echten oder vermeintlichen) Urteile anderer bewusster werden.

Ein kleiner Junge hilft einem anderen Kind wieder aufzustehen, nachdem es bei einem Rennen auf einer Tartanbahn hingefallen ist.

Muss dein Kind lernen, im Sport zu verlieren?

Es wird deinem Kind natürlich nicht passen, wenn es in einer Sportart schlecht abschneidet oder ein sportliches Duell verliert. Es mag auch dir und deinem Partner als Eltern nicht passen, so etwas miterleben zu müssen. Und doch sind Niederlagen im Sport für Eltern und Kinder wichtig, denn so kann dein Kind wertvolle Lektionen über den Umgang mit Enttäuschungen und das Nicht-Aufgeben lernen! Das stärkt nicht nur das Selbstvertrauen, sondern lehrt einen auch, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Das Selbstbewusstsein durch das Ausüben einer Sportart aufzubauen, muss daher zwangsläufig auch das Verlieren beinhalten! Spiele zu verlieren, vom Rad zu fallen, Pässe zu vermasseln, all das sind normale Teile des Sporttreibens und können übertragbare Fähigkeiten auf andere Bereiche des Lebens sein. Wenn Kinder ein gutes Selbstbewusstsein haben und mit Erfolgen sowie Misserfolgen umgehen können, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie neue Dinge ausprobieren wollen. Dies kann für dein Kind einen gesunden Kreislauf des Wohlbefindens auslösen, der seinen Wunsch nach mehr Bewegung steigert, was wiederum das Selbstvertrauen stärkt.

Ein kleines Mädchen mit einem Fußball unter dem Arm träumt davon, ein Sportstar zu werden.

Wie genau fördert Sport das Selbstbewusstsein von Heranwachsenden?

Sport kann sich auf mehreren Ebenen auf das Selbstvertrauen auswirken: 

  1. Erfolge in Sportarten verbessern das Selbstvertrauen und bekämpfen ein geringes Selbstwertgefühl.
  2. Sport pumpt das Gehirn auf. Erhöhte Durchblutung des Herzens und des Gehirns kann neue Gehirnzellen bilden, die das Gedächtnis verbessern und das Lernpotenzial entwickeln können.
  3. Sport reduziert Stress und Ängste.
  4. Die meisten Sportarten verbessern die sozialen Fähigkeiten von der Kognition bis zur Kommunikation.
  5. Bewegung hilft, den Schlaf zu verbessern. Wenn die Körpertemperatur nach dem Training zu sinken beginnt, ist dies ein Signal für den Körper, dass es Zeit ist, sich auszuruhen.

Welcher Sport macht Kindern Spaß? 

Erwachsene können vielleicht eine Stunde auf dem Laufband verbringen, obwohl sie es verabscheuen. Kinder werden hingegen nicht an Aktivitäten teilnehmen, die ihnen keinen Spaß machen, oder aus denen sie keinen Nutzen ziehen können.

Damit Kinder herausfinden können, welcher Sport ihnen Vergnügen bereitet, müssen sie die Möglichkeit haben, eine Vielzahl von Sportarten auszuprobieren. Lass dein Kind schon früh mit vielen Sportarten und Aktivitäten in Kontakt kommen, zum Beispiel in Ferienlagern, Kursen oder beim Sportunterricht! So können Kinder am besten herausfinden, welche Sportarten zu ihnen passen.

Berücksichtige die Persönlichkeit deines Kindes, wenn es zögerlich ist, etwas Neues zu tun! Ist dein Kind zum Beispiel introvertiert, mag es vielleicht keinen Mannschaftssport. Vielleicht liebt dein Kind dafür aber die Einsamkeit beim Schwimmen. 

Drei kleine Kinder mit unterschiedlichen Sportbällen im Arm blicken in freudiger Erwartung einer anstehenden Spielstunde hoch zu ihren Eltern.

Wie kannst du das Training für dein Kind positiv gestalten?

Genauso wie Hausaufgaben oder Hausarbeiten oft Teil der täglichen Routine im Leben sind, können Eltern ihre Kinder und Jugendlichen dazu ermutigen, sich sportlich zu betätigen. Der Trick ist, Zeit für die jeweilige Sportart einzuplanen. Ein weiterer guter Tipp, den vor allem alle Eltern befolgen sollten, die Kindern durch Sport zu einem stärkeren Selbstbewusstsein verhelfen wollen: Verwendet eine körperfreundliche Sprache! Hier sind einige Beispiele dazu:

  • Wir dürfen trainieren (statt wir müssen trainieren) und können uns glücklich schätzen, dass unsere Körper stark und gesund sind.
  • Vermeide es, den Gewichtsverlust deines Kindes zum Ziel zu machen und konzentriere dich stattdessen auf Dinge wie schneller oder stärker zu werden!
  • Unsere Körper fühlen sich glücklich und energiegeladen an, wenn wir trainieren.
  • Menschen aller Formen und Größen sind großartige Sportler.  
  • Alle Körper können spielen, trainieren und Spaß haben.

Was sind weitere positive Auswirkungen von Sport?

Nicht nur bei Kindern kann sich Sport auf das Selbstvertrauen und das Wohlbefinden auswirken. Regelmäßige Bewegung macht den Körper stärker und senkt das Risiko für Bluthochdruck und chronische Krankheiten. Außerdem hilft sie, das Gewicht zu kontrollieren und Stress, Depressionen und Angstzustände zu reduzieren. Wenn du körperliche Stärke hast, gewinnst du oft auch geistige Stärke. Aerobic zum Beispiel versorgt das Gehirn mit wertvollen Nährstoffen und Sauerstoff und verbessert die kognitiven Funktionen. Nach dem Training fühlt man sich in der Regel konzentrierter, wacher und in der Lage, die Aufgaben des Tages effizienter zu erledigen, wodurch sich das Selbstwertgefühl verbessert.

Eine Familie beim Sport im Garten.

Willst du dich besser fühlen und dein Selbstvertrauen stärken?

Dann rein in die Jogginghose und raus an die frische Luft oder ins Fitnessstudio mit dir! Kurzfristig verbessert Bewegung nachweislich unsere Stimmung und beeinflusst unseren Geist in Richtung positiverer Gedanken. Langfristig kann körperliche Bewegung unser Selbstvertrauen verbessern, indem sie uns ein gutes Gefühl für unseren Körper und unsere Fähigkeiten gibt. Jeder Mensch sollte etwa 150 bis 300 Minuten pro Woche auf einem mäßig intensiven Niveau trainieren, um sich rundum wohlzufühlen. Kombiniere Krafttraining, Ausdauertraining und bewegungsfördernde Disziplinen wie Yoga, um die Vorteile eines ganzheitlichen Ansatzes für deine Fitness und dein Selbstvertrauen zu nutzen!

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.