Einfache und effektive Digital Detox Tipps: So gelingt dir die digitale Entgiftung

Das Internet dominiert mit seinen unzähligen Möglichkeiten das Leben im 21. Jahrhundert. Vor allem in Pandemiezeiten verbringen wir sehr viel Zeit im Netz. Aber ist es nicht ungesund, dauernd online zu sein? Und wie erkennt man, dass man zu viel vor dem Smartphone, Tablet oder PC hockt? In diesem Beitrag stellen wir dir hilfreiche Digital Detox Tipps vor.
 

Kind streicht WWW auf die Wand

Einfache Digital Detox Tipps für den Alltag

Die folgenden Tipps sollen dir dabei helfen, achtsamer mit digitalen Geräten, wie z. B. deinem Handy, umzugehen und dich mehr auf das Leben außerhalb der virtuellen Welt zu fokussieren:

  • Stell die Benachrichtigung auf deinem Handy stumm! So hast du nicht den Drang, ständig auf alle möglichen Nachrichten zu antworten. Es reicht völlig aus, wenn du ca. vier Mal am Tag in dein Handy schaust.
  • Lade dir nicht unnötig viele Apps runter! Je weniger Apps, desto weniger Benachrichtigungen.
  • Benutze Digital Detox Apps, die dich dabei unterstützen, dein Smartphone beiseitezulegen!
  • Besorg dir einen analogen Wecker! Verbann dein Handy aus deinem Schlafzimmer! So steht einer erholsamen Nacht nichts mehr im Weg.
  • Leg dein Handy auch mal weg! Nimm dein Handy nicht überall mit! Lernen, Arbeiten oder Sport machen sollten handyfreie Aktivitäten sein. Das gilt auch für das Treffen mit Freunden oder bei der Verabredung mit deinem Schwarm.
  • Schaffe dir digitalfreie Räume! Das Schlafzimmer z. B. ist ein idealer Ort dafür, auf digitale Geräte zu verzichten! Lies abends im Bett vor dem Schlafen gehen lieber ein Buch, statt YouTube-Videos anzuschauen!
  • Schalte dein Smartphone abends aus! Am nächsten Morgen kannst du es dann in Ruhe wieder anschalten.
  • Mache hin und wieder einen Offline-Tag! Such dir bewusst einen Tag aus, an dem du offline bist! Du wirst merken, wie viel Zeit du gewinnst, um dich auf andere Sachen zu konzentrieren.
  • Such dir ein erfüllendes Hobby! Eine ausfüllende Beschäftigung, die dir Spaß bereitet, vermindert dein Verlangen nach digitaler Zeit.
  • Achte auf deine Gewohnheiten! Wann und wie oft schaust du ohne triftigen Grund ins Handy? Versuche, deine Gewohnheiten zu erkennen und zu ändern!

Was genau ist Digital Detox?

Digital Detox bedeutet übersetzt „digitale Entgiftung“. Damit ist eine Auszeit von digitalen Medien gemeint, um wieder zu einer achtsamen Nutzung von Handy, Laptop und Co. zurückzufinden. Der Name leitet sich vom englischen Begriff Detox, der Entschlackung, ab. Entschlacken ist eine Prozedur, die den Körper von Giftstoffen befreien soll. Digital Detox ist also dafür gut, dem Stress entgegenzuwirken, der durch die Reizüberflutung des Internets und der sozialen Netzwerke entsteht. Das Ziel von Digital Detox ist nicht, komplett auf das Internet zu verzichten, sondern die bewusste Nutzung von digitalen Geräten zu gewährleisten. Beim Digital Detox gönnst du deinem Geist und auch deinen Augen eine Pause von der virtuellen Reizüberflutung.

Eine Familie, die Digital Detox betreibt, albert auf der Couch herum

Was sind die Vorteile von Digital Detox?

Durch Smartphone, Laptop und Tablet entsteht der Druck, dass wir ständig erreichbar und informiert sein müssen. Das führt lediglich dazu, dass wir uns gestresst fühlen und Angst davor haben, etwas zu verpassen. Digital Detox hilft dabei, uns vom Digitalen zu entgiften und damit Stress zu reduzieren. Die Vorteile von Digital Detox betreffen unterschiedliche Lebensbereiche:

  • Reduktion von Stress und sozialem Druck, die das Netz als Säule der Gesellschaft mit sich bringt. 
  • Soziale Beziehungen können gestärkt werden: Der Fokus liegt mehr auf der „realen Welt“. So kann man sich ohne Ablenkung seiner Familie und Freunden widmen.
  • Entschleunigung des Alltags: Der rasanten Geschwindigkeit des Alltags kann entgegengewirkt werden. Das ist eine Wohltat für Nerven, Geist und Körper.
  • Mehr Achtsamkeit: Die Umgebung kann bewusster wahrgenommen werden. Das Sein im Hier und Jetzt fördert die Lebensqualität. Die Nachhaltigkeit des Genusses wird erhöht. Forschungen zufolge können sich Menschen, die ständig Bilder von allem machen, schlechter an gewisse Situationen erinnern als diejenigen, die im Moment leben. Daher ist es von Vorteil, sein Handy bei Konzerten oder Live-Events auch mal Zuhause zu lassen.
  • Mehr Zeit für Hobbys, Familie und Freunde: Die digitale Welt beansprucht viel Lebenszeit. Die bewusste Reduktion schafft kostbare Lebenszeit.
  • Bessere Konzentrationsfähigkeit: Medien sind eine riesige Ablenkung. Der wiederholte Blick auf das Handydisplay verringert in Lern- und Arbeitssituationen die Produktivität.
  • Gesündere Körperhaltung: Der ständige Blick auf mobile Geräte und deren Bedienung können Handgelenks-, Nacken- und Rückenprobleme verursachen. 
  • Die Augen werden geschont: Grelles Displaylicht ist auf Dauer nicht gut für die Augen! 
  • Erhöhte Regeneration: Das Licht der Displays von Smartphones, Tablets oder Computern hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Die Lebens- und Schlafqualität wird dir danken, wenn du mehr auf die Nutzung digitaler Geräte verzichtest.

Was sind die Nachteile der Internetwelt?

Die Online-Welt nimmt heutzutage einen großen Platz im gesellschaftlichen Leben ein. Online ist alles zugänglich und jeder ist vernetzt. Selbst die große Liebe kann im Netz gefunden werden. Trotz der vielen Vorteile bringt die virtuelle Welt auch Gefahren mit sich wie z. B. die Verkümmerung des sozialen Lebens. Viele Menschen schaffen sich eine virtuelle Realität, der sie nur schwer entfliehen können. Dadurch vernachlässigen sie ihr „echtes Leben". Soziale Kontakte sollten sich nicht vordergründig auf dem Handy oder Computer abspielen. Nur durch reale Interaktionen können gemeinsame, verbindende Erlebnisse und dadurch Freundschaften entstehen. 

Eine weitere mögliche Folge der Abhängigkeit von sozialen Medien ist die sogenannte Social-Media-Krankheit FOMO. Die Angst davor, etwas Wichtiges zu verpassen nennt sich FOMO, also „Fear Of Missing Out“. Man ist so auf das Klingeln, Summen und Blinken des Smartphones konditioniert, dass aus Langeweile automatisch zum Handy gegriffen wird.

Die Reizüberflutung mit ständigen Informationen, Nachrichten, Bildern und Videos stellt eine große psychische Belastung dar. Daher ist es ungemein wichtig, ein gesundes Maß für die Benutzung digitaler Medien zu finden. Schon in der Erziehung sollte man darauf achten, den Kindern möglichst viel medienfreie Zeit zu gewähren. Denn als Elternteil sollte man sich bewusst sein, dass Kinder und Jugendliche bestimmte Geräte exzessiv nutzen. Daher ist es wichtig, das Verhalten des Kindes im Umgang mit Medien zu beobachten. Im nächsten Schritt sollte man sich mit dem Kind darüber reden, welche Medien es nutzt, wie viel und warum. Der gemeinsame offene Austausch kann problematisches Suchtverhalten vorbeugen. 

Mehrere Menschen haben ein Handy in der Hand und bilden einen Handkreis

Woran erkennt man, dass man zu viel Zeit im Netz verbringt?

Jeder kennt das: Man holt das Smartphone raus, checkt Facebook oder Instagram und antwortet auf einige WhatsApp-Nachrichten. Dann schaut man sich noch ein Video auf YouTube an oder schaut einen Film auf Netflix. Ehe man sich versieht, ist man Stunden über Stunden im Netz unterwegs. Wissenschaftlichen Studien zufolge verbringt ein durchschnittlicher User viel zu viel Zeit im Internet: im weltweiten Schnitt täglich 6 Stunden und 42 Minuten. Das wären 100 Tage im Jahr. Du bist jetzt sicher von der hohen Anzahl überrascht und fragst dich, woran du erkennen kannst, dass du zu viele Stunden im Netz surfst. Auf folgende Anzeichen sollte geachtet werden:

  • Vereinsamung und Isolierung: Exzessive Onlinenutzer vernachlässigen ihr soziales Leben. Nach und nach vereinsamen sie, ohne es selbst zu merken. Hobbys, Freundschaften und Verpflichtungen außerhalb der virtuellen Welt geraten in Vergessenheit. 
  • Entzugserscheinungen bei Nichtkonsum, wie z. B. schlechte Laune, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit.
  • Verheimlichung und Verharmlosung des Nutzungsverhaltens: Die meisten Menschen sind sich dessen gar nicht bewusst, wie viel Lebenszeit sie wirklich im Internet verbringen.
  • Erhöhung der Nutzungszeiten: Statt die Nutzungszeit zu reduzieren, wird sie oft unbewusst immer höher und höher.

Exzessiver Internetkonsum lässt sich nicht nur an der Nutzungszeit festmachen, sondern auch an der Art des konsumierten Inhalts und der Lebenslage, in der sich der oder die Betroffene befindet. Der Übergang von einer normalen zu einer exzessiven Mediennutzung ist oft fließend. Im schlimmsten Fall kann ein suchtähnliches Verhalten bei Betroffenen auftreten. Die exzessive Mediennutzung nimmt im Leben der Betroffenen eine zentrale Rolle ein. Lassen sich mehrere der oben genannten Anzeichen erkennen, könnte man von einer Abhängigkeit sprechen.