Detox für Geist und Körper: richtig fasten

Wenn die Tage wieder wärmer und die Sonne stärker wird, ist die ideale Zeit für eine kleine Fastenkur. Heilfasten befreit den Körper von eingelagerten Giftstoffen und macht auch den Kopf für positive Gedanken frei. Abnehmen ist nicht das Hauptziel einer Fastenkur. Da sie aber auch geistige und seelische Aspekte betrifft, kann sie Anlass für eine erfolgreiche, dauerhafte Umstellung der Ernährung sein. Wer zu Hause eine kurze Detox-Kur für Geist und Körper einlegen möchte, sollte sich aber unbedingt genauer damit beschäftigen und nach Anleitung vorgehen. Wie kannst du aber nun richtig fasten?

Leerer Teller auf Holztisch

Wann ist es Zeit für eine Fastenkur?

Im Frühling ist nicht nur die christliche Fastenzeit: Auch für den Körper sind reinigende Fastenkuren in der Übergangszeit ideal. Im Winter brauchen wir deftige Nahrung, um uns gegen Kälte und andere Umwelteinflüsse zu wappnen. Wir haben automatisch mehr Verlangen nach fettigem, vollwertigem Essen, das sich leider auch in kleinen Fettpölsterchen bemerkbar machen kann.

Um sich im Sommer leichter und beweglicher zu fühlen, empfiehlt sich eine Fastenkur in der Übergangszeit. Fasten bedeutet aber mehr als nur reinen Nahrungsverzicht.

Schneeglöckchen

Heilfasten oder Diät?

Der Unterschied zwischen Heilfasten und einer Diät ist schnell erklärt:

  • Übersetzt bedeutet Diät aber "Lebensweise" und die Diätetik beschäftigt sich auch mit gesunder Ernährung. Trotzdem wird Diät mittlerweile als Begriff meist für meist schnelles Abnehmen verwendet. Der berüchtigte Jo-Jo-Effekt kann die Folge sein.
  • Beim Heilfasten wird der Körper gereinigt, damit alle Systeme im Organismus besser arbeiten können. Es ist eine Art Frühjahrsputz für den Körper. Entgiften oder eine Detox-Kur geht eben schneller, wenn der Körper nicht zu sehr mit der Verdauung abgelenkt ist. Ein regelmäßiger Detox-Tag pro Woche kann Erstaunliches für die Gesundheit bewirken. Dabei muss keineswegs auf feste Nahrung verzichtet werden. Fasten wird auch meist von einer Darmreinigung oder Darmentleerung (zum Beispiel durch Einläufe mit lauwarmen Wasser und Bittersalz) begleitet. Fastenbrechen bedeutet die langsame Umstellung auf die normale Alltagsnahrung, die keinesfalls zu schnell geschehen darf.
Wort Detox in bunten Holzbuchsteaben

Wie schafft die Fastenzeit neue Energie für Körper und Geist?

Intermittierendes Fasten bedeutet, die Zeiträume zwischen den Mahlzeiten etwas auszudehnen. Lässt man den Körper nach dem Essen eine Zeitlang in Ruhe und verschont ihn mit neuen Verdauungsaufgaben, kurbelt dies die Fettverbrennung an, senkt die Cholesterinwerte und hilft auch gegen Entzündungen. Der Grund dafür ist der "milde Stress" in den der Organismus auch in kurzen Zeiten ohne Nahrungsaufnahme versetzt wird.

Ähnlich wie Sport trainiert dieser Zustand unsere Zellen und macht ihn widerstandsfähiger gegen Probleme im Magen-Darm-Trakt, Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein beliebter und erfolgreicher Tipp zum Abnehmen ist es, einfach am Abend, nach 18 Uhr keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Eine regelmäßige Fastenzeit ist im christlichen Gebrauch der Freitag, an dem zumindest auf Fleisch verzichtet wird.

Junge Frau mit einem Kreis aus Gemüse vor dem Bauch

Fasten: Entgiften nach Anleitung

Bei vielen Fasten-Methoden wird totales Fasten zur Entgiftung und Heilung nicht angewendet. Längeres Fasten ist meist ein religiöses Ritual und hat eine andere Bedeutung. Je nach Veranlagung und Konstitution wird ein Intervallfasten als Kur empfohlen und praktiziert. Manchmal wird auch einfach auf das Abendessen oder Frühstück verzichtet, um den Körper wieder fit und beweglich zu machen. In der übrigen Zeit wird leichte Kost gegessen und auf Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, Nikotin oder Zucker verzichtet. Fasten kann ebenfalls bedeuten, dass in der Zeit während der Kur auch die Gedanken auf Diät gesetzt werden. Begleitende Meditationsübungen lenken den Geist weg von Problemzonen hin zu angenehmen, bejahenden Gedanken. So wird das Abnehmen und Loslassen gleich viel leichter.

Grünes Gemüse für Detox Smoothies

Verzicht als Gewinn für die Organe

Beim Heilfasten oder einer Detox-Kur wird der Fokus auf die zwei wichtigsten Entgiftungsorgane im Körper gelenkt.

  • Die Leber bindet Giftstoffe und schickt sie mit dem Blutkreislauf Richtung Niere. Sie speichert Fett, Glucose, Vitamine und Eisen und bildet Eiweiß.
  • Die Niere reinigt das Blut, reguliert den Wasserhaushalt und Blutdruck und produziert obendrein wichtige Hormone.

Beide Organe bleiben durch das Heilfasten von Verdauungsaufgaben verschont und können sich auf die Entgiftung konzentrieren. Dass auch ansonsten gesunde Menschen eine Entgiftung durch richtig fasten vertragen können, kann an folgenden Anzeichen erkannt werden:

  • Verstopfungen (Gifte können die Darmwand schädigen und den Abtransport verlangsamen)
  • Gewichtszunahme (Überforderung der Schilddrüse, die für den Fettabbau zuständig ist)
  • Hautprobleme (Die Haut ist ein Ausscheidungsorgan: Gifte machen schlechte Haut)
  • Kopfschmerzen (Giftstoffe können das zentrale Nervensystem anfallen und Migräne auslösen)
  • Muskelkrämpfe (Weniger Sauerstoff durch zum Beispiel verengte Gefäße)

Viel trinken unterstützt ebenfalls die Ausscheidung von Giften. Wasser, Gemüsebrühe oder spezieller Saft vermitteln das Gefühl satt zu sein und erleichtern am Anfang den Verzicht auf das gewohnte Essen. Bei einer Detox-Kur mit Smoothies aus frischem Obst und Gemüse werden die Organe mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, die den Säure-Basen-Haushalt unterstützen.  

Frau greift auf ihre Nierenregion

Heilfasten, Detox-Kur oder Ayurveda-Retreat: Welche Fasten-Kur passt zu mir?

Herkömmliches Heilfasten bedeutet eine Entschlackung und Entgiftung des Körpers aus nichtreligiösen Gründen. Fasten-Methoden sind so vielfältig wie die Menschheit selbst: Ob Buchinger Heilfasten, wo mit Gemüsebrühe entgiftet wird, der berühmten Mayr-Kur oder auch der Schroth-Kur, wo abwechselnd ein Trink-Tag (Wasser, Tee oder ungesüßter Saft) mit einem Essenstag kombiniert wird: Fasten braucht unbedingt eine professionelle Anleitung und sollte, wird länger gefastet, nicht ohne Begleitung oder Aufsicht geschehen. Der freiwillige Verzicht löst auch geistige und seelische Prozesse in uns aus, weswegen Achtsamkeit und körperliche Bewegung nicht fehlen sollten. Ayurveda sieht den Menschen als Ganzes und geht auch sehr genau auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einer Person ein. Das Fasten hat hier mehrere Facetten.

Hauptziel der indischen Heilpraktik ist es:

in Einklang zu bringen. Massagen unterstützen das Ausleiten von Giften und sind wie Yogaübungen und Meditation untrennbar mit Ayurveda verbunden. 

Frau in Meditationshaltung

Meditation als Detox für den Geist

Regelmäßige Meditation sorgt schon nach sehr kurzer Zeit für eine Regenerierung der grauen Hirnsubstanz. Das Vorbeiziehenlassen der Gedanken erleichtert es, diese auch im konzentrierten Zustand besser zu kontrollieren. "Energy flows were attention goes". Mentale Blockaden und Schlacken (Amas) können den energetischen Lebensfluss blockieren. Destruktive Gedankenmuster und Emotionen sind nichts anderes als im Körper-Geist-System festgehaltene, unverarbeitete Energie. Meditation und Yoga helfen dabei, diese Energie für etwas Besseres zu verwenden. Eine Fastenkur kann ein sehr guter Anlass für den Beginn von ganz kurzen Meditationseinheiten sein. Ein kleines Mantra kann die Aufmerksamkeit auf den Erfolg, anstelle des Missstands lenken.

Bewegung als Teil des Fastenprogramms

Um einen positiven Effekt durch Heilfasten oder Detox-Kuren zu erzielen und zu bewahren, darf körperliche Bewegung im Programm nicht fehlen. Im Yoga spielt der Leber-Meridian eine sehr große Rolle. Durch sanftes und gezieltes Anspannen und Entspannen vor allem der inneres Körpermuskulatur werden Entgiftungsprozesse unterstützt. Ausreichend Bewegung erleichtert den Sauerstofftransport im Körper. Das erleichtert allen Organen die Arbeit.

Zwei Frauen in einer Ayurveda Behandlung

Heilfasten: Alleine zu Hause oder im Kurs?

Schon das Kochen nach leckeren Rezepten kann eine Art Meditation darstellen. Die Beschäftigung mit gesundem, ansprechend zubereitetem Essen kann oft größer sein als das Leid über den Verzicht auf gewohnte Genussmittel. Ohnehin ist es einfacher, sich neue, positive Gewohnheiten zuzulegen als mit schlechten Gewohnheiten Schluss zu machen. Eine Heilfasten-Kur kann mit einer kleinen Auszeit vom Alltag verbunden werden. Erlernte Praktiken oder Rezepte können zu Hause wiederholt oder nachgekocht werden. In einer Gruppe ist es leichter sich auf das Ziel zu konzentrieren und die Motivation steigt mit der Anzahl der Teilnehmer.

Die Ayurveda Ernährungsexpertin Kerstin Rosenberg bietet in ihrem Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum Retreats an, die auf sanfte Weise Heilfasten, Meditation und Yogaübungen verbinden. Hier eignen sich besonders die Langhana Detox-Kur oder aber die klassische Panchakarma-Kur.

Auf der Seite des Rosenberg Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrums gibt es auch einen typgerechten Fasten-Test, der Empfehlungen dazu gibt, welche Form des Fastens für die einzelne Konstitution geeignet ist.

Schwangere Frauen, Kinder oder durch Krankheit geschwächte Menschen sollten allerdings auf das Fasten verzichten, da es zu gesundheitlichen Problemen kommen kann. Ist eine Kur geplant, kann es nicht schaden, sich vorher beim Arzt untersuchen zu lassen.

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie für Ayurveda erstellt.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter

Rosenberg Kerstin

Kerstin Rosenberg hat sich der Weisheitslehre Ayurveda verschrieben und ist auch Gründungs- und Vorstandsmitglied des VEAT – Verband Europäischer Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten e.V.