Warum Ayurveda Yoga perfekt ergänzt – eine ideale Kombination für Körper, Geist und Seele

Die asiatische Praxis des Yoga wird im Westen zumeist südostasiatischem Ursprung zugeordnet. Doch insbesondere auf dem indischen Subkontinent wurden und werden die Bewegungsübungen praktiziert und blicken auf eine lange geschichtliche Entwicklung zurück. Was viele nicht wissen; In Indien werden Yoga-Übungen seit jeher eng mit der traditionellen Ayurveda-Gesundheitslehre verknüpft. So lassen sich die Vorzüge beider Welten ideal miteinander kombinieren.

Möchten Sie innere Ruhe finden und das richtige Gleichgewicht von körpereigenen Energien wieder entdecken, dann bietet die Verknüpfung von Ayurveda und Yoga eine willkommene Möglichkeit dazu.

Auf einer Zeichnung ist ein Mann, der neben Ayurveda Yoga praktiziert

Die innere Balance wiederfinden

Die ayurvedische Medizin ist mehrere Jahrtausende alt und verbreitete sich von Sri Lanka aus nach Indien und später über die ganze Welt. Die Lehre der Gesundheit und über den menschlichen Körper baut darauf auf, die Energien, die im Körper wirken, genau zu verstehen und ins richtige Verhältnis zueinander zu setzen. Liegen Beschwerden vor, wird davon ausgegangen, dass ein Ungleichgewicht dieser Energiefelder, der so genannten Doshas vorherrscht. Durch Methoden wie Ölmassagen oder dem Stirnguss lässt sich die innere Balance wieder herstellen, der Energiefluss wieder in Gang bringen, wodurch auch die Heilung von Beschwerden vom Körper selbst besser unterstützt werden kann. Denn so werden beispielsweise Organe wieder in die Lage versetzt, besser zu arbeiten, um zur Heilung beizutragen.

Während ayurvedische Behandlungen für die Betroffenen eher passiv gestaltet sind, lässt sich die Wirkung der Anwendungen durch aktive Handlungen mittels Yoga-Übungen verstärken und fortführen. Dieser Abtausch von entspannenden und aktiven Phasen wirkt sich spürbar positiv auf den Körper sowie auf die seelische Verfassung aus.

Abwechslung von Bewegung und Erholung

Bei der Verbindung von ayurvedischen Anwendungen mit Yogaübungen wird darauf geachtet, dass sich diese ergänzen. Therapeuten und Therapeutinnen, die entsprechende Ausbildung in beiden Bereichen vorweisen können, verfolgen damit einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Bedürfnisse von Körper, Geist und Seele berücksichtigt. Durch die alternierende Anwendung von Yogaeinheiten mit ayurvedischen Massagen und anderen Behandlungen werden unterschiedliche Dosha-Bereiche angesprochen.

Das Yoga selbst besteht einerseits aus den Bewegungsübungen und andererseits aus den Atemtechniken. Idealerweise werden diese miteinander kombiniert.

Zwei Frauen führen eine Yoga Übung zur Entspannung durch

Die Yogaübungen, Asanas

Die Asanas, die Bewegungsübungen beim Ayurveda Yoga, können mit Yoga-Lehrer, aber auch zuhause selbst durchgeführt werden. Viele Bücher beschreiben mit anschaulichen Bilddarstellungen einfache Übungen, mit denen Sie selbst zuhause beginnen können. Stellungen wie der Lotussitz, die Kobra-Übung oder der Kniekuss sowie der Sonnengruß können auch daheim in entspannter Atmosphäre ausgeübt werden. Die Abstimmung mit einem Trainer ist allerdings hilfreich, um die Stellungen von Anfang an richtig einzulernen und vor allem auch die richtigen Übungen zu nutzen, die dem eigenen Profil entsprechen. Denn auch bei den Bewegungsübungen gilt es, die Doshas ins Gleichgewicht zu bringen. Jede Stellung spricht eine andere Körperenergie an und verändert damit das Energieverhältnis im Organismus. Insbesondere, wenn Beschwerden vorliegen, ist es ratsam, vor Beginn mit einem Experten zu sprechen, der Informationen und Tipps zu den Übungen geben kann, aber auch einen Plan für die ayurvedische Behandlung erstellt.

Eine Frau führt eine Asana (Bewegungsübung) aus

Die Atemübungen Pranayamas

Die Bewegungselemente im Yoga (Asanas) werden idealerweise durch Atemübungen, (Pranayamas) ergänzt. Durch die richtige Atmung gelingt es beispielsweise, sich selbst mit Lebensenergie regelrecht aufzuladen oder aber auch Negatives und Belastungen entweichen zu lassen und sozusagen auszuatmen.

Wie die Atemübungen funktionieren und auch selbst ausprobiert werden können, lässt sich am besten anhand von Videos im Internet oder auch in persönlichen Trainings mit erfahrenen Lehrern herausfinden. Durch aktivierende Atemtechniken wird der Körper mit Kraft aufgeladen, der gesamte Brustraum und die Herzregion werden aktiviert. Solche Methoden stellen eine gute Vorbereitung auf Bewegungsstellungen dar. Als Ergänzung dazu gibt es entspannende Atemmethoden, die sich vor allem für die Durchführung zum Ende einer Yoga-Sitzung gut eignen.

Eine Frau macht eine Yoga Atemübung (Pranayama)
  • Bauchatmung: Eine der wichtigsten Techniken ist die Bauchatmung. Mit dieser Technik wird nicht nur mehr Sauerstoff aufgenommen, sondern die Bauchorgane bekommen eine wohl verdiente Massage. Auch das Gehirn und das Herz bekommen etwas von dieser Wohltat ab.
  • Sitali: Die so genannte kühlende Atmung lässt sich tatsächlich dazu einsetzen, sich an heißen Tagen abzukühlen, aber auch Lebensfreude zu gewinnen und inneres Gleichgewicht zu finden. Dabei wird die Zunge eingerollt und mit der Bauchatmung über den Mund zischend eingeatmet und anschließend über die Nase wieder ausgeatmet.
  • Brahmari: Bei dieser Übung wird zunächst tief über die Nase eingeatmet und danach mit einem summenden Klang lang ausgeatmet. Dabei wird eine entspannende und beruhigende Wirkung im Kehlbereich feststellbar.
  • Kapalabhati: Die Wechselatmung startet mit langsamem Ein- und Ausatmen über die Bauchatmung. Danach folgt schnelles Ein- und Ausatmen in stoßartigem Rhythmus. Diese Atemtechnik lässt sich mehrmals wiederholen und dient dazu, neue Kraft zu tanken.
  • Ujjyayi: Bei dieser Atemübung wird zunächst mit flüsternder Stimme gesprochen, danach ein Reibelaut ausgestoßen. Diese Technik dient der Atemverlängerung.
  • Kopfdrehungen und andere synchrone Bewegungen beim Ein- und Ausatmen helfen vor allem Anfängern, den eigenen Atem bewusster wahrzunehmen.
  • Pausen zwischen dem Einatmen und Ausatmen sollten eingehalten werden, sodass der Atemzyklus in vier Phasen geteilt wird.

Die Pranayamas sind sehr gut für die Vorbereitung auf eine Sitzung oder auch für den Abschluss geeignet. Mit diesen und anderen Tipps lassen sich Trainingseinheiten angenehm gestalten.

Tipps für die Yoga-Einheit

Je nachdem, ob Sie an Yogaklassen teilnehmen möchten oder Einzelstunden bei einem Trainer buchen, gestalten sich die Einheiten unterschiedlich. Damit die Übungen glatt ablaufen und Sie sie auch richtiggehend genießen können, ist es allerdings sehr wichtig, sich gut vorzubereiten. Dazu gehört lockere Turnkleidung, die nicht beengt. Auch sollten Sie vor den Übungen nicht zu viel zu essen. Gymnastikmatten werden oft schon bereitgestellt oder können auch selbst mitgenommen werden.

Zur materiellen Ausstattung gehört dann auch noch das geistige Rüstzeug. Sehen Sie den Kurs nicht als anstrengende Bürde, sondern als Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen, sich ganz auf das eigene Selbst zu konzentrieren und Entspannung zu finden. Musik, Düfte und eine angenehme Atmosphäre im Saal helfen dabei, sich einzustimmen. Denken Sie auch daran, dass Sie jederzeit die Möglichkeit haben, Pausen zu machen, wenn Ihnen eine Stellung zu anstrengend ist oder Muskelpartien zu stark belastet werden. Stecken Sie auch Ihre Erwartungen nicht zu hoch. Es geht nicht darum, möglichst schnell die jeweiligen Positionen richtig auszuführen, sondern das eigene Tempo zu finden und ein Gefühl für den eigenen Körper und dessen Zusammenspiel mit Seele und Wohlbefinden zu entwickeln.

Eine Frau entspannt sich beim Yoga

Welche Rolle spielt ayurvedische Ernährung?

Wenn es darum geht, das Gleichgewicht mit Körperarbeit und geistiger Entspannung wieder zu finden, darf selbstverständlich auch die richtige Ernährung nicht zu kurz kommen. Vor allem wenn ein Mangel an Lebensenergie verspürt wird, lässt sich die Ursache dafür oft in der Zusammenstellung der Nahrung wiederfinden, die die Betroffenen zu sich nehmen. Mit einfachen Rezepten und einer Umorientierung beim Lebensmittel-Einkauf nach Ayurveda lässt sich viel bewirken. Bevor eine Ernährungsumstellung ins Auge gefasst wird, um die gesundheitliche Konstitution zu verbessern, gilt es allerdings genau zu klären, wie es genau um den Energiehaushalt bestellt ist, welche Doshas vorherrschen und mit welchen Lebensmitteln sich die richtige Balance wieder herstellen lässt. Generell gilt es, nach folgenden Geschmacksrichtungen zu unterscheiden:

  • Bittere Lebensmittel kühlen den Körper und fördern die Verdauung
  • Süße Nahrung sorgen für ruhige Nerven und sind wahre Stimmungsmacher
  • Saure Nahrung stimuliert und regt Appetit und Verdauung an
  • Zusammenziehende Geschmäcker kühlen und trocknen
  • Scharfes Essen löst Schleim, erhitzt und fördert die Verdauung
  • Salzige Speisen heizen den Körper auf, sorgen für Flüssigkeitsspeicherung und regen die Verdauung an
  • Des Weiteren werden die Ernährungstypen Pitta, Vata und Kapha unterschieden

Eine ayurvedische Ernährungsweise bietet eine ideale Begleitung zum Yoga nach Ayurveda. Auf diese Weise wird der Körper aktiv unterstützt, ins Gleichgewicht zu kommen und seine heilenden Kräfte zu entfalten. Wesentlich ist, genau abzustimmen, ob Pitta, Vata oder Kapha vorherrschend sind, um einen dazu passenden Ernährungsplan zu erstellen.

Ein Teller mit einem Gericht steht neben Ayurveda Gewürzen

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.