Bunt und natürlich: Die richtige Ernährung bei Neurodermitis

Rund ein Drittel aller Kinder und sehr viele Erwachsenen leiden unter der Hautkrankheit Neurodermitis. Leider sind weder die genauen Ursachen noch Möglichkeiten für eine vollständige Heilung von Neurodermitis bekannt. Betroffene können aber die Symptome sehr gut mit einer abgestimmten Ernährung in den Griff bekommen. Wir verraten dir, welche Lebensmittel dein Immunsystem und deine Verdauung bei Neurodermitis besonders gut unterstützen und wovon du lieber die Finger lassen solltest.

Frau isst Salat.

Welche Rolle spielt Ernährung bei Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronische Hautkrankheit, bei der die natürliche Schutzfunktion der Haut gestört ist. Rund 15 Prozent der Bevölkerung in Westeuropa leiden unter dieser atopischen Erkrankung, zu denen auch Asthma und verschiedene Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln (Milch, Gluten, Fructose) gehören. Die meisten Betroffenen sind Säuglinge und kleine Kinder. Je älter die Betroffenen werden, desto mehr nehmen die Symptome der entzündlichen Hauterkrankung ab.

In südlichen Ländern, wo die Sonne mehr zu sehen ist, gibt es auch weniger Neurodermitis-Patienten als im lichtarmen Norden. Neurodermitis (auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt) macht sich durch trockene und rissige Stellen und einen schlimmen Juckreiz bemerkbar. Besonders betroffen davon sind Armbeugen oder Kniekehlen. Die gestörte Hautbarriere macht es Viren, Bakterien und anderen Erregern leicht, in die Haut einzudringen. Das kann zu Entzündungen führen.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann den Körper allgemein stärken. Neurodermitis tritt in Schüben auf. Das bedeutet, dass bestimmte Reize (Trigger) eine entzündliche Reaktion mit den lästigen Symptomen auslösen. Bestimmte Lebensmittel enthalten mehr Trigger als andere. Das ist ein weiterer Grund, warum Betroffene genau auf ihre Ernährung achten sollten.

Allergien, Ernährung oder Stress: Was sind Auslöser von Neurodermitis?

Die Hautkrankheit ist nach aktuellem Wissen genetisch bedingt und entsteht durch einen Mangel an bestimmten Proteinen. Das führt dazu, dass der Haut Feuchtigkeit fehlt. So wird sie anfälliger für Infektionen. Neurodermitis ist aber nicht wie oft geglaubt eine Allergie. Die Hautkrankheit tritt aber häufig gemeinsam mit Allergien auf. Allergien können den Ausbruch eines Neurodermitis-Schubes beschleunigen. Die Auslöser für die typischen Schübe sind:

  • Allergien oder Unverträglichkeiten wie gegen Gluten
  • Allergene in bestimmten Lebensmitteln, Pollen, Hausstaub oder Tierhaaren
  • Chemikalien
  • Umweltgifte
  • Überlastung, Angst, Stress oder Trauer

Klassische Symptome sind trockene Haut, entzündete Stellen und Juckreiz. Durch das Kratzen verstärken sich die Entzündungen, da die Erreger so verteilt werden und die ohnehin schon gereizte Haut noch mehr verletzt wird. Knötchen oder Pustel können sich bilden, in weiterer Folge sind auch Narben möglich. Bei kleinen Kindern oder Säuglingen sing häufig auch Gesicht und Hals betroffen. Eine Neurodermitis-Diät kann bestimmte Allergene in der täglichen Ernährung vermeiden und den Organismus generell stärken. 

Frau kratzt sich am Arm.

Ernährung bei Neurodermitis: Welche Lebensmittel gehören unbedingt auf den Speiseplan?

Eine Neurodermitis-Diät sollte so bunt und natürlich wie möglich sein. Die Nahrungsmittel sind am besten frisch und unbehandelt, regional und in Bio-Qualität. Viel Obst und Gemüse sind dabei essenziell. Das Meiden von Gluten ist nie ein Fehler, da viele Betroffene die Stärke Gluten schlecht vertragen. Fast Food und Fertiggerichte enthalten sehr viele Farb- und Konservierungsstoffe, die oft schlecht vertragen werden. Gut für die Haut sind Vitamin A und Vitamin B. Während Vitamin A die Bildung neuer Hautzellen anregt und die Elastizität steigert, kann Vitamin B die Reparatur von Rötungen und Rissen unterstützen.

Für eine ausgewogene Neurodermitis-Ernährung werden folgende Lebensmittel empfohlen: 

  • Biofleisch und Innereien
  • Fisch aus Wildfang
  • Obst und Beeren
  • grünes und buntes Gemüse
  • Leinsamen, Chiasamen, Sesam, Kürbiskerne
  • Glutenfreies Getreide in ganzen Körnern (Reis, Quinoa, Hafer, Hirse, Amarant, oder Buchweizen)
  • Olivenöl und Kokosöl
  • Grüner Tee
  • Pilze.
  • Fermentiertes Gemüse wie Essiggurken, Kimchi, Sauerkraut.

Neben einer abgestimmten Diät kannst du auch mit einer regelmäßigen Sanierung des Darms das Auftreten von Schüben verhindern. Eine Darmsanierung kannst du mit Leinsamen oder Chiasamen einfach im Alltag durchführen. Es reicht schon, zehn Tage lang morgens einen Löffel der Samen mit viel Wasser auf nüchternen Magen zu essen. Du kannst die Darmsanierung auch bis zu einem Monat lang betreiben. 

Beeren in einer Schüssel.

Welche Lebensmittel können einen Schub bei Neurodermitis einbremsen?

Es gibt auch Lebensmittel, die den Ausbruch eines lästigen und schmerzhaften Schubs mit Juckreiz und rissiger Haut besonders gut bremsen können. Drei davon sollten unbedingt täglich auf dem Speiseplan stehen.

  • Hafer: Das Getreide liefert Ballaststoffe, die die Darmfunktion fit halten. Ein gesunder Darm ist die Basis für ein gut funktionierendes Immunsystem. Hafer liefert auch den Ballaststoff Betaglucan. Dieser unterstützt eine spezielle Art von weißen Blutkörperchen, die Erreger von Entzündungen sehr gut erkennen und unschädlich machen können. Nährstoffe wie Zink, Biotin und Magnesium unterstützen die Immunabwehr zusätzlich. Hafermilch ist auch ein schmackhafter Ersatz für Milch, die bei Neurodermitis oft schlecht vertragen wird.
  • Kurkuma. Die gelbe Wurzel ist für ihre antientzündliche Wirkung bekannt. Allerdings solltest du sie bei einer atopischen Dermatitis regelmäßig und oft genießen, um von der antientzündlichen Wirkung profitieren zu können. Das Gewürz kann aber auch die Stimmung heben, denn es führt zur Ausschüttung von Serotonin, welches auch Glückshormon genannt wird. Neurodermitis-Schübe können auch durch Stress, Trauer oder Überlastung ausgelöst werden.
  • Leinöl. Das pflanzliche Öl spendet die wichtige Alpha-Linolensäure. Sie hat einen entzündungshemmenden Effekt und schützt auch vor freien Radikalen, die ebenfalls als Trigger wirken können. Auch Leinöl kann die Stimmung heben, was bei ständigem Juckreiz ein großer Vorteil ist.
  • Verschiedenes grünes Gemüse gegen Neurodermitis
  • Haferflocken in einer Schüssel, daneben Hafer
  • Kurkuma gemahlen und als Wurzel, daneben geschnitten
Grünes Gemüse, Hafer und Kurkuma dürfen bei einer Neurodermitis Diät nicht fehlen.

Lieber nicht: Welche Speisen können Neurodermitis-Schübe auslösen?

Fast Food und Fertiggerichte enthalten sehr viele Farb- und Konservierungsstoffe, die oft schlecht vertragen werden. Du solltest sie bei Neurodermitis gar nicht essen. Folgende Nahrungsmittel enthalten Stoffe, die deine Haut zusätzlich reizen können:

  • Weizen (enthält viel Gluten) und Soja
  • Milch und Milchprodukte
  • Geflügel, Schweinefleisch, Fisch und Eier
  • Möhren, Paprika, Sellerie
  • Zitrusfrüchte
  • Nüsse, Kerne, Erdnüsse
  • Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee
  • scharfe Gewürze wie Chili, Ingwer, Schwarzer Pfeffer
  • Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln, Auberginen
  • Zucker allgemein und Süßigkeiten

Alkohol regt die Durchblutung an, wodurch der Juckreiz verschlimmert wird. Bei einigen Menschen mit Neurodermitis verstärken sich die Symptome, wenn sie Lebensmittel mit Histamin zu sich nehmen. Dazu gehört Wein, aber auch Käse. Schweinefleisch enthält Arachidonsäure, welche entzündliche Prozesse im Körper fördert. Auch Wurst und Wurstwaren vom Schwein solltest du meiden. Chilischoten reizen die Haut von außen und von innen. Capsaicin reizt die Nervenrezeptoren, die für Hitze und Schmerzen zuständig sind. Die Blutgefäße weiten sich und verursachen ein brennendes Gefühl. Durch das Essen von Chili wird die Durchblutung ebenfalls angeregt. Das verschlimmert den Juckreiz. 

Jeder Mensch ist verschieden und reagiert auch unterschiedlich auf bestimmte Lebensmittel. Ein guter Tipp ist hier das Führen eines Diät-Tagebuches. Notiere dir eine Zeit lang mit, was du isst und wie es deiner Haut in dieser Zeit geht. So kannst du nach einer Zeit bestimmte Lebensmittel herausfinden, die deiner Haut besonders schaden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.