Sexualität - die Ursache menschlichen Lebens

Sexualität ist die natürlichste Sache der Welt. Trotzdem bereitet es vielen Menschen Probleme, offen darüber zu sprechen. Dabei geht es nicht immer nur um sexuelle Lust. Neben der körperlichen Liebe suchen wir auch emotionale und soziale Nähe.

Inhalt:

Herzen liegen im Sand

Was bedeutet Sexualität überhaupt?

Schon von jeher fühlen sich Mann und Frau sexuell zueinander hingezogen. Während bloße Lust in der Gesellschaft nach wie vor ein verpöntes Thema bleibt, sind Partnerschaften gesellschaftlich anerkannt. Dabei hat das sexuelle Verlangen einen biologischen Hintergrund. Das sexuelle Bedürfnis ist immerhin die Grundlage zur menschlichen Fortpflanzung und somit auch der Grund, weshalb wir alle am Leben sind. 

Der Begriff Sexualität kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Geschlechtlichtkeit. Gemeint ist damit die sexuelle Anziehungskraft die der weibliche Körper auf Männer und der männliche Körper auf Frauen ausübt. Dabei laufen im menschlichen Körper sowohl biologische als auch psychische Prozesse ab. Vor allem für Frauen sind Liebe und Sexualität nicht zu trennen und spielen beide eine Rolle, damit Beziehungen lange halten. Aber nicht das Geschlecht ist ausschlaggebend für eine allgemein gültige Definition. Eine solche gilt eher als unmöglich. Jeder Mensch und somit auch deren sexuelle Interessen sind individuell. Grundsätzlich lässt sich jedoch schon zwischen der männlichen Sexualität und der weiblichen Sexualität unterscheiden. Zahlreiche Autoren behandeln das Thema mit unterschiedlichen Aspekten. Mal geht es um die pure Lust, der Jagd nach dem Orgasmus, sexuelle Aktivität in unterschiedlichen Altersgruppen und manchmal dreht sich alles um die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau. 

Ein Mann und eine Frau genießen ihre Sexualität

Sexualität des Mannes

Vor allem bei Männern gelten der Geschlechtsverkehr und die Jagd nach dem Orgasmus als typisches Verhalten. Ein Mann wird oft als der sexuell aktive Part einer Beziehung gesehen, der schnell sexuelle Erregung verspürt. Als Ursache für dieses Handeln gilt das männliche Sexualhormon Testosteron. Dieses ist vor allem in der Früh hoch, weshalb Männer zu dieser Zeit am meisten Lust auf Geschlechtsverkehr haben (dass sie Morgens mit einer Erektion aufwachen, passiert unabhängig davon). Auch die Jahreszeit beeinflusst das sexuelle Verlangen. Männer verspüren im Sommer meist höhere Erregung. 

Sexualität der Frau

Nach wie vor werden Frauen eher als emotionaler Part einer Beziehung bezeichnet. Mittlerweile weiß man jedoch, dass auch Frauen körperliche Nähe suchen und sexuelle Wünsche haben. Um sich in einer Partnerschaft wirklich verbunden zu fühlen, brauchen auch wir eine sexuelle Beziehung zu Mann. Den Menschen geht es nicht mehr nur um die Fortpflanzung, sondern darum, seine sexuellen Erfahrungen zu sammeln und seine Lust auszuleben. Kinder sind zwar immer noch der Grund für Geschlechtsverkehr im biologischen Sinne. Die Gesellschaft beharrt jedoch nicht mehr darauf, dass Personen nur mit dem Ziel Eltern zu werden einander begehren dürfen.

Vor allem für die weibliche Lust ist diese Veränderung von Bedeutung. Auf einmal können wir dazu stehen, dass wir uns zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen und nehmen uns die Freiheit, Beziehungen zu führen, Erfahrungen zu sammeln und unsere eigene sexuelle Entwicklung auszuleben, ohne dass uns bereits in jungen Jahren Familienplanung im Nacken liegt. Die Funktion der Sexualität steht nicht mehr im Mittelpunkt, sondern die Freude an der Sache selbst. Unser Verhalten wird weniger von der Gesellschaft bestimmt. Moderne Verhütung wie die Pille tut ihr übriges, dass Ängste über ungewollte Folgen schwinden und wir unsere Gefühle lieben und ausleben können. 

Wie läuft die Entwicklung der Sexualität ab?

Bereits in der Kindheit gewinnt das Thema Sexualität an Bedeutung. Bereits bei der Geburt erfahren wir die erste körperliche Nähe zu den Eltern. Diese prägt einen Menschen stark. Mit zwei Jahren fangen wir an, unseren eigenen Körper und die unserer Freunde zu entdecken. Dabei lernen wir erste geschlechtliche Unterschiede kennen. Bis zu einem Alter von etwa sechs Jahren wird ein derartiger Umgang miteinander nicht als sexuelles Verhalten wahrgenommen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Körper Sexualhormone zu produzieren und der Körper beginnt sich leicht zu verändern. Bei manchen Kindern ist dies früher der Fall, bei anderen später. In der Pubertät beginnen wir uns schließlich als Erwachsene zu fühlen und nutzen die Chancen um erste sexuelle Erfahrungen zu sammeln. In dieser Zeit wird auch oft mit Homosexualität experimentiert und wir werden uns unserer sexuellen Orientierung bewusst.

Vier füße schauen unter einer Decke raus

Sexualität in der Schwangerschaft

Schwanger zu sein bringt nicht nur körperliche Veränderungen mit sich. Zu Beginn nutzt man jede Möglichkeit einander zu lieben und erhöht so die Chancen auf Nachwuchs. Dies ändert sich nun. Vor allem zu Beginn sind Übelkeit und Müdigkeit häufige Begleiter einer Schwangerschaft. Im zweiten und dritten Trimester steigt die Lust meist wieder, jedoch haben viele Paare Angst dem Kind zu schaden. Bei Unsicherheit lohnt es sich, Informationen beim Arzt einzuholen um mit guten Wissen und Gewissen die Nähe des Partners wieder genießen zu können.

Nach der Geburt wird es mit der körperlichen Nähe wieder schwieriger. Viele Frauen glauben, dass sie aufgrund der körperlichen Veränderungen in den Augen des Partners an Attraktivität abnehmen. Wichtig ist, gemeinsam offen über diese Ängste zu reden und das Vertrauen innerhalb der Beziehung zu stärken, damit trotz Baby einem erfüllten Sexualleben nichts im Wege steht.

Sexualität im Alter

Nicht nur jungen, sondern auch älteren Menschen steht der Sinn nach Nähe zum anderen Geschlecht. Viele bleiben bis ins hohe Alter sexuell aktiv. Mit steigendem Alter haben die unterschiedlichen Geschlechter jedoch immer häufiger mit sexuellen Funktionsstörungen zu kämpfen, vor allem, wenn Frauen älter werden und in die Wechseljahre kommen. Diese haben zwar keinen Einfluss auf die Erregung, jedoch kann es zum Beispiel länger dauern, bis sie feucht genug für eine Penetration des Penis ist. Bei Männern steigt das Risiko für eine erektile Dysfunktion weshalb sich viele vom Arzt Medikamente verschreiben lassen. 

Prinzipiell lässt sich sagen, dass uns die Sexualität von Kinderbeinen an unser ganzes Leben begleitet. Ihr Stellenwert ändert sich jedoch immer wieder. Vielleicht ist es nicht immer leicht, mit ihr offen umzugehen. Vor allem ältere Menschen haben Hemmungen davor ihre Bedürfnisse offen auszuleben. Aber in der Praxis lässt sich sagen, dass Sexualität unser Leben bis ins hohe Alter bereichert und wir uns weder dafür schämen noch davon abhalten lassen sollten, sie nach unseren Vorstellungen auszuleben.