Fit und gesund durch den Sommer mit Ayurveda: Tipps und Rezepte

Endlich sind sie da, die wärmenden Sonnenstrahlen und langen Tage! Wie sich die Natur den Jahreszeiten anpasst, so verändern sich auch die Bedürfnisse unseres Körpers. Im Ayurveda wird dem Einfluss der Jahreszeiten auf unseren Organismus besonderes Augenmerk geschenkt. Um Körper und Seele in Balance zu halten und den Sommer in vollen Zügen genießen zu können, helfen bereits einfache Tipps.

Inhalt:

Eine Frau liegt im Sommer auf der Wiese

Wie sollten wir uns im Sommer ernähren?

Während der warmen Sommermonate wird das Feuerelement in uns, im ayurvedischen als Pitta, bezeichnet, angefacht. Auch das Luft- und Bewegungselement, Vata, nimmt zu. Süße, bittere, kühle und ölig-fettende Nahrungsmittel helfen, beide Elemente zu besänftigen. Süße, reife Früchte wie Melone, Ananas, Papaya und Mango sind ideal, ebenso wie bittere Kräuter und Salate, z. B. Spinat, Chicoree und Ruccola.

Im ayurvedischen Verständnis ist unser Verdauungsfeuer (agni) während der warmen Monate geschwächt. Das bedeutet, dass Stoffwechselprozesse während des Sommers langsamer ablaufen. Wir bemerken dies häufig an einem verminderten Appetit. Leicht Bekömmliches wie gedünstetes Gemüse, vollwertige Getreide und Suppen helfen unsere Verdauung zu entlasten. Durch reichlich Ghee (geklärter Butter), das zum Dünsten und Kochen verwendet werden kann, wird Agni gestärkt. Auch Honig unterstützt das Verdauungsfeuer und hat durch seine kühlenden Eigenschaften und den süßen Geschmack gleichzeitig einen ausgleichenden Effekt auf Pitta und Vata.

Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Am besten geeignet sind Getränke mit kühlenden Eigenschaften. Nicht zu verwechseln mit kalten Getränken, die wiederum unser Verdauungsfeuer schwächen. Probieren Sie doch Ihr Wasser einmal mit Rosenblüten, Kardamom oder Sandelholz zu aromatisieren. Wer mag kann noch etwas Honig hinzugeben. Auch Fenchel wirkt kühlend und stimuliert zudem die Verdauung. Frisch gepresste Säfte und Buttermilch oder mit Wasser verdünnter Joghurt (4:1) mit etwas Ingwer, Salz und Kreuzkümmel zur Mittagszeit sind weitere Erfrischungsalternativen.

Alkohol sowie saure, scharfe und heiße Speisen, aber auch zu scharf Angebratenes und Frittiertes sind während der Sommermonate nicht förderlich, da sie das Hitzegefühl in uns steigern. Ein Kompromiss für laue Sommerabende sind in Maßen stark verdünnte alkoholische Getränke wie Radler und Weinschorle und anstelle des Nackensteaks vom Grill ein saftiger Couscous-Salat mit frischen Kräutern. Das kühlt von innen.

Gläser mit süßen Früchten wie Melonen, und Ananas stehen auf einem Tisch

Was empfiehlt Ayurveda noch im Sommer?

Gerade durch die langen Tage sind die Nächte häufig kurz. Versuchen Sie dennoch auf einen regelmäßigen und ausreichenden Schlaf (6 bis 8 Stunden) zu achten. Auch wenn im Ayurveda der Tagesschlaf sonst nicht gutgeheißen wird, ist eine kurze Siesta in den Sommermonaten zum Ausgleichen des nächtlichen Schlafdefizits erlaubt.

Gut tut regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, besonders in der Natur. Das beruhigt die Nerven.

Auch Yoga und ausgleichende Atemübungen (Pranayama) harmonisieren unser aufgebrachtes Vata. Direkte Sonneneinstrahlung provoziert unser Pitta und sollte daher vermieden werden.

Um einen "kühlen Kopf" zu bewahren und das Feuerelement zu zähmen ist jegliche Art von Wasser geeignet, ob beim Schwimmen, einer täglichen Dusche oder einem Spaziergang am See. Wem doch einmal die Hitze zu Kopf steigt, kann diese durch das Auflegen von in Rosenwasser getränkten Wattepads auf die Augen entgegenwirken.

Zum Vata-Ausgleich eignen sich Massagen, am besten mit Öl. Eine Ganzkörperölmassage, im ayurvedischen als Abyanga bekannt, senkt nicht nur das Vata sondern fördert zudem die Elastizität von Muskeln und Bändern und regt das Verdauungsfeuer an. Aber auch zuhause kann eine Selbstmassage kleine Wunder bewirken. Einfach abends vor dem Zubettgehen oder zwei Stunden vor dem Duschen den Kopf vom Haaransatz zum Scheitel hin in kreisenden Bewegungen mit Kokosöl massieren, einwirken lassen und am nächsten Morgen (oder nach zwei Stunden) mit einem milden Shampoo auswaschen. Schon können Sie frisch in den neuen Sommertag starten.

Eine Frau macht Yoga im Sommer auf der Wiese

Die besten Tipps für heiße Sommertage:

  • Rosenblütenwasser: perfekt für raffinierte Sommerdrinks, einen schönen Teint und kühlende Augenbehandlungen
  • Kokosöl: ideal zum Kochen und Dünsten, aber auch für eine ausgleichende Kopfmassage am Abend
  • Petersilie: Mit seinem bitteren Geschmack, den kühlenden Eigenschaften und einem süßen Nachgeschmack ist Petersilie das perfekte Kraut für den Sommer. Wunderbar zum Abschmecken von Salaten, Gemüsen oder Raita (s. u.)
  • Pranayama: Pranayama ist eine ayurvedische Atemtechnik, in welcher durch bewusstes Ein- und Ausatmen Atmung und Kreislauf beruhigt und Geist und Körper regeneriert werden sollen. Hierbei wird über acht Sekunden eingeatmet, der Atem für fünf Sekunden gehalten und dann über acht Sekunden ausgeatmet. Dieser Ablauf wird über fünf Minuten am besten zweimal täglich wiederholt. Indem die Konzentration vollständig auf die Atmung gelenkt wird, kann unser Geist entspannen. Auch Puls und Blutdruck reduzieren sich während dieser Übung. Durch den verlängerten Atemzyklus hat der Sauerstoff mehr Zeit in unsere Zellen zu gelangen, was uns frisch erhält.

Ayurveda Rezepte für den Sommer

Kühlender Sommerdrink

Zutaten:

  • 4 Kapseln Kardamom
  • 1 Liter Wasser
  • Limette, frische Minze und Honig nach Geschmack

Zubereitung:

Kardamom und Wasser aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen. Auf Raumtemperatur abkühlen lassen und je nach Geschmack mit etwas Limettenschale, frischer Minze und Honig abschmecken.

Couscous Salat

Zutaten für 2 Personen:

  • 120-150 g Couscous
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 kleine Aubergine
  • 1 Paprika
  • 2 EL Ghee oder Olivenöl
  • reichlich frische Kräuter, z.B. Petersilie, Koriander, Basilikum, Dill
  • 1-2 TLHonig, Salz, Pfeffer

Wer den Salat nur für eine Person zubereitet, kann, um Abfälle zu vermeiden, z. B. auch nur 1 Zucchini und 1 Paprika verwenden.

Zubereitung:

  1. Das Couscous mit siedendem Wasser übergießen und zugedeckt ziehen lassen.
  2. Die Aubergine in 1cm² Würfel schneiden und in der Pfanne in einem 1 EL Ghee/Olivenöl  über ca 5 bis 7 Minuten anbraten.
  3. Die Paprika in mundgerechte Stücke schneiden und nach 5 Minuten zu den Auberginen in die Pfanne geben.
  4. Die Zucchini in 4 mm dicke Scheiben schneiden, vierteln und in die Pfanne dazu geben.
  5. Solange braten und wenden bis das Gemüse angenehm durch ist. Mit Honig und Salz abschmecken
  6. Das Gemüse unter das Couscous heben, fein gehackte Kräuter hinzufügen und bei Bedarf noch Salz, Pfeffer und  hinzufügen.

Der Salat kann gut am Abend zubereitet werden für den nächsten Mittag. Couscous kann man mit allen Gemüsen kombinieren und bekommt immer einen köstlichen, leicht verdaulichen Salat.

Zum Verfeinern eine Handvoll eingeweichter Rosinen, Nüsse und Kerne zugeben.

Gurken-Petersilien-Raita

Zutaten:

  • 150 mg Vollmilch-Naturjoghurt
  • 1/2 Salatgurke
  • Petersilie nach Geschmack
  • Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel

Zubereitung:

Die Salatgurke waschen, schälen und von den Kernen befreien. Dann in kleine Würfel schneiden. Petersilie waschen und fein hacken. Beides mit dem Joghurt mischen. Gegebenenfalls etwas Wasser zugeben, damit eine cremige Konsistenz entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken.

Passt gut zum Couscous-Salat oder einer Ofenkartoffel oder Grillgemüse.

Gedünsteter Chicoree

Zutaten 2 Personen:

  • 750 g Chicorée
  • 1 EL Ghee oder Olivenöl
  • Salz
  • 1 EL Zucken

Zubereitung:

  1. Chicorée halbieren und den Strunk entfernen
  2. Olivenöl in den Topf geben und den Chicorée kurz darin anbraten
  3. Salz und Zucker dazugeben, karamellisieren lassen und anschließend mit 150 ml Wasser ablöschen. Die Süsse mildert die Bitterkeit des Chicorées.
  4. Mit geschlossenem Deckel 10 bis 15 Minuten köcheln lassen.

Dazu passen sehr gut Süßkartoffel-Spalten aus dem Ofen.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter
Ebba-Karina Sander von Ayurveda4u

Sander Ebba-Karina

Ebba-Karina Sander ist Geschäftsführerin des Ayurveda-Gesundheitszentrum Deutschland. 2014 holte sie gemeinsam mit Wolfgang Back die alternative Heilmethode Ayurveda nach Deutschland.