Ich habe eine falsche Entscheidung getroffen – warum passiert mit das immer wieder?

Es kann schmerzhaft sein, sich einzugestehen, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat. Vielleicht hast du einen Job angenommen, der nicht zu dir passt. Oder du hast mit jemandem Schluss gemacht, den du eigentlich noch liebst. Irgendwann, wenn sich die ominösen Beweise häufen, beginnst du vielleicht, an bestimmten Entscheidungen in deinem Leben zu zweifeln und sie zu bereuen. Aber es kann sich überwältigend anfühlen, den Fehler zuzugeben. Hier erfährst du, was du tun kannst, wenn du merkst, dass du eine schlechte Entscheidung getroffen hast.

Junge Frau hat falsche Entscheidung getroffen und sitzt nun mit besorgter Miene auf dem Sofa.

Was sind die Gründe dafür, warum du eine falsche Entscheidung getroffen hast?

Je mehr Zeit im Leben vergeht, desto stärker wird man sich bewusst, wie oft man eine falsche Entscheidung getroffen hat. Es versteht sich deshalb fast von selbst, dass du wahrscheinlich auch weiterhin schlechte oder falsche Entscheidungen in deinem Leben treffen wirst, sei es aus Angst, Reue oder schlicht aufgrund von Unkenntnis der Konsequenzen.

Du kannst jedoch ein tieferes Verständnis für den Prozess gewinnen, der sich dahinter verbirgt, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat und so die Angst davor, erneut etwas falsch zu machen, etwas lindern. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zu einer Entscheidung beitragen. Wenn du weißt, wie diese Prozesse funktionieren und dein Denken sowie dein Leben beeinflussen, kann dir das vielleicht helfen, in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen. Schauen wir uns zum Beispiel mal an, warum mentale Abkürzungen manchmal zu Fehlentscheidungen im Leben führen.

Warum führen mentale Abkürzungen häufig zu Entscheidungen, die wir später bereuen?

Wenn wir jedes mögliche Szenario für jede mögliche Entscheidung durchdenken müssten, würden wir viel Zeit im Leben verschwenden und würden nicht viel schaffen. Um Entscheidungen schnell und ökonomisch zu treffen, verlässt sich unser Gehirn auf eine Reihe von kognitiven Abkürzungen, die als Heuristiken bekannt sind. Diese mentalen Hilfsmittel ermöglichen es uns, recht schnell und oft auch recht genau zu urteilen. Doch sie können auch zu unscharfem Denken und falschen Entscheidungen führen.

Frau überlegt sich verschiedene Lösungswege für ein Problem.

Was ist ein gängiges Beispiel für eine mentale Abkürzung?

Ein bekanntes Beispiel für solche manchmal heimtückischen, kleinen mentalen Abkürzungen ist der sogenannte "anchoring bias".  In vielen verschiedenen Situationen verwenden Menschen einen anfänglichen Ausgangspunkt als Anker, der später angepasst wird, um eine endgültige Schätzung oder einen Wert zu erhalten. Wenn man zum Beispiel ein Auto kaufen will und weiß, dass Autos in der gewünschten Fahrzeugklasse in der Regel für einen Durchschnittspreis von 50.000 Euro verkauft werden, wird man diesen Wert wahrscheinlich als Grundlage für die Verhandlungen über den Kaufpreis des Autos verwenden, für das man sich entschieden hat. Das ist jedoch häufig ein falscher Ausgangspunkt. Besser ist es, sich eine Reihe möglicher Schätzungen vorzunehmen. Wenn du also ein neues Auto kaufen willst, solltest du dir eine Spanne von vernünftigen Preisen ausdenken, anstatt dich auf den Gesamtdurchschnittspreis eines bestimmten Fahrzeugs zu konzentrieren! Wenn man weiß, dass ein neuer Geländewagen in der von dir gewünschten Größe und Ausstattung zwischen 46.000 und 53.000 Euro kosten wird, kannst man besser entscheiden, wie viel man für ein bestimmtes Fahrzeug ausgeben will.

Bist du manchmal vielleicht auch einfach zu optimistisch?

Überraschenderweise neigen Menschen dazu, einen angeborenen Optimismus zu haben, der eine gute Entscheidungsfindung behindern kann. Wenn Menschen zum Beispiel erfahren, dass das Risiko, dass etwas Schlimmes passiert, geringer ist, als sie erwartet hatten, neigen sie dazu, ihre Vorhersagen an die neuen Informationen anzupassen. Wenn sie feststellen, dass das Risiko, dass etwas Schlimmes passiert, tatsächlich viel höher ist, als sie angenommen hatten, neigen sie dazu, die neuen Informationen einfach zu ignorieren.

Diese übermäßig optimistische Sichtweise rührt zum Teil von unserer natürlichen Neigung her, zu glauben, dass anderen Menschen Schlimmes widerfährt, uns aber nicht. Wenn wir davon hören, dass einer anderen Person etwas Tragisches oder Unangenehmes zugestoßen ist, neigen wir oft dazu, nach Dingen zu suchen, die die Person getan haben könnte, um das Problem zu verursachen. Diese Tendenz, den Opfern die Schuld zu geben, schützt uns davor, zugeben zu müssen, dass wir genauso anfällig für Tragödien im Leben sind wie alle anderen.

Frau wägt Vor- und Nachteile zwischen zwei Optionen ab.

Machst du oft schlechte Vergleiche?

Wir messen den Wert von Produkten im Vergleich zu anderen Dingen. Aber was passiert, wenn man falsche Vergleiche anstellt? Oder wenn die Gegenstände, mit denen du deine Optionen vergleichst, nicht repräsentativ oder gleich sind? Nehmen wir folgendes Beispiel: Wie weit würdest du gehen, um 50 Euro zu sparen? Nehmen wir an, du kannst bei einem Artikel im Wert von 100 Euro 50 Euro sparen, wenn du 15 Minuten weit fährst. Dann würdest du dich wahrscheinlich dazu entscheiden, die Fahrt auf dich zu nehmen. Doch wenn du bei einem Artikel im Wert von 1000 Euro 50 Euro sparen könntest, wärst du dann immer noch bereit, einen Umweg zu machen? In den meisten Fällen sind die Menschen weniger bereit, einen weiteren Weg auf sich zu nehmen, um bei einem teureren Artikel Geld zu sparen. Warum eigentlich? Fünfzig Euro sind in beiden Fällen immer noch den gleichen Betrag wert. In solchen Fällen bist du einfach Opfer eines falschen Vergleichs geworden. Da du das Geld, das du sparst, mit dem Betrag vergleichst, den du bezahlst, scheinen 50 Euro eine viel größere Ersparnis zu sein, wenn sie mit einem 100-Euro-Artikel verglichen werden, als wenn sie mit einem 1000-Euro-Artikel verglichen werden. Wenn wir Entscheidungen treffen, ziehen wir oft schnelle Vergleiche, ohne wirklich über unsere Optionen nachzudenken. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, kann es oftmals die bessere Entscheidung sein, sich auf die Logik und eine durchdachte Prüfung der Optionen, statt auf die unmittelbare "Bauchreaktion" zu verlassen.

Niedergeschlagene Frau sitzt auf Boden, angelehnt ans Bett, bereut ihre falsche Entscheidung.

Solltest du jede schlechte Entscheidung bereuen, die du jemals getroffen hast?

Bedauern. Schuldgefühle. Scham. Dies sind drei der dunkelsten Gefühle, die ein Mensch je erleben kann. Wir alle empfinden diese Gefühle an verschiedenen Punkten in unserem Leben, vor allem, wenn wir eine falsche Entscheidung getroffen und als Konsequenz eine schlimme Erfahrung gemacht haben. In der Tat gibt es bestimmte Situationen im Leben, die einige von uns zurückspulen - oder löschen - würden, wenn sie könnten. In Wirklichkeit gibt es jedoch unendlich viele Gründe, warum wir keine der Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen, bereuen sollten. Hier sind zum Abschluss einige der Wichtigsten davon.

Kann man von einer Entscheidung lernen, im Leben zufriedener zu sein?

Wenn du eine Entscheidung triffst, die ein unangenehmes Nachspiel hat, verfeinerst du, was du in deinem Leben willst. Oft weiß man erst dann, was man will, wenn man erlebt, was man nicht will. Bei jeder Entscheidung wirst du die Konsequenzen spüren. Nutze diese Folgen als Ausgangspunkt, um deine Zukunft anders - und besseres - zu gestalten!

Warum ist Reue nutzlos?

Jede Entscheidung, die wir im Leben treffen, gibt uns die Möglichkeit, unser Leben selbst zu gestalten. Eine Entscheidung ist nicht immer das Ergebnis reiflicher Überlegung. Einige von ihnen werden sogar nur aus einem Impuls heraus getroffen. Unabhängig von der Entscheidung, die du getroffen hast, war es etwas, das du wolltest, sonst hättest du es nicht getan - es sei denn, jemand hat dir eine Waffe an den Kopf gehalten. Sei bereit, zu den Entscheidungen zu stehen, die du triffst! Steh immer dafür ein, wie du dich entschieden hast. Hab keine Angst davor, die Verantwortung zu übernehmen und akzeptiere die Erfahrung, die du deshalb machst, anstatt sie zu bereuen!

Frau steht mit fragendem Gesicht vor einer Wand, auf der viele Notizzettel mit Fragezeichen kleben.

Willst du Fehler oder lieber Erfahrungen machen?

Beginne damit, falsche Entscheidungen als Lernchancen zu betrachten! Indem du jede Entscheidung als eine Chance zum Lernen betrachtest, wirst du dein Gehirn völlig neu verdrahten. Diese Neuverdrahtung wird zu anderen Gedanken und Überzeugungen führen. Mit der Zeit wird das auch dazu führen, dass du andere, wenn auch nicht zwangsläufig immer bessere Entscheidungen triffst. Wenn du anfängst, anders zu glauben, wird sich deine Welt anders entfalten. Wie sich diese Entfaltung manifestiert, ist allein deine Entscheidung.