Meditation gegen Angst: Mit Achtsamkeit gelassener durchs Leben gehen

Angst hat viele Gesichter. Egal ob es Alltagssorgen, die Angst vor dem Zahnarztbesuch, Versagensängste oder Phobien sind. Deine Ängste und Sorgen können dich nicht nur am Einschlafen hindern und für Stress und Unzufriedenheit sorgen, sondern dir auch die nötige Energie für den Tag stehlen. Meditation kann dir dabei helfen, aus dem Grübeln auszubrechen, Bewusstsein für dich zu schaffen, Ängste loszulassen und Stress zu reduzieren. Wie das funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.

Glückliche junge Frau bei Meditation gegen Angst

Warum kann Meditation gegen Angstzustände wirken?

Gefühle der Angst und inneren Unruhe sind oft ein Ausdruck für etwas, das tief in unserem Inneren verborgen liegt. Oft verbergen diese Symptome das eigentliche Problem. Hinter starkem Lampenfieber kann beispielsweise das Gefühl stecken, immer alles richtig machen zu müssen oder den eigenen Ansprüchen nicht genügen zu können. Nicht aufgearbeitete negative Erlebnisse und Emotionen aus unserer Vergangenheit können uns so anfälliger für Stress und akute Angstzustände machen.

Das wird besonders problematisch, wenn wir die Angst nicht mehr in den Griff bekommen. Innere Unruhe und Furcht können uns nicht nur am Einschlafen hindern und unsere Handlungen und unser Leben negativ beeinflussen, sondern auch zu unangenehmen körperlichen Reaktionen wie Panikattacken führen.

Mit Meditation kannst du lernen, besser mit deinen Ängsten umzugehen. Meditieren kann dir helfen, hinter deine Angst zu schauen, die eigentliche Ursache von Sorgen und Ängsten zu erkennen und deine Emotionen besser zu kontrollieren. 

Meditation heißt nicht, still sitzen und nichts tun, sondern zu lernen, in sich hineinzuhören und die eigenen Gedanken loslassen zu können. Meditieren kann dir helfen, dein Bewusstsein zu schärfen, deine Selbstliebe zu stärken und zu innerer Ruhe zu kommen.

Wie wirkt Meditation gegen Angst und welche Vorteile hat sie?

Meditation hat viele positive Wirkungen auf deinen Geist und deinen Körper. Regelmäßiges Meditieren kann dich dabei unterstützen, Ängste und typische Abwehrmechanismen, wie das Verdrängen, Überspielen oder Leugnen von Angst zu erkennen und zu überwinden.

Gleichzeitig wirkt sich die Entspannung beim Meditieren positiv auf dein vegetatives Nervensystem aus, das dafür verantwortlich ist, Atmung, Herzschlag und Blutdruck im Körper zu steuern. Regelmäßige Meditation kann sogar dazu führen, dass du den Bereich, in dem Ängste und Sorgen in deinem Gehirn entstehen, sozusagen umprogrammierst und damit weniger anfällig für endlose Grübeleien wirst. Innerer Frieden und tiefe Ruhe können Ordnung in das Gedanken-Chaos bringen.

Zusammengefasst kann Meditation folgende Vorteile haben:

  • Dein Cortisol- und Adrenalinspiegel sinkt.
  • Deine Atmung wird ruhiger, tiefer und gleichmäßiger.
  • Du fühlst dich entspannter und ausgeglichener.
  • Du lernst Stress und Angst schneller zu erkennen und kannst sie einfacher loslassen.
  • Du kannst dich besser auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren und hast mehr Energie.

Voraussetzung dafür ist nur, dass du dir wirklich täglich die Zeit dafür nimmst und neben dem Durchhaltevermögen auch Geduld mitbringst. Denn die positive Wirkung von Meditation setzt nicht sofort ein. Wenn du zuvor noch nie meditiert hast, kannst du dir einen Monat lang eine fest Zeit nehmen. Jeweils morgens und abends 15 Minuten zu meditieren reicht vollkommen aus. Stell dir am besten einen Wecker, um nicht ständig auf die Uhr schauen zu müssen! Nimm dir diese Zeit für dich und beobachte selbst, wie sich dein Verhalten und dein innerer Zustand durch die Meditation verändern!

Frau meditiert am Arbeitsplatz.

Was brauchst du für die Meditation?

Meditation ist nicht nur für jeden Mensch geeignet, du kannst sie auch praktisch überall durchführen. Gerade am Anfang ist es aber leichter, wenn du dir einen ruhigen Ort suchst, an dem du sicher ungestört sein kannst. Am besten ist eine ordentliche und warme, ruhige Umgebung, in der du dich wohl fühlst. Auch eine feste Zeit kann hilfreich sein.

Wenn du dich für die sitzende Form der Meditation entscheidest, brauchst du lediglich eine bequeme Unterlage, auf der du längere Zeit aufrecht sitzen kannst. Das kann einfach ein Stuhl oder Hocker sein. Achte darauf, dass dein unterer Rücken beim Sitzen gerade ist und stell dir vor, dass dein Scheitel an einem unsichtbaren Faden mit der Decke befestigt ist! Die Arme kannst du ganz locker nach unten hängen lassen. Auch die Schultern sollten ganz locker und entspannt sein.

Wenn du keine Knieprobleme hast, kannst du dich auch für den Fersensitz entscheiden. Er macht es leichter, den Oberkörper im entspannten Zustand aufrecht zu halten. Knie dich dafür einfach auf den Boden, das Gesäß auf den Fersen und lege die Hände locker auf den Oberschenkeln ab! Ein Teppich, ein Handtuch, ein dicker Schal oder eine Yogamatte können das Knien bequemer machen. Du kannst dich auch im Fersensitz auf ein Meditationskissen setzen.

Yogis und geübte Meditierende sitzen gerne im Lotussitz. Er funktioniert wie der Schneidersitz, nur dass dabei beide Fußsohlen nach oben schauen. 

Frau meditiert auf Yoga Matte.

Einfache Atemmeditation gegen Angst und Stress: Wie funktioniert sie?

Es gibt unzählige Arten der Meditation. Die Tradition des Meditierens ist so alt, wie die Menschheit selbst. Welche Art davon dir am meisten gefällt, musst du selbst herausfinden. Nicht für jeden Menschen ist die stille Form der Meditation geeignet. Hier können Yoga-Übungen, Qi Gong oder Tai Qi eine gute Alternative bieten. Auch geführte Meditationen via You Tube oder live in einer Gruppe können den Einstieg erleichtern. Allerdings ersetzen sie nie die eigene Übung. 

Wir haben eine einfache Achtsamkeitsmeditation für dich, die perfekt für Einsteiger ist. So gehts:

  • Stell dir einen Timer auf 15 Minuten und komme in eine sitzende Haltung deiner Wahl!
  • Achte dabei auf einen geraden Rücken und entspanne deine Schultern und deinen Nacken!
  • Schließe deine Augen und konzentriere dich ganz auf dich und deinen Körper!
  • Konzentriere dich dann ganz auf deinen Atem!
  • Du kannst in Gedanken mitzählen, wie lange du ein- und ausatmest.

Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn es dir am Anfang schwer fällt, dich nicht von anderen Gedanken ablenken zu lassen. Wichtig ist nur, dass du sie auch wieder loslassen kannst und deine Aufmerksamkeit wieder zurück auf deine Atmung richtest. Nach deiner Meditationspraxis solltest du nicht sofort aufspringen und mit deinen anfallenden Aufgaben weitermachen. Gönn dir noch zwei weitere Minuten in Sitzen und spüre nach! Nimm dieses Gefühl der Ruhe und Entspanntheit mit in den Tag und erinnere dich daran, wenn du das Gefühl hast, innerlich angespannt zu sein.