Durch Laktobakterien Darm und Gesundheit verbessern

Unser Darm wird von 100 Billionen Bakterien besiedelt und er ist für viel mehr als nur unsere Verdauung verantwortlich. Schon in der Antike erkannte man, dass viele Krankheiten hier ihren Ursprung nehmen. Eine gestörte Darmflora ist nicht in der Lage, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen und den Körper mit wichtigen Spurenelementen und Vitaminen zu versorgen. Welche Rolle spielen Laktobakterien für die Darm-Gesundheit und was fördert eine ausgeglichene Darmflora? Die gute Nachricht lautet: Auch wenn eine Störung vorliegt, kann diese mit Sorgfalt wieder behoben werden. 

Inhalt:

Eine Frau hält ihre Hände auf den Bauch voll Laktobakterien (Darm)

Gesunde Laktobakterien: Darm im Gleichgewicht

Hast du gewusst, dass der Darm einen wesentlichen Einfluss auf unser Immunsystem nimmt? Neben der Verdauung, Energiebereitstellung, Entgiftung und Ausscheidung hat er noch andere wichtige Aufgaben über, die aber nur den wenigsten von uns bewusst sind. So bildet eine intakte Darmschleimhaut beispielsweise die Grenze zwischen der „Außenwelt“ und unserem Körper. Sie stellt eine Schutzwand dar und sorgt dafür, dass Krankheitserreger nicht in unsere Blutbahn gelangen. Daher ist es wichtig, sich um seine Darmbewohner – die guten Darmbakterien – zu kümmern, um das natürliche Darmgleichgewicht aufrecht zu erhalten.

Grundsätzlich werden im Verdauungstrakt zwei Arten von Bakterien unterschieden: die gesundheitsförderlichen, zu denen Bifidobakterien und Laktobakterien zählen und die „schlechten“, fäulnisbildenden. Diese werden als Kolibakterien bezeichnet. Wenn Proteine von Kolibakterien abgebaut werden, entsteht eine Reihe von toxischen Substanzen. Diese Substanzen riechen sehr übel und verleihen dem Kot den typischen Geruch. Eine Fehlbesiedelung des Darms kann also schon durch üble Gerüche vermutet werden. Denn je geruchsloser unsere Körperausscheidungen sind, desto harmonischer arbeiten die Mikroorganismen in unserer Darmflora und desto besser funktioniert unsere Verdauung.

Bifido- und Laktobakterien (= Milchsäurebakterien) sind die natürlichen Gegenspieler der schlechten Darmbakterien. Sie sorgen dafür, dass das Darmmilieu im Gleichgewicht bleibt und dass die Darmschleimhaut gestärkt wird. Das Verhältnis zwischen „guten“ und „bösen“ Darmbakterien sollte etwa 85:15 Prozent betragen. Milchsäurebakterien halten das Dickdarmmilieu sauer und verhindern so die Ausbreitung krankmachender Fäulnisbakterien. 

Ein Mikroskop zeigt Milchsäurebakterien

Was schadet der Darmflora?

Um die Darmbalance aufrecht zu erhalten, solltest du zusätzlich folgende Punkte beachten:

  • Antibiotika: Diese töten sowohl schlechte als auch gute Darmbakterien. Nach der Behandlung sind Milchsäurebakterien meist in der Unterzahl, was uns anfällig für neuerliche Erkrankungen macht.
     
  • Zucker und Weißmehlprodukte: Isst du zu viel Zucker oder Weißmehlprodukte, können sich schlechte Darmbakterien und Pilze leicht ausbreiten. Dadurch kann der Darm jedoch weniger Nährstoffe aufnehmen und die Immunabwehr wird geschwächt.
     
  • Alkohol, Stress und Schlafmangel: Diese können sich negativ auf die Darmflora auswirken und sollten auf die Dauer reduziert werden.
     
  • Medikamente: Vorsicht ist auch bei Medikamenten geboten. Nicht nur Antibiotika können sich negativ auf Laktobakterien auswirken. Auch beispielsweise Schmerzmittel können schaden.

Wie kann ich den Darm stärken?

Eine gesunde Verdauungsfunktion ist wichtig, um die zugeführte Nahrung gründlich zu verdauen. Ist das nicht der Fall, fühlen sich Kolibakterien richtig wohl. Blähungen, unangenehme Gerüche, aber auch Lustlosigkeit und Konzentrationsprobleme können die Folgen sein. Nicht zu vergessen sind die negativen Auswirkungen auf unser Immunsystem und die Schwächung der Darmschleimhaut. Allergene haben es dann leicht, durch die Darmwand hindurch in unser Blutsystem zu gelangen.

Was also tun, um eine gesunde Darmflora aufrecht zu erhalten? Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du selbst zur Darmgesundheit beitragen kannst:

  • Erhöhe die Anzahl der guten Bakterien: Laktobakterien können durch die Nahrung zugeführt werden. Besonders milchsaure Produkte wie Rohmilchprodukte, Sauerkraut, Kefir und gesäuertes Gemüse enthalten eine große Anzahl an Milchsäurebakterien. Diese müssen jedoch erst die Reise durch den Magen, wo keimfeindliche pH-Werte herrschen, überleben um die Darmflora überhaupt erreichen und dort wirken zu können. Die Zufuhr von hochdosierten Laktobakterienstämmen in speziellen Kapseln, die die Milchsäurebakterien vor der Magensäure schützen, kann daher eine wirksame Alternative sein.
     
  • Stabile Darmschleimhaut: Du kannst die Darmschleimhaut sehr gut stabilisieren, indem du die Aminosäure L-Glutamin, Beta-Carotin, Curcuma, Schwarzkümmelsamen, Niacin und Vitamin B2 zu dir nimmst. Für Dickdarmbakterien sind außerdem Faserstoffe von Gemüse förderlich. Daraus kann wertvolle Energie gewonnen werden. Wenn du es roh jedoch nicht gut verträgst, stellt gedämpftes Gemüse die passende Alternative dar.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.