Zeit für sich: So schafft ihr Freiräume in der Beziehung

Zu Beginn einer Beziehung möchte man am liebsten jede Minute miteinander verbringen. Aber früher oder später brauchen beide auch wieder Zeit für sich. Dem Klischee nach sind es vor allem Männer, die diese Freiräume einfordern. Für Frauen sind sie jedoch genauso wichtig. Aber wie schafft man es, sich Zeit für sich zu nehmen, das gut zu kommunizieren und diese Zeit für das Wesentliche dann auch im Alltag freizuschaufeln? Unsere Tipps helfen dir!

Sanduhr als Symbol für Zeit für sich

Die Lebensbereiche des Alltags in Einklang bringen und Zeit für sich finden

Der Alltag jedes Menschen ist komplex und beinhaltet viele verschiedene Dinge, die Aufmerksamkeit und Zeit brauchen. Dazu gehören zum Beispiel diese Lebensbereiche:

  • Arbeit
  • Beziehung
  • Familie
  • Freunde
  • Haushalt
  • Hobbys
  • Ehrenämter
  • Ruhe und Erholung

Gerade der letzte Punkt, die Ruhe, kommt oft zu kurz. Sie scheint nicht ganz so wichtig zu sein. Dabei ist sie aber von ganz entscheidender Bedeutung. Nur wenn du Zeit für dich selbst hast und dich erholen kannst, bleibt genügend Kraft für die anderen Lebensbereiche.

Im Lauf des Lebens treten immer wieder unterschiedliche Themen in den Vordergrund. Manchmal gibt es stressige Zeiten auf der Arbeit, durch die andere Dinge weniger Platz bekommen. Manchmal möchte man ganz besonders viel Zeit mit dem Partner verbringen oder braucht viel Aufmerksamkeit für ein privates Projekt. Das ist völlig normal und in Ordnung. Wichtig ist nur, dass du früher oder später auch den anderen Bereichen deines Lebens wieder Aufmerksamkeit schenkst.

Um zu entdecken, was in deinem Leben gerade das Wesentliche ist, solltest du dir ein wenig Zeit nehmen, in der du in Ruhe nachdenken kannst. Mache eine Liste: Welche Themen spielen in deinem Leben eine Rolle? Welche davon nehmen zu viel Raum ein? Und welche sollten wieder mehr Platz bekommen? Höre dabei auf dein Gefühl! Meist weißt du es sehr genau, was du gerade brauchst und was das Wesentliche in deinem Leben ist. Im Zweifel kannst du dir auch Rat von Freuden einholen.

Er braucht Zeit für sich, schadet das der Beziehung?

Wenn ein Partner mehr Freiräume für sich erbittet, kann das vielleicht erst einmal die Gefühle verletzen. Das ist besonders dann der Fall, wenn einer der Partner ein höheres Bedürfnis nach Nähe hat als der andere. Ob das der Mann oder die Frau ist, ist dabei völlig unerheblich, auch wenn dem Klischee nach der Mann eher nach Freiräumen strebt.

Wenn du dich in deinen Gefühlen verletzt fühlst, weil dein Partner sich mehr Zeit für sich nehmen will, dann mach dir Folgendes klar:

  • Menschen haben ein sehr unterschiedliches Ruhebedürfnis. Es ist gut möglich, dass dein Mann oder deine Frau einfach mehr Zeit braucht, um sich zu regenerieren oder auch, um Neues zu erleben. Das hat mit der Beziehung gar nichts zu tun, sondern nur mit den persönlichen Bedürfnissen.
  • In der ersten Verliebtheit wollen wir am liebsten ständig zusammen sein. Es kann schmerzen, wenn sich das ändert. Aber das ist ein normaler und gesunder Weg jeder Beziehung. Die Tiefe einer Partnerschaft bildet sich erst später aus. Dass sich beide Partner auch wieder Zeit für sich nehmen, ist ein wichtiger Schritt dazu.
  • Die Tatsache, dass ihr unabhängig voneinander Dinge erlebt und andere Menschen trefft, belebt die Beziehung sogar. Dann gibt es nämlich immer wieder etwas Neues zu erzählen.
glückliches Paar auf dem Sofa

Wie kommuniziere ich, dass ich mehr Zeit für mich brauche?

In manchen Beziehungen ist es ein heikles Thema, mehr Ich-Zeit einzufordern. Diese Tipps helfen dir:

  1. Sprich deine Bedürfnisse rechtzeitig an! Wenn du erst wartest, bis dein Bedürfnis nach Rückzug sehr groß ist, kommt es leichter zum Streit und zu Verletzungen. 
  2. Nimm deinem Mann oder deiner Frau die Angst, dass die Zeit für dich der Beziehung schaden könnte! Sag direkt dazu, wie sehr du ihn oder sie liebst und dass dein Wunsch nichts mit deinen Gefühlen zu tun hat.
  3. Vereinbart konkrete Pläne, die für beide funktionieren! Wenn du einfach mehr Abstand forderst, lässt du deinen Partner oder deine Partnerin ziemlich in der Luft hängen. Sprecht dagegen konkret darüber, wie häufig du etwas alleine oder mit Freunden unternehmen willst und wann ihr euch wieder trefft.
  4. Ein solches Gespräch muss in vielen Fällen nicht nur einmal, sondern mehrfach geführt werden. Frage nach einer Weile nach, wie die neue Vereinbarung für deinen Partner oder deine Partnerin funktioniert und wo ihr vielleicht noch nachbessern könnt!
Männerhand hält einen Wecker vor eine Tafel mit Symbolen

Tipps zum Zeitmanagement

In vielen Fällen liegt die mangelnde Me-Time gar nicht an der Kommunikation oder dem Partner, sondern an den vielen Themen und To-Dos, die den Tag füllen. Wenn es dir auch so geht, helfen dir diese Tipps zu Methoden des Zeitmanagements:

  1. Auch wenn es erst einmal Zeit kostet: Nimm dir jeden Morgen (oder schon am Vorabend) eine Viertelstunde, um den Tag zu planen. Welche Termine stehen an? Welche Aufgaben müssen heute unbedingt erledigt werden? Welche kannst du verschieben, delegieren oder ganz streichen? 
  2. Vermeide einen der häufigsten Fehler beim Zeitmanagement: zu viele Aufgaben an einem Tag. Meist schätzt man die benötigte Zeit zu gering ein und rechnet nicht mit den vielen Störungen, die im Alltag kaum zu vermeiden sind. Verplane deshalb maximal 70 bis 80 Prozent deines Tages! Wenn dann noch Zeit übrig ist, kannst du dich ausruhen oder Aufgaben aus den nächsten Tagen vorziehen. 
  3. Plane deine Me-Time konkret ein! Du würdest gerne ein Bad nehmen, joggen gehen oder einfach gemütlich ein Buch lesen? Dann schreibe dir das in deinen Kalender! Denn leider ist die Zeit für uns selbst genau das, was am Ende eines vollen Alltags hinten runterfällt. Nimm diese Verabredungen mit dir selbst ernst!
  4. Setze Prioritäten! Sind die Aufgaben, die heute anstehen, wirklich wichtig oder nur dringend? Wichtig bedeutet, dass sie dich auf deinem Weg im Leben weiterbringen und dir echte Vorteile schenken. Dringend bedeutet, dass es ein Datum gibt, an dem die Aufgabe erledigt sein sollte. Dringende, aber nicht wichtige Dinge verstopfen häufig unseren Arbeitstag, bringen aber nur wenig. Achte deshalb darauf, den wichtigen Aufgaben mehr Zeit einzuräumen, denn sie machen das Wesentliche im Leben aus!
  5. Vermeide Störungen! Mann und Kind stürmen ständig in dein Home-Office hinein? Der Chef stört dich immer wieder mit neuen Aufgaben? Das Telefon klingelt und pingt bei jeder neuen Nachricht? Wenn dein Tag so abläuft, ist es kein Wunder, wenn am Ende die Zeit fehlt! Versuche, solche Störungen so gut wie möglich zu vermeiden!