Cranio-Sacral-Balancing: sanfte Berührungen für den Körper

Beim Cranio Sacral Balancing handelt es sich um eine Form der Körperarbeit, die sich aus der Osteopathie entwickelt hat. Mit manuellen Techniken verbessert der Anwender den craniosacralen Rhythmus, also das Pulsieren der Rückenmarksflüssigkeit in der Wirbelsäule. Das kann Auswirkungen auf viele Körperbereiche haben. Wie Cranio Sacral funktioniert und wie es angewandt werden kann, erfährst du hier.

Die Geschichte des Cranio-Sacral-Balancings

Die craniosacrale Methode hat sich im 20. Jahrhundert aus der Osteopathie entwickelt. Zunächst entstand innerhalb der Osteopathie eine Richtung, die sich "craniosacrale Osteopathie" nannte. Name und Inhalte dieser Schule stammten von William Garner Sutherland, einem osteopathischen Arzt aus den USA. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich diese Methode weiter. Sie wurde zu einer eigenen Form. "Vater" der modernen Cranio-Sacral-Arbeit ist John E. Upledger. Er verfeinerte die Anwendung und fand neue Griffe, die bei seinen Klienten gute Erfolge zeigten. Außerdem betonte er, dass auch emotionale Arbeit zur craniosacralen Lehre gehört.

Inzwischen gibt es verschiedene Richtungen und Definitionen. Manche Praktiker sehen die craniosacrale Arbeit als physiotherapeutische Methode. Andere verorten sie eher als Craniosacrale Biodynamik oder eigene Form der Körperarbeit. Wieder andere sehen sie noch immer als Teil der Osteopathie.

Therapeut hält die Hände im Nacken einer Patientin

Wie funktioniert die Cranio-Sacral-Anwendung?

Vom Schädel (lateinisch Cranium) bis zum Kreuzbein (lateinisch Sacrum) verläuft in unserer Wirbelsäule Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Auch im Gehirn ist diese Flüssigkeit zu finden. Sie hat Auswirkungen auf den ganzen Körper: Sie pulsiert leicht, und das setzt sich über das Bindegewebe fort. Ein Praktiker, der in der Craniosacralen Arbeit geschult ist, kann dieses zarte Pulsieren ertasten und beeinflussen. Bestimmte Griffe am Kopf, Nacken, Rücken, Becken oder auch an Füßen oder Zwerchfell sollen den Fluss der Rückenmarksflüssigkeit verbessern. Das bringt den Körper wieder ins Gleichgewicht und hilft gegen verschiedene Blockaden.

Bei einer craniosacralen Anwendung liegt der Klient angezogen auf einer Liege. Der Anwender legt die Hände auf und führt minimale Bewegungen durch. Diese reduzieren die Spannung im Gewebe und lösen Blockaden. Die meisten Klienten empfinden Cranio-Sacral-Balancing und das leichte Drücken und Ziehen der Hände als sehr angenehm und entspannend.

Iris Lichtenberger ist eine österreichische Anwenderin und Ausbilderin. Sie lehrt vor allem die Techniken des Cranio Sacral Balancing. Dieses versteht sich als Bindeglied zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin und als biodynamische Arbeit. Auch hier steht natürlich das Cranio-Sacral-System vom Schädel bis zum Kreuzbein im Zentrum. Der große Vorteil ist jedoch, dass bei dieser Behandlungsform in voller Entspannung des Klienten gearbeitet werden kann. Die Cranio-Sacral-Balancing Ausbildung, die in ihrer AKADEMIE kinesiologiebewegt.at angeboten wird, schließt mit einem Diplom ab und kann berufsbegleitend absolviert werden.

Mann hält sich den schmerzenden Rücken

Wofür wird die Anwendung angewandt?

Eine craniosacrale Anwendung kann gegen ganz unterschiedliche Störungen und Beschwerden helfen. Zum Beispiel:

  • Stress: Vor allem, wenn der Stress schon lange besteht, kann diese Methode sehr hilfreich sein.
  • Unruhe und Erschöpfung: Wenn der Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist, belastet das den Alltag sehr. Man erholt sich nicht mehr so leicht und fühlt sich erschöpft. Cranio-Sacral-Balancing kann diese Probleme lindern.
  • Verspannungen, Nacken- und Rückenprobleme: Zu hohe Anspannung im Nacken oder Rücken führt schnell zu Problemen. Mit der Cranio-Sacral-Anwendung können die Spannungen gelöst werden.
  • Zahn- und Kieferbeschwerden: Kiefergelenksprobleme, nächtliches Zähneknirschen, Zahn- und Kieferfehlstellungen reagieren oft sehr gut auf die Craniosacrale Arbeit.
  • Verdauungsprobleme: Probleme im Magen, Durchfall oder Verstopfung können ihre Ursache im craniosacralen System haben. Deshalb hilft die Anwendung auch hier oft sehr gut.
  • Konzentrationstörungen: Nicht nur an Knochen und Gelenken, auch im Gehirn zeigt eine craniosacrale Sitzung oft Wirkung. So verbessern sich zum Beispiel Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Auch bei Hyperaktivität können sich gute Ergebnisse zeigen.
  • Nach Verletzungen: Unfälle und Verletzungen beziehen meist den ganzen Menschen mit ein, sowohl körperlich als auch psychisch. Um die Folgen gut zu bewältigen, kann die Craniosacrale Arbeit helfen. Sie ist deshalb eine gute Möglichkeit zur Rehabilitierung und Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands.
  • Psychosomatische Beschwerden: Bei psychosomatischen Problemen zeigen sich psychische und emotionale Schwierigkeiten in Form von körperlichen Anzeichen. Die Craniosacrale Arbeit betrachtet Körper und Geist als eng zusammenhängendes Gefüge. Wenn Störungen im körperlichen Bereich gelöst werden können, dann bessern sich oft auch die psychosomatischen Probleme. 

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter

Lichtenberger Iris

Iris Lichtenberger ist Leiterin der Akademie kinesiologiebewegt.at in Wallsee und Cranio Sacral Praktikerin und Kinesiologin in St. Valentin.